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Newroz und Nouruz: das Neujahrsfest zur Tagundnachtgleiche

Newroz wird am Sonntag, 21. März 2027 gefeiert, im Jahr darauf am Dienstag, 21. März 2028. Kurdinnen und Kurden begrüßen das neue Jahr stets am 21. März, in Iran beginnt es je nach Tagundnachtgleiche am 20. oder 21. März. Ein gesetzlicher Feiertag ist Newroz in Deutschland nicht.

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Newroz

21

März 2027

Sonntag

Hauptfesttag, iranisches Neujahr ebenfalls am 21. März

kein gesetzlicher Feiertag

in 169 Tagen

Grüne Berghänge mit roten Wildtulpen im Frühling, im Hintergrund Gipfel mit Restschnee
KI-generiert

Newroz wird am Sonntag, 21. März 2027 gefeiert. Der Name bedeutet „neuer Tag“: Das Fest begrüßt zur Frühlings-Tagundnachtgleiche das neue Jahr. Kurdinnen und Kurden nennen es auf Kurmandschi Newroz, in Iran und Afghanistan heißt es Nouruz, in der Türkei Nevruz. An eine bestimmte Religion ist das Fest nicht gebunden.

Termine: 20. oder 21. März

Kurdische Gemeinden feiern Newroz jedes Jahr am 21. März. Diesen Tag nennen auch die Vereinten Nationen als Internationalen Tag des Nouruz. Die nächsten Termine mit Wochentag:

Newroz: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Newroz 202721. März 2027SonntagKW 11
Newroz 202821. März 2028DienstagKW 12
Newroz 202921. März 2029MittwochKW 12
Newroz 203021. März 2030DonnerstagKW 12
Newroz 203121. März 2031FreitagKW 12

Der iranische Kalender beginnt das Jahr dagegen astronomisch. Fällt die Tagundnachtgleiche vor 12 Uhr Teheraner Zeit, ist derselbe Tag Neujahr, sonst der folgende. Deshalb beginnt das iranische Jahr mal am 20., mal am 21. März. Die Datumskarte auf dieser Seite nennt jeweils, wann Iran feiert.

Zur Tagundnachtgleiche überquert die Sonne den Himmelsäquator; Tag und Nacht dauern dann überall etwa zwölf Stunden. In Deutschland fällt dieser astronomische Frühlingsanfang bis mindestens 2035 stets auf den 20. März. Das kurdische Newroz folgt damit einen Tag danach. Die genauen Uhrzeiten nach mitteleuropäischer Zeit:

Frühlingsanfang 2026 bis 2035 (astronomisch, deutsche Zeit)
JahrDatumWochentagUhrzeit
202620. März 2026Freitag15:46 Uhr MEZ
202720. März 2027Samstag21:25 Uhr MEZ
202820. März 2028Montag03:17 Uhr MEZ
202920. März 2029Dienstag09:02 Uhr MEZ
203020. März 2030Mittwoch14:52 Uhr MEZ
203120. März 2031Donnerstag20:41 Uhr MEZ
203220. März 2032Samstag02:22 Uhr MEZ
203320. März 2033Sonntag08:23 Uhr MEZ
203420. März 2034Montag14:18 Uhr MEZ
203520. März 2035Dienstag20:03 Uhr MEZ

Herkunft und Bedeutung

Die Wurzeln des Festes reichen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 3.000 Jahre zurück, in die Zeit des Zoroastrismus. Heute feiern es Menschen in Iran, Afghanistan, Zentralasien, im Kaukasus und auf dem Balkan, unabhängig von ihrer Religion. Für Zoroastrier und Bahai ist Nouruz zugleich ein religiöser Feiertag; bei den Bahai endet damit ihre 19-tägige Fastenzeit.

Für viele Kurdinnen und Kurden ist Newroz ein Ausdruck ihrer kulturellen Identität. Dazu wird die Sage vom Schmied Kawa erzählt, der einen grausamen König besiegt haben soll. Feuer auf den Bergen sollen die Nachricht verbreitet haben. Zum Fest wünscht man sich auf Kurdisch „Newroz pîroz be“.

Bräuche: Frühjahrsputz, Haft Sin und Feuer

Vor dem Fest werden die Häuser gründlich geputzt; die Vereinten Nationen sprechen vom „Abschütteln des Staubs“ des alten Jahres. In Iran deckt man den Haft-Sin-Tisch mit sieben Dingen, deren persische Namen mit dem Laut S beginnen. Dazu gehören gekeimter Weizen, Äpfel, Knoblauch, Essig und Sumach, oft auch Samanu, ein süßer Brei aus gekeimtem Weizen.

Ergänzt wird der Tisch häufig um Münzen, Hyazinthen, einen Spiegel, Kerzen, bemalte Eier und ein Glas mit Goldfischen. Samanu kochen Familien nicht nur in Iran, sondern in den meisten Ländern, die Nouruz feiern.

Gekeimter Weizen in einer flachen Schale mit rotem Band neben Äpfeln und einer Hyazinthe
Gekeimter Weizen, Sabzeh genannt, steht auf dem iranischen Neujahrstisch für Wachstum. KI-generiert

Am Vorabend des letzten Mittwochs vor Neujahr springen Menschen in Iran beim Fest Tschahar Schanbe Suri über kleine Feuer. Manchmal ziehen dann verkleidete Kinder von Haus zu Haus, schlagen auf Töpfe und bekommen Süßigkeiten. Kurdische Familien entzünden zum Fest Feuer, tanzen und tragen festliche, oft farbenfrohe Kleidung. Am Festtag selbst ziehen viele hinaus in die Natur.

Typisch sind außerdem neue Kleider, Besuche bei Verwandten und Geschenke, besonders für Kinder. Vielerorts tragen Menschen Gedichte vor und musizieren gemeinsam.

In Iran dauern die Neujahrsferien 13 Tage. Am 13. Tag zieht es viele Familien zum Picknick ins Freie. Den gekeimten Weizen gibt man dann meist in fließendes Wasser.

Von Afghanistan bis zur Mongolei

Zu den regionalen Traditionen gehört das 40-tägige Tulpenfest zu Nouruz in der afghanischen Stadt Masar-e Scharif. Bei den Kasachen der Mongolei stehen die Menschen am 22. März früh auf, um die erste Sonne des neuen Jahres zu begrüßen. Dazu gehört eine besondere Neujahrssuppe. In Zentralasien gehören außerdem Musik, Tanz und Sportwettkämpfe zum Fest.

Offizieller Feiertag ist Nouruz unter anderem in Iran, Aserbaidschan, Kasachstan und Kirgisistan sowie in der Autonomen Region Kurdistan im Irak. In Aserbaidschan zählt Novruz zu den beliebtesten Festen des Jahres.

UNESCO-Kulturerbe und Tag der Vereinten Nationen

Die UNESCO nahm Nouruz 2009 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. 2016 erweiterte sie den Eintrag auf zwölf Staaten, darunter Afghanistan, Iran, Irak, Aserbaidschan, die Türkei und die Staaten Zentralasiens; 2024 kam die Mongolei hinzu. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte 2010 den 21. März zum Internationalen Tag des Nouruz.

Newroz in Deutschland

Ein gesetzlicher Feiertag ist Newroz in keinem Land. Zwei Länder berücksichtigen das Fest aber für Alevitinnen und Aleviten, die es als Nevruz begehen.

Das Bremer Feiertagsgesetz zählt „Nevruz und Andacht Hz. Ali“ am 21. März zu den religiösen Feiertagen der Aleviten (§ 8 Abs. 3). Beschäftigte erhalten dann Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, soweit betriebliche Notwendigkeiten nicht entgegenstehen (§ 9). Schülerinnen und Schüler haben an diesem Tag unterrichtsfrei (§ 10 Abs. 1). Mehr zum Land steht unter Feiertage Bremen.

Hamburg nennt Nevruz am 21. März in seinem Feiertagsgesetz ebenfalls als alevitischen Feiertag mit Recht auf Gottesdienstbesuch (§§ 3, 3a Feiertagsgesetz). Schülerinnen und Schüler werden dort auf Wunsch vom Unterricht befreit.

In den anderen Ländern beantragen Beschäftigte Urlaub und Eltern eine Beurlaubung. In manchen Jahren liegt der 21. März schon in den Osterferien einzelner Länder. Weitere Regeln erklärt der Ratgeber Religiöse Feiertage.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

  • Newroz

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Häufige Fragen

Warum beginnt das iranische Neujahr manchmal schon am 20. März?

Der iranische Kalender beginnt das Jahr mit der Tagundnachtgleiche. Fällt sie vor 12 Uhr Teheraner Zeit, ist schon dieser Tag Neujahr, sonst erst der folgende. Deshalb wechselt das Datum zwischen dem 20. und 21. März.

Ist Newroz ein religiöses Fest?

In erster Linie nicht: Es ist ein Neujahrs- und Frühlingsfest, das Menschen verschiedener Religionen feiern. Für Zoroastrier, Bahai und Aleviten hat es zusätzlich religiöse Bedeutung.

Was gehört auf den Haft-Sin-Tisch?

Sieben Dinge, deren persische Namen mit S beginnen, etwa gekeimter Weizen, Äpfel, Knoblauch, Essig und Sumach. Oft kommen Hyazinthen, Münzen und ein Spiegel dazu.

Haben alevitische Schüler an Newroz schulfrei?

In Bremen ja: Das Feiertagsgesetz gibt ihnen am 21. März unterrichtsfrei. In Hamburg werden sie auf Wunsch befreit, anderswo beantragen Eltern eine Beurlaubung bei der Schulleitung.

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