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Rosch Haschana: das jüdische Neujahrsfest mit Schofar und Honig

Der erste Tag von Rosch Haschana ist Samstag, 2. Oktober 2027; das jüdische Neujahrsfest beginnt am Abend davor und dauert zwei Tage. Mit ihm beginnen die zehn Tage der Umkehr, die mit Jom Kippur enden. Ein gesetzlicher Feiertag ist es in Deutschland nicht.

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Rosch Haschana

2

Oktober 2027

Samstag

bis 3. Oktober 2027 · Beginn am Vorabend

kein gesetzlicher Feiertag

in 365 Tagen

Apfelspalten und ein Schälchen Honig mit Honiglöffel auf einem weißen Tischtuch
KI-generiert

Der erste Tag von Rosch Haschana ist Samstag, 2. Oktober 2027. Das jüdische Neujahrsfest beginnt am Abend davor mit Sonnenuntergang und dauert zwei Tage, den 1. und 2. Tischri. Es eröffnet die zehn Tage der Umkehr, die mit dem Versöhnungstag Jom Kippur enden. Der Name bedeutet „Haupt des Jahres“ oder „Anfang des Jahres“.

Termine

Rosch Haschana liegt immer im September oder Anfang Oktober. Nach unserer Berechnung fällt der erste Festtag in diesem Jahrhundert frühestens auf den 5. September und spätestens auf den 5. Oktober. Ein Sonntag, Mittwoch oder Freitag ist er nach den Regeln des jüdischen Kalenders nie. Die Tabelle nennt den ersten Tag, der Vorabend liegt jeweils davor:

Rosch Haschana: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Rosch Haschana 20272. Oktober 2027SamstagKW 39
Rosch Haschana 202821. September 2028DonnerstagKW 38
Rosch Haschana 202910. September 2029MontagKW 37
Rosch Haschana 203028. September 2030SamstagKW 39
Rosch Haschana 203118. September 2031DonnerstagKW 38

Weil der jüdische Kalender berechnet wird, stehen die Termine viele Jahre im Voraus fest. Urlaub oder eine Freistellung lassen sich deshalb früh beantragen. Bremen veröffentlicht die Daten der jüdischen Feiertage zusätzlich im Amtsblatt der Freien Hansestadt Bremen.

Ein ernstes Neujahrsfest

Anders als der weltliche Jahreswechsel ist Rosch Haschana ein ernster Feiertag. Nach jüdischer Überlieferung legt der Mensch an diesem Tag Rechenschaft über sein Tun ab, daher auch der Name Jom ha-Din, Tag des Gerichts. Im Mittelpunkt stehen Selbstprüfung und der Vorsatz, sich zu bessern. In der Synagoge herrscht die Farbe Weiß vor.

In der Tora heißt der Tag Jom Terua, Tag des Schofarblasens (4. Buch Mose 29,1). Nach dem Talmud gilt er zugleich als Jahrestag der Erschaffung der Welt, von der aus der jüdische Kalender seine Jahre zählt. Bis zum Neujahrsfest liegt die jüdische Jahreszahl 3.760 Jahre über der christlichen, danach 3.761 Jahre.

Neujahr im siebten Monat

Ungewöhnlich ist die Lage im Kalender: Tischri ist der siebte Monat, denn die Monate werden vom Frühlingsmonat Nissan an gezählt. Die Jahreszahl wechselt dagegen im Herbst. Die Mischna nennt sogar vier Neujahrstage, den 1. Nissan, den 1. Elul, den 1. Tischri und den 15. Schwat.

Das große Neujahrsfest mit Gottesdiensten ist der 1. Tischri. Der 15. Schwat wird als Neujahrsfest der Bäume begangen, Tu Bischwat.

Das Schofar

Im Gottesdienst erklingt das Schofar, ein Widderhorn. Geblasen wird in festen Tonfolgen: ein langer Ton (Tekia), drei kürzere (Schewarim) und eine Reihe sehr kurzer Töne (Terua). Jede Folge wird dreimal wiederholt, den Schluss bildet ein besonders lang gehaltener Ton, die Tekia gedola. Fällt ein Festtag auf einen Schabbat, bleibt das Schofar an diesem Tag stumm.

Schofar aus Widderhorn auf einem weißen Leinentuch
Das Schofar ist ein Widderhorn. An Rosch Haschana wird es im Gottesdienst in festen Tonfolgen geblasen. KI-generiert

Gebete und das Buch des Lebens

Im Zusatzgebet Mussaf stehen drei Abschnitte im Mittelpunkt: Malchujot über das Königtum Gottes, Sichronot über das Gedenken und Schofarot mit Versen zum Schofar. Bekannt ist auch das Gebet Unetane Tokef. An Werktagen wird zudem das Bittgebet Awinu Malkenu gesprochen, „Unser Vater, unser König“.

Nach der Überlieferung wird der Mensch an Rosch Haschana für das neue Jahr in das Buch des Lebens eingeschrieben. An Jom Kippur wird das Urteil besiegelt. Daher stammt der Wunsch „Le-schana towa tikatewu“: Mögen Sie für ein gutes Jahr eingeschrieben werden. Bis Jom Kippur wünscht man sich „Gmar chatima towa“, eine gute Besiegelung.

Äpfel, Honig und runde Brote

Am Festabend wird eine Apfelscheibe in Honig getunkt, verbunden mit dem Wunsch, das neue Jahr möge gut und süß werden. Die Challa, das Festbrot, ist an Rosch Haschana rund und steht für den Kreislauf des Jahres. Man tunkt sie in Honig statt wie sonst in Salz. Verbreitet ist außerdem das Essen von Granatäpfeln.

Am Nachmittag des ersten Festtags gehen viele Gläubige an einen Fluss, einen See oder ans Meer. Bei diesem Brauch, Taschlich genannt, leeren sie ihre Taschen und bürsten die Kleidung aus. Das steht dafür, die Verfehlungen des vergangenen Jahres abzulegen. Ist der erste Tag ein Schabbat, findet Taschlich am zweiten Tag statt.

Zehn Tage bis Jom Kippur

Mit Rosch Haschana beginnen die zehn ehrfurchtsvollen Tage, hebräisch Jamim Noraim. Sie sind eine Zeit der Umkehr und enden am 10. Tischri mit Jom Kippur, dem Versöhnungstag. Fünf Tage danach beginnt das Laubhüttenfest Sukkot. Bis zum Ende der Festzeit vergehen vom Neujahrsfest an gut drei Wochen:

Die Herbstfeste im Monat Tischri
DatumFest
1. und 2. TischriRosch Haschana, Neujahrsfest
10. TischriJom Kippur, Versöhnungstag
ab 15. TischriSukkot, Laubhüttenfest
22. TischriSchemini Azeret, Schlussfest
23. TischriSimchat Tora, Fest der Gesetzesfreude (nur in der Diaspora als eigener Tag)

Vom Neujahrsfest bis Simchat Tora zählen das bayerische Feiertagsgesetz und die Berliner Schulvorschrift sieben volle Feiertage. Für jüdische Familien mit Schulkindern ist der Herbst damit die Zeit mit den meisten Festtagen.

Warum sich der Termin verschiebt

Der jüdische Kalender verbindet Mond- und Sonnenjahr. Ein gewöhnliches Jahr hat 353 bis 355 Tage, ein Schaltjahr mit zusätzlichem Monat Adar 383 bis 385 Tage. Nach einem Gemeinjahr liegt das nächste Neujahrsfest zehn bis zwölf Tage früher im Kalender, nach einem Schaltjahr knapp drei Wochen später.

Als einziges Fest wird Rosch Haschana auch in Israel zwei Tage gefeiert. Bei den übrigen Festen gibt es den zweiten Tag nur in der Diaspora. Beide Tage beginnen am Vorabend und enden nach Einbruch der Dunkelheit.

Arbeit: Freistellung nach Landesrecht

Ein gesetzlicher Feiertag ist Rosch Haschana nicht. Für das Neujahrsfest gibt es aber etwa in Nordrhein-Westfalen und Bayern ein ausdrückliches Recht, der Arbeit fernzubleiben:

  • Nordrhein-Westfalen: Jüdische Beamte und Arbeitnehmer dürfen an beiden Tagen von der Arbeit fernbleiben (§ 9 Abs. 3 FTG NW). Dasselbe gilt am Versöhnungstag.
  • Bayern: Jüdische Beschäftigte dürfen an beiden Tagen fehlen, außer bei Arbeiten, die auch an Feiertagen erlaubt oder für den Betrieb notwendig sind. Außer einem etwaigen Lohnausfall darf ihnen daraus kein Nachteil entstehen (Art. 6 BayFTG).

In Bremen und Berlin erhalten Beschäftigte Gelegenheit, den Gottesdienst zu besuchen, wenn der Betrieb es zulässt (§ 9 des Bremer Feiertagsgesetzes, § 2 Feiertagsgesetz Berlin). Sonst bleibt der Urlaubsantrag: Ihr Arbeitgeber muss den Wunsch nach § 7 Abs. 1 BUrlG berücksichtigen, wenn keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen. Tarif- oder Arbeitsverträge können Abweichendes regeln.

Auch die Gottesdienste sind geschützt. In Nordrhein-Westfalen gelten in der Nähe von Synagogen während des Hauptgottesdienstes besondere Schutzvorschriften (§ 9 Abs. 1 FTG NW). Bayern untersagt dort vermeidbaren Lärm, öffentliche Versammlungen und Umzüge, in der Regel von 7 bis 11 Uhr.

Schule

Jüdische Schülerinnen und Schüler haben in Bayern an beiden Tagen unterrichtsfrei (Art. 6 Abs. 4 BayFTG), in Bremen ebenso (§ 10). Berlin führt beide Tage in seiner Liste unterrichtsfreier Feiertage für Schülerinnen und Schüler jüdischen Glaubens. In anderen Ländern beantragen Eltern die Befreiung in der Regel bei der Schulleitung.

Weil das Fest kurz nach den Sommerferien liegt, fällt es oft in die ersten Schulwochen. Schulen können die Termine bei Klassenarbeiten, Ausflügen und Elternabenden früh berücksichtigen. In manchen Jahren rückt es nah an den Tag der Deutschen Einheit oder an die Herbstferien. Einen Überblick über alle Religionen gibt der Ratgeber Religiöse Feiertage.

Grüße zum Neujahrsfest

Der übliche Gruß lautet „Schana Towa“, ein gutes Jahr. Ausführlicher wünscht man „Schana towa u-metuka“, ein gutes und süßes Jahr. In aschkenasischer Aussprache klingt der Gruß wie „Schono tauwo“.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Rosch Haschana nach Jahren

Häufige Fragen

Wird Rosch Haschana auch in Israel zwei Tage gefeiert?

Ja. Als einziges jüdisches Fest dauert Rosch Haschana auch in Israel zwei Tage. Bei den übrigen Festen gibt es den zweiten Tag nur außerhalb Israels.

Was bedeutet „Schana Towa“?

„Ein gutes Jahr“. Ausführlicher lautet der Neujahrsgruß „Schana towa u-metuka“, ein gutes und süßes Jahr.

Warum isst man an Rosch Haschana Äpfel mit Honig?

Der in Honig getunkte Apfel drückt den Wunsch aus, dass das neue Jahr gut und süß wird. Auch die runde Challa wird an diesem Fest in Honig statt in Salz getunkt.

Wird das Schofar auch am Schabbat geblasen?

Nein. Fällt ein Tag von Rosch Haschana auf einen Samstag, bleibt das Schofar an diesem Tag stumm und erklingt nur am anderen Festtag.

Dürfen jüdische Beschäftigte an Rosch Haschana der Arbeit fernbleiben?

In Nordrhein-Westfalen und Bayern ja, an beiden Tagen (§ 9 FTG NW, Art. 6 BayFTG). In den übrigen Ländern ist in der Regel ein Urlaubstag nötig.

Passt dazu

  • Anlässe Jom Kippur

    Versöhnungstag: Termine, Fasten, Bedeutung.

  • Anlässe Chanukka

    Jüdisches Lichterfest: Termine, Bräuche, Grüße.

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    Jüdisches Losfest: Termin und Bräuche.

  • Planen Stundenplan

    Zum Ausfüllen und Ausdrucken.