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Zuckerfest (Ramadanfest): Termine, Bräuche und Regeln

Das Zuckerfest beginnt voraussichtlich am Dienstag, 9. März 2027 und dauert drei Tage. Es beendet den Fastenmonat Ramadan und heißt auch Ramadanfest, arabisch Eid al-Fitr, türkisch Ramazan Bayramı. Gesetzlicher Feiertag ist es nicht, Berlin, Hamburg und Bremen sichern aber besondere Rechte.

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Zuckerfest

9

März 2027

Dienstag

bis 11. März 2027 · voraussichtlich

kein gesetzlicher Feiertag

in 158 Tagen

Frisch gebackene Baklava in Rauten geschnitten auf einem Backblech, mit Pistazien bestreut, daneben ein Kännchen Sirup
KI-generiert

Das Zuckerfest beginnt voraussichtlich am Dienstag, 9. März 2027. Mit ihm endet der Fastenmonat Ramadan: Das Fest fällt auf den ersten Tag des Folgemonats Schawwal und dauert drei Tage. Musliminnen und Muslime nennen es auch Fest des Fastenbrechens, arabisch Eid al-Fitr, türkisch Ramazan Bayramı. In Deutschland ist es kein gesetzlicher Feiertag.

Termine des Zuckerfests

Die Tabelle nennt den ersten Festtag. Die Daten folgen dem berechneten Kalender der großen islamischen Verbände und sind voraussichtlich. Gemeinden, die auf die Sichtung der Mondsichel warten, feiern mitunter einen Tag später.

Zuckerfest: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Zuckerfest 20279. März 2027DienstagKW 10
Zuckerfest 202826. Februar 2028SamstagKW 8
Zuckerfest 202914. Februar 2029MittwochKW 7
Zuckerfest 20304. Februar 2030MontagKW 6
Zuckerfest 203124. Januar 2031FreitagKW 4

Ein islamischer Monat hat höchstens 30 Tage. Ist die neue Mondsichel nach dem 29. Fastentag noch nicht zu erwarten, dauert der Ramadan 30 Tage und das Fest beginnt einen Tag später. Wie der Fastenmonat abläuft, zeigt die Seite Ramadan.

Wer den Festtag festlegt

Die großen Verbände im Koordinationsrat der Muslime berechnen den Festtermin seit 2008 gemeinsam. Der Hamburger Vertrag mit den islamischen Gemeinschaften hält fest, dass diese die Daten vorher bestimmen und bekannt geben. In Bremen veröffentlicht die Senatskanzlei die Termine im Amtsblatt. Die Berliner Schulverwaltung führt sie als voraussichtlich und meldet spätere Änderungen.

Warum es Zuckerfest heißt

Der Name kommt aus dem Türkischen: Neben Ramazan Bayramı ist dort Şeker Bayramı gebräuchlich, wörtlich Zuckerfest. Er erinnert an die Süßigkeiten, die Kinder an den Festtagen traditionell geschenkt bekommen. In Gesetzen und Verträgen, etwa in Hamburg und Bremen, heißt es Ramadanfest.

Im Arabischen trägt das Fest auch den Namen kleines Fest. Höher steht nur das Opferfest, das gut zwei Monate später folgt und als wichtigstes Fest im Islam gilt. Das Ramadanfest steht an zweiter Stelle.

Ein Fest, viele Namen
SpracheNameBedeutung
DeutschZuckerfest, Ramadanfest, Fest des FastenbrechensFest am Ende des Fastenmonats
ArabischEid al-Fitr, auch al-Eid as-saghirFest des Fastenbrechens, kleines Fest
TürkischRamazan Bayramı, Şeker BayramıRamadanfest, Zuckerfest

So wird das Zuckerfest gefeiert

Der erste Festtag beginnt mit dem gemeinsamen Festgebet am Morgen in der Moschee, etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang. Danach kommen Familien und Freunde zusammen, Kinder werden beschenkt und ältere Verwandte besucht. Die drei Festtage nutzen viele für Besuche in der engen und weiteren Familie. Dazu gehören Gebäck, Süßigkeiten und oft neue oder besonders schöne Kleidung.

In türkischen Familien küssen Kinder älteren Verwandten zur Begrüßung die Hand. Manche Ältere schenken ihnen dafür Süßigkeiten oder ein kleines Taschengeld. Verbreitet ist auch, sich an den Festtagen gegenseitig um Verzeihung zu bitten.

Das Festgebet

Für das Festgebet kommen Männer und Frauen in besonders schöner Kleidung in die Moschee, in vielen Ländern auch auf große Gebetsplätze unter freiem Himmel. Einen Gebetsruf gibt es dabei nicht. Bis zum Beginn sprechen die Versammelten gemeinsam Lobpreisungen Gottes, die Takbir-Rufe. Auf das Gebet aus zwei Gebetseinheiten folgt eine Predigt.

Süßes für den Festtisch

Schon in den letzten Ramadantagen kaufen oder backen viele Familien Süßigkeiten und Gebäck für die Gäste. Verteilt werden zum Beispiel Lokum und andere Süßwaren, in Ägypten und Jordanien gehört ein besonderer Festkuchen dazu, der Kaʿk al-ʿĪd. Was gereicht wird, unterscheidet sich von Land zu Land und von Familie zu Familie.

Eine Gabe für Bedürftige

Spätestens vor dem Festgebet geben Musliminnen und Muslime eine Abgabe für Arme, die Zakat al-Fitr. Traditionell bemisst sie sich an einem Hohlmaß Grundnahrungsmittel wie Getreide, Datteln oder Reis. In westlichen Ländern sammeln viele Gemeinden stattdessen einen Geldbetrag je Person und leiten ihn an Bedürftige weiter.

Das Fest ist so traditionell mit Spenden verbunden, wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Grußwort zum Fest im März 2026 betonte. Auch der Bundeskanzler grüßte 2026 zum Beginn des Ramadan. Beide Texte veröffentlichte die Deutsche Islam Konferenz.

Gäste aus der Nachbarschaft

Der erste Festtag gehört vor allem der Familie. Viele Moscheegemeinden und Familien laden zum Fest aber auch ihre Nachbarschaft ein. Der Bundespräsident nannte das in seinem Grußwort eine großzügige Geste und den Ramadan ein „auch in Deutschland beheimatetes Fest“. Wer eingeladen ist, kann zum Festtag einfach „Eid Mubarak“ oder „Ein gesegnetes Fest“ wünschen.

Gebügeltes weißes Kinderhemd mit Fliege und ein gefaltetes hellblaues Festtagskleid auf einer hellen Bettdecke im Morgenlicht
Zum Festgebet und zu den Besuchen tragen viele besonders schöne oder neue Kleidung. KI-generiert

Arbeit: kein Feiertag, aber Sonderregeln

In vielen islamisch geprägten Ländern sind an den Festtagen Schulen, Behörden und Banken geschlossen. In Deutschland gibt es dagegen kein bundesweites Recht auf einen freien Tag. Drei Länder nennen das Fest aber ausdrücklich in ihren Feiertagsgesetzen oder Verträgen:

Zuckerfest im Landesrecht
LandBeschäftigteSchule
BerlinGelegenheit zum Besuch religiöser Veranstaltungen, soweit keine unabweisbaren betrieblichen Notwendigkeiten entgegenstehen (§ 2 FeiertG)Ein unterrichtsfreier Tag, den eine Verwaltungsvorschrift der Senatsverwaltung festlegt
HamburgEiner der ersten beiden Festtage ist religiöser Feiertag mit Recht auf Gottesdienstbesuch, der laut Vertrag den ganzen Tag umfasst (§ 3a FeiertG)Befreiung vom Unterricht auf Wunsch
BremenAlle drei Festtage sind geschützt, Gelegenheit zum Gottesdienst an einem davon (§§ 8, 9 FeiertG)Ein Tag unterrichtsfrei, den die Bildungssenatorin bestimmt (§ 10)

Bemerkenswert ist die Hamburger Lösung. In einer Protokollerklärung zum Vertrag mit DITIB, SCHURA und dem Verband der Islamischen Kulturzentren heißt es, das Ramadanfest sei ganztägig gottesdienstlich geprägt. Gemeint ist nicht nur das Morgengebet, sondern der ganze Festtag mit seinen festen Abläufen. Er gilt deshalb insgesamt als Gottesdienst im Sinne des Feiertagsgesetzes.

Einen Anspruch auf Lohnfortzahlung nennen diese Vorschriften nicht. In allen anderen Ländern bleibt der Urlaubsantrag. Der Arbeitgeber muss den Wunsch berücksichtigen, wenn keine dringenden betrieblichen Belange entgegenstehen (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Tarif- und Arbeitsverträge können mehr regeln.

Planen mit einem beweglichen Fest

Der Wochentag des ersten Festtags entscheidet, wie viel Urlaub nötig ist. Diesmal ist es ein Dienstag; die Wochentage der Folgejahre zeigt die Tabelle oben. Wer in einer Gemeinde feiert, die einen Tag später beginnt, sollte das beim Urlaubsantrag gleich angeben.

Teams, Vereine und Schulen legen Prüfungen und Feiern am besten nicht auf den ersten Festtag. Im Schichtdienst hilft oft ein Tausch mit Kolleginnen oder Kollegen, die an anderen Festtagen frei haben möchten.

Schule: unterrichtsfreie Tage

In Berlin steht der unterrichtsfreie Tag in einer Verwaltungsvorschrift der Senatsverwaltung für Bildung. Wer das Fest einen Tag später begeht, beantragt die Beurlaubung schriftlich bei der Schulleitung. Bremen gibt Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender Schulen sowie der Fach- und Berufsfachschulen frei, Berufsschüler werden auf Antrag befreit.

Bremen erlaubt der Bildungssenatorin außerdem, an weiteren Tagen vom Unterricht zu befreien (§ 10 Abs. 2). In Bayern verpflichtet § 20 Abs. 3 der Schulordnung die Schulen, ausreichend Gelegenheit zur Erfüllung religiöser Pflichten zu geben. In den übrigen Ländern regeln Schulgesetze und Erlasse die Beurlaubung; den Antrag reichen Eltern rechtzeitig vor dem Fest bei der Schule ein. Fällt das Fest in die Ferien, erübrigt sich der Antrag; die Termine zeigt die Übersicht Schulferien.

Grüße zum Zuckerfest

Weltweit verbreitet ist der arabische Gruß „Eid Mubarak“, gesegnetes Fest; der Koordinationsrat der Muslime schreibt „Îd mubarak“. Auf Türkisch wünscht man „Bayramınız mübarek olsun“ oder kurz „İyi bayramlar“, schöne Festtage. Auf Deutsch passt „Ein gesegnetes Fest“ oder „Frohes Fest“.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Zuckerfest nach Jahren

Häufige Fragen

Warum heißt das Ramadanfest auch Zuckerfest?

Der Name stammt aus dem Türkischen, wo das Fest auch Şeker Bayramı heißt. Er erinnert an die Süßigkeiten, die Kinder an den Festtagen traditionell geschenkt bekommen.

Wie viele Tage dauert das Zuckerfest?

Gefeiert wird drei Tage lang, beginnend voraussichtlich am Dienstag, 9. März 2027. Höhepunkt ist der erste Tag mit dem Festgebet am Morgen.

Was wünscht man Muslimen zum Zuckerfest?

Weltweit verbreitet ist „Eid Mubarak“, gesegnetes Fest. Türkischsprachige sagen „Bayramınız mübarek olsun“; auf Deutsch passt „Ein gesegnetes Fest“.

Bekommen muslimische Kinder zum Zuckerfest schulfrei?

In Berlin und Bremen ist ein Festtag unterrichtsfrei, in Hamburg gibt es auf Wunsch eine Befreiung. In den anderen Ländern stellen Eltern einen Antrag auf Beurlaubung bei der Schule.

Muss man am Zuckerfest arbeiten?

Grundsätzlich ja, denn das Fest ist kein gesetzlicher Feiertag. In Berlin, Hamburg und Bremen gibt es Gelegenheit zum Gottesdienst; wer ganz frei haben möchte, beantragt Urlaub.

Passt dazu

  • Anlässe Opferfest

    Höchstes islamisches Fest: Termine, Bedeutung, Freistellung.

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    Jüdisches Fest der Befreiung: Termine, Seder, Bräuche.

  • Planen Religiöse Feiertage

    Feste anderer Religionen und Freistellung.