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Orthodoxes Ostern: Termine und Bräuche der Ostkirchen
Orthodoxe Christen feiern Ostern als Nächstes am Sonntag, 2. Mai 2027, im Jahr darauf am Sonntag, 16. April 2028. Die Ostkirchen berechnen das Fest mit dem julianischen Kalender. Deshalb liegt es am selben Sonntag wie im Westen oder bis zu fünf Wochen später.
Orthodoxes Ostern
2
Mai 2027
Sonntag
kein gesetzlicher Feiertag
in 212 Tagen

Orthodoxe Christen feiern Ostern als Nächstes am Sonntag, 2. Mai 2027. Für die Ostkirchen ist die Auferstehung Christi das höchste Fest des Jahres. Sie bestimmen seinen Termin nach derselben Grundregel wie die westlichen Kirchen, rechnen aber mit dem julianischen Kalender. Im Jahr darauf fällt das orthodoxe Osterfest auf Sonntag, 16. April 2028.
Die nächsten orthodoxen Ostertermine
Die Tabelle nennt den orthodoxen Ostersonntag der kommenden Jahre mit Kalenderwoche. Eigene Seiten mit Ferien, Arbeitstagen und Besonderheiten gibt es für 2027, 2028, 2029 und 2030.
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Orthodoxes Ostern 2027 | 2. Mai 2027 | Sonntag | KW 17 |
| Orthodoxes Ostern 2028 | 16. April 2028 | Sonntag | KW 15 |
| Orthodoxes Ostern 2029 | 8. April 2029 | Sonntag | KW 14 |
| Orthodoxes Ostern 2030 | 28. April 2030 | Sonntag | KW 17 |
| Orthodoxes Ostern 2031 | 13. April 2031 | Sonntag | KW 15 |
Zum Vergleich der Ostersonntag der evangelischen und katholischen Kirche in denselben Jahren. Bräuche und gesetzliche Feiertage des westlichen Festes erklärt die Seite Ostern.
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Ostern 2027 | 28. März 2027 | Sonntag | KW 12 |
| Ostern 2028 | 16. April 2028 | Sonntag | KW 15 |
| Ostern 2029 | 1. April 2029 | Sonntag | KW 13 |
| Ostern 2030 | 21. April 2030 | Sonntag | KW 16 |
| Ostern 2031 | 13. April 2031 | Sonntag | KW 15 |
Zwei Kalender, 13 Tage Abstand
Bis 1582 rechneten alle Kirchen mit dem julianischen Kalender. Er setzt das Jahr mit 365,25 Tagen an und ist damit gut elf Minuten zu lang. Papst Gregor XIII. ließ deshalb im Oktober 1582 zehn Tage ausfallen und änderte die Schaltregel. Die orthodoxen Kirchen übernahmen diese Reform nicht.
Seither bleibt der julianische Kalender langsam zurück. Er fügt in jedem vierten Jahr einen Schalttag ein, der gregorianische lässt ihn in vollen Jahrhunderten aus, die nicht durch 400 teilbar sind. Seit März 1900 beträgt der Abstand 13 Tage. Ab März 2100 sind es nach unserer Berechnung 14 Tage.
Viele orthodoxe Kirchen feiern ihre festen Feiertage inzwischen nach dem neujulianischen Kalender, der bis 2800 mit dem gregorianischen übereinstimmt. Für Ostern gilt das nicht: Fast alle Ostkirchen berechnen das Fest weiter julianisch. Bekannteste Ausnahme ist die orthodoxe Kirche Finnlands, die Ostern gemeinsam mit den westlichen Kirchen begeht.
Warum die Termine auseinanderliegen
Seit dem Jahr 325, dem Konzil von Nicäa, gilt: Ostern ist der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Als Frühlingsbeginn setzen beide Kirchen den 21. März an. Im julianischen Kalender entspricht dieser Tag aber unserem 3. April. Ein Vollmond zwischen dem 21. März und dem 2. April zählt deshalb nur im Westen.
Liegt der westliche Ostervollmond in diesem Fenster, warten die Ostkirchen auf den nächsten Vollmond. Ihr Osterfest liegt dann vier oder fünf Wochen hinter dem westlichen. In den übrigen Jahren nutzen beide Kirchen denselben Mondumlauf, lesen ihn aber aus verschiedenen Tabellen ab. Die julianische Tabelle setzt den Vollmond nach unserer Berechnung derzeit vier oder fünf Tage später an als die gregorianische.
Ob daraus ein gemeinsames Fest wird, entscheidet der Wochentag. Fällt der westliche Rechenvollmond auf einen Sonntag oder Montag, liegt auch der orthodoxe noch vor dem nächsten Sonntag; beide Kirchen feiern gemeinsam. Fällt er auf einen Mittwoch oder später in der Woche, rückt das orthodoxe Fest um sieben Tage nach hinten.
| Orthodoxes Ostern liegt … | Zahl der Jahre |
|---|---|
| am selben Sonntag | 57 |
| eine Woche später | 91 |
| vier Wochen später | 9 |
| fünf Wochen später | 43 |
Früher als im Westen liegt das orthodoxe Osterfest in diesem Zeitraum nie. Sein frühester möglicher Termin ist nach unserem Kalender der 4. April, der späteste der 8. Mai.
Gemeinsame Ostertermine
Zuletzt fiel Ostern am 20. April 2025 in allen Kirchen auf denselben Sonntag. Gemeinsam feiern die Kirchen danach wieder am 16. April 2028, am 13. April 2031 und am 9. April 2034. 2037 und 2038 folgen zwei gemeinsame Jahre hintereinander, 2038 sogar am 25. April, dem spätesten möglichen westlichen Termin.
Eine Konsultation des Ökumenischen Rates der Kirchen schlug 1997 in Aleppo vor, Frühlingsanfang und Vollmond astronomisch genau zu bestimmen. Maßstab sollte der Meridian von Jerusalem sein. Die Unterschiede beruhten auf Kalendern und Mondtafeln, nicht auf Glaubensfragen, hielten die Teilnehmer fest. Umgesetzt ist der Vorschlag bislang nicht, einen festen gemeinsamen Ostertermin gibt es deshalb nicht.
Fastenzeit und Große Woche
Die orthodoxe Fastenzeit beginnt am Reinen Montag, 48 Tage vor dem Osterfest. Das ist derselbe Abstand wie zwischen Rosenmontag und westlichem Ostersonntag. Fallen beide Ostertermine zusammen, beginnt die orthodoxe Fastenzeit also am Rosenmontag. Auf dem Speiseplan stehen dann traditionell weder Fleisch noch Eier oder Milchprodukte.
Die Woche vor Ostern heißt in den Ostkirchen Große Woche; ihre Tage tragen den Beinamen „groß“, etwa Großer Donnerstag und Großer Freitag. Die Auferstehungsfeier beginnt in der Nacht zum Sonntag. In griechischen Gemeinden erlöschen um Mitternacht alle Lichter bis auf eine Kerze. Von ihr aus wird die Flamme an alle Anwesenden weitergereicht.

Der Ostergruß in vielen Sprachen
Von der Osternacht an grüßen sich orthodoxe Christen mit einem festen Wechselruf: Der eine verkündet die Auferstehung, der andere bestätigt sie. In Russland und Serbien gehört vielerorts ein dreifacher Wangenkuss dazu. Die Formeln in den großen orthodoxen Sprachen:
| Sprache | Gruß | Antwort |
|---|---|---|
| Griechisch | Christos anesti! | Alithos anesti! |
| Kirchenslawisch und Russisch | Christos voskrese! | Voistinu voskrese! |
| Serbisch | Hristos vaskrse! | Vaistinu vaskrse! |
| Rumänisch | Hristos a înviat! | Adevărat a înviat! |
| Bulgarisch | Hristos voskrese! | Vo istina voskrese! |
| Georgisch | Kriste aghsdga! | Cheshmaritad aghsdga! |
Osterbräuche der orthodoxen Traditionen
In den orthodoxen Kirchen werden Ostereier traditionell rot gefärbt; die Farbe steht für das Blut Christi. Weit verbreitet ist das Eierpecken: Wer sich begegnet, schlägt die Eier aneinander, oft verbunden mit dem Ostergruß. Daneben hat jede Tradition eigene Speisen.
- Griechisch: Die Eier werden traditionell am Großen Donnerstag gefärbt. Zum Fest gibt es den Hefekranz Tsoureki, oft mit einem roten Ei in der Mitte. Nach der Auferstehungsfeier essen viele Familien die Suppe Majiritsa, am Ostersonntag wird Lamm gegrillt.
- Russisch: Typisch sind der Kulitsch, ein hohes, rundes Osterbrot mit Zuckerguss, und die Pas’cha, eine Süßspeise aus Quark. Beides bringen viele Gläubige mit gefärbten Eiern zur Speisensegnung in die Kirche, meist am Großen Samstag.
- Serbisch: Auch hier gehören gefärbte Eier und das Eierpecken zum Ostersonntag, begleitet vom Gruß „Hristos vaskrse“.
- Bulgarisch und rumänisch: In Bulgarien kommt zu Ostern der süße Hefekuchen Kozunak auf den Tisch. In Rumänien heißt er Cozonac und wird zu mehreren Festen gebacken. Eierpecken ist in beiden Ländern verbreitet.
Orthodoxe Gemeinden in Deutschland
Nach Angaben des Portals konfessionskunde.de leben in Deutschland etwa zwei Millionen orthodoxe Christen in acht Diözesen. Der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst REMID kommt für 2024 auf rund 1,6 Millionen Angehörige orthodoxer und orientalischer Kirchen. Die größten Gruppen bilden nach REMID serbisch-, rumänisch-, griechisch- und russisch-orthodoxe Gläubige mit je 250.000 bis 310.000 Mitgliedern.
Eine erste größere Gruppe orthodoxer Zuwanderer kam nach der russischen Oktoberrevolution 1917. Mit der Anwerbung von Gastarbeitern kamen in den 1960er-Jahren vor allem Griechen und Serben dazu. Seit 2010 arbeiten die Diözesen in der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland zusammen.
Arbeit und Schule nach Landesrecht
Ein gesetzlicher Feiertag ist das orthodoxe Osterfest in keinem Land. Fällt es mit dem westlichen zusammen, sind Karfreitag und Ostermontag ohnehin für alle Beschäftigten frei. In allen anderen Jahren sind Großer Freitag und orthodoxer Ostermontag gewöhnliche Arbeitstage. Der Ostersonntag ist als Sonntag für die meisten frei.
Berlin zählt die Feiertage der christlichen Kirchen zu den religiösen Feiertagen. Beschäftigte und Auszubildende erhalten dort Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, wenn keine unabweisbaren betrieblichen Notwendigkeiten entgegenstehen (§ 2 Gesetz über die Sonn- und Feiertage). Einen bezahlten freien Tag sieht das Gesetz nicht vor.
Für einen ganzen freien Tag bleibt der Urlaubsantrag. Der Arbeitgeber darf Ihren Wunschtermin nur ablehnen, wenn dringende betriebliche Belange oder sozial vorrangige Urlaubswünsche von Kollegen dagegen sprechen (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Tarif- und Arbeitsverträge können abweichen. Tipps gibt der Ratgeber Feiertage und Urlaub.
Schülerinnen und Schüler können für die Feiertage eine Beurlaubung beantragen; Einzelheiten regeln die Schulgesetze der Länder. Weil das orthodoxe Fest häufig nur eine Woche nach dem westlichen liegt, fällt die Große Woche oft noch in die Osterferien. Einen Überblick über die Feste aller Religionen gibt der Ratgeber Religiöse Feiertage.
Quellen
- Ökumenischer Rat der Kirchen: Towards a Common Date for Easter (Aleppo 1997)
- Ökumenisches Heiligenlexikon: Ostern – julianischer Kalender, griechische Osternacht
- Orthodox Church in America: Paschal Greetings
- konfessionskunde.de: Orthodoxe Kirche
- REMID: Mitgliederzahlen orthodoxer, orientalischer und unierter Kirchen
- Berlin: Gesetz über die Sonn- und Feiertage
- § 7 BUrlG – Zeitpunkt des Urlaubs
- Wikipedia: Osterdatum – ergänzend
- Wikipedia: Kulitsch, Tsoureki, Cozonac und Easter egg – ergänzend zu den Bräuchen
Weitere religiöse Feste
Islam
Judentum
Orthodoxe Kirchen
- Orthodoxes Ostern
- Orthodoxe Weihnachten
Hinduismus
Buddhismus
Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)
Orthodoxes Ostern nach Jahren
Häufige Fragen
Kann das orthodoxe Osterfest vor dem westlichen liegen?
Nicht in den Jahren 1900 bis 2099. Nach unserer Berechnung fällt es in diesem Zeitraum immer auf denselben Sonntag oder liegt 7, 28 oder 35 Tage dahinter.
Warum liegen manchmal fünf Wochen zwischen den beiden Osterfesten?
Der Frühlingsbeginn am 21. März entspricht im julianischen Kalender unserem 3. April. Liegt der westliche Ostervollmond davor, zählt für die Ostkirchen erst der nächste Vollmond, und ihr Fest rückt um vier oder fünf Wochen nach hinten.
Welche orthodoxe Kirche feiert Ostern nach dem westlichen Termin?
Vor allem die orthodoxe Kirche Finnlands. Sie hat 1921 den gregorianischen Kalender übernommen und feiert Ostern mit den evangelischen und katholischen Christen.
Ist der orthodoxe Karfreitag in Deutschland arbeitsfrei?
Nur wenn er mit dem westlichen Karfreitag zusammenfällt, der bundesweit gesetzlicher Feiertag ist. Liegt das orthodoxe Ostern später, ist der Große Freitag ein normaler Arbeitstag; dann hilft ein Urlaubsantrag.
Wie lautet der orthodoxe Ostergruß auf Griechisch?
„Christos anesti“ – Christus ist auferstanden. Die Antwort heißt „Alithos anesti“, er ist wahrhaftig auferstanden.
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