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Ramadan: Termine, Bedeutung und Fasten in Deutschland

Der Ramadan beginnt voraussichtlich am Montag, 8. Februar 2027 und dauert 29 oder 30 Tage. Gefastet wird vom ersten Morgenlicht bis zum Sonnenuntergang, am Ende steht das Zuckerfest. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Fastenmonat in Deutschland nicht.

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Ramadan

8

Februar 2027

Montag

bis 8. März 2027 · voraussichtlich

kein gesetzlicher Feiertag

in 129 Tagen

Niedriger runder Tisch mit Fladenbrot, Oliven, Schafskäse und einer Wasserkaraffe, ringsum Sitzkissen, Abendlicht fällt durch das Fenster
KI-generiert

Der Ramadan beginnt voraussichtlich am Montag, 8. Februar 2027. Im neunten Monat des islamischen Kalenders fasten Musliminnen und Muslime tagsüber, vom ersten Morgenlicht bis zum Sonnenuntergang. Der Monat hat 29 oder 30 Tage und endet mit dem Zuckerfest. In Deutschland ist der Ramadan kein gesetzlicher Feiertag.

Betroffen sind viele Menschen. Nach einer Hochrechnung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge lebten 2025 in Deutschland 6,6 bis 7,0 Millionen Musliminnen und Muslime. Erfasst sind dabei Menschen mit Einwanderungsgeschichte aus islamisch geprägten Ländern. Für Familien, Betriebe und Schulen lohnt deshalb ein Blick auf Termine und Regeln.

Wann ist Ramadan? Die nächsten Termine

Die Tabelle nennt jeweils den ersten Fastentag. Die Daten stammen aus den Kalendern der islamischen Verbände und gelten als voraussichtlich. Je nach Mondsichtung kann der Beginn in einzelnen Gemeinden einen Tag später liegen.

Ramadan: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Ramadan 20278. Februar 2027MontagKW 6
Ramadan 202828. Januar 2028FreitagKW 4
Ramadan 202916. Januar 2029DienstagKW 3
Ramadan 20305. Januar 2030SamstagKW 1
Ramadan 203026. Dezember 2030DonnerstagKW 52

Das Ende des Fastenmonats und die drei Festtage danach stehen auf der Seite Zuckerfest. Gut zwei Monate nach diesem Fest folgt das Opferfest, das höchste Fest im Islam.

Warum der Ramadan jedes Jahr früher beginnt

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Seine zwölf Monate haben 29 oder 30 Tage, ein Jahr ist damit rund elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Der Ramadan rückt deshalb in unserem Kalender jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn. Rechnerisch wandert er so in gut 33 Jahren einmal durch alle Jahreszeiten.

Gezählt werden die Jahre ab der Hidschra, der Auswanderung des Propheten Mohammed nach Medina im Jahr 622. Weil der Fastenmonat durch das Sonnenjahr wandert, beginnt er manchmal zweimal im selben Kalenderjahr. Das geschieht, wenn der erste Ramadan schon in den ersten Januartagen liegt.

Berechnung oder Mondsichtung

Traditionell beginnt ein Monat, sobald nach Neumond die erste schmale Mondsichel zu sehen ist. Die großen Verbände im Koordinationsrat der Muslime einigten sich 2008 erstmals auf einen gemeinsamen, berechneten Ramadankalender. Danach beginnt der Monat, sobald die Sichel nach der Rechnung irgendwo auf der Welt frühestens sichtbar sein kann. Die Grundlage dafür hatte die Organisation der Islamischen Konferenz schon 1978 erarbeitet.

Weil die Termine berechnet sind, stehen sie schon Jahre im Voraus fest. Manche Gemeinden warten dagegen die tatsächliche Sichtung ab, ihr Ramadan kann dann einen Tag später beginnen. Verbindlich ist die Ankündigung der eigenen Gemeinde.

Fasten vom ersten Morgenlicht bis Sonnenuntergang

Das Fasten im Ramadan zählt zu den fünf Säulen des Islam. Täglich zwischen erstem Morgenlicht und Sonnenuntergang verzichten Gläubige auf Essen, Trinken und Genussmittel. Ganz oder teilweise ausgenommen sind unter anderem Kranke und Reisende. Das Fasten soll helfen, weltliche Wünsche zugunsten der Hingabe an Gott zurückzustellen.

Sahur und Iftar

Vor der Morgendämmerung nehmen viele Fastende noch eine Mahlzeit zu sich, den Sahur. Nach Sonnenuntergang folgt der Iftar, arabisch für Fastenbrechen, meist in der Familie oder bei Freunden. Viele Moscheegemeinden laden in diesen Wochen zum Iftar ein, ausdrücklich auch Gäste anderer Religionen. Wer eine solche Einladung annimmt, erlebt den Abend, auf den sich der ganze Fastentag ausrichtet.

Tarawih und die Nacht der Bestimmung

Nur im Ramadan wird abends in der Moschee das Tarawih-Gebet verrichtet. In der Nacht zum 27. Ramadan gedenken Musliminnen und Muslime der ersten Offenbarung des Korans. Diese Nacht der Bestimmung heißt arabisch Lailat al-Qadr, türkisch Kadir Gecesi. Der Koran nennt sie besser als tausend Monate (Sure 97).

Im Kalender der türkischen Religionsbehörde Diyanet steht die Kadir-Nacht deshalb am Abend des 26. Ramadan. Weil die genaue Nacht nicht sicher überliefert ist, begehen manche Gläubige auch andere ungerade Nächte der letzten zehn Ramadantage besonders.

Fastenzeiten in Deutschland

Wie lange ein Fastentag dauert, hängt in Deutschland stark von der Jahreszeit ab. Am kürzesten Tag des Jahres geht die Sonne in Berlin um 8.15 Uhr auf und um 15.54 Uhr unter. Am längsten Tag liegen zwischen Sonnenaufgang um 4.43 Uhr und Sonnenuntergang um 21.33 Uhr fast 17 Stunden.

Gefastet wird aber schon ab dem ersten Morgenlicht, also mit der Dämmerung vor Sonnenaufgang. Im Winter beginnt die astronomische Morgendämmerung in Berlin rund zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Zwischen Mitte Mai und Ende Juli endet die Dämmerung dort nachts gar nicht, weil die Sonne nie 18 Grad unter den Horizont sinkt.

Um die Wintersonnenwende dauert ein Fastentag in Berlin nach unserer Berechnung so knapp zehn Stunden. Fällt der Ramadan in den Hochsommer, sind es weit über 17 Stunden. Die genauen Zeiten für einzelne Orte veröffentlichen die Moscheeverbände in ihren Ramadankalendern.

Ramadan und christliche Fastenzeit

In manchen Jahren überschneidet sich der Ramadan mit der Fastenzeit vor Ostern, die am Aschermittwoch beginnt. Dann fasten Christen und Muslime wochenlang zur selben Zeit, wenn auch nach ganz unterschiedlichen Regeln. Weil der Ramadan wandert, ist das nur in einzelnen Jahren der Fall.

Ramadan im Beruf

Im Ramadan arbeiten Beschäftigte wie sonst auch. Einen Anspruch auf kürzere Arbeitszeiten oder freie Tage während des Fastenmonats sieht kein Gesetz vor. Wer die Pause verschieben oder früher anfangen möchte, spricht das am besten mit dem Arbeitgeber ab. Er bestimmt Zeit und Ablauf der Arbeit nach billigem Ermessen (§ 106 GewO).

Bei mehr als sechs Stunden Arbeit stehen Beschäftigten mindestens 30 Minuten Pause zu, bei mehr als neun Stunden 45 Minuten (§ 4 ArbZG). Die Pause darf in Abschnitte von mindestens 15 Minuten geteilt werden. Benachteiligungen wegen der Religion verbietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (§§ 1, 7 AGG). Tarif- und Arbeitsverträge können eigene Regeln enthalten.

Wer am Fest nach dem Ramadan freinehmen möchte, findet die Regeln der Länder auf der Seite zum Zuckerfest. Allgemeine Fragen zu freien Tagen beantwortet der Ratgeber Arbeiten an Feiertagen.

Ramadan in der Schule

Ferien gibt es zum Ramadan nicht: Wer fastet, geht normal zur Schule. In Bayern müssen Schulen Schülerinnen und Schülern ausreichend Gelegenheit geben, ihre religiösen Pflichten zu erfüllen (§ 20 Abs. 3 Bayerische Schulordnung). Sportunterricht, Ausflüge oder Prüfungen in den Fastenwochen sprechen Eltern und Lehrkräfte am besten frühzeitig ab. Unterrichtsfrei ist in einzelnen Ländern erst das Fest danach.

Drei schlichte Messinglaternen mit warmem Licht auf einem Balkongeländer zur blauen Stunde
Nach Sonnenuntergang endet der Fastentag, dann wird gemeinsam gegessen. KI-generiert

Grüße zum Ramadan

Zum Beginn des Fastenmonats wünscht man sich „Ramadan Mubarak“, einen gesegneten Ramadan, oder „Ramadan Kareem“, einen großzügigen Ramadan. Wer muslimischen Nachbarn, Kolleginnen oder Freunden etwas wünschen möchte, kann das auch auf Deutsch tun: „Einen gesegneten Ramadan“. Zum Fest am Ende des Monats sagt man „Eid Mubarak“.

Vier verbreitete Irrtümer

  • „Im Ramadan isst man einen Monat lang nichts.“ Gefastet wird nur tagsüber. Nach Sonnenuntergang wird gegessen, vor der Morgendämmerung gibt es den Sahur.
  • „Der Ramadan liegt immer im Frühjahr.“ Er rückt jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn und fällt im Lauf der Jahrzehnte in jede Jahreszeit.
  • „Alle Muslime beginnen am selben Tag.“ Die großen Verbände folgen einem berechneten Kalender, manche Gemeinden warten die Mondsichtung ab. Ein Tag Unterschied ist deshalb möglich.
  • „Wer fastet, bekommt frei.“ Der Ramadan ist kein Feiertag. Berlin, Hamburg und Bremen knüpfen ihre Rechte auf Gottesdienstbesuch an die Festtage, nicht an den Fastenmonat.

Einen Überblick über die Feste anderer Religionen und die Rechte an diesen Tagen gibt der Ratgeber Religiöse Feiertage. Wie Urlaub und Feiertage zusammenspielen, erklärt die Seite Feiertage und Urlaub.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Ramadan nach Jahren

Häufige Fragen

Warum beginnt der Ramadan jedes Jahr früher?

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, sein Jahr ist rund elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Deshalb rückt der Fastenmonat jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn und durchläuft in gut 33 Jahren alle Jahreszeiten.

Wie lange dauert ein Fastentag im Ramadan in Deutschland?

Das hängt von der Jahreszeit ab. Um die Wintersonnenwende sind es in Berlin vom ersten Morgenlicht bis Sonnenuntergang knapp zehn Stunden, im Hochsommer weit über 17 Stunden.

Darf man im Ramadan tagsüber Wasser trinken?

Nein. Wer fastet, verzichtet vom ersten Morgenlicht bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken, auch auf Wasser. Getrunken und gegessen wird vor der Morgendämmerung beim Sahur und abends beim Iftar.

Wer muss im Ramadan nicht fasten?

Ganz oder teilweise ausgenommen sind unter anderem Kranke und Reisende. Wer unsicher ist, fragt in der eigenen Gemeinde nach und holt bei gesundheitlichen Fragen ärztlichen Rat ein.

Gibt es im Ramadan einen Anspruch auf kürzere Arbeitszeiten?

Nein, ein Gesetz dazu gibt es nicht. Pausen, Gleitzeit oder Schichten lassen sich aber mit dem Arbeitgeber absprechen, der die Arbeitszeit nach billigem Ermessen festlegt (§ 106 GewO).

Passt dazu

  • Anlässe Zuckerfest

    Fest des Fastenbrechens: Termine, Bräuche, Grüße.

  • Anlässe Opferfest

    Höchstes islamisches Fest: Termine, Bedeutung, Freistellung.

  • Anlässe Aschura

    Gedenktag im Monat Muharram: Termine und Bedeutung.

  • Planen Ladenöffnung an Feiertagen

    Wann Geschäfte geöffnet haben.