Anlässe

Sukkot: das jüdische Laubhüttenfest

Der erste Tag von Sukkot ist Samstag, 16. Oktober 2027; das Fest beginnt am Vorabend bei Sonnenuntergang. Sieben Tage lang essen Jüdinnen und Juden in einer Laubhütte, danach folgen Schemini Azeret und Simchat Tora. Gesetzlicher Feiertag ist Sukkot in Deutschland nicht.

Von Zuletzt geprüft am 4 Min. Lesezeit

Sukkot

16

Oktober 2027

Samstag

bis 22. Oktober 2027 · Beginn am Vorabend

kein gesetzlicher Feiertag

in 378 Tagen

Blick in eine Laubhütte mit einem Dach aus grünen Zweigen, Sonnenlicht fällt auf einen gedeckten Tisch
KI-generiert

Der erste Tag von Sukkot ist Samstag, 16. Oktober 2027. Das Laubhüttenfest beginnt am Abend davor bei Sonnenuntergang und dauert sieben Tage. Danach folgen das Schlussfest Schemini Azeret und, außerhalb Israels, Simchat Tora. Sukkot ist neben Pessach und Schawuot eines der drei Wallfahrtsfeste des Judentums.

Termine

Sukkot beginnt am 15. Tischri, fünf Tage nach Jom Kippur. In unserem Kalender liegt das Fest zwischen Mitte September und der zweiten Oktoberhälfte. Die Tabelle nennt den ersten Festtag; unsere Termine umfassen die sieben Tage ohne die beiden Schlussfeste.

Sukkot: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Sukkot 202716. Oktober 2027SamstagKW 41
Sukkot 20285. Oktober 2028DonnerstagKW 40
Sukkot 202924. September 2029MontagKW 39
Sukkot 203012. Oktober 2030SamstagKW 41
Sukkot 20312. Oktober 2031DonnerstagKW 40

In der Diaspora sind die ersten beiden Tage volle Feiertage, an denen religiöse Jüdinnen und Juden nicht arbeiten. Die Tage drei bis sieben sind Halbfeiertage. Der siebte Tag hat eine besondere Bedeutung und einen eigenen Namen: Hoschana Rabba.

Wüstenwanderung und Ernte

Sukkot erinnert an die Wanderung durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten. Nach der biblischen Erzählung lebte das Volk Israel in dieser Zeit in Hütten. Zur Zeit des Tempels pilgerten zu den drei Wallfahrtsfesten viele Menschen nach Jerusalem.

Zugleich ist Sukkot ein Erntefest, das „Fest des Einsammelns“, an dem für die Früchte des Jahres gedankt wird. Auch die Kirchen feiern im Herbst ein Erntefest: Das Erntedankfest fällt in Deutschland meist auf den ersten Sonntag im Oktober. Beide Feste liegen oft nah beieinander, haben aber eigene Wurzeln und Bräuche.

Die Laubhütte

Die Hütte heißt hebräisch Sukka, die Mehrzahl Sukkot gibt dem Fest seinen Namen. Sie braucht mindestens drei Wände, die normalem Wind standhalten. Ein festes Dach darf sie nicht haben. Gedeckt wird sie mit Zweigen, Stroh oder Reisig, also mit Pflanzen, die aus der Erde gewachsen sind.

Das Dach muss dicht genug sein, dass in der Hütte mehr Schatten als Sonne ist. Bäume oder Balkone dürfen die Sukka nicht überdecken. Praktisch sind Matten aus Bambus, weil sie keine Blätter verlieren.

Nach der Tradition wohnt man während des Festes in der Sukka. In unseren Breiten werden dort meist nur die Mahlzeiten eingenommen, schreibt der Zentralrat der Juden. Herbstregen und Kälte machen den Hütten in Mitteleuropa ohnehin oft zu schaffen.

Eine feste Festspeise kennt Sukkot nicht. Häufig kommen aber gefüllte Gerichte auf den Tisch, etwa gefülltes Gemüse, Weinblätter oder Teigtaschen. Gäste in die Laubhütte einzuladen, gilt als besonderes Gebot; manche laden auch Nachbarn und Freunde zum Festessen ein.

Palmzweig mit Myrten- und Weidenzweigen neben einer gelben Zitrusfrucht auf einem Leinentuch
Zum Feststrauß gehören ein Palmzweig, Myrten- und Bachweidenzweige sowie der Etrog, eine Zitrusfrucht. KI-generiert

Lulaw und Etrog

Zum Gottesdienst am Vormittag gehört der Feststrauß, der Lulaw. Er besteht aus einem Zweig der Dattelpalme, drei Myrtenzweigen und zwei Zweigen der Bachweide, die zu einem Gebinde zusammengebunden sind. Dazu kommt der Etrog, eine gelbe Zitrusfrucht, die einer großen Zitrone ähnelt.

Strauß und Frucht werden beim Hallel, einem Lobgebet, gemeinsam geschüttelt. Die vier Pflanzen stehen für den Dank für die Ernte und zugleich für die Bitte um Segen im neuen Jahr.

Schemini Azeret und Simchat Tora

Auf die sieben Tage folgt am achten Tag Schemini Azeret, das Schlussfest. Es gilt als eigener Feiertag. Die Laubhütte wird noch benutzt, der Feststrauß nicht mehr. Im Gottesdienst wird der Toten gedacht, und ein Gebet um Regen leitet die Winterzeit ein.

Außerhalb Israels folgt am neunten Tag Simchat Tora, die „Freude an der Tora“. An diesem Tag endet die Lesung der fünf Bücher Mose, die sich über das ganze Jahr verteilt, und beginnt sofort von vorn. Alle Torarollen werden siebenmal um die Vorlesebühne getragen, Kinder folgen mit bunten Fähnchen. In Israel fallen beide Feste auf einen Tag.

Arbeit und Schule in Deutschland

Sukkot ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Bayern schützt aber die ersten zwei und die letzten zwei Tage des Laubhüttenfests (Art. 6 Abs. 1 FTG). Da das Fest in der Diaspora mit den Schlussfesten neun Tage dauert, sind die letzten beiden in der Regel Schemini Azeret und Simchat Tora. An allen vier Tagen dürfen jüdische Beschäftigte der Arbeit fernbleiben, jüdische Schülerinnen und Schüler haben unterrichtsfrei.

Bremen nennt die ersten beiden Sukkot-Tage, Schemini Azeret und Simchat Tora in § 8 seines Feiertagsgesetzes. Beschäftigte erhalten dort Gelegenheit zum Gottesdienst, Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen haben unterrichtsfrei (§§ 9, 10). Das Feiertagsgesetz von Nordrhein-Westfalen schützt dagegen nur Neujahrsfest und Versöhnungstag, nicht Sukkot.

Berlin führt die Feiertage der Jüdischen Gemeinde in § 2 seines Feiertagsgesetzes auf und sichert so den Gottesdienstbesuch. Anderswo bleibt der Urlaubsantrag. Je nach Jahr und Land fallen einzelne Festtage auch in die Herbstferien; einen Überblick gibt die Seite Religiöse Feiertage.

Grüße zu Sukkot

Allgemein wünscht man sich zu jüdischen Festen „Chag Sameach“, ein frohes Fest. Bis Hoschana Rabba ist nach einer Auslegung auch noch „G’mar Chatima Towa“ üblich. Der Gruß wünscht eine gute Besiegelung und stammt aus der Zeit von Rosch Haschana und Jom Kippur. Zum Laubhüttenfest passt außerdem der Bibelvers „Wesamachta beChagecha“: „und sei fröhlich an deinen Feiertagen“.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Häufige Fragen

Wie lange dauert Sukkot?

Das Laubhüttenfest selbst dauert sieben Tage. Außerhalb Israels folgen Schemini Azeret und Simchat Tora, sodass die Festzeit insgesamt neun Tage umfasst.

Was ist eine Laubhütte?

Eine Sukka ist eine Hütte ohne festes Dach, gedeckt mit Zweigen, Stroh oder Reisig. Während des Festes nehmen Familien darin ihre Mahlzeiten ein.

Woraus besteht der Feststrauß an Sukkot?

Aus einem Zweig der Dattelpalme, drei Myrten- und zwei Bachweidenzweigen. Dazu kommt der Etrog, eine Zitrusfrucht.

Was wird an Simchat Tora gefeiert?

Das Ende und der Neubeginn der jährlichen Tora-Lesung. Die Torarollen werden siebenmal um die Vorlesebühne getragen, Kinder laufen mit Fähnchen mit.

Passt dazu

  • Anlässe Orthodoxes Ostern

    Ostern der Ostkirchen: Termine und Unterschiede.

  • Anlässe Orthodoxe Weihnachten

    Weihnachten am 7. Januar: Hintergrund und Bräuche.

  • Anlässe Diwali

    Hinduistisches Lichterfest: Termin und Bräuche.

  • Planen Urlaub planen

    Ferienwelle, Reisezeiten und Brückentage.