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Schawuot: das jüdische Wochenfest sieben Wochen nach Pessach
Der erste Tag von Schawuot ist Freitag, 11. Juni 2027; das Wochenfest beginnt am Abend davor und dauert in Deutschland zwei Tage. Es folgt sieben Wochen auf Pessach und erinnert an die Gabe der Tora am Berg Sinai. Ein gesetzlicher Feiertag ist es nicht.
Schawuot
11
Juni 2027
Freitag
bis 12. Juni 2027 · Beginn am Vorabend
kein gesetzlicher Feiertag
in 251 Tagen

Der erste Tag von Schawuot ist Freitag, 11. Juni 2027. Das Wochenfest beginnt am Abend davor mit Sonnenuntergang und dauert in Deutschland zwei Tage, in Israel einen. Es folgt sieben Wochen auf Pessach und erinnert an die Gabe der Zehn Gebote am Berg Sinai. Zugleich ist Schawuot ein altes Erntefest.
Termine
Schawuot fällt auf den 6. Siwan, in der Diaspora auch auf den 7. Siwan. In unserem Kalender liegt der erste Festtag genau 50 Tage nach dem ersten Tag von Pessach und damit immer auf dem Wochentag danach. Nach unserer Berechnung fällt er in diesem Jahrhundert zwischen den 15. Mai und den 14. Juni und nie auf einen Dienstag, Donnerstag oder Samstag. Die nächsten Termine:
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Schawuot 2027 | 11. Juni 2027 | Freitag | KW 23 |
| Schawuot 2028 | 31. Mai 2028 | Mittwoch | KW 22 |
| Schawuot 2029 | 20. Mai 2029 | Sonntag | KW 20 |
| Schawuot 2030 | 7. Juni 2030 | Freitag | KW 23 |
| Schawuot 2031 | 28. Mai 2031 | Mittwoch | KW 22 |
Sieben Wochen gezählt
„Schawuot“ bedeutet „Wochen“. Vom zweiten Pessachabend an zählen Gläubige 49 Tage, also sieben volle Wochen; am Tag danach beginnt das Fest. Diese Zählung heißt Omerzählen und verbindet die beiden Feste miteinander.
Anders als bei den übrigen Festen nennt die Tora für Schawuot kein Kalenderdatum, der Termin ergibt sich allein aus der Zählung. Seit der jüdische Kalender fest berechnet wird, ist es immer der 6. Siwan.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 15. Nissan | erster Tag von Pessach |
| Abend vor dem 16. Nissan | Beginn des Omerzählens |
| 49 Tage später | Ende der Zählung, am Abend beginnt Schawuot |
| 6. und 7. Siwan | Schawuot, in Israel nur der 6. Siwan |
Tora und Ernte
Nach rabbinischer Überlieferung empfing das Volk Israel an Schawuot am Berg Sinai die Tora. Im Mittelpunkt stehen dabei die Zehn Gebote, die in der Tora zweimal überliefert sind, im 2. und im 5. Buch Mose. Gleich das erste Gebot erinnert an den Auszug aus Ägypten, den Anlass von Pessach. Auf ihrer Annahme beruht nach jüdischem Verständnis der Bund zwischen Gott und seinem Volk.
Die zweite Bedeutung ist landwirtschaftlich: Schawuot war das Fest der Weizenernte im Land Israel. Im Tempel wurden zwei Brote aus dem Mehl der neuen Ernte dargebracht, dazu die ersten Früchte. Daher stammen die Namen Chag ha-Kazir, Fest der Ernte, und Jom ha-Bikkurim, Tag der Erstlingsfrüchte. Wie Pessach und Sukkot ist Schawuot eines der drei Wallfahrtsfeste.
Die beiden Frühjahrsfeste rahmen damit die Getreideernte ein. Pessach fiel in biblischer Zeit auf den Beginn der Gerstenernte, Schawuot auf den Beginn der Weizenernte. Die sieben Wochen des Omerzählens liegen genau dazwischen. Die ersten Früchte brachten die Bauern nach der Tora in einem Korb zum Heiligtum (5. Buch Mose 26).
Grün, Milchspeisen und das Buch Rut
Zu Schawuot schmücken Gemeinden ihre Synagogen mit frischem Grün und Blumen. Im Gottesdienst werden die Zehn Gebote gelesen, dazu das Buch Rut. Viele Gläubige lernen in der ersten Festnacht gemeinsam Tora, oft bis zum Morgen.
Am zweiten Festtag sprechen die Gemeinden in der Diaspora das Gedenkgebet Jiskor für verstorbene Angehörige, das viermal im Jahr gesagt wird. Wer um Vater oder Mutter trauert, bleibt dazu in der Synagoge. Die übrigen Besucher verlassen den Raum in vielen Gemeinden für diese Zeit.
Das Buch Rut spielt zur Zeit der Ernte. Es erzählt von der Moabiterin Rut, die ihrer Schwiegermutter Noomi nach Betlehem folgt und sich deren Volk anschließt. Rut wird die Urgroßmutter von König David, der nach der Überlieferung an Schawuot geboren wurde und starb.
Beim Essen stehen Milchspeisen im Mittelpunkt, etwa Käsekuchen oder Pfannkuchen mit Quark. Traditionell wird dazu Milch getrunken und Honig gegessen.

Schawuot und Pfingsten
Das christliche Pfingsten wird sieben Wochen nach Ostern gefeiert. Nach der Apostelgeschichte kam der Heilige Geist an Schawuot auf die in Jerusalem versammelten Jünger herab. Aus diesem Bericht entstand das christliche Pfingstfest.
Weil Ostern und Pessach nach verschiedenen Regeln berechnet werden, fallen auch Pfingsten und Schawuot nicht immer zusammen. Nach unserer Berechnung liegt der erste Schawuot-Tag in diesem Jahrhundert zwischen sieben Tagen vor und 31 Tagen nach Pfingstsonntag. Pfingstsonntag folgt 49 Tage auf Ostersonntag, der erste Schawuot-Tag 50 Tage auf den ersten Pessachtag. In manchen Jahren fallen beide Feste auf denselben Sonntag.
Arbeit und Schule
Schawuot ist kein gesetzlicher Feiertag. Bayern zählt das Wochenfest aber mit zwei Tagen zu den geschützten israelitischen Feiertagen (Art. 6 BayFTG). Jüdische Beschäftigte dürfen dann der Arbeit fernbleiben, Schülerinnen und Schüler haben unterrichtsfrei. Zudem sind in der Nähe von Synagogen während der Gottesdienstzeit Lärm, Versammlungen und Umzüge untersagt.
Bremen nennt den 6. und 7. Siwan in § 8 seines Feiertagsgesetzes, der Schutz beginnt dort am Vorabend um 17 Uhr. An beiden Tagen haben jüdische Schulkinder unterrichtsfrei, Beschäftigte erhalten Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch. Auch Berlin führt beide Tage in seiner Liste unterrichtsfreier Feiertage für jüdische Schülerinnen und Schüler.
In anderen Ländern helfen Urlaub, Gleitzeit oder ein Antrag auf Beurlaubung bei der Schule. Weil das Fest im Mai oder Juni liegt, fällt es oft in die Nähe von Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam. Manchmal liegt es in den Pfingstferien, deren Termine sich je nach Land und Jahr unterscheiden. Mehr zu den Regeln für alle Religionen steht im Ratgeber Religiöse Feiertage.
Grüße zu Schawuot
Zum Wochenfest wünscht man „Chag Sameach“, ein frohes Fest, oder ausführlicher „Chag Schawuot Sameach“. Unter Nachbarn oder im Büro passt auch ein schlichtes „Frohes Fest“.
Quellen
- Zentralrat der Juden in Deutschland: Feiertage – Schawuot, Zehn Gebote, Erntebrote
- Hebcal: Shavuot (Diaspora) – Termine und Omerzählen
- Wikipedia: Schawuot – ergänzend, Namen, Datum, Milchspeisen, Buch Rut, Jiskor, Pfingsten
- Bayerisches Feiertagsgesetz, Art. 6: Israelitische Feiertage
- Bremen: Gesetz über die Sonn-, Gedenk- und Feiertage – §§ 8 bis 10
- Senatsverwaltung für Bildung Berlin: Verwaltungsvorschrift Schule Nr. 8/2020 – PDF
Weitere religiöse Feste
Islam
Judentum
Orthodoxe Kirchen
Hinduismus
Buddhismus
Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name Schawuot?
„Wochen“. Das Fest beginnt, wenn vom zweiten Pessachabend an sieben Wochen gezählt sind; auf Deutsch heißt es deshalb Wochenfest.
Was isst man an Schawuot?
Traditionell Milchspeisen, etwa Käsekuchen oder Pfannkuchen mit Quark, oft mit Honig. Dazu wird Milch getrunken.
Was haben Schawuot und Pfingsten gemeinsam?
Beide liegen sieben Wochen nach einem Frühjahrsfest. Nach der Apostelgeschichte geschah das Pfingstereignis am jüdischen Wochenfest in Jerusalem; daraus entstand das christliche Pfingstfest.
Haben jüdische Kinder an Schawuot schulfrei?
In Bayern und Bremen ja, an beiden Festtagen; Berlin nennt die Tage ebenfalls als unterrichtsfrei. In den anderen Ländern beantragen Eltern eine Beurlaubung bei der Schule.
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