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Diwali: das Lichterfest der Hindus, Sikhs und Jains

Der Hauptfesttag von Diwali fällt auf Sonntag, 8. November 2026, im Jahr darauf auf Freitag, 29. Oktober 2027. Das hinduistische Lichterfest dauert fünf Tage und liegt am Neumond im Oktober oder November. In Deutschland ist Diwali kein gesetzlicher Feiertag.

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Diwali

8

November 2026

Sonntag

Hauptfesttag, Festzeit fünf Tage

kein gesetzlicher Feiertag

in 36 Tagen

Brennende Öllampen aus Ton auf einer Steinstufe in der Abenddämmerung
KI-generiert

Der Hauptfesttag von Diwali fällt auf Sonntag, 8. November 2026. An diesem Abend entzünden Hindus in aller Welt Öllampen und bitten die Göttin Lakshmi um Glück und Wohlstand. Das Lichterfest dauert insgesamt fünf Tage und gehört zu den bedeutendsten Festen des Hinduismus. Im Jahr darauf ist der Hauptfesttag am Freitag, 29. Oktober 2027.

Termine und Kalender

Diwali richtet sich nach dem hinduistischen Kalender, der Mond- und Sonnenjahr verbindet. Der Hauptfesttag ist der Neumond, die Amavasya, im Monat Kartik; nach anderer Zählweise heißt der Monat Ashvin. Im gregorianischen Kalender fällt das Fest deshalb auf einen Tag zwischen Mitte Oktober und Mitte November.

Diwali: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Diwali 20268. November 2026SonntagKW 45
Diwali 202729. Oktober 2027FreitagKW 43
Diwali 202817. Oktober 2028DienstagKW 42
Diwali 20295. November 2029MontagKW 45
Diwali 203026. Oktober 2030SamstagKW 43

Die Tabelle nennt den Hauptfesttag nach indischem Kalender, wie ihn der Kalender Drik Panchang für Neu-Delhi angibt. Maßgeblich ist, ob der Neumondtag nach Sonnenuntergang noch andauert. Für einen Ort in Mitteleuropa ergibt die Rechnung deshalb in manchen Jahren einen Tag früher.

Von Jahr zu Jahr rückt Diwali meist zehn bis zwölf Tage früher. Alle zwei bis drei Jahre springt es dann um rund 19 Tage nach hinten. Darin zeigt sich der Mondkalender: Zwölf Mondmonate sind etwa elf Tage kürzer als ein Sonnenjahr, ein gelegentlicher Schaltmonat gleicht das aus. In der Regel folgt Diwali rund 20 Tage auf das Fest Vijayadashami, auch Dussehra genannt.

Die fünf Festtage

  1. Dhanteras: Auftakt zwei Tage vor dem Neumond; der Name verbindet die Wörter für Reichtum und den 13. Tag. Familien reinigen Haus und Geschäftsräume und stellen die ersten Lampen auf.
  2. Naraka Chaturdashi: der 14. Tag, auch „kleines Diwali“ genannt. Er erinnert an den Sieg des Gottes Krishna über den Dämon Narakasura.
  3. Lakshmi Puja: der Hauptfesttag am Neumond. Bei Einbruch der Dunkelheit verehren Familien die Göttin Lakshmi und den Gott Ganesha. Danach werden im ganzen Haus Lampen entzündet, damit Lakshmi in die geputzten Räume einkehrt.
  4. Govardhan Puja: Der Tag erinnert daran, wie Krishna der Überlieferung nach den Berg Govardhan anhob, um Hirten vor Unwettern zu schützen.
  5. Bhai Dooj: der Tag der Geschwister. Schwestern beten für das Wohl ihrer Brüder und werden von ihnen beschenkt.

Nicht überall gilt diese Abfolge. In Bengalen steht am Hauptfesttag die Göttin Kali im Mittelpunkt. In Teilen Südindiens erinnert das Fest vor allem an den Sieg Krishnas über Narakasura. Viele Hindus beginnen die Festtage frühmorgens mit einem rituellen Ölbad.

Bedeutung: Licht gegen Dunkelheit

Der Name Diwali ist die Kurzform von Deepavali, Sanskrit für „Reihe von Lichtern“. Das Fest steht für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und des Guten über das Böse. In Nordindien erinnert es an die Rückkehr des Gottes Rama nach Ayodhya, nachdem er den Dämonenkönig Ravana besiegt hatte.

Erwähnt wird das Fest schon in Sanskrit-Texten wie dem Padma Purana und dem Skanda Purana, die zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert entstanden. Im 11. Jahrhundert beschrieb der persische Gelehrte Al-Biruni, dass Hindus es am Neumond des Monats Kartik feiern.

Die UNESCO nahm Deepavali 2025 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Sie beschreibt es als Lichterfest, das die letzte Ernte des Jahres sowie den Beginn eines neuen Jahres und einer neuen Jahreszeit markiert. In manchen Regionen Indiens gilt Diwali als Neujahrsfest.

Sikhs, Jains und Newar-Buddhisten

Sikhs feiern zur selben Zeit Bandi Chhor Divas. Sie erinnern an die Freilassung ihres sechsten Gurus, Hargobind, aus der Festung Gwalior, in der ihn der Mogulkaiser Jahangir gefangen gehalten hatte. Der Goldene Tempel in Amritsar wird dazu festlich beleuchtet. Seit 2003 führt der Nanakshahi-Kalender der Sikhs den Tag unter diesem eigenen Namen.

Für Jains markiert Diwali das Nirwana des Mahavira, ihres 24. Tirthankara. Auch Newar-Buddhisten in Nepal begehen das Fest, obwohl Diwali für die meisten Buddhisten kein Festtag ist.

Lampen, Süßigkeiten und Rangoli

Typisch sind kleine Öllampen aus Ton, die Diyas, die in und vor den Häusern brennen. Vor dem Fest wird gründlich geputzt, Böden und Eingänge schmücken Rangoli-Muster aus farbigem Pulver oder Blüten. Viele tragen neue Kleidung, besuchen Verwandte und tauschen Geschenke und Süßigkeiten aus. Feuerwerk gehört vielerorts ebenfalls dazu.

Indische Süßigkeiten auf einem Messingteller zwischen orangefarbenen Ringelblumen
Zu Diwali tauschen Familien Geschenke und Süßigkeiten aus. KI-generiert

Diwali in Deutschland

REMID schätzt die Zahl der Hindus in Deutschland auf rund 100.000 (Stand 2023). Die größten Gruppen bilden Hindus aus Indien und tamilische Hindus aus Sri Lanka. 2013 gab es nach REMID 23 tamilische Tempel in Deutschland. Der Tempelverein Hindu Shankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel in Hamm hat seit 2017 die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Ein gesetzlicher Feiertag ist Diwali in keinem Land. In Berlin zählen auch die Feste anderer Religionsgesellschaften zu den religiösen Feiertagen. Beschäftigte erhalten dort Gelegenheit zum Besuch religiöser Veranstaltungen, wenn keine unabweisbaren betrieblichen Gründe entgegenstehen (§ 2 Gesetz über die Sonn- und Feiertage). Sonst bleibt der Urlaubsantrag, Hinweise dazu gibt der Ratgeber Feiertage und Urlaub.

Fällt der Hauptfesttag auf einen Schultag, können Eltern eine Beurlaubung beantragen. In manchen Jahren liegt Diwali in den Herbstferien einzelner Länder. Weitere Feste und Rechte erklärt der Ratgeber Religiöse Feiertage; zum buddhistischen Vollmondfest im Mai siehe Vesakh.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

  • Diwali

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name Diwali?

Diwali ist die Kurzform von Deepavali, Sanskrit für „Reihe von Lichtern“. Der Name verweist auf die Öllampen, die zum Fest in und vor den Häusern brennen.

Wie lange dauert Diwali?

Fünf Tage, von Dhanteras zwei Tage vor dem Neumond bis Bhai Dooj zwei Tage danach. Der wichtigste Tag ist der Neumondtag mit der Lakshmi Puja.

Feiern auch Sikhs und Jains Diwali?

Ja, mit eigener Bedeutung. Sikhs erinnern an Bandi Chhor Divas an die Freilassung des Gurus Hargobind, Jains an das Nirwana des Mahavira.

Seit wann ist Diwali immaterielles Kulturerbe der UNESCO?

Seit 2025. Die UNESCO hat Deepavali auf Antrag Indiens in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

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