Feiertage und Ferien in Deutschland

Prinzipiell liegt die Festlegung der Feiertage in Deutschland bei den Regierungen der 16 Bundesländer. Einzige Ausnahme davon ist der 3. Oktober, der als Tag der Deutschen Einheit den in ganz Deutschland gültigen Nationalfeiertag darstellt. 

Ländersache

Die weiteren Feiertage wurden durch die einzelnen Länder festgelegt. Dabei ergaben sich acht weitere Feiertage, die in allen 16 Bundesländern auf den gleichen Tag fallen und somit ebenso als bundesweite Feiertage gelten. Alle Feiertage, die darüber hinaus begangen werden, unterliegen den jeweiligen Bestimmungen der Bundesländer und können von Land zu Land verschieden sein.Urlaub

Kirchliche Feiertage

Im Besonderen bezieht sich dies auf kirchliche Feiertage, deren Festlegung hauptsächlich davon abhängig ist, in welcher Glaubensrichtung der überwiegende Anteil der Bevölkerung eines Bundeslandes ausgerichtet ist oder war. So finden sich in den Ländern sowohl evangelische wie katholische Feiertage.

Wo gibt es die meisten freien Tage? 

Im Ranking der Bundesländer bezogen auf die Anzahl der Feiertage steht Bayern mit 13 Feiertagen an der Spitze, ihm folgen Baden-Württemberg, Brandenburg und das Saarland mit 12 Feiertagen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 11, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit je 10 sowie Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit nur 9 Feiertagen.

Urlaub planen 

Feiertage sind oft auch Urlaubstage und nicht wenige der offiziellen Feiertage fallen mit Schulferien zusammen oder bieten, je nachdem, die Möglichkeit eines verlängerten Wochenendes. Sehr interessant sind zudem Feiertage, die auf einen Donnerstag oder einen Dienstag fallen und so, bei der Nutzung von nur einem Urlaubstag, vier volle Tage Entspannung erlauben.

FerienFerien

Übersicht der gesetzlichen Feiertage

Insgesamt werden in ganz Deutschland 19 gesetzliche Feiertage gezählt. Nachfolgend die Bezeichnung der einzelnen Feiertage, deren Datum sowie die Bundesländer in denen der jeweilige Feiertag begangen wird.

Weitere Informationen

Der 1. Januar ist der erste Tag des Jahres. Zu verdanken haben wir diesen Feiertag dem römischen Kalender, in dem im Jahr 153 v. Chr. der Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar verlegt wurde. Endgültig festgeschrieben wurde der 1. Januar als 1. Tag des Jahres durch Papst Innozenz XII im Jahr 1691.

Der 6. Januar beziehungsweise Heilige drei Könige bezieht sich innerhalb der Westkirchen auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die durch den Stern von Bethlehem zu Jesus geführt wurden. Bei den Ostkirchen gilt der 6. Januar als Tag der Taufe Jesu. 

Ostern mit Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag. Diese höchsten kirchlichen Feiertage zelebrieren die Auferstehung Christi. Im Jahr 325 wurde auf dem Konzil von Nicäa festgelegt, das Ostern beziehungsweise der Ostersonntag immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fällt. Folglich findet Ostern immer im Zeitrahmen vom 21. März bis zum 25. April statt. 

Der Tag der Arbeit am 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiterklasse und ist weltweit in vielen Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Seinen Ursprung hat dieser Feiertag in einem zum 1. Mai 1886 ausgerufenen Generalstreik der nordamerikanischen Arbeiterbewegung, die damit den Achtstundentag durchsetzen wollte. In der Folge kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Streikenden, bei denen auf beiden Seiten Opfer zu beklagen waren. Die damalige Justiz verurteilte sieben sogenannte Anarchisten der Arbeiterbewegung zum Tode. Die Geschehnisse gingen aufgrund des Schauplatzes in Chikago als die Haymarket Affair in die Geschichte ein. Als Feiertag zum Gedenken der Opfer wurde der 1. Mai erstmalig am 1. Mai 1890 begangen.

Christi Himmelfahrt, begangen am 39. Tag nach Ostersonntag. Im christlichen Glauben bezeichnet dieser Tag die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater im Himmel. Dieser Tag fällt aufgrund der Festlegung des Ostersonntags immer auf einen Donnerstag im Zeitrahmen vom 30. April bis zum 3. Juni.

Pfingstsonntag sowie Pfingstmontag, der 49. und 50. Tag nach Ostersonntag. Nach dem christlichen Glauben wird an diesen Tagen die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert, der auf die Apostel und Jünger herabkam, als diese zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren. Pfingsten gilt auch als das Gründungsdatum der Kirche.

Fronleichnam ist ein katholischer Feiertag, der die leibliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie feiert. Dieser Feiertag wird am 60. Tag nach Ostersonntag begangen und fällt in den Zeitrahmen vom 21. Mai bis spätestens 24. Juni.

Das am 8. August nur in Augsburg begangene Augsburger Friedensfest begründet sich mit dem 1648 beschlossenen westfälischen Frieden, der den dreißigjährigen Krieg beendete und für die Augsburger das Ende der Unterdrückung durch die Protestanten bedeutete.

Mariä Himmelfahrt am 15. August ist ein katholischer Feiertag und zelebriert die Aufnahme der Mutter Gottes Maria in den Himmel nach ihrer Entschlafung.

Der Nationalfeiertag zum 3. Oktober bezieht sich auf den Einigungsvertrag über den Zusammenschluss der neuen und alten Bundesländer im Jahr 1990 und gleichzeitig auf die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten DDR und BRD. Vor diesem Datum wurde in Westdeutschland der 17. Juni als Nationalfeiertag geführt und in der DDR der 7. Oktober.

Der 31. Oktober als Reformationstag ist ein evangelischer Feiertag. Dieser Tag gilt dem Gedenken Martin Luthers, der am Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg angeschlagen hat und damit die Reformation der Kirche einleitete. 

Der 31. Oktober ist gleichzeitig der Tag von Halloween, in seinem englischen Ursprung der liturgische Vorabend von Allerheiligen, wobei sich Halloween aus „All Hallows Eve“ ableitet. 

Der 1. November als Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag, der dem Gedenken aller Heiligen gilt, dies bezieht sich sowohl auf heiliggesprochene Personen wie auch auf Heilige, deren Heiligkeit nur Gott bekannt ist.  

In der evangelischen Kirche wird der Mittwoch vor dem 23. November als Buß- und Bettag zelebriert. An diesem Tag wird die gläubige Bevölkerung zu Umkehr und zum Gebet aufgerufen. Seinen Ursprung hat dieser Feiertag in Zeiten der Not und der Gefahr, in denen das Gebet und die Buße helfen sollten. 

Weihnachten mit dem 25. und 26. Dezember ist ein christliches Fest, dem die Geburt Jesu am 25. Dezember zugrunde liegt. Der zweite Weihnachtsfeiertag, der 26. Dezember, ist im Grunde ein Gedenktag für den Erzmärtyrer Stephanus, dessen Gedenken eine längere Tradition besitzt als das Weihnachtsfest. Darum wird der 26. Dezember auch Stefanstag genannt.