Planen

Religiöse Feiertage anderer Religionen: Termine und Freistellung

Der Ramadan beginnt 2027 voraussichtlich am 8. Februar, das Zuckerfest fällt auf den 9. März und das Opferfest auf den 16. Mai 2027. Pessach beginnt am Abend des 21. April 2027, Rosch Haschana am Abend des 1. Oktober 2027. Gesetzliche Feiertage sind diese Tage nicht, mehrere Länder sichern aber die Teilnahme am Gottesdienst.

Von Zuletzt geprüft am 7 Min. Lesezeit

Schmale Mondsichel am dunkelblauen Abendhimmel über den Dächern eines Dorfes
KI-generiert

Der Ramadan beginnt 2027 voraussichtlich am Montag, 8. Februar; das Zuckerfest (Ramadanfest) folgt am Dienstag, 9. März 2027. 2028 beginnt der Ramadan am 28. Januar, das Zuckerfest fällt auf den 26. Februar. Das jüdische Pessachfest beginnt am Abend des 21. April 2027, das Neujahrsfest Rosch Haschana am Abend des 1. Oktober 2027. Orthodoxe Christen feiern Ostern 2027 am 2. Mai, fünf Wochen nach dem westlichen Ostertermin.

Keiner dieser Tage ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Mehrere Länder sichern Gläubigen aber die Teilnahme am Gottesdienst oder eine Befreiung vom Unterricht zu. Die folgenden Abschnitte nennen die Termine bis 2028, erklären die Feste kurz und zeigen, was für Arbeit und Schule gilt.

Die nächsten Termine aller Feste

Die Übersicht zeigt für jedes Fest den nächsten Termin und führt zur ausführlichen Seite mit Bedeutung, Bräuchen und den Regeln für Arbeit und Schule. Jüdische Feste beginnen am Vorabend, islamische Termine können je nach Mondsichtung um einen Tag abweichen.

Religiöse Feste: die nächsten Termine
FestReligionTerminHinweis
DiwaliHinduismusSonntag, 08.11.2026Hauptfesttag, Festzeit fünf Tage
ChanukkaJudentumSamstag, 05.12.2026 – 12.12.2026Beginn am Vorabend
Orthodoxe WeihnachtenOrthodoxe KirchenDonnerstag, 07.01.2027
RamadanIslamMontag, 08.02.2027 – 08.03.2027voraussichtlich
ZuckerfestIslamDienstag, 09.03.2027 – 11.03.2027voraussichtlich
NewrozNeujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)Sonntag, 21.03.2027Hauptfesttag, iranisches Neujahr ebenfalls am 21. März
PurimJudentumDienstag, 23.03.2027Beginn am Vorabend
PessachJudentumDonnerstag, 22.04.2027 – 29.04.2027Beginn am Vorabend
Orthodoxes OsternOrthodoxe KirchenSonntag, 02.05.2027
OpferfestIslamSonntag, 16.05.2027 – 19.05.2027voraussichtlich
VesakhBuddhismusDonnerstag, 20.05.2027Vollmond im Mai, je nach Tradition abweichend
SchawuotJudentumFreitag, 11.06.2027 – 12.06.2027Beginn am Vorabend
AschuraIslamDienstag, 15.06.2027voraussichtlich
Rosch HaschanaJudentumSamstag, 02.10.2027 – 03.10.2027Beginn am Vorabend
Jom KippurJudentumMontag, 11.10.2027Beginn am Vorabend
SukkotJudentumSamstag, 16.10.2027 – 22.10.2027Beginn am Vorabend

Termine 2026 bis 2028

Der islamische Kalender folgt dem Mond, der jüdische verbindet Mond- und Sonnenjahr. Deshalb wandern die Feste im Vergleich zu unserem Kalender. Die Tabellen nennen jeweils den ersten Festtag; jüdische Feiertage beginnen bereits am Abend davor.

Islamische Feste 2026 bis 2028 (erster Tag, voraussichtlich)
Fest202620272028
Ramadan, erster FastentagDo., 19.02.Mo., 08.02.Fr., 28.01.
Zuckerfest (Ramadanfest, Eid al-Fitr)Fr., 20.03.Di., 09.03.Sa., 26.02.
Opferfest (Eid al-Adha)Mi., 27.05.So., 16.05.Fr., 05.05.
Islamisches NeujahrDi., 16.06.So., 06.06.Do., 25.05.
AschuraDo., 25.06.Di., 15.06.Sa., 03.06.
Jüdische Feiertage 2026 bis 2028 (erster Festtag, Beginn am Vorabend)
Fest202620272028
PessachDo., 02.04.Do., 22.04.Di., 11.04.
SchawuotFr., 22.05.Fr., 11.06.Mi., 31.05.
Rosch HaschanaSa., 12.09.Sa., 02.10.Do., 21.09.
Jom KippurMo., 21.09.Mo., 11.10.Sa., 30.09.
SukkotSa., 26.09.Sa., 16.10.Do., 05.10.
Chanukka (erstes Licht am Abend)Fr., 04.12.Fr., 24.12.Di., 12.12.
PurimDi., 03.03.Di., 23.03.So., 12.03.
Orthodoxe Feste 2026 bis 2028
Fest202620272028
Ostern (orthodox)So., 12.04.So., 02.05.So., 16.04.
Ostern (westlich, zum Vergleich)So., 05.04.So., 28.03.So., 16.04.
Weihnachten (julianischer Kalender)Mi., 07.01.Do., 07.01.Fr., 07.01.

Die islamischen Termine stammen vom Zentralrat der Muslime und vom Islamischen Zentrum München, die jüdischen aus dem Diaspora-Kalender von Hebcal. Das orthodoxe Ostern ist nach der julianischen Osterformel berechnet. Maßgeblich bleibt die Bekanntgabe der jeweiligen Religionsgemeinschaft.

Islamische Feste: Ramadan, Zuckerfest, Opferfest

Der islamische Kalender ist ein reiner Mondkalender mit rund 354 Tagen. Jedes Fest beginnt deshalb etwa elf Tage früher als im Vorjahr.

Ein Monat beginnt traditionell mit der Sichtung der neuen Mondsichel. Die großen Verbände im Koordinationsrat der Muslime, darunter DITIB, Islamrat, VIKZ und Zentralrat der Muslime, haben sich auf eine gemeinsame Berechnung geeinigt. Manche Gemeinden richten sich weiter nach der Sichtung.

Im Ramadan, dem neunten Monat, fasten Musliminnen und Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Abends wird das Fasten gemeinsam gebrochen, oft mit Datteln und Wasser. In den letzten zehn Nächten liegt die Nacht der Bestimmung (Lailat al-Qadr), in der nach islamischer Überlieferung die Offenbarung des Korans begann.

Das Ramadanfest (arabisch Eid al-Fitr, türkisch Ramazan Bayramı) beendet den Fastenmonat und heißt im Deutschen auch Zuckerfest. Gefeiert wird meist drei Tage lang mit Festgebet, Familienbesuchen und Süßigkeiten für Kinder.

Das Opferfest (Eid al-Adha, Kurban Bayramı) gilt als höchstes islamisches Fest. Es fällt in die Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka und erinnert an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn zu opfern. Viele Familien teilen dabei Fleisch mit Bedürftigen.

Das islamische Jahr beginnt mit dem Monat Muharram; das Neujahr fällt 2027 auf den 6. Juni. Neun Tage später folgt Aschura. An diesem Tag gedenken schiitische Muslime des Todes von Husain in Kerbela im Jahr 680, viele Sunniten fasten.

Alevitinnen und Aleviten begehen eigene Feste. Das Hamburger Feiertagsgesetz nennt den Aşure-Tag, Hızır-Lokması am 15. Februar und Nevruz am 21. März, das traditionelle Neujahrs- und Frühlingsfest.

Ramadan im Arbeitsalltag

Wer fastet, isst und trinkt tagsüber nichts, auch kein Wasser. Kinder, Kranke und Reisende sind vom Fasten ausgenommen. Das Arbeitszeitgesetz schreibt bei mehr als sechs Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten Pause vor (§ 4 ArbZG); ihre Lage lässt sich im Betrieb abstimmen. Einen ausdrücklichen Anspruch auf andere Arbeitszeiten im Ramadan gibt es nicht, der Arbeitgeber muss bei der Einteilung aber billiges Ermessen wahren (§ 106 GewO).

Schale mit Datteln und Teegläser auf einem Holztisch im warmen Abendlicht
Im Ramadan wird das Fasten am Abend traditionell mit Datteln und Wasser gebrochen. KI-generiert

Jüdische Feiertage: Pessach bis Chanukka

Der jüdische Kalender verbindet Mond- und Sonnenjahr. Ein Feiertag beginnt bereits am Vorabend und endet am nächsten Tag nach Einbruch der Dunkelheit, wie der Zentralrat der Juden erklärt. Außerhalb Israels dauern einige Feste einen Tag länger, Pessach etwa acht statt sieben Tage.

Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten und beginnt mit dem Sederabend. Sieben Wochen später folgt Schawuot, das Wochenfest.

Im Herbst beginnt mit Rosch Haschana das neue jüdische Jahr. Am zehnten Tag des Jahres folgt Jom Kippur, der Versöhnungstag. Er ist der höchste Feiertag und wird mit rund 25 Stunden Fasten und Gebet begangen.

Wenige Tage später beginnt Sukkot, das Laubhüttenfest, dessen Festzeit mit Simchat Tora endet. Im Winter erinnert Chanukka acht Tage lang an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem; jeden Abend wird ein weiteres Licht entzündet. 2027 fällt der erste Chanukka-Abend auf Heiligabend. Im Frühjahr feiern Jüdinnen und Juden Purim, das an die im Buch Ester erzählte Rettung der Juden in Persien erinnert.

Neben den Festen prägt der Schabbat die Woche. Er beginnt am Freitagabend und endet am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit. An Schabbat und an den Hauptfesttagen verzichten religiöse Jüdinnen und Juden auf Arbeit.

Orthodoxe Christen: Ostern und Weihnachten

Orthodoxe Kirchen berechnen Ostern nach dem julianischen Kalender. Ihr Osterfest liegt deshalb meist eine bis fünf Wochen nach dem westlichen Termin. In manchen Jahren fällt es auf denselben Sonntag, so am 16. April 2028. Vor Ostern fasten orthodoxe Christen sieben Wochen lang; die Fastenzeit beginnt am Reinen Montag.

Wie der westliche Termin entsteht, zeigt der Osterrechner; Bräuche und Termine stehen auf der Seite Ostern.

Beim Weihnachtsfest gibt es zwei Termine. Kirchen mit julianischem Kalender, etwa die russisch-, serbisch- und georgisch-orthodoxe Kirche, feiern am 7. Januar, den Heiligen Abend am 6. Januar. Der julianische Kalender liegt derzeit 13 Tage hinter dem gregorianischen. Andere orthodoxe Kirchen, darunter die griechisch-orthodoxe, feiern wie die westlichen Kirchen am 25. Dezember, dem Termin von Weihnachten in Deutschland.

Freistellung von Arbeit und Schule

Ein Bundesgesetz, das Beschäftigte an religiösen Feiertagen freistellt, gibt es nicht. Einige Länder regeln das in ihren Feiertagsgesetzen, und zwar unterschiedlich weit. Drei Beispiele:

Religiöse Feiertage im Landesrecht: drei Beispiele
LandRegelungRechtsgrundlage
BerlinReligiöse Feiertage sind die Feiertage der christlichen Kirchen, der muslimischen Glaubensgemeinschaften, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und anderer Religionsgesellschaften. Beschäftigte und Auszubildende erhalten Gelegenheit zum Besuch religiöser Veranstaltungen, soweit keine unabweisbaren betrieblichen Notwendigkeiten entgegenstehen.§ 2 Gesetz über die Sonn- und Feiertage
HamburgOpferfest und Ramadanfest (jeweils einer von zwei Tagen) sowie Aschura gelten für Musliminnen und Muslime als Feiertage mit Recht auf Gottesdienstbesuch. Für Alevitinnen und Aleviten gilt das am Aşure-Tag, an Hızır-Lokması (15. Februar) und an Nevruz (21. März). Schülerinnen und Schüler erhalten auf Wunsch Unterrichtsbefreiung.§§ 3, 3a Feiertagsgesetz
BayernJüdische Beschäftigte dürfen an hohen Feiertagen der Arbeit fernbleiben. Das sind Pessach und Sukkot (je erste und letzte zwei Tage), Schawuot und Rosch Haschana (je zwei Tage) sowie Jom Kippur. Jüdische Schülerinnen und Schüler haben unterrichtsfrei.Art. 6 Feiertagsgesetz

Einen bezahlten freien Tag sehen diese Regeln nicht ausdrücklich vor. Das bayerische Gesetz stellt klar, dass den Beschäftigten außer einem etwaigen Lohnausfall keine weiteren Nachteile entstehen dürfen (Art. 6 Abs. 5 BayFTG). In Berlin und Hamburg sichert das Gesetz die Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch; einen Anspruch auf einen ganzen bezahlten Tag nennt es nicht. Alle drei Regeln stehen unter dem Vorbehalt, dass keine zwingenden betrieblichen Gründe entgegenstehen.

Urlaub für religiöse Feste

Wer einen ganzen Tag frei haben möchte, beantragt in der Regel Urlaub oder baut Überstunden ab. Der Arbeitgeber muss Urlaubswünsche berücksichtigen, sofern keine dringenden betrieblichen Belange oder vorrangige Wünsche anderer Beschäftigter entgegenstehen (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Benachteiligungen wegen der Religion verbietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (§§ 1, 7 AGG). Wie Urlaub und Feiertage zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Feiertage und Urlaub.

Bei islamischen Festen steht der genaue Tag manchmal erst kurz vorher fest. Dann hilft es, den Urlaub für beide möglichen Tage anzufragen oder einen Diensttausch mit Kolleginnen und Kollegen abzusprechen. Auch Gleitzeit oder der Abbau von Überstunden können helfen.

Schule

In Hamburg gibt es an den genannten Festen auf Wunsch Unterrichtsbefreiung (§ 3 Abs. 2 Feiertagsgesetz). In Bayern haben jüdische Schülerinnen und Schüler an ihren Feiertagen unterrichtsfrei (Art. 6 Abs. 4 BayFTG). In den anderen Ländern regeln Schulgesetze und Verwaltungsvorschriften die Beurlaubung. Eltern stellen den Antrag am besten frühzeitig bei der Schulleitung.

Planungshilfe für Schulen und Betriebe

2027 fallen das Zuckerfest (Dienstag, 9. März) und Jom Kippur (Montag, 11. Oktober) auf Werktage. Rosch Haschana liegt am 2. und 3. Oktober dagegen auf einem Wochenende. 2028 liegen das Opferfest (Freitag, 5. Mai) und Rosch Haschana (Donnerstag und Freitag, 21. und 22. September) in der Arbeitswoche. Prüfungen, Elternabende und Betriebsfeiern lassen sich so von vornherein auf andere Tage legen.

Weitere Religionen und Festgrüße

Auch andere Religionsgemeinschaften in Deutschland haben eigene Feste, etwa Buddhisten, Hindus, Sikhs, Jesiden und Bahai. Ihre Termine richten sich teils nach dem Mond-, teils nach dem Sonnenkalender; gesetzliche Feiertage sind sie ebenfalls nicht. In Berlin zählen sie zu den religiösen Feiertagen „anderer Religionsgesellschaften“ im Sinne von § 2 des Gesetzes über die Sonn- und Feiertage.

Zum Ramadan wünscht man „Ramadan Mubarak“ oder „Ramadan Kareem“, zum Fest „Eid Mubarak“, auf Türkisch „Bayramınız mübarek olsun“. Zu Rosch Haschana sagt man „Schana Towa“, zu anderen jüdischen Festen „Chag Sameach“. Orthodoxe Christen grüßen sich an Ostern mit „Christus ist auferstanden“; die Antwort lautet „Er ist wahrhaftig auferstanden“.

Quellen

Häufige Fragen

Wann ist das Zuckerfest 2027?

Das Zuckerfest (Ramadanfest) beginnt 2027 voraussichtlich am Dienstag, 9. März, und wird meist drei Tage gefeiert. Je nach Mondsichtung kann der Tag um einen Tag abweichen.

Wann beginnt der Ramadan 2028?

Nach den Berechnungen der Verbände voraussichtlich am Freitag, 28. Januar 2028. Das Ramadanfest folgt am Samstag, 26. Februar 2028.

Warum beginnen jüdische Feiertage am Vorabend?

Im jüdischen Kalender beginnt jeder Tag mit dem Sonnenuntergang. Jom Kippur 2027 beginnt deshalb am Abend des 10. Oktober und endet am 11. Oktober nach Einbruch der Dunkelheit.

Habe ich an religiösen Feiertagen Anspruch auf einen freien Tag?

Einen bundesweiten Anspruch gibt es nicht. Berlin, Hamburg und Bayern sichern in ihren Feiertagsgesetzen den Gottesdienstbesuch; sonst bleibt der Urlaubsantrag, den der Arbeitgeber nach § 7 Abs. 1 BUrlG berücksichtigen muss.

Wann feiern orthodoxe Christen Weihnachten?

Kirchen mit julianischem Kalender, etwa die russisch- und serbisch-orthodoxe Kirche, feiern am 7. Januar. Die griechisch-orthodoxe Kirche feiert wie die westlichen Kirchen am 25. Dezember.

Passt dazu