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Orthodoxe Weihnachten am 7. Januar: Kalender, Kirchen und Bräuche
Kirchen, die beim julianischen Kalender geblieben sind, feiern Weihnachten am Donnerstag, 7. Januar 2027, den Heiligen Abend am Vortag. Ihr Festtag ist der 25. Dezember des alten Kalenders. Gesetzlich frei ist der Tag in Deutschland nirgends.
Orthodoxe Weihnachten
7
Januar 2027
Donnerstag
kein gesetzlicher Feiertag
in 96 Tagen

Orthodoxe Christen, deren Kirchen beim julianischen Kalender geblieben sind, feiern Weihnachten am Donnerstag, 7. Januar 2027. Den Heiligen Abend begehen sie am Vortag, dem 6. Januar. Nach ihrem Kalender ist das der 24. und 25. Dezember. Ein gesetzlicher Feiertag ist der 7. Januar in Deutschland nicht.
Termine der nächsten Jahre
Das Datum bleibt in diesem Jahrhundert gleich, nur der Wochentag wechselt. Der 7. Januar fällt dabei immer auf denselben Wochentag wie Silvester eine Woche zuvor. Die Tabelle zeigt die nächsten fünf Feste:
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Orthodoxe Weihnachten 2027 | 7. Januar 2027 | Donnerstag | KW 1 |
| Orthodoxe Weihnachten 2028 | 7. Januar 2028 | Freitag | KW 1 |
| Orthodoxe Weihnachten 2029 | 7. Januar 2029 | Sonntag | KW 1 |
| Orthodoxe Weihnachten 2030 | 7. Januar 2030 | Montag | KW 2 |
| Orthodoxe Weihnachten 2031 | 7. Januar 2031 | Dienstag | KW 2 |
Warum der 25. Dezember auf den 7. Januar fällt
Der julianische Kalender zählt jedes vierte Jahr als Schaltjahr. Der gregorianische, nach dem Deutschland rechnet, streicht den Schalttag dagegen in drei von vier vollen Jahrhunderten. So wächst der Abstand zwischen beiden Kalendern langsam. Im Januar 1900 fiel das Fest nach unserer Berechnung noch auf den 6. Januar, seit Januar 1901 ist es der 7. Januar.
Im Jahr 2100 hat nur der julianische Kalender einen Schalttag. Danach beträgt der Abstand 14 Tage, und das Fest rückt ab 2101 auf den 8. Januar. Auch andere feste Feiertage wandern mit: Die Theophanie, das Fest der Taufe Jesu im Jordan, liegt bei diesen Kirchen derzeit auf dem 19. Januar. Der Nikolaustag fällt entsprechend auf den 19. Dezember.
Welche Kirchen am 7. Januar feiern
Auf einem gesamtorthodoxen Kongress in Konstantinopel wurde 1923 ein neujulianischer Kalender beschlossen. Ausgearbeitet hatte ihn der serbische Wissenschaftler Milutin Milanković; bis 2800 stimmt er mit dem gregorianischen Kalender überein. Kirchen, die ihn übernommen haben, feiern Weihnachten am 25. Dezember. Die übrigen blieben beim alten Kalender.
| Weihnachten am 7. Januar | Weihnachten am 25. Dezember |
|---|---|
| Russisch-orthodoxe Kirche | Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel |
| Serbisch-orthodoxe Kirche | Kirche von Griechenland |
| Georgisch-orthodoxe Kirche | Rumänisch-orthodoxe Kirche |
| Patriarchat von Jerusalem, Klöster auf dem Berg Athos | Bulgarisch-orthodoxe Kirche (seit 1968) |
| Ukrainische Orthodoxe Kirche | Orthodoxe Kirche der Ukraine (seit 2023) |
Die Orthodoxe Kirche der Ukraine beschloss im Mai 2023, ab dem 1. September 2023 nach dem neujulianischen Kalender zu feiern. Seitdem begeht sie Weihnachten am 25. Dezember, die Ukrainische Orthodoxe Kirche blieb dagegen beim 7. Januar. Ostern berechnen auch die Kirchen mit neuem Kalender weiter julianisch, siehe Orthodoxes Ostern.
Fastenzeit und Heiliger Abend
Vor Weihnachten fasten orthodoxe Christen 40 Tage lang. In Kirchen mit julianischem Kalender reicht diese Zeit nach unserem Kalender vom 28. November bis zum 6. Januar. Sie ist milder als das Fasten vor Ostern, Fisch ist an vielen Tagen erlaubt. Eine Adventszeit wie in den westlichen Kirchen ist das Weihnachtsfasten aber nicht.
Der 6. Januar selbst ist ein strenger Fasttag. Abends kommt die Familie zum Festessen zusammen, das in vielen Häusern noch ohne Fleisch auskommt. In russischen und ukrainischen Familien steht dabei traditionell Kutja auf dem Tisch, eine süße Speise aus Weizen, Honig, Mohn und Nüssen. In der Nacht feiern die Gemeinden die Geburt Christi mit langen Gottesdiensten.
Die Zutaten der Kutja haben eine eigene Bedeutung: Sie sollen Hoffnung, Erfolg, Glück und Ruhe versinnbildlichen. Gegessen wird die Speise auch in Belarus, Litauen und Polen. In Polen kommt sie traditionell schon am 24. Dezember auf den Tisch.
Bräuche in Russland und Serbien
In Russland trat Weihnachten in der Sowjetzeit hinter das Neujahrsfest zurück. Tannenbaum, Geschenke und Väterchen Frost gehören seither vor allem zum 1. Januar. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist der 7. Januar dort wieder ein offizieller Feiertag.
Serbische Familien holen am 6. Januar, dem Badnji dan, den Badnjak ins Haus. Früher war das ein junger Eichenstamm, heute ist es meist ein Bündel Eichenzweige mit braunem Laub. Auf dem Boden breiten viele Familien Stroh aus. Am Weihnachtstag wird die Česnica geteilt, ein rundes Brot, in das eine Münze eingebacken ist.
Wer am Weihnachtsmorgen als erster Gast ins Haus kommt, der Položajnik, soll nach altem Brauch Glück für das ganze Jahr bringen. Bis zum 18. Januar, zwölf Tage lang, grüßt man sich mit „Hristos se rodi“, Christus ist geboren. Die Antwort lautet „Vaistinu se rodi“, er ist wahrhaftig geboren. Mitten in diese Zeit fällt am 14. Januar, dem Neujahr nach altem Kalender, der „kleine Weihnachtstag“ Mali Božić.

Was in Deutschland gilt
Am 7. Januar feiern in Deutschland vor allem serbisch- und russisch-orthodoxe Gemeinden. REMID zählt für 2022 rund 310.000 serbisch- und 250.000 russisch-orthodoxe Gläubige. Griechisch-, rumänisch- und bulgarisch-orthodoxe Christen haben ihr Fest dagegen schon am 25. Dezember gefeiert.
Gesetzlicher Feiertag ist der 7. Januar in keinem Land. Der Vortag ist dagegen in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt als Heilige Drei Könige frei. Liegt der 6. Januar unter der Woche, haben orthodoxe Familien dort ihren Heiligen Abend ohne Urlaubstag.
Ob der 7. Januar noch in die Weihnachtsferien fällt, hängt von Jahr und Land ab. In Hessen und Rheinland-Pfalz ist das besonders häufig der Fall. Sonst können Eltern eine Beurlaubung beantragen, Berufstätige nehmen Urlaub.
In Berlin erhalten Beschäftigte an den Feiertagen ihrer Kirche Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch (§ 2 Gesetz über die Sonn- und Feiertage). Das gilt, soweit keine unabweisbaren betrieblichen Gründe entgegenstehen. Feste weiterer Religionen erklärt der Ratgeber Religiöse Feiertage.
Quellen
- katholisch.de: Ein Spagat für viele Gläubige (2017) – Kirchen mit julianischem Kalender
- katholisch.de: Orthodoxe Kirche der Ukraine führt neuen Kalender ein (2023)
- REMID: Mitgliederzahlen orthodoxer, orientalischer und unierter Kirchen
- Berlin: Gesetz über die Sonn- und Feiertage
- Wikipedia: Neujulianischer Kalender – ergänzend
- Wikipedia: Christmas in Serbia und Kutja – ergänzend zu den Bräuchen
Weitere religiöse Feste
Islam
Judentum
Orthodoxe Kirchen
- Orthodoxes Ostern
- Orthodoxe Weihnachten
Hinduismus
Buddhismus
Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)
Häufige Fragen
Welche orthodoxen Kirchen feiern Weihnachten am 25. Dezember?
Unter anderem das Ökumenische Patriarchat, die Kirchen von Griechenland, Rumänien und Bulgarien sowie seit 2023 die Orthodoxe Kirche der Ukraine. Sie nutzen für feste Feiertage den neujulianischen Kalender.
Ab wann feiern orthodoxe Christen Weihnachten am 8. Januar?
Ab 2101. Weil 2100 nur im julianischen Kalender ein Schaltjahr ist, wächst der Abstand dann auf 14 Tage. Bis einschließlich Januar 2100 bleibt es nach unserer Berechnung beim 7. Januar.
Was ist der Badnjak?
Ein junger Eichenstamm oder ein Bündel Eichenzweige mit Laub, das serbische Familien am 6. Januar ins Haus holen. Der Brauch gehört zum Heiligen Abend der serbisch-orthodoxen Tradition.
Haben orthodoxe Christen am 6. Januar frei?
Nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt, wo der 6. Januar als Heilige Drei Könige gesetzlicher Feiertag ist. In den anderen Ländern ist der orthodoxe Heilige Abend ein Arbeitstag.
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