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Tag der Deutschen Einheit: Feiertag am 3. Oktober

Der Tag der Deutschen Einheit ist am Sonntag, 3. Oktober 2027. Er ist nach Art. 2 Abs. 2 Einigungsvertrag in ganz Deutschland gesetzlicher Feiertag. Er erinnert an den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990.

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Tag der Deutschen Einheit

3

Oktober 2027

Sonntag

Feiertag in allen 16 Ländern

in 357 Tagen

Alter Kolonnenweg aus Betonplatten im Grünen Band zwischen Birken und Heide im Morgenlicht
KI-generiert

Der Tag der Deutschen Einheit ist am Sonntag, 3. Oktober 2027. Der 3. Oktober ist in allen 16 Ländern gesetzlicher Feiertag und der Nationalfeiertag der Bundesrepublik. Er erinnert an den 3. Oktober 1990, als die DDR der Bundesrepublik beitrat. Die zentrale Feier richtet jedes Jahr das Land aus, das gerade den Bundesrat führt.

Termine

Das Datum ist fest, der Wochentag rückt jedes Jahr um einen Tag weiter. Liegt ein 29. Februar dazwischen, springt er um zwei Tage. Ob sich ein Brückentag lohnt, hängt allein davon ab.

Tag der Deutschen Einheit: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Tag der Deutschen Einheit 20273. Oktober 2027SonntagKW 39
Tag der Deutschen Einheit 20283. Oktober 2028DienstagKW 40
Tag der Deutschen Einheit 20293. Oktober 2029MittwochKW 40
Tag der Deutschen Einheit 20303. Oktober 2030DonnerstagKW 40
Tag der Deutschen Einheit 20313. Oktober 2031FreitagKW 40

Gesetzlicher Feiertag in ganz Deutschland

Der Tag der Deutschen Einheit ist der einzige Feiertag, den der Bund selbst festgelegt hat. Art. 2 Abs. 2 des Einigungsvertrags bestimmt: „Der 3. Oktober ist als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag.“ Alle anderen Feiertage regeln die Länder in ihren Feiertagsgesetzen, die den 3. Oktober meist zusätzlich aufführen.

Für Beschäftigte gilt der Tag wie jeder andere Feiertag. Wer frei hat, bekommt seinen Lohn weiter (§ 2 Entgeltfortzahlungsgesetz). Wer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag arbeitet, hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag innerhalb von acht Wochen (§ 11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz). Zuschläge schreibt das Gesetz nicht vor, sie ergeben sich aus Tarif- oder Arbeitsvertrag; mehr dazu unter Arbeiten an Feiertagen.

Fällt der 3. Oktober auf einen Samstag oder Sonntag, entsteht kein zusätzlicher freier Tag. Geschäfte bleiben auch an einem Samstag-Feiertag geschlossen, Ausnahmen gelten etwa für Bäckereien, Tankstellen und Bahnhöfe. Die Regeln der Länder stehen unter Ladenöffnung an Feiertagen.

Geschichte: vom 17. Juni zum 3. Oktober

Vor 1990 hatten beide deutsche Staaten eigene Nationalfeiertage. In der Bundesrepublik war seit 1954 der 17. Juni als „Tag der deutschen Einheit“ gesetzlicher Feiertag. Er erinnerte an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Die DDR beging am 7. Oktober ihren Gründungstag von 1949.

Im Herbst 1989 erzwangen Demonstrationen in der DDR den politischen Umbruch, am 9. November fiel die Mauer. Nach der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990 beschloss die Volkskammer in der Nacht zum 23. August 1990 den Beitritt zum 3. Oktober. Grundlage war Art. 23 des Grundgesetzes in seiner damaligen Fassung.

Der Weg zur Einheit 1989/1990
DatumEreignis
9. November 1989Öffnung der Berliner Mauer
18. März 1990Erste freie Wahl zur Volkskammer der DDR
1. Juli 1990Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, die D-Mark wird Zahlungsmittel in der DDR
23. August 1990Die Volkskammer beschließt den Beitritt zum 3. Oktober
31. August 1990Unterzeichnung des Einigungsvertrags
12. September 1990Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags in Moskau
3. Oktober 1990Der Beitritt wird wirksam, Deutschland ist wiedervereinigt

Der Einigungsvertrag legte neben dem Feiertag auch Berlin als Hauptstadt fest (Art. 2 Abs. 1). Über den Sitz von Parlament und Regierung sollte erst nach der Einheit entschieden werden. Der Bundestag stimmte 1991 für den Umzug nach Berlin.

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs regelte die äußeren Fragen der Einheit. Er bestätigte die Grenzen des vereinten Deutschlands und beendete die Rechte der Alliierten in Bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes. Damit war der Weg frei für den Beitritt am 3. Oktober.

Beitritt statt neuer Verfassung

Das Grundgesetz bot 1990 zwei Wege zur Einheit. Nach Art. 23 in der damaligen Fassung konnten weitere Teile Deutschlands dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beitreten. Art. 146 sah dagegen eine neue Verfassung vor, über die das deutsche Volk frei entscheidet.

Die Volkskammer wählte den Beitritt, weil er schneller umzusetzen war. Das Grundgesetz blieb in Kraft und wurde angepasst; Art. 23 in der alten Fassung wurde aufgehoben. Die neu gebildeten Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden mit dem 3. Oktober Länder der Bundesrepublik, Ost-Berlin wurde Teil des Landes Berlin.

Kleines d, großes D

Der westdeutsche Feiertag am 17. Juni hieß „Tag der deutschen Einheit“ mit kleinem d. Er stand für die erhoffte Einheit. Der heutige Feiertag schreibt sich „Tag der Deutschen Einheit“ mit großem D, so wie ihn der Einigungsvertrag nennt.

Warum nicht der 9. November?

Der Fall der Mauer am 9. November 1989 ist für viele Menschen der bewegendste Moment der Einheit. Als Feiertag kam das Datum trotzdem nicht infrage. In der Nacht zum 10. November 1938 zerstörten Nationalsozialisten im ganzen Land Synagogen, Geschäfte und Wohnungen von Jüdinnen und Juden. Ein Freudenfest an diesem Datum galt deshalb als unangemessen.

Der 9. November trägt noch weitere Bedeutungen. 1918 wurde in Berlin die Republik ausgerufen, 1923 scheiterte in München der Hitler-Putsch. Der 3. Oktober markiert dagegen keinen spontanen Moment, sondern den rechtlichen Vollzug der Einheit. Am 9. November wird heute vor allem der Pogrome und des Mauerfalls gedacht, ein Feiertag ist er nicht.

3. Oktober und 9. November im Vergleich
Merkmal3. Oktober9. November
EreignisBeitritt der DDR zur Bundesrepublik 1990Öffnung der Mauer 1989
Charakterstaatsrechtlicher Abschluss der EinheitErgebnis der friedlichen Revolution
Weitere BedeutungenkeineAusrufung der Republik 1918, Hitler-Putsch 1923, Novemberpogrome 1938
Statusgesetzlicher Feiertag in allen LändernGedenkdatum, kein Feiertag

Bürgerfest im Land der Bundesratspräsidentschaft

Die offizielle Feier findet nach Angaben des Bundesrates immer in dem Land statt, das die Bundesratspräsidentschaft innehat. Der Vorsitz wechselt jedes Jahr zum 1. November. Die Reihenfolge legt das Königsteiner Abkommen vom 30. August 1950 fest. Sie richtet sich nach der Einwohnerzahl und beginnt mit dem bevölkerungsreichsten Land; seit 1990 gilt sie auch für die ostdeutschen Länder.

Zum Programm gehören ein ökumenischer Gottesdienst, ein Festakt mit den Spitzen der Verfassungsorgane und ein mehrtägiges Bürgerfest. Beim Fest stellen sich Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht vor, dazu alle 16 Länder. Das Fernsehen überträgt den Festakt in der Regel live.

Ausrichter der zentralen Feier seit 2019
JahrLandOrt
2019Schleswig-HolsteinKiel
2020BrandenburgPotsdam
2021Sachsen-AnhaltHalle (Saale)
2022ThüringenErfurt
2023HamburgHamburg
2024Mecklenburg-VorpommernSchwerin
2025SaarlandSaarbrücken
2026BremenBremen

Bremen ist das kleinste Land und steht am Ende der Reihe. Danach beginnt der Zyklus wieder mit Nordrhein-Westfalen. Ort, Motto und Programm gibt das jeweils ausrichtende Land bekannt.

Menschen von hinten zwischen weißen Festzelten auf einem Platz an einem sonnigen Herbsttag
Bürgerfest zum 3. Oktober: Bund und Länder stellen sich in Zelten und auf Bühnen vor. KI-generiert

Brückentage rund um den 3. Oktober

Die Übersicht zeigt die Brückentage rund um den nächsten Termin für jedes Land.

Tag der Deutschen Einheit 2027 fällt auf einen Sonntag. Ein klassischer Brückentag ergibt sich dadurch nicht.

So viele freie Tage bringt der 3. Oktober je nach Wochentag
3. Oktober fällt aufUrlaubstageFreie Tage am Stück
Montag oder Freitagkeiner3 (langes Wochenende)
Dienstag1 (Montag)4
Donnerstag1 (Freitag)4
Mittwoch2 (Montag und Dienstag oder Donnerstag und Freitag)5
Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag4 (übrige Werktage der Woche)9
Samstag oder Sonntagkeinerkein zusätzlicher freier Tag

In einigen Ländern beginnen die Herbstferien kurz nach dem 3. Oktober, sodass Familien den Feiertag an die Ferien anhängen können. Im Norden und Osten folgt vier Wochen später der Reformationstag. Beide Tage fallen immer auf denselben Wochentag, ein günstiges Jahr bringt dort also zwei Brückentage. Mit dem Brückentage-Planer rechnen Sie Ihre Urlaubstage für jedes Land aus.

Wie der Tag begangen wird

Neben der zentralen Feier laden viele Städte und Gemeinden zu eigenen Veranstaltungen ein, etwa zu Konzerten, Gottesdiensten oder Festen an ehemaligen Grenzorten. Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung stellen sich beim Bürgerfest mit Ständen und Gesprächsangeboten vor.

Ein eigener Ort der Erinnerung ist das Grüne Band: Auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost und West entstand ein langer Biotopverbund. Wanderwege auf dem alten Kolonnenweg führen heute durch Landschaften, die jahrzehntelang niemand betreten durfte. Für viele Familien ist ein Ausflug dorthin eine anschauliche Art, Kindern die Teilung zu erklären.

Drei verbreitete Irrtümer

  • „Der 3. Oktober erinnert an den Mauerfall.“ Nein, die Mauer fiel am 9. November 1989. Der 3. Oktober markiert den Beitritt der DDR knapp ein Jahr später.
  • „Die zentrale Feier ist immer in Berlin.“ Sie wandert jedes Jahr in das Land, das den Bundesrat führt. Berlin war zuletzt 2018 an der Reihe.
  • „Fällt der Feiertag auf einen Samstag, gibt es einen Ersatztag.“ Das sehen weder der Einigungsvertrag noch die Feiertagsgesetze der Länder vor.

Quellen

Tag der Deutschen Einheit nach Jahren

Häufige Fragen

Warum ist der 3. Oktober Nationalfeiertag?

An diesem Tag trat 1990 die DDR der Bundesrepublik bei. Der Einigungsvertrag erklärte den 3. Oktober in Art. 2 Abs. 2 zum gesetzlichen Feiertag.

Wo findet die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit statt?

Im Land, das den Vorsitz im Bundesrat führt. Der Vorsitz wechselt jedes Jahr am 1. November in einer festen Reihenfolge nach Einwohnerzahl.

Was war der 17. Juni?

Von 1954 an war der 17. Juni in der Bundesrepublik als „Tag der deutschen Einheit“ gesetzlicher Feiertag. Er erinnerte an den Volksaufstand in der DDR 1953 und wurde durch den 3. Oktober ersetzt.

Bekomme ich einen freien Tag, wenn ich am 3. Oktober arbeite?

Fällt der Feiertag auf einen Werktag, steht Ihnen nach § 11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz ein Ersatzruhetag innerhalb von acht Wochen zu. Zuschläge regeln Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Warum feiert Deutschland nicht am 9. November?

Der 9. November ist auch der Tag der Novemberpogrome von 1938. Ein Freudenfest an diesem Datum galt deshalb als unpassend.

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