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Erntedankfest: Termin, Erntekrone und Bräuche
Das nächste Erntedankfest ist am Sonntag, 4. Oktober 2026. Evangelische und katholische Gemeinden feiern es in der Regel am ersten Sonntag im Oktober. Ein gesetzlicher Feiertag ist Erntedank nicht, als Sonntag aber ohnehin arbeitsfrei.
Erntedankfest
4
Oktober 2026
Sonntag
kein gesetzlicher Feiertag
morgen

Das nächste Erntedankfest ist am Sonntag, 4. Oktober 2026. Beide großen Kirchen feiern es in der Regel am ersten Sonntag im Oktober. Gemeinden danken im Gottesdienst für die Ernte, schmücken den Altar mit Feldfrüchten und tragen vielerorts eine Erntekrone in die Kirche. Ein gesetzlicher Feiertag ist Erntedank nicht.
Termine des Erntedankfests
Der erste Sonntag im Oktober liegt immer zwischen dem 1. und dem 7. Oktober. Die Tabelle nennt die nächsten Termine mit Kalenderwoche.
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Erntedankfest 2026 | 4. Oktober 2026 | Sonntag | KW 40 |
| Erntedankfest 2027 | 3. Oktober 2027 | Sonntag | KW 39 |
| Erntedankfest 2028 | 1. Oktober 2028 | Sonntag | KW 39 |
| Erntedankfest 2029 | 7. Oktober 2029 | Sonntag | KW 40 |
| Erntedankfest 2030 | 6. Oktober 2030 | Sonntag | KW 40 |
Countdown: Erntedankfest am Sonntag, 4. Oktober 2026
Heute ist es so weit!
Fällt der 3. Oktober auf einen Sonntag, sind Erntedank und Tag der Deutschen Einheit derselbe Tag. Einen zusätzlichen freien Tag gibt es dann nicht. In den meisten Ländern beginnen kurz darauf die Herbstferien.
Warum der erste Sonntag im Oktober?
Einen für alle verbindlichen Termin gibt es nicht. Die Deutsche Bischofskonferenz empfahl 1972 den ersten Sonntag im Oktober. Im allgemeinen römischen Kalender ist Erntedank kein eigenes Fest, katholische Gemeinden sind an die Empfehlung daher nicht gebunden.
In der evangelischen Kirche war Erntedank lange an den Michaelistag am 29. September gebunden und wurde am Sonntag danach gefeiert. Heute nennt die EKD als Regeltermin den ersten Sonntag im Oktober. Damit feiern beide Kirchen meist am selben Tag.
Viele Gemeinden weichen trotzdem ab. Manche feiern erst, wenn vor Ort die letzte Ernte eingebracht ist, andere verbinden das Fest mit einem Gemeinde- oder Dorffest. Den genauen Termin nennen Gemeindebrief, Aushang oder die Website der Kirchengemeinde.
| Wer | Regel | Verbindlichkeit |
|---|---|---|
| Katholische Kirche | erster Sonntag im Oktober, Empfehlung der Bischofskonferenz von 1972 | Empfehlung, kein Fest des allgemeinen Kirchenkalenders |
| Evangelische Kirche | Regeltermin erster Sonntag im Oktober, früher Sonntag nach Michaelis | Gemeinden können abweichen |
| Staat | kein gesetzlicher Feiertag | Sonntagsschutz nach Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 139 WRV |
Kein Feiertag, aber arbeitsfrei
Erntedank steht in keinem Feiertagsgesetz der Länder. Weil das Fest immer auf einen Sonntag fällt, ist es trotzdem für die meisten Menschen arbeitsfrei. Das Grundgesetz schützt den Sonntag als Tag „der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“. So steht es in Art. 139 der Weimarer Reichsverfassung, den Art. 140 GG übernimmt.
Geschäfte bleiben deshalb geschlossen, sofern die Gemeinde keinen verkaufsoffenen Sonntag erlaubt. Welche Ausnahmen die Länder zulassen, steht unter Ladenöffnung an Feiertagen. Auf Bauernhöfen ruht die Arbeit allerdings auch am Erntedanksonntag nie ganz, denn Tiere müssen versorgt werden.
Erntekrone, Erntealtar und Erntezug
Das bekannteste Zeichen ist die Erntekrone. Sie wird aus Ähren von Weizen, Roggen, Gerste und Hafer gebunden und mit Bändern und Blumen geschmückt. In vielen Dörfern trägt man sie in einem Umzug zur Kirche und hängt sie dort auf. Oft bleibt sie bis zum nächsten Jahr hängen.
Vor oder auf dem Altar liegen am Erntedanksonntag Gaben aus Feld und Garten: Kartoffeln, Kürbisse, Äpfel, Getreide, Brot und Blumen. Die EKD beschreibt den geschmückten Erntealtar als Tradition zum Abschluss der Ernte. Häufig bringen Gemeindemitglieder die Gaben selbst mit, manchmal auch Kinder aus Kita und Grundschule.
In ländlichen Regionen gibt es zusätzlich Erntezüge mit geschmückten Wagen, Traktoren, Vereinen und Musik. Mancherorts gehören ein Erntefest im Festzelt oder ein gemeinsames Mittagessen dazu. Wie gefeiert wird, unterscheidet sich von Dorf zu Dorf deutlich.

So läuft ein Erntedank-Gottesdienst ab
Viele Gottesdienste beginnen mit einem Einzug, bei dem Kinder oder Landfrauen die Erntekrone und Körbe mit Gaben nach vorn tragen. In katholischen Kirchen segnet der Priester die Erntegaben. Häufig wirken Kindergarten, Chor oder Posaunenchor mit, und im Anschluss lädt die Gemeinde zu Kaffee, Suppe oder einem Erntedankessen ein.
Zu den bekanntesten Liedern gehört „Wir pflügen und wir streuen“ nach einem Text von Matthias Claudius. Auch „Nun danket alle Gott“ von Martin Rinckart wird an Erntedank oft gesungen. Als Predigttext dient häufig die Zusage aus dem ersten Buch Mose: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte.“
Manche katholischen Gemeinden legen zu Erntedank Teppiche aus Blüten, Samen und Früchten aus. Diese Erntedankteppiche entstehen in vielen Arbeitsstunden und sind oft nur wenige Tage zu sehen.
Was mit den Erntegaben geschieht
Erntedank-Gottesdienste sind nach Angaben der EKD oft mit einer Solidaritätsaktion für Menschen in Not verbunden. Haltbare Lebensmittel vom Erntealtar gehen vielerorts an Tafeln, Suppenküchen oder soziale Einrichtungen. Frisches Obst und Gemüse wird häufig nach dem Gottesdienst verteilt oder in der Gemeinde verkocht.
Eine Erntekrone selbst binden
Für Kita, Verein oder Dorfgemeinschaft lässt sich eine einfache Erntekrone selbst binden. Sie brauchen einen Reifen aus Holz oder Draht als Grundform, vier gebogene Bügel für die Kuppel, Blumendraht und reichlich Getreide mit Ähren. Bänder in kräftigen Farben, getrocknete Blumen und Hagebutten setzen Akzente.
- Reifen und Bügel zu einer Kuppel verbinden und mit Draht fixieren.
- Kleine Ährenbündel schuppenartig auf Reifen und Bügel binden, die Ähren zeigen dabei alle in dieselbe Richtung.
- Übergänge mit Bändern umwickeln und Blumen oder Früchte einstecken.
- Oben eine stabile Schlaufe anbringen, damit die Krone sicher hängt.
Getreide gibt es bei Landwirten in der Umgebung, im Floristikbedarf oder auf Bauernmärkten. Frisch geschnittene Halme lassen sich leichter biegen als ganz trockene.
Bedeutung: Dank und Verantwortung
Gott für die Ernte zu danken, gehört nach den Worten der EKD zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Christen verbinden den Dank mit der Bitte aus dem Vaterunser: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Dass Brot auf dem Tisch liegt, ist für sie keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk.
Heute greifen viele Gemeinden an Erntedank auch Fragen der Gegenwart auf. Dazu gehören faire Preise für Landwirte, Hunger in anderen Teilen der Welt und der Umgang mit Lebensmitteln. Predigten greifen etwa Dürre, Starkregen oder Lebensmittelverschwendung auf. So wird aus dem Dank zugleich eine Frage nach Verantwortung.
Erntefeste sind älter als das Christentum und in vielen Kulturen bekannt. Im Judentum knüpft das Laubhüttenfest Sukkot an die Ernte an. Das amerikanische Thanksgiving am vierten Donnerstag im November hat eine eigene Geschichte und ist in den USA ein gesetzlicher Feiertag.
Erntedank in der Stadt
Erntedank ist kein reines Dorffest. Auch Stadtgemeinden schmücken ihre Kirchen, oft mit Gaben aus Kleingärten, Schulgärten oder vom Wochenmarkt. Manche Gemeinden laden Landwirte aus dem Umland ein, im Gottesdienst von ihrer Arbeit und vom Erntejahr zu erzählen.
Wer keinen Garten hat, kann den Gedanken trotzdem aufgreifen. Ein Einkauf auf dem Bauernmarkt, ein Besuch auf einem Hof zum Selbstpflücken oder eine Spende an die Tafel passen gut zum Tag. Haltbare Lebensmittel sind bei Tafeln das ganze Jahr gefragt.
Erntedank in Familie, Kita und Schule
Erntedank eignet sich gut, um Kindern zu zeigen, woher Lebensmittel kommen. Vier Ideen, die ohne großen Aufwand gelingen:
- Erntekorb packen: Kinder suchen im Garten oder auf dem Wochenmarkt regionale Früchte der Saison aus und bringen sie zum Gottesdienst.
- Vom Korn zum Brot: Gemeinsam ein einfaches Brot backen und dabei erklären, wie viele Arbeitsschritte in einem Laib stecken.
- Hofbesuch: Viele Bauernhöfe bieten im Herbst Führungen, Hoffeste oder Hofläden an. Fragen Sie direkt beim Betrieb nach Terminen.
- Saisonkalender: Im Oktober reifen in Deutschland unter anderem Äpfel, Birnen, Quitten, Kürbisse, Kartoffeln, Möhren, Rote Bete und Kohl. Kinder ordnen die Früchte nach Baum, Strauch und Acker.
- Danke-Runde: Am Esstisch nennt jede Person etwas, wofür sie in diesem Jahr dankbar ist.
Der Termin liegt etwa zwei Wochen nach dem Herbstanfang. Wer die Feste des Kirchenjahrs im Zusammenhang sehen möchte, findet einen Überblick unter religiöse Feiertage. Den Gedanken des Teilens greift wenige Wochen später auch der Martinstag auf.
Quellen
- EKD: Erntedank
- evangelisch.de: Wer legt fest, wann Erntedank ist?
- evangelisch.de: Erntedanktagverwirrspiel
- HanisauLand (Bundeszentrale für politische Bildung): Erntedankfest
- Grundgesetz, Art. 140 (mit Art. 139 WRV)
Erntedankfest nach Jahren
Häufige Fragen
Wann ist Erntedank in der katholischen Kirche?
Die Deutsche Bischofskonferenz empfahl 1972 den ersten Sonntag im Oktober. Die meisten katholischen Gemeinden halten sich daran, verpflichtet sind sie nicht.
Ist Erntedank ein gesetzlicher Feiertag?
Nein. Erntedank steht in keinem Feiertagsgesetz. Da das Fest immer auf einen Sonntag fällt, ist es durch den Sonntagsschutz trotzdem für die meisten arbeitsfrei.
Was ist eine Erntekrone?
Eine kronen- oder kranzförmig gebundene Figur aus Getreideähren, geschmückt mit Bändern und Blumen. Sie wird zu Erntedank in die Kirche getragen und dort aufgehängt.
Was passiert mit den Gaben vom Erntealtar?
Viele Gemeinden geben haltbare Lebensmittel an Tafeln oder soziale Einrichtungen weiter. Frische Gaben werden oft nach dem Gottesdienst verteilt.
Fallen Erntedank und Tag der Deutschen Einheit manchmal zusammen?
Ja, immer dann, wenn der 3. Oktober ein Sonntag ist. Der Tag ist dann Erntedank und gesetzlicher Feiertag zugleich, einen zusätzlichen freien Tag gibt es aber nicht.
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