Anlässe

Martinstag am 11. November: Sankt Martin und seine Bräuche

Der Martinstag ist am Mittwoch, 11. November 2026. Er erinnert an Bischof Martin von Tours, der am 11. November 397 beigesetzt wurde. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Tag nicht, Laternenumzüge finden oft auch an Abenden rund um den 11. November statt.

Von Zuletzt geprüft am 5 Min. Lesezeit

Martinstag

11

November 2026

Mittwoch

kein gesetzlicher Feiertag

in 39 Tagen

Kinder von hinten mit leuchtenden Papierlaternen auf einer dunklen Dorfstraße
KI-generiert

Der Martinstag ist am Mittwoch, 11. November 2026. Er erinnert an Martin von Tours, der als Soldat seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt haben soll. Kinder ziehen an diesem Abend mit Laternen durch die Straßen, vielerorts reitet ein Darsteller des heiligen Martin voran. Ein gesetzlicher Feiertag ist der 11. November nicht.

Termine und Countdown

Martinstag: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Martinstag 202611. November 2026MittwochKW 46
Martinstag 202711. November 2027DonnerstagKW 45
Martinstag 202811. November 2028SamstagKW 45
Martinstag 202911. November 2029SonntagKW 45
Martinstag 203011. November 2030MontagKW 46

Countdown: Martinstag am Mittwoch, 11. November 2026

39Tage
–Stunden
–Minuten
–Sekunden

Viele Kitas, Schulen und Gemeinden legen ihren Umzug nicht auf den 11. November selbst. Sie wählen einen Abend in den Tagen davor oder danach, auch damit sich die Züge benachbarter Einrichtungen nicht überschneiden. Den Termin vor Ort nennen Kita, Pfarrei oder Amtsblatt.

Wer war Martin von Tours?

Martin wurde um 316/317 im Gebiet des heutigen Ungarn geboren. Mit 15 Jahren trat er in das römische Heer ein. Am Stadttor von Amiens traf er der Überlieferung nach auf einen fast unbekleideten Bettler. Er teilte seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem Mann eine Hälfte.

In der folgenden Nacht soll ihm Christus im Traum erschienen sein, bekleidet mit dem halben Mantel. Martin ließ sich taufen und verließ später das Heer. 372 wurde er Bischof von Tours. Er starb am 8. November 397 im Alter von 81 Jahren und wurde am 11. November beigesetzt.

Der Legende nach wollte Martin gar nicht Bischof werden und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse verrieten ihn mit ihrem Geschnatter. Diese Geschichte ist eine der Erklärungen für die Martinsgans.

Martin von Tours in Daten
JahrStation
um 316/317Geburt im Gebiet des heutigen Ungarn
mit 15 JahrenEintritt in das römische Heer
als junger SoldatTeilung des Mantels am Stadttor von Amiens
372Bischof von Tours
8. November 397Tod im Alter von 81 Jahren
11. November 397Beisetzung, daher der Gedenktag

Laternenumzug, Martinsfeuer und Martinssingen

Der Laternenumzug ist der bekannteste Brauch. Kinder tragen selbst gebastelte Laternen und singen Martinslieder. Häufig spielen Kinder oder Erwachsene die Mantelteilung nach, bevor der Zug an einem Martinsfeuer endet. Das Feuer steht nach Deutung des Erzbistums Köln dafür, dass Martins Nächstenliebe Licht in die Dunkelheit brachte.

Nach dem Umzug ziehen Kinder vielerorts von Haus zu Haus, singen und bekommen Süßigkeiten oder Obst. Der Brauch hat regionale Namen: In Bonn heißt er „Schnörzen“, im Bergischen Land „Mätensingen“. Anders als zu Halloween steht dabei das Singen im Mittelpunkt, nicht die Verkleidung.

Laterne basteln: drei einfache Varianten

  • Käseschachtel-Laterne: Zwei runde Schachteln bilden Boden und Deckel, dazwischen wird Transparentpapier gespannt.
  • Glas-Laterne: Ein leeres Schraubglas wird mit Seidenpapier beklebt und an einem Drahtbügel getragen.
  • Tüten-Laterne: Eine Butterbrottüte mit ausgeschnittenen Motiven, innen mit LED-Licht, gelingt schon mit Kleinkindern.

Bekannte Martinslieder

Zum Umzug gehören Lieder, die viele Erwachsene noch aus der eigenen Kindheit kennen. Dazu zählen „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“, „Ich geh mit meiner Laterne“ und „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Kitas üben sie meist in den Wochen vor dem Fest.

Sicher unterwegs im Laternenumzug

  • Anmeldung: Größere Umzüge melden die Veranstalter bei der Gemeinde an. Oft sichern Feuerwehr, Polizei oder Ordner die Strecke.
  • Sichtbarkeit: Reflektoren an Jacke und Schulranzen helfen auch auf dem Heimweg.
  • Treffpunkt: Vereinbaren Sie mit Kindern einen festen Ort, falls Sie sich im Gedränge verlieren.
  • Feuer: Am Martinsfeuer halten Kinder Abstand, Laternen werden nicht ans Feuer gehalten.

Martinsgans und Weckmann

Die Gans hat neben der Legende einen wirtschaftlichen Hintergrund. Der 11. November war im Mittelalter das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahrs. Pacht und Abgaben wurden fällig und oft in Naturalien bezahlt, auch mit Gänsen. Zugleich war der Martinstag der letzte Tag vor einer sechswöchigen Fastenzeit vor Weihnachten.

Für Kinder gibt es nach dem Umzug oft ein Hefegebäck in Menschenform. Im Rheinland heißt es Weckmann, in Westfalen Stutenkerl. Typisch ist eine kleine weiße Tonpfeife, die manche als umgedeuteten Bischofsstab erklären. Vielerorts gehört das Gebäck auch zu Nikolaus.

Goldbraune Weckmänner aus Hefeteig mit Rosinenaugen und Tonpfeife auf einem Backblech
Weckmann oder Stutenkerl: Das Hefegebäck bekommen Kinder im Rheinland und in Westfalen nach dem Martinszug. KI-generiert

Der Gedanke des Teilens prägt den Tag bis heute. Viele Kitas und Schulen teilen nach dem Umzug Brezeln oder Weckmänner, andere verbinden den Martinstag mit einer Sammlung für Bedürftige. So wird die Geschichte vom geteilten Mantel für Kinder greifbar.

Martin als Schutzpatron

Martin von Tours gehört zu den bekanntesten Heiligen Europas. In Deutschland ist er unter anderem Patron des Bistums Rottenburg-Stuttgart und des Mainzer Doms. Zahlreiche Kirchen tragen seinen Namen.

Als Schutzpatron gilt Martin unter anderem für Soldaten, Reisende und Arme. Die Geschichte vom geteilten Mantel hat ihn zu einem Vorbild für Hilfsbereitschaft gemacht, das auch Menschen ohne kirchliche Bindung kennen.

Martinstag in evangelischen Regionen

Auch evangelische Gemeinden feiern den Martinstag. Ein Grund liegt in der Reformationsgeschichte: Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren und am folgenden Tag getauft. Seine Eltern benannten ihn nach dem Heiligen des Tauftags, Martin von Tours.

Manche Gemeinden verbinden das Fest deshalb mit beiden Namensträgern und feiern am 10. oder 11. November. Wer mehr über Luther wissen möchte, findet die Hintergründe beim Reformationstag. Weitere Feste im Jahreslauf erklärt die Seite religiöse Feiertage.

11.11. um 11:11 Uhr: Beginn der Karnevalssession

Am selben Tag beginnt um 11:11 Uhr in den Hochburgen von Karneval und Fastnacht die neue Session. Die Elf gilt als Narrenzahl. Eine verbreitete Erklärung verbindet den Termin mit dem Martinstag. Vor der früheren Fastenzeit im Advent wurde noch einmal ausgiebig gefeiert, ähnlich wie vor der Fastenzeit vor Ostern.

Ihren Höhepunkt erreicht die Session erst im Frühjahr mit dem Straßenkarneval rund um Rosenmontag. Die Termine dafür stehen auf der Seite zum Karneval. In Städten wie Köln und Düsseldorf können Sessionsauftakt und Martinszüge auf denselben Tag fallen.

Martinstag in Kita und Schule

In Kitas und Grundschulen beginnt die Vorbereitung oft Wochen vorher. Kinder basteln Laternen, lernen Lieder wie „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ und spielen die Geschichte der Mantelteilung nach. Viele Einrichtungen verbinden den Tag mit einer Aktion zum Teilen.

Unterrichtsfrei ist der Martinstag nirgends. Der Umzug findet deshalb meist am frühen Abend statt, wenn es dunkel ist. Mitte November geht die Sonne in Deutschland je nach Region zwischen etwa 16:15 und 17 Uhr unter.

Drei verbreitete Irrtümer

  • „Der Martinstag ist nach Martin Luther benannt.“ Nein, nach Martin von Tours. Luther erhielt umgekehrt seinen Namen, weil er am Martinstag getauft wurde.
  • „Martin teilte seinen Mantel in Tours.“ Die Überlieferung nennt Amiens. In Tours war Martin später Bischof.
  • „Am Martinstag ist schulfrei.“ Der 11. November ist in keinem Land ein Feiertag oder unterrichtsfreier Tag.

Quellen

Martinstag nach Jahren

Häufige Fragen

Ist der Martinstag ein Feiertag?

Nein, in keinem Land. Schulen, Kitas und Betriebe arbeiten normal; Umzüge finden deshalb am Abend statt.

Warum isst man am Martinstag Gans?

Der 11. November war früher Zahltag für Pacht und Abgaben, oft in Form von Gänsen, und der letzte Festtag vor der Fastenzeit im Advent. Dazu kommt die Legende von den schnatternden Gänsen, die Martins Versteck verrieten.

Wo fand die Mantelteilung statt?

Nach der Überlieferung am Stadttor von Amiens in Nordfrankreich. Martin war damals junger Soldat im römischen Heer.

Was ist der Unterschied zwischen Weckmann und Stutenkerl?

Es ist dasselbe Hefegebäck mit regional verschiedenem Namen: Weckmann im Rheinland, Stutenkerl in Westfalen.

Was hat der Martinstag mit dem Karnevalsbeginn zu tun?

Beide fallen auf den 11. November. Eine verbreitete Erklärung: Vor der früheren Fastenzeit im Advent wurde am Martinstag noch einmal gefeiert.

Passt dazu