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Buß- und Bettag: Termin-Regel, Sachsen und schulfrei in Bayern
Der Buß- und Bettag ist am Mittwoch, 18. November 2026. Gesetzlicher Feiertag ist er nur in Sachsen; in Bayern fällt an allen Schulen der Unterricht aus. Der Tag liegt immer auf dem Mittwoch vor dem 23. November.
Buß- und Bettag
18
November 2026
Mittwoch
Feiertag in Sachsen
in 41 Tagen

Der Buß- und Bettag ist am Mittwoch, 18. November 2026. Gesetzlicher Feiertag ist er nur in Sachsen. In Bayern ist kein Feiertag, aber an allen Schulen fällt der Unterricht aus. In den übrigen Ländern ist der Mittwoch ein normaler Arbeits- und Schultag.
Termine
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Buß- und Bettag 2026 | 18. November 2026 | Mittwoch | KW 47 |
| Buß- und Bettag 2027 | 17. November 2027 | Mittwoch | KW 46 |
| Buß- und Bettag 2028 | 22. November 2028 | Mittwoch | KW 47 |
| Buß- und Bettag 2029 | 21. November 2029 | Mittwoch | KW 47 |
| Buß- und Bettag 2030 | 20. November 2030 | Mittwoch | KW 47 |
So wird der Termin berechnet
Der Buß- und Bettag ist der Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahrs, dem Totensonntag. Er liegt damit immer elf Tage vor dem 1. Advent. Der 1. Advent liegt zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Deshalb fällt der Buß- und Bettag stets zwischen den 16. und den 22. November.
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Es ist der letzte Mittwoch vor dem 23. November. Die Tabelle zeigt, wie der Wochentag des 23. November das Datum bestimmt.
| Der 23. November ist ein … | Buß- und Bettag am |
|---|---|
| Montag | 18. November |
| Dienstag | 17. November |
| Mittwoch | 16. November |
| Donnerstag | 22. November |
| Freitag | 21. November |
| Samstag | 20. November |
| Sonntag | 19. November |
Gesetzlicher Feiertag nur in Sachsen
Gesetzlicher Feiertag in: Sachsen.
Sachsen hat den Buß- und Bettag als einziges Land behalten; er steht im sächsischen Sonn- und Feiertagsgesetz (SächsSFG). Für Beschäftigte mit Arbeitsort in Sachsen ist der Tag frei und wird bezahlt (§ 2 Entgeltfortzahlungsgesetz). Schulen, Behörden und die meisten Geschäfte bleiben geschlossen. Alle Feiertage des Landes zeigt die Seite Feiertage in Sachsen.
Den Preis zahlen die Beschäftigten über die Pflegeversicherung. Nach § 58 Abs. 3 SGB XI tragen sie in Sachsen einen Beitragsanteil von 1 Prozent allein. Nur der Rest wird zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten geteilt. Maßgeblich ist der Beschäftigungsort, nicht der Wohnort.
| Beschäftigungsort | Anteil Beschäftigte | Anteil Arbeitgeber |
|---|---|---|
| Sachsen | 2,3 Prozent | 1,3 Prozent |
| übrige Länder | 1,8 Prozent | 1,8 Prozent |
Der Beitragssatz ändert sich von Zeit zu Zeit, der Unterschied bleibt. Beschäftigte in Sachsen zahlen 0,5 Prozentpunkte mehr, ihre Arbeitgeber 0,5 Prozentpunkte weniger. Zuschläge für Kinderlose und Abschläge für Eltern mehrerer Kinder kommen jeweils hinzu.
| Land | Status | Schule |
|---|---|---|
| Sachsen | gesetzlicher Feiertag | unterrichtsfrei |
| Bayern | kein Feiertag, aber stiller Tag mit Sonderschutz (Art. 3 und 4 FTG) | unterrichtsfrei |
| übrige 14 Länder | Werktag | Unterricht nach Plan |
1995: Warum der Feiertag fast überall wegfiel
Bis 1994 war der Buß- und Bettag in ganz Deutschland gesetzlicher Feiertag. 1995 wurde die soziale Pflegeversicherung eingeführt. Um die Arbeitgeber für ihren Beitragsanteil zu entlasten, strichen alle Länder außer Sachsen einen Feiertag, der stets auf einen Werktag fällt. Die Wahl fiel auf den Buß- und Bettag.
Die evangelischen Kirchen protestierten, konnten die Streichung aber nicht verhindern. Ein Kirchenvertreter räumte 25 Jahre später im Sonntagsblatt ein, man habe damals „nicht energisch genug Widerstand geleistet“. Unterschriftensammlungen für eine Wiedereinführung in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein scheiterten an den nötigen Quoren.
Die Rechnung ging zudem nur kurz auf. Nach dem Bericht des Sonntagsblatts rutschte die Pflegeversicherung schon 1999 in die roten Zahlen. Forderungen, den Feiertag zurückzuholen, tauchen seitdem immer wieder auf.
Bayern: schulfrei, aber kein Feiertag
Bayern schützt den Buß- und Bettag besonders, ohne ihn zum Feiertag zu machen. Art. 4 des Bayerischen Feiertagsgesetzes regelt drei Punkte:
- Schulen (Nr. 3): „An den Schulen aller Gattungen entfällt der Unterricht.“
- Beschäftigte (Nr. 2): Gläubige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen der Arbeit fernbleiben, außer wenn notwendige Arbeiten im Betrieb anstehen. Außer dem Lohnausfall darf ihnen daraus kein Nachteil entstehen.
- Gottesdienste (Nr. 1): Während des Hauptgottesdienstes zwischen 7 und 11 Uhr sind vermeidbare laute Tätigkeiten in der Nähe von Kirchen verboten.
Zusätzlich ist der Buß- und Bettag in Bayern ein stiller Tag (Art. 3 FTG). Anders als an den meisten anderen stillen Tagen fallen dann auch öffentliche Sportveranstaltungen unter die Einschränkungen. Die Regeln aller Länder stehen unter stille Feiertage.
Für Eltern bedeutet der Tag oft ein Betreuungsproblem: Die Schule ist zu, der Arbeitgeber erwartet sie im Betrieb. Für Kindertagesstätten gilt die Schulregel nicht, ob sie öffnen, entscheidet der Träger. Die bayerischen Herbstferien liegen dagegen meist um Allerheiligen; den Überblick geben die Schulferien in Bayern.

Betreuung organisieren in Bayern
Weil der Tag kein Feiertag ist, haben berufstätige Eltern in Bayern meist keinen Anspruch auf Freistellung. Manche Gemeinden, Horte und Vereine bieten an diesem Tag eine Betreuung an. Fragen Sie früh nach, denn die Plätze sind oft begrenzt.
Kinderkrankentage helfen hier nicht, sie gelten nur bei Krankheit des Kindes. Bleibt keine andere Lösung, ist ein Urlaubstag oder ein Tausch mit Kolleginnen und Kollegen der übliche Weg. In Sachsen stellt sich das Problem nicht, dort ist der Tag für alle frei.
Bedeutung: Buße als Neubeginn
Der Buß- und Bettag ist ein Tag der evangelischen Kirche. Buße meint im christlichen Sinn Umkehr: das eigene Handeln prüfen, Schuld eingestehen und neu anfangen. Neben dem persönlichen Gebet steht dabei auch der Blick auf Fehlentwicklungen in der Gesellschaft.
Viele Gemeinden laden am Abend zu Gottesdiensten ein, damit auch Berufstätige teilnehmen können. Die Kirchen greifen in Predigten und Aktionen oft aktuelle Themen auf. Die katholische Kirche kennt keinen eigenen Bußtag dieser Art; sie verbindet Buße vor allem mit der Fastenzeit ab Aschermittwoch.
Buß- und Bettage gab es in evangelischen Gebieten schon seit dem 16. Jahrhundert, oft aus besonderem Anlass in Notzeiten. Einen einheitlichen Termin am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahrs legte Preußen 1893 fest. In der DDR wurde der Tag bereits 1967 als Feiertag gestrichen.
Was Beschäftigte und Eltern planen sollten
- Sachsen: Der Tag ist frei. Wer arbeiten muss, hat nach § 11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz Anspruch auf einen Ersatzruhetag; mehr unter Arbeiten an Feiertagen.
- Bayern: Für Schulkinder rechtzeitig Betreuung organisieren oder einen Urlaubstag einplanen.
- Pendler: Ob Sie frei haben, entscheidet in der Regel der Arbeitsort. Das gilt besonders für Wege zwischen Sachsen und Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg.
- Alle anderen Länder: Normaler Arbeitstag. Evangelische Gemeinden bieten meist Gottesdienste am Abend an.
Vier verbreitete Irrtümer
- „Der Buß- und Bettag wurde bundesweit abgeschafft.“ In Sachsen ist er bis heute gesetzlicher Feiertag.
- „In Bayern ist der Tag arbeitsfrei.“ Frei haben dort nur die Schulen. Für Beschäftigte ist ein normaler Arbeitstag, mit dem besonderen Recht nach Art. 4 Nr. 2 FTG.
- „Wer in Sachsen wohnt, zahlt mehr Pflegebeitrag.“ Maßgeblich ist nach § 58 Abs. 3 SGB XI der Beschäftigungsort, nicht der Wohnort.
- „Der Buß- und Bettag ist immer der dritte Mittwoch im November.“ Meist stimmt das, aber nicht immer. Ist der 1. November ein Mittwoch, fällt er auf den 22. November und damit auf den vierten Mittwoch.
Quellen
- SGB XI, § 58 (Tragung der Beiträge)
- Bayerisches Feiertagsgesetz, Art. 4
- Bayerisches Feiertagsgesetz, Art. 3
- Arbeitszeitgesetz, § 11
- Sonntagsblatt: Vor 25 Jahren wurde der Buß- und Bettag abgeschafft
- Wikipedia: Buß- und Bettag (ergänzend)
Buß- und Bettag nach Jahren
Häufige Fragen
Ist der Buß- und Bettag ein Feiertag?
Nur in Sachsen. In Bayern ist er kein Feiertag, aber schulfrei; in allen anderen Ländern ist er ein normaler Werktag.
Warum ist der Buß- und Bettag immer an einem Mittwoch?
Er liegt traditionell auf dem Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahrs. Daraus ergibt sich ein Datum zwischen dem 16. und dem 22. November.
Haben Schüler in Bayern am Buß- und Bettag frei?
Ja. Nach Art. 4 Nr. 3 des Bayerischen Feiertagsgesetzes entfällt an allen Schulen der Unterricht. Für Beschäftigte ist der Tag dagegen ein normaler Arbeitstag.
Warum zahlen Arbeitnehmer in Sachsen mehr für die Pflegeversicherung?
Weil Sachsen den Buß- und Bettag 1995 nicht gestrichen hat. Nach § 58 Abs. 3 SGB XI tragen Beschäftigte dort 1 Prozent des Beitrags allein.
Seit wann ist der Buß- und Bettag kein bundesweiter Feiertag mehr?
Seit 1995. Die Länder strichen ihn, um die Arbeitgeber bei der Einführung der Pflegeversicherung zu entlasten; nur Sachsen behielt ihn.
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