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Volkstrauertag: Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewalt

Der Volkstrauertag ist am Sonntag, 15. November 2026. Er liegt immer zwei Sonntage vor dem 1. Advent. Der staatliche Gedenktag erinnert an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft und ist nach Landesrecht ein stiller Tag.

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Volkstrauertag

15

November 2026

Sonntag

kein gesetzlicher Feiertag

in 43 Tagen

Reihen schlichter Steinkreuze auf einer Kriegsgräberstätte im Novembernebel
KI-generiert

Der Volkstrauertag ist am Sonntag, 15. November 2026. Er fällt immer auf den zweiten Sonntag vor dem 1. Advent. An diesem staatlichen Gedenktag erinnern Bund, Länder und Gemeinden an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Länder schützen ihn in ihren Feiertagsgesetzen als stillen Tag.

Termine

Volkstrauertag: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Volkstrauertag 202615. November 2026SonntagKW 46
Volkstrauertag 202714. November 2027SonntagKW 45
Volkstrauertag 202819. November 2028SonntagKW 46
Volkstrauertag 202918. November 2029SonntagKW 46
Volkstrauertag 203017. November 2030SonntagKW 46

Der Volkstrauertag liegt immer zwischen dem 13. und dem 19. November. Er eröffnet eine Woche der Gedenktage, die mit dem 1. Advent endet.

Die Gedenkwoche vor dem Advent
TagAbstand zum VolkstrauertagAnlass
Volkstrauertag (Sonntag)–staatliches Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt
Buß- und Bettag (Mittwoch)3 Tage späterevangelischer Buß- und Gebetstag, Feiertag in Sachsen
Totensonntag (Sonntag)7 Tage späterevangelisches Gedenken an die Verstorbenen
1. Advent (Sonntag)14 Tage späterBeginn des neuen Kirchenjahrs

Wem der Volkstrauertag gilt

Der Tag erinnert an Soldaten und Zivilisten, die in Kriegen starben, und an die Opfer von Gewaltherrschaft. Ursprünglich galt er den Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Heute schließt das Gedenken ausdrücklich auch die Verfolgten und Ermordeten der NS-Zeit ein sowie die Opfer von Kriegen, Terror und Gewalt in der Gegenwart.

Der Volkstrauertag ist damit kein Heldengedenken, sondern ein Tag der Trauer und der Mahnung zum Frieden. Viele Reden verbinden den Blick zurück mit aktuellen Kriegen. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die im Einsatz ums Leben kamen, werden vielerorts genannt.

Geschichte: von 1919 bis heute

Den Anstoß gab der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der 1919 gegründet wurde. Er setzte sich von Anfang an für einen nationalen Trauertag ein. Gedacht werden sollte der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Ab 1926 wurde der Tag regelmäßig am Sonntag Reminiscere begangen, dem fünften Sonntag vor Ostern.

Die Nationalsozialisten machten daraus den „Heldengedenktag“ und stellten die Verherrlichung des Soldatentods in den Mittelpunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Volksbund die Tradition 1948 wieder auf. 1950 fand die erste zentrale Veranstaltung im Bundestag in Bonn statt.

1952 wurde der Volkstrauertag auf das Ende des Kirchenjahrs gelegt, zwei Sonntage vor dem 1. Advent. Seitdem liegt er in den Wochen, in denen auch die Kirchen ihrer Toten gedenken. Nach der Wiedervereinigung finden die zentralen Veranstaltungen wieder in Berlin statt.

Zentrale Gedenkstunde im Bundestag

Die wichtigste Veranstaltung ist die zentrale Gedenkstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Der Volksbund richtet sie aus, das Fernsehen überträgt sie live. Traditionell spricht der Bundespräsident das Totengedenken, einen weitgehend festen Text, der die Opfergruppen benennt.

Daneben gibt es in vielen Städten und Gemeinden eigene Gedenkfeiern, meist an Ehrenmalen, Kriegsgräberstätten oder auf Friedhöfen. Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Vereinen, Bundeswehr und Kirchen legen Kränze nieder. Im Ausland organisieren deutsche Botschaften gemeinsam mit dem Volksbund Gedenkfeiern an Kriegsgräbern.

Kranz aus Tannengrün und weißen Rosen an einer schlichten Steinmauer im Novemberlicht
Kranzniederlegung: In vielen Gemeinden wird am Volkstrauertag an Ehrenmalen und auf Friedhöfen gedacht. KI-generiert

Was am stillen Tag gilt

Der Volkstrauertag ist kein gesetzlicher Feiertag, denn er fällt ohnehin auf einen Sonntag. Die Länder schützen ihn aber als stillen Tag. Öffentliche Veranstaltungen, die dem ernsten Charakter des Tages widersprechen, sind dann eingeschränkt. Zwei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Regeln ausfallen:

  • Bayern: Der Schutz beginnt um 2 Uhr und endet um Mitternacht. Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen sind nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter wahren (Art. 3 FTG).
  • Thüringen: Ab 3 Uhr sind Musik- und Unterhaltungsdarbietungen in Gaststätten verboten, ebenso öffentliche Sportveranstaltungen. Andere öffentliche Veranstaltungen sind nur erlaubt, wenn sie der Würdigung des Tages dienen (§ 6 ThürFGtG).

In den anderen Ländern gelten eigene Uhrzeiten und Ausnahmen. Die Übersicht stille Feiertage fasst sie zusammen. Private Feiern in der eigenen Wohnung sind von diesen Regeln in der Regel nicht erfasst, solange sie nicht öffentlich sind.

Kriegsgräber: dauerndes Ruherecht

Viele Gedenkfeiern finden an Kriegsgräberstätten statt. Für diese Gräber gilt eine Besonderheit: Nach § 2 Abs. 1 des Gräbergesetzes bleiben Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft „dauernd bestehen“. Gewöhnliche Gräber werden dagegen nach Ablauf der Ruhezeit eingeebnet, die die Friedhofssatzung festlegt.

Das Gesetz gilt nicht nur für gefallene Soldaten. Es schützt auch die Gräber von Zivilisten, die durch Kriegshandlungen starben, von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und von Vertriebenen. Wer ein solches Grab sucht, kann sich an die Friedhofsverwaltung oder an den Volksbund wenden.

Mit Kindern über den Volkstrauertag sprechen

Kinder fragen oft, warum Erwachsene an einem Sonntag Kränze niederlegen. Eine einfache Erklärung reicht: An diesem Tag erinnern wir an Menschen, die im Krieg gestorben sind, und wünschen uns Frieden. Ältere Kinder verstehen auch, dass es um Opfer auf allen Seiten geht.

Ein Spaziergang zu einem Ehrenmal im eigenen Ort macht Geschichte greifbar. Viele dieser Denkmäler tragen Namen aus dem Ort, manchmal auch bekannte Familiennamen. Daraus ergeben sich Gespräche darüber, was Krieg für eine Familie bedeutet.

Volkstrauertag und Totensonntag

Beide Tage liegen eine Woche auseinander und werden oft verwechselt. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewalt. Der Totensonntag ist ein Tag der evangelischen Kirche, an dem Gemeinden ihrer eigenen Verstorbenen gedenken. Am Volkstrauertag stehen Kranzniederlegungen und Reden im Mittelpunkt, am Totensonntag Gottesdienste und Friedhofsbesuche.

Gedenken vor Ort

Wo die Feier in Ihrer Gemeinde stattfindet, steht meist im Amtsblatt oder auf der Website der Stadt. Die Feiern beginnen oft am späten Vormittag nach dem Gottesdienst. Teilnehmen kann jede und jeder, eine Anmeldung ist bei örtlichen Feiern in der Regel nicht nötig.

Viele Schulen greifen den Volkstrauertag im Geschichtsunterricht auf. Der Volksbund bietet dafür Bildungsangebote und internationale Jugendbegegnungen an. Er pflegt außerdem die Gräber deutscher Kriegstoter im Ausland.

Drei verbreitete Irrtümer

  • „Der Volkstrauertag ist ein kirchlicher Feiertag.“ Er ist ein staatlicher Gedenktag. Kirchen beteiligen sich, Träger ist aber der Volksbund mit Bund, Ländern und Gemeinden.
  • „Gedacht wird nur gefallener Soldaten.“ Das Gedenken gilt allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft, auch Zivilisten und Verfolgten.
  • „Am Volkstrauertag ist jede Feier verboten.“ Eingeschränkt sind öffentliche Veranstaltungen. Private Feiern in der eigenen Wohnung sind davon in der Regel nicht betroffen.

Quellen

Volkstrauertag nach Jahren

Häufige Fragen

Wann ist Volkstrauertag?

Immer am zweiten Sonntag vor dem 1. Advent, also zwischen dem 13. und dem 19. November. Der nächste Termin ist am Sonntag, 15. November 2026.

Ist der Volkstrauertag ein Feiertag?

Er ist ein staatlicher Gedenktag und fällt immer auf einen Sonntag. Die Länder schützen ihn als stillen Tag, ein zusätzlicher freier Tag entsteht nicht.

Wer hat den Volkstrauertag eingeführt?

Die Idee stammt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, gegründet 1919. Die erste Gedenkstunde im Reichstag fand 1922 statt, seit 1952 liegt der Tag am heutigen Termin.

Was ist das Totengedenken?

Ein weitgehend fester Gedenktext, den der Bundespräsident in der zentralen Gedenkstunde im Bundestag spricht. Er benennt die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Darf man am Volkstrauertag feiern?

Private Feiern sind möglich. Öffentliche Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen sind nach Landesrecht eingeschränkt, in Bayern ab 2 Uhr, in Thüringen ab 3 Uhr.

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