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Allerheiligen und Allerseelen: Feiertag, Gräberbesuch und Bräuche

Allerheiligen ist am Sonntag, 1. November 2026. Gesetzlicher Feiertag ist der Tag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Allerseelen am 2. November ist ein katholischer Gedenktag für alle Verstorbenen, aber in keinem Land arbeitsfrei.

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Allerheiligen

1

November 2026

Sonntag

Feiertag in 5 Ländern

in 29 Tagen

Rote Grablichter zwischen Heide und weißen Chrysanthemen auf einem Friedhof in der Dämmerung
KI-generiert

Allerheiligen ist am Sonntag, 1. November 2026. In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist der 1. November gesetzlicher Feiertag. Am Tag darauf folgt Allerseelen, an dem Katholiken aller Verstorbenen gedenken. Weil Allerseelen ein Werktag ist, besuchen viele Familien die Gräber schon am Nachmittag von Allerheiligen.

Termine

Allerheiligen fällt immer auf den 1. November, Allerseelen auf den 2. November. Die Tabelle zeigt die nächsten Termine von Allerheiligen mit Wochentag.

Allerheiligen: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Allerheiligen 20261. November 2026SonntagKW 44
Allerheiligen 20271. November 2027MontagKW 44
Allerheiligen 20281. November 2028MittwochKW 44
Allerheiligen 20291. November 2029DonnerstagKW 44
Allerheiligen 20301. November 2030FreitagKW 44

Ist der 1. November ein Samstag oder Sonntag, bringt der Feiertag in den fünf Ländern keinen zusätzlichen freien Tag. Ein Montag oder Freitag ergibt dagegen ein langes Wochenende.

Wo Allerheiligen gesetzlicher Feiertag ist

Allerheiligen ist in fünf Ländern im Süden und Westen gesetzlicher Feiertag, in denen die katholische Kirche traditionell stark vertreten ist. In Bayern nennt Art. 1 Abs. 1 des Feiertagsgesetzes Allerheiligen ausdrücklich unter den Feiertagen „im ganzen Staatsgebiet“. In den übrigen elf Ländern ist der 1. November ein Werktag.

Im Norden und Osten liegt der Schwerpunkt einen Tag früher: Dort ist der 31. Oktober als Reformationstag frei. Berlin und Hessen kennen an beiden Tagen keinen Feiertag. Die Unterschiede zwischen allen Ländern zeigt der Bundesländer-Vergleich.

Was der Feiertag für Beschäftigte bedeutet

In den fünf Ländern gilt Allerheiligen wie jeder gesetzliche Feiertag: Wer frei hat, bekommt seinen Lohn weiter (§ 2 Entgeltfortzahlungsgesetz). Wer an einem Werktags-Feiertag arbeitet, hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag innerhalb von acht Wochen (§ 11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz). Maßgeblich ist in der Regel der Arbeitsort. Wer in Hessen arbeitet und in Bayern wohnt, arbeitet am 1. November deshalb meist normal.

Stiller Tag: was eingeschränkt ist

Allerheiligen ist nicht nur Feiertag, sondern auch ein stiller Tag. In Bayern beginnt der Schutz um 2 Uhr und endet um Mitternacht (Art. 3 FTG). Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen sind in dieser Zeit nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren.

Die anderen Länder regeln Uhrzeiten und Verbote in ihren eigenen Feiertagsgesetzen. Betroffen sind vor allem Tanzveranstaltungen, Partys und laute Musik in der Öffentlichkeit, auch Halloween-Partys in der Nacht zum 1. November. Eine Übersicht nach Ländern bietet die Seite stille Feiertage. Für Geschäfte gilt das gewöhnliche Feiertagsrecht, siehe Ladenöffnung an Feiertagen.

Bedeutung und Geschichte von Allerheiligen

An Allerheiligen gedenkt die katholische Kirche aller Heiligen, auch der vielen, die niemand namentlich kennt. Für Katholiken ist der Tag ein Hochfest. Gemeint sind alle Menschen, die nach christlichem Glauben bei Gott vollendet sind, nicht nur die heiliggesprochenen.

Der Ursprung liegt in Rom. Dort wurde das Pantheon, ein antiker Tempel für alle Götter, wahrscheinlich im Jahr 609 als Kirche geweiht. Papst Gregor IV. legte das Fest aller Heiligen 835 auf den 1. November. Irische Missionare trugen es im 9. Jahrhundert auf den europäischen Kontinent.

Der Abend vor dem Fest heißt im Englischen „All Hallows’ Eve“. Daraus wurde der Name Halloween, das heute vor allem als Kinderbrauch gefeiert wird.

Evangelische Kirchen kennen keine Heiligenverehrung im katholischen Sinn. Sie gedenken ihrer Verstorbenen am letzten Sonntag des Kirchenjahrs, dem Totensonntag.

Gräberbesuch, Grablichter und Gräbersegnung

Rund um Allerheiligen werden die Gräber für den Winter hergerichtet. Typisch sind Heide, Chrysanthemen, Tannengrün und Gestecke, die auch Frost vertragen. Viele Familien kommen dafür an einem der Tage vorher auf den Friedhof.

Am Nachmittag von Allerheiligen ziehen in vielen katholischen Gemeinden Priester oder Diakone über den Friedhof und segnen die Gräber mit Weihwasser. Angehörige stehen dabei an den Gräbern ihrer Verstorbenen. Vorher gibt es oft eine Andacht in der Kirche oder in der Friedhofskapelle.

Auf vielen Gräbern brennen an diesen Tagen Grablichter, oft in roten Hüllen. Nach Angaben des Erzbistums Köln stehen die Kerzen für das Licht der Auferstehung und die Hoffnung auf ewiges Leben. Am Abend sind Friedhöfe in katholischen Regionen von vielen Lichtern erhellt.

Weihwasserkessel mit Wedel auf einer Steinkante neben einem mit Heide geschmückten Grab
Gräbersegnung: Vielerorts segnen Geistliche an Allerheiligen die Gräber mit Weihwasser. KI-generiert

Grabschmuck, der den Winter übersteht

  • Heide: Besenheide blüht bis in den Spätherbst, Schneeheide ab dem Winter. Beide vertragen Frost.
  • Chrysanthemen: Sie gehören traditionell zu Allerheiligen, sind aber nur bedingt winterhart.
  • Tannengrün: Zweige von Nordmanntanne oder Kiefer decken die Grabfläche ab und schützen empfindliche Pflanzen.
  • Gestecke: Aus Moos, Zapfen, Zweigen und Trockenblumen halten sie oft bis zum Frühjahr.

Gräberbesuch mit Kindern

Für Kinder ist der Friedhof an Allerheiligen oft ein eindrucksvoller Ort: viele Menschen, Lichter, Gesang. Erklären Sie vorher in einfachen Worten, wen Sie besuchen und warum. Kleine Aufgaben helfen, etwa ein Grablicht anzuzünden oder Zweige zu legen.

Fragen nach dem Tod dürfen ehrlich beantwortet werden, auch mit „Das weiß ich nicht“. Viele Kinder malen gern ein Bild für das Grab oder suchen einen schönen Stein aus. So wird der Besuch zu einem Ritual, das sie mitgestalten.

Wenn das Grab weit weg ist

Nicht jede Familie wohnt in der Nähe ihrer Gräber. Friedhofsgärtnereien übernehmen in vielen Orten die Grabpflege und stellen im Auftrag Gestecke und Grablichter auf. Wer selbst nicht hinfahren kann, zündet zu Hause oder in einer Kirche eine Kerze an.

Manche Gemeinden laden an Allerheiligen oder Allerseelen ausdrücklich alle Trauernden ein, auch wenn die Gräber anderswo liegen. Die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres werden dort im Gottesdienst genannt.

Allerseelen am 2. November

An Allerseelen gedenkt die katholische Kirche aller Verstorbenen. Eingeführt hat den Gedenktag Abt Odilo von Cluny um das Jahr 1000; eine Quelle nennt das Jahr 998. Er galt zunächst in den Klöstern, die von Cluny abhingen. Bis zum 12. Jahrhundert verbreitete er sich in Pfarreien von Lüttich bis Mailand, für Rom ist er seit 1311 bezeugt.

Allerheiligen und Allerseelen gehören inhaltlich zusammen. Am ersten Tag stehen die Heiligen im Mittelpunkt, am zweiten alle Toten, für die Gläubige beten. In katholischen Kirchen werden an Allerseelen Requiem-Messen gefeiert, also Gottesdienste für die Verstorbenen.

Gesetzlicher Feiertag ist Allerseelen in keinem Land. Deshalb finden Friedhofsbesuch und Gräbersegnung meist schon am Nachmittag von Allerheiligen statt. Wer am 2. November arbeitet, kann den Gang zum Grab am Abend nachholen; die Öffnungszeiten im Winter nennt die Friedhofsverwaltung.

Allerheiligen und Allerseelen im Vergleich
MerkmalAllerheiligenAllerseelen
Datum1. November2. November
Gedenken analle Heiligen, auch die unbekanntenalle Verstorbenen
UrsprungWeihe des Pantheons (wohl 609), Festlegung auf den 1. November 835Abt Odilo von Cluny, um das Jahr 1000
Rang in der katholischen KircheHochfestGedenktag für alle Verstorbenen
Gesetzlicher FeiertagBW, BY, NW, RP, SLin keinem Land
Typische BräucheGräbersegnung, Grablichter, GrabschmuckRequiem, Gebet für die Verstorbenen, Gräberbesuch

Brückentage und Herbstferien

Die Übersicht zeigt die Brückentage rund um den nächsten Termin in den fünf Ländern mit Feiertag.

Allerheiligen 2026 fällt auf einen Sonntag. Ein klassischer Brückentag ergibt sich dadurch nicht.

Fällt Allerheiligen auf einen Dienstag oder Donnerstag, genügt ein Urlaubstag für vier freie Tage. Ein Mittwoch lässt sich mit zwei Urlaubstagen auf fünf freie Tage verlängern. In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Herbstferien meist in der Woche vor oder nach Allerheiligen. Mehr dazu unter Schulferien in Bayern und die Übersicht der Herbstferien.

Drei verbreitete Irrtümer

  • „Allerseelen ist in Bayern ein Feiertag.“ Nein. Allerseelen ist in keinem Land gesetzlicher Feiertag, auch nicht in Bayern.
  • „An Allerheiligen haben alle Geschäfte in Deutschland zu.“ Geschlossen sind sie nur in den fünf Ländern mit Feiertag. In Hessen, Niedersachsen oder Thüringen ist ein normaler Einkaufstag.
  • „Allerheiligen ist ein Gedenktag für die Verstorbenen.“ Das ist eigentlich Allerseelen am 2. November. Allerheiligen gilt den Heiligen, der Gräberbesuch hat sich nur auf diesen Tag verlagert.

Quellen

Allerheiligen nach Jahren

Häufige Fragen

In welchen Bundesländern ist Allerheiligen ein Feiertag?

In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In den anderen elf Ländern ist der 1. November ein Werktag.

Ist Allerseelen ein Feiertag?

Nein, in keinem Land. Allerseelen am 2. November ist ein katholischer Gedenktag; viele Familien besuchen die Gräber deshalb schon an Allerheiligen.

Was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen?

Allerheiligen ist das Fest aller Heiligen, Allerseelen der Gedenktag für alle Verstorbenen. Beide Tage gehören zusammen und prägen den Gräberbesuch Anfang November.

Darf an Allerheiligen getanzt werden?

Nur eingeschränkt. Allerheiligen ist ein stiller Tag; in Bayern sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen ab 2 Uhr nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren.

Was ist eine Gräbersegnung?

Ein Priester oder Diakon segnet die Gräber mit Weihwasser, meist am Nachmittag von Allerheiligen. Angehörige stehen dabei an den Gräbern ihrer Verstorbenen.

Passt dazu

  • Anlässe Allerseelen

    Gedenktag am 2. November: Termin, Gräberbesuch, Bedeutung.

  • Anlässe Advent

    Die vier Adventssonntage und ihre Bräuche.

  • Anlässe Weihnachten

    Heiligabend, 1. und 2. Weihnachtstag.

  • Planen Ostern berechnen

    Osterdatum für jedes Jahr mit Rechenweg.