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Reformationstag am 31. Oktober: Wo frei ist und warum
Der Reformationstag ist am Samstag, 31. Oktober 2026. Gesetzlicher Feiertag ist er in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Er erinnert an Martin Luthers 95 Thesen vom 31. Oktober 1517.
Reformationstag
31
Oktober 2026
Samstag
Feiertag in 9 Ländern
in 20 Tagen

Der Reformationstag ist am Samstag, 31. Oktober 2026. In neun Ländern ist der 31. Oktober gesetzlicher Feiertag, in den übrigen sieben ein normaler Werktag. Evangelische Christen erinnern an diesem Tag an den Beginn der Reformation. Am 31. Oktober 1517 wandte sich Martin Luther mit 95 Thesen gegen den Ablasshandel.
Termine
Der Reformationstag fällt immer auf denselben Wochentag wie der Tag der Deutschen Einheit vier Wochen zuvor. Ein Montag oder Freitag bringt ein langes Wochenende, ein Dienstag oder Donnerstag lädt zum Brückentag ein.
| Termin | Datum | Wochentag | Kalenderwoche |
|---|---|---|---|
| Reformationstag 2026 | 31. Oktober 2026 | Samstag | KW 44 |
| Reformationstag 2027 | 31. Oktober 2027 | Sonntag | KW 43 |
| Reformationstag 2028 | 31. Oktober 2028 | Dienstag | KW 44 |
| Reformationstag 2029 | 31. Oktober 2029 | Mittwoch | KW 44 |
| Reformationstag 2030 | 31. Oktober 2030 | Donnerstag | KW 44 |
In welchen Ländern ist der Reformationstag ein Feiertag?
Gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.
In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der 31. Oktober seit der Wiedervereinigung gesetzlicher Feiertag. 2018 kamen Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein hinzu. In Thüringen etwa steht der Reformationstag in § 2 Abs. 1 des Feier- und Gedenktagsgesetzes.
| Länder | Feiertag seit |
|---|---|
| Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen | der Wiedervereinigung |
| Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein | 2018 |
| Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland | kein Feiertag |
Die vier norddeutschen Länder hatten bis 2018 nur die neun bundesweiten Feiertage. Die Debatte über einen zusätzlichen Tag kam im Lutherjahr 2017 auf, und alle vier entschieden sich für den 31. Oktober. In Hamburg stimmte die Bürgerschaft Ende Februar 2018 mit 66 von 121 Stimmen zu, Bremen folgte im Juni 2018 als letztes der vier Länder.
Wer zwischen den Ländern pendelt, sollte den Unterschied kennen. Maßgeblich ist in der Regel der Arbeitsort. Eine Pflegekraft aus Osnabrück, die in Nordrhein-Westfalen arbeitet, hat am 31. Oktober deshalb meist keinen freien Tag. Tarif- und Arbeitsverträge können abweichen; Grundregeln stehen unter Arbeiten an Feiertagen.
Kein Land hat neben dem Reformationstag auch Allerheiligen am 1. November als Feiertag. Die Grenze folgt grob der konfessionellen Prägung der Länder. Wie viele Feiertage jedes Land hat, zeigt der Bundesländer-Vergleich.
1517: Luthers 95 Thesen
Martin Luther, geboren am 10. November 1483 in Eisleben, war Augustinermönch und Professor für Theologie in Wittenberg. Am 31. Oktober 1517 kritisierte er in 95 Thesen den Ablasshandel. Mit Ablassbriefen konnten Gläubige damals gegen Geld den Erlass von Sündenstrafen erwerben. Luther hielt dagegen, dass allein echte Reue und Gottes Gnade zählen.
Belegt ist, dass Luther die Thesen am 31. Oktober 1517 mit einem Brief an Erzbischof Albrecht von Mainz schickte. Ob er sie auch an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist unter Fachleuten umstritten. Die EKD formuliert es so: Darüber „streiten die Experten“. Der berühmte Thesenanschlag wurde erst nach Luthers Tod ausführlich beschrieben.
Entscheidend für die Wirkung war der Buchdruck. Die Thesen wurden schnell nachgedruckt und verbreiteten sich innerhalb weniger Wochen weit über Wittenberg hinaus. Aus dem Streit um den Ablass entstand die Reformation und mit ihr die evangelischen Kirchen.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1483 | Geburt am 10. November in Eisleben |
| 1505 | Eintritt in das Augustinerkloster in Erfurt |
| 1512 | Doktor der Theologie, Professor in Wittenberg |
| 1517 | 95 Thesen gegen den Ablasshandel |
| 1521 | Reichstag zu Worms, Reichsacht, Aufenthalt auf der Wartburg |
| 1525 | Heirat mit Katharina von Bora |
| 1534 | Vollständige Bibelübersetzung erscheint |
| 1546 | Tod am 18. Februar in Eisleben |
Was die Reformation veränderte
- Bibel in der Volkssprache: Luther übersetzte das Neue Testament auf der Wartburg ins Deutsche. Es erschien 1522, die ganze Bibel 1534.
- Gottesdienst: Predigt und Gemeindegesang auf Deutsch rückten in den Mittelpunkt.
- Kirchenstruktur: Es entstanden evangelische Landeskirchen, aus denen die heutigen Gliedkirchen der EKD hervorgingen.
- Bildung: Luther warb für Schulen, in denen auch Mädchen lesen lernten, damit alle die Bibel selbst lesen konnten.
Der Reformationstag ist deshalb vor allem ein evangelischer Gedenktag. Katholische Gemeinden begehen ihn nicht als eigenes Fest, für sie folgt am Tag darauf das Hochfest Allerheiligen.
Das Verhältnis der Kirchen hat sich seit 1517 grundlegend verändert. Am Reformationstag 1999 unterzeichneten der Lutherische Weltbund und die katholische Kirche in Augsburg die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Damit räumten sie einen der zentralen Streitpunkte der Reformationszeit weitgehend aus. Viele Gemeinden feiern den 31. Oktober heute mit ökumenischen Gästen.
2017: einmal in ganz Deutschland frei
Zum 500. Jahrestag der Reformation war der 31. Oktober 2017 einmalig in allen 16 Ländern arbeitsfrei. Die Länder ohne regulären Reformationstag hatten dafür eigene, einmalige Regelungen beschlossen. Das Jubiläum gab zugleich den Anstoß für die Debatte im Norden, die ein Jahr später zum dauerhaften Feiertag in vier weiteren Ländern führte.
Ob der Tag als Feiertag bleibt, wird gelegentlich neu diskutiert. Im Oktober 2025 stellte die Mittelstandsvereinigung der CDU den arbeitsfreien 31. Oktober infrage, die EKD lehnte eine solche Debatte ab. Geändert wurde an den Feiertagsgesetzen bislang nichts.

Lutherrose und „Ein feste Burg“
Zwei Zeichen begegnen am Reformationstag immer wieder. Die Lutherrose war Luthers Siegel: eine weiße Rose, darin ein rotes Herz mit einem schwarzen Kreuz. Viele evangelische Kirchen und Gemeindehäuser zeigen sie bis heute.
Das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ schrieb Luther um 1529 nach Psalm 46. Es gilt seitdem als Lied der Reformation und wird an diesem Tag in vielen Gottesdiensten gesungen.
Reformationstag und Halloween
Am Abend des 31. Oktober ziehen auch verkleidete Kinder zu Halloween von Tür zu Tür. Beide Anlässe haben nichts miteinander zu tun. Halloween ist ein Brauch aus dem englischsprachigen Raum und nirgends in Deutschland ein Feiertag.
Der Reformationstag ist dagegen ein kirchlicher Gedenktag mit Gottesdiensten, Konzerten und Vorträgen. Manche evangelische Gemeinden setzen am Abend bewusst eigene Angebote für Kinder und Jugendliche, etwa Feste mit Bezug zu Luther oder Abendandachten. Beide Traditionen bestehen heute meist friedlich nebeneinander.
Brückentage um den Reformationstag
Die Brückentage gelten nur in den neun Ländern mit Feiertag. Die Übersicht zeigt sie für den nächsten Termin.
Reformationstag 2026 fällt auf einen Samstag. Ein klassischer Brückentag ergibt sich dadurch nicht.
Weil der 3. und der 31. Oktober immer auf denselben Wochentag fallen, lassen sich in diesen Ländern zwei Brückentage im selben Monat planen. Fallen beide auf einen Dienstag oder Donnerstag, ergeben zwei Urlaubstage acht freie Tage, verteilt auf zwei lange Wochenenden. Ob Herbstferien dazwischen liegen, zeigt die Übersicht der Herbstferien; die passende Kombination findet der Brückentage-Planer.
Wie der Reformationstag begangen wird
Im Mittelpunkt stehen Festgottesdienste, oft mit festlicher Kirchenmusik. Viele Gemeinden laden außerdem zu Vorträgen, Konzerten oder einem Gemeindefest ein. In den Lutherstädten Wittenberg, Eisleben und Eisenach gibt es jedes Jahr Veranstaltungen zur Reformation.
Für Familien eignet sich der Tag für einen Ausflug zu Orten der Reformation. In Eisleben stehen Luthers Geburts- und Sterbehaus, in Eisenach die Wartburg, auf der er das Neue Testament übersetzte. In Wittenberg lebte und lehrte er über drei Jahrzehnte. Mehrere dieser Stätten gehören seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.
Drei verbreitete Irrtümer
- „Der Reformationstag ist in ganz Deutschland frei.“ Nur in neun Ländern. Bundesweit arbeitsfrei war der 31. Oktober nur einmal, 2017.
- „In Berlin ist der 31. Oktober frei.“ Nein. Berlin hat 2019 stattdessen den Internationalen Frauentag am 8. März eingeführt.
- „Luther schlug die Thesen nachweislich an die Kirchentür.“ Belegt ist der Brief an Erzbischof Albrecht von Mainz. Der Anschlag selbst ist unter Fachleuten umstritten.
Quellen
- ZDFheute: Reformationstag – was am 31. Oktober gefeiert wird
- evangelisch.de: Reformationstag wird in Hamburg gesetzlicher Feiertag
- reformiert.de: Auch Bremen erklärt Reformationstag zum Feiertag
- evangelisch.de: EKD lehnt Debatte um Reformationstag ab (2025)
- Wirtschaftsdienst: Der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag (2018)
- EKD: Wer ist Martin Luther?
- Landesrecht Thüringen: Feier- und Gedenktagsgesetz, § 2
Reformationstag nach Jahren
Häufige Fragen
In welchen Bundesländern ist der Reformationstag ein Feiertag?
In Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. In den übrigen sieben Ländern ist der 31. Oktober ein Werktag.
Seit wann ist der Reformationstag in Niedersachsen ein Feiertag?
Seit 2018. Im selben Jahr führten auch Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein den Feiertag ein.
Hat Luther die Thesen wirklich an die Kirchentür geschlagen?
Das ist nicht sicher belegt und unter Historikern umstritten. Gesichert ist, dass er die 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an Erzbischof Albrecht von Mainz schickte.
War der Reformationstag schon einmal bundesweit frei?
Ja, einmalig 2017 zum 500. Jahrestag der Reformation. Damals war der 31. Oktober in allen 16 Ländern arbeitsfrei.
Hat der Reformationstag etwas mit Halloween zu tun?
Nein. Beide fallen zufällig auf den 31. Oktober. Der Reformationstag ist ein evangelischer Gedenktag, Halloween ein Brauch am Vorabend von Allerheiligen.
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