Anlässe

Allerseelen am 2. November: Gedenktag für alle Verstorbenen

Allerseelen ist am Montag, 2. November 2026. An diesem Tag gedenkt die katholische Kirche aller Verstorbenen. Gesetzlicher Feiertag ist Allerseelen in keinem Bundesland, Arbeit und Unterricht finden regulär statt.

Von Zuletzt geprüft am 5 Min. Lesezeit

Allerseelen

2

November 2026

Montag

kein gesetzlicher Feiertag

in 30 Tagen

Bergfriedhof mit schmiedeeisernen Grabkreuzen, auf einigen Gräbern leuchten rote Lichter in der Abenddämmerung
KI-generiert

Allerseelen ist am Montag, 2. November 2026. Die katholische Kirche gedenkt an diesem Tag aller Verstorbenen und betet für sie. Der Gedenktag folgt jedes Jahr auf Allerheiligen, ist aber in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag. Arbeit, Unterricht und Ladenöffnung laufen deshalb wie an jedem anderen Werktag.

Allerseelen: die nächsten Termine

Allerseelen hat ein festes Datum, den 2. November. Der Wochentag rückt von Jahr zu Jahr um einen Tag weiter, nach einem Schalttag um zwei. Auf den nächsten Termin folgt Allerseelen am Dienstag, 2. November 2027. Was der jeweilige Wochentag für Beruf, Schule und Friedhofsbesuch bedeutet, zeigen die verlinkten Jahresseiten.

Allerseelen: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Allerseelen 20262. November 2026MontagKW 45
Allerseelen 20272. November 2027DienstagKW 44
Allerseelen 20282. November 2028DonnerstagKW 44
Allerseelen 20292. November 2029FreitagKW 44
Allerseelen 20302. November 2030SamstagKW 44

Kein gesetzlicher Feiertag

Die Karte bleibt leer: Kein Land zählt Allerseelen zu seinen gesetzlichen Feiertagen. Selbst Bayern macht keine Ausnahme, obwohl dort Allerheiligen im ganzen Land frei ist. Das bayerische Feiertagsgesetz nennt den 2. November weder als Feiertag noch als stillen Tag (Art. 1 und Art. 3 FTG).

Arbeit und Urlaub

Für Beschäftigte ist Allerseelen ein gewöhnlicher Arbeitstag. Einen Anspruch auf Freistellung für Gottesdienst oder Gräberbesuch gibt es nicht. Wer den Tag frei haben möchte, nimmt Urlaub oder baut Überstunden ab; Tarif- und Arbeitsverträge können Abweichendes vorsehen.

Auch steuerfreie Feiertagszuschläge nach § 3b EStG gibt es an Allerseelen nicht, denn die Vorschrift begünstigt nur Arbeit an gesetzlichen Feiertagen. Fällt der Gedenktag auf einen Sonntag, kann ein Sonntagszuschlag von bis zu 50 Prozent steuerfrei bleiben.

In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland folgt Allerseelen direkt auf einen Feiertag. Liegt Allerheiligen auf einem Donnerstag, wird der Gedenktag dort zum Brückentag vor dem Wochenende. Mehr zum Vortag steht auf der Seite Allerheiligen.

Schule

Schulen unterrichten an Allerseelen nach Stundenplan, sofern der Tag nicht in die Herbstferien fällt. In Bayern liegt er häufig in den „unterrichtsfreien Tagen um Allerheiligen“, wie die bayerische Ferienordnung die Herbstferien nennt. Die Termine aller Länder stehen unter Herbstferien.

In Niedersachsen bekommen katholische Schülerinnen und Schüler an Allerseelen Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, wenn eine Unterrichtsbefreiung dort dem örtlichen Herkommen entspricht (§ 11 NFeiertagsG). Eine allgemeine Freistellung ist das nicht.

Stille Regeln in Niedersachsen und im Saarland

Niedersachsen schützt den Allerseelentag wie Volkstrauertag und Totensonntag, allerdings nur in Gemeinden mit mindestens zwei Fünfteln katholischer Bevölkerung (§ 8 NFeiertagsG). Veranstaltungen in Gaststätten, die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen, sind dort ab 5 Uhr verboten. Untersagt sind auch öffentliche Sportveranstaltungen gewerblicher Art. Andere öffentliche Veranstaltungen bleiben nur erlaubt, wenn sie etwa der Kunst dienen und den ernsten Charakter des Tages achten (§ 6 Abs. 2).

Welche Gemeinden die Grenze von zwei Fünfteln erreichen, richtet sich nach der letzten Volkszählung; in Zweifelsfällen entscheidet die Gemeinde selbst (§ 12). Zeit für den Gottesdienst müssen Arbeitgeber an Allerseelen trotzdem nicht einräumen. Diese Pflicht gilt nach § 10 NFeiertagsG nur an den kirchlichen Feiertagen aus § 7, etwa Allerheiligen.

Im Saarland untersagt das Feiertagsgesetz an Allerseelen öffentliche Tanzveranstaltungen bis 18 Uhr. Arbeitsfrei wird der Tag dadurch nicht. Einen Vergleich aller Länder bietet die Seite stille Feiertage.

Was an Allerseelen im Mittelpunkt steht

An Allerseelen erinnert die katholische Kirche an alle Toten, nicht nur an die eigenen Angehörigen. Gläubige beten für sie, feiern Requiem-Messen und besuchen die Gräber. Nach katholischem Verständnis sollen Gebet, Fürbitte und Eucharistie dazu beitragen, dass die Verstorbenen ihre Vollendung in Gott finden.

Dahinter steht die Lehre von der Läuterung nach dem Tod. Das Erzbistum Köln beschreibt das Fegefeuer als Ort der Reinigung, an dem die Seelen auf die Vereinigung mit Gott vorbereitet werden. Der Volkskundler Alois Döring sagt, Allerseelen konfrontiere die Gläubigen mit dem Tod und mit dieser Lehre.

Allerheiligen und Allerseelen: zwei Blickrichtungen

Allerheiligen ehrt die Heiligen, die bekannten wie die namenlosen. Allerseelen gilt am Tag darauf allen übrigen Verstorbenen, für die die Lebenden beten. Beim Gang zum Grab verbinden Gläubige nach katholisch.de die Erinnerung mit der Hoffnung, dass ihre Toten einst in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen werden. Weil nur der 1. November in fünf Ländern arbeitsfrei ist, hat sich der Gräberbesuch vielerorts auf diesen Tag verlagert.

Evangelische Kirchen kennen keinen eigenen Allerseelentag. Ihr Totengedenken hat seinen Platz am Totensonntag, eine Woche vor dem 1. Advent. Mit dem staatlichen Volkstrauertag dazwischen wird der November so zum Monat des Gedenkens.

Wie Allerseelen entstand

Auf Abt Odilo von Cluny geht der Gedenktag zurück. Nach katholisch.de ordnete er ihn um das Jahr 1000 per Dekret an, das Erzbistum Köln nennt 998. Zunächst feierten ihn die Klöster, die Odilo unterstanden, später die ganze katholische Kirche.

Von Anfang an schloss der Tag nahtlos an Allerheiligen an. Odilo legte den Ablauf genau fest: Die Glocken läuteten wie an Hochfesten, die Totenvigil umfasste neun Lesungen.

Zur Ordnung gehörte auch die Sorge um die Armen. An Allerheiligen und Allerseelen bekam jeder Bedürftige, der vorbeikam, Brot und Wein. Armenspeisungen und Spenden zählt katholisch.de bis heute zu den Bräuchen des Tages, neben Lichterbräuchen und Andachten.

Weidenkorb mit runden Brotlaiben auf einer Steinbank vor einer romanischen Klosterpforte im Herbstlicht
Brot für die Armen: In Cluny wurde an Allerheiligen und Allerseelen jeder Bedürftige gespeist, der vorbeikam. KI-generiert

Eine Besonderheit kam 1915 hinzu. Papst Benedikt XV. erlaubte den Priestern mit der Apostolischen Konstitution „Incruentum Altaris“, an Allerseelen dreimal die Messe zu feiern. Daran erinnerte die Apostolische Pönitentiarie im Oktober 2020. Damals dehnte sie wegen der Pandemie auch die Frist für den Allerseelenablass auf den ganzen November aus.

Gräberbesuch, Seelenlicht und Allerseelenablass

Gräberbesuche gibt es an Allerseelen nach katholisch.de „quasi überall“. In vielen Gemeinden zieht der Priester an Allerheiligen oder Allerseelen in einer Prozession durch die Grabreihen und segnet die Gräber. Das Licht auf dem Grab heißt vielerorts Seelenlicht und steht für das Ewige Licht, das den Verstorbenen leuchten soll. Zugleich greift es die österliche Lichtsymbolik auf: Das Leben vertreibt den Tod.

Auch der Name der Totenmesse hängt mit diesem Bild zusammen. „Requiem“ ist das erste Wort ihres lateinischen Eingangsverses „Requiem aeternam dona eis, Domine“, auf Deutsch: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. Der Vers endet mit der Bitte, das ewige Licht möge ihnen leuchten.

Der Allerseelenablass

Nach katholischer Lehre kann vom 1. bis 8. November täglich ein vollkommener Ablass für Verstorbene gewonnen werden. Dazu gehört ein andächtiger Friedhofsbesuch mit einem Gebet für die Toten, das auch still gesprochen werden darf. Am Allerseelentag selbst genügt der Besuch einer Kirche oder Kapelle mit Vaterunser und Glaubensbekenntnis.

Hinzu kommen drei übliche Bedingungen: Beichte, Kommunion und ein Gebet in der Meinung des Papstes. Sie lassen sich auch einige Tage vorher oder nachher erfüllen. Zugutekommen kann dieser Ablass nur Verstorbenen, nicht dem Betenden selbst. Den Kirchenbesuch darf der Bischof auf den Sonntag davor oder danach oder auf Allerheiligen verlegen.

Quellen

Allerseelen nach Jahren

Häufige Fragen

Wann ist Allerseelen?

Immer am 2. November. Als Nächstes fällt Allerseelen auf Montag, 2. November 2026, danach auf Dienstag, 2. November 2027.

Muss man an Allerseelen arbeiten?

In der Regel ja, denn Allerseelen ist in keinem Land gesetzlicher Feiertag. Wer frei haben möchte, braucht Urlaub oder Freizeitausgleich; Tarif- und Arbeitsverträge können Abweichendes regeln.

Gilt an Allerseelen ein Tanzverbot?

Nur in einzelnen Ländern. Niedersachsen schützt den Tag in Gemeinden mit mindestens zwei Fünfteln katholischer Bevölkerung (§ 8 NFeiertagsG), das Saarland untersagt öffentliche Tanzveranstaltungen bis 18 Uhr. In Bayern ist Allerseelen kein stiller Tag.

Was ist der Allerseelenablass?

Ein vollkommener Ablass, der nur Verstorbenen zugutekommt. Gläubige gewinnen ihn vom 1. bis 8. November beim Friedhofsbesuch mit Gebet, an Allerseelen auch beim Kirchenbesuch mit Vaterunser und Glaubensbekenntnis. Dazu kommen Beichte, Kommunion und ein Gebet in der Meinung des Papstes.

Warum stellt man an Allerseelen Lichter auf die Gräber?

Das Grablicht, vielerorts Seelenlicht genannt, steht nach katholischem Verständnis für das Ewige Licht, das den Verstorbenen leuchten soll. Viele Familien entzünden es schon an Allerheiligen.

Passt dazu

  • Anlässe Advent

    Die vier Adventssonntage und ihre Bräuche.

  • Anlässe Weihnachten

    Heiligabend, 1. und 2. Weihnachtstag.

  • Anlässe 1. Weihnachtstag

    Christfest am 25. Dezember: Gottesdienste, Festessen, was geöffnet hat.

  • Planen Brückentage-Planer

    Die besten Kombinationen für Ihr Bundesland.