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Totensonntag: Gedenken am letzten Sonntag des Kirchenjahrs

Der Totensonntag ist am Sonntag, 22. November 2026. Er ist der letzte Sonntag des evangelischen Kirchenjahrs und liegt immer eine Woche vor dem 1. Advent. Evangelische Gemeinden gedenken an diesem Tag ihrer Verstorbenen; die Länder schützen ihn als stillen Tag.

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Totensonntag

22

November 2026

Sonntag

kein gesetzlicher Feiertag

in 51 Tagen

Grab mit Tannengrün, Moos, Zapfen und weißer Kerze in einer Laterne bei Raureif
KI-generiert

Der Totensonntag ist am Sonntag, 22. November 2026. Er ist der letzte Sonntag im evangelischen Kirchenjahr und liegt immer eine Woche vor dem 1. Advent. Evangelische Gemeinden gedenken an diesem Tag ihrer Verstorbenen, kirchlich heißt er auch Ewigkeitssonntag. Die Länder schützen ihn als stillen Tag.

Termine

Totensonntag: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Totensonntag 202622. November 2026SonntagKW 47
Totensonntag 202721. November 2027SonntagKW 46
Totensonntag 202826. November 2028SonntagKW 47
Totensonntag 202925. November 2029SonntagKW 47
Totensonntag 203024. November 2030SonntagKW 47

Der Totensonntag fällt immer auf einen Tag zwischen dem 20. und dem 26. November. Eine Woche zuvor liegt der Volkstrauertag, eine Woche danach beginnt mit dem Advent das neue Kirchenjahr. Am Mittwoch davor ist in Sachsen der Buß- und Bettag ein Feiertag.

Totensonntag oder Ewigkeitssonntag?

Beide Namen sind gebräuchlich und meinen denselben Tag. „Totensonntag“ betont das Gedenken an die Verstorbenen. „Ewigkeitssonntag“ richtet den Blick auf die christliche Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist. Nach dem Verständnis der Evangelisch-reformierten Kirche lenkt der Tag den Blick auf das Ende der Zeit und auf die Ewigkeit.

Viele Gemeinden verbinden heute beides: Sie nennen die Namen der Verstorbenen und sprechen zugleich von Trost und Hoffnung. Im Gottesdienstkalender steht der Tag als letzter Sonntag des Kirchenjahrs.

In der katholischen Kirche ist derselbe Sonntag das Hochfest Christkönig. Das Gedenken an die Verstorbenen hat dort seinen Platz an Allerseelen am 2. November, Einzelheiten stehen auf der Seite zu Allerheiligen und Allerseelen.

Herkunft: die Kabinettsordre von 1816

Den Totensonntag führte der preußische König Friedrich Wilhelm III. 1816 per Kabinettsordre ein. Die evangelische Kirche hatte bis dahin keinen eigenen Gedenktag für die Verstorbenen, wie ihn Katholiken mit Allerseelen kennen. Als weitere Beweggründe nennt das Evangelische Gemeindeblatt für Württemberg die vielen Toten der Befreiungskriege von 1813 bis 1815. Dazu kam die Trauer des Königs um Königin Luise, die 1810 gestorben war.

Von Preußen aus verbreitete sich der Gedenktag in den evangelischen Kirchen. Heute begehen ihn evangelische Gemeinden in ganz Deutschland. Der Name Totensonntag ist im Alltag geläufiger, in Gottesdienstordnungen steht häufig Ewigkeitssonntag.

Bräuche: Namen, Kerzen, Friedhof

Im Gottesdienst werden vielerorts die Namen der Gemeindemitglieder verlesen, die im zurückliegenden Kirchenjahr gestorben sind. Für jeden Namen wird eine Kerze entzündet, oft an der Osterkerze. Viele Gemeinden laden die Angehörigen dazu eigens ein, manche feiern anschließend das Abendmahl.

Durch die Namensnennung sind die Verstorbenen nach den Worten des Evangelischen Gemeindeblatts „vor Gott und der Gemeinde präsent“. Für Angehörige ist das oft ein bewegender Moment, besonders im ersten Jahr nach dem Verlust. Manche Gemeinden halten zusätzlich Andachten auf dem Friedhof oder in der Friedhofskapelle.

Am Nachmittag besuchen viele Familien die Gräber. Typisch ist es, sie mit Tannengrün abzudecken und ein winterfestes Gesteck aufzustellen. Dazu kommen Grablichter, die bei Dunkelheit weithin zu sehen sind.

Viele kleine weiße Kerzen brennen auf einem Kerzenständer in einer dunklen Kirche
Für jeden Namen eine Kerze: So gedenken viele Gemeinden am Ewigkeitssonntag ihrer Verstorbenen. KI-generiert

Lieder und Texte

Zu den bekannten Liedern dieses Sonntags gehört „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Philipp Nicolai aus dem Jahr 1599. Es erzählt vom Warten auf das Kommen Christi und passt damit zum Gedanken der Ewigkeit. Die Lesungen handeln oft vom Ende der Zeit und von der Hoffnung auf eine neue Welt ohne Leid.

Grabpflege vor dem Winter

Der Totensonntag ist für viele Familien der Anlass, das Grab winterfest zu machen. Eine kurze Liste hilft bei der Vorbereitung:

  • Verblühte Sommerpflanzen entfernen und die Erde lockern.
  • Die Fläche mit Tannen- oder Kiefernzweigen abdecken, das schützt Stauden vor Frost.
  • Ein Gesteck aus Moos, Zapfen und Zweigen wählen, das bis zum Frühjahr hält.
  • Ein Grablicht mit Deckel aufstellen, das auch bei Wind brennt.
  • Die Friedhofssatzung beachten, etwa zu erlaubten Gefäßen und Abräumfristen.

Stiller Tag: was nach Landesrecht gilt

Als Sonntag ist der Totensonntag ohnehin für die meisten Menschen arbeitsfrei. Wie der Volkstrauertag eine Woche zuvor ist er außerdem ein stiller Tag. Tanzveranstaltungen, Partys und laute Unterhaltung in der Öffentlichkeit sind deshalb eingeschränkt, in Bayern von 2 Uhr bis Mitternacht (Art. 3 FTG). Thüringen setzt den Beginn auf 3 Uhr (§ 6 ThürFGtG).

Spürbar wird das vor allem bei den Weihnachtsmärkten. Viele Märkte öffnen erst in den Tagen nach dem Totensonntag. Wer einen Adventsbasar, ein Konzert oder eine Feier plant, sollte den stillen Tag bei der Terminwahl berücksichtigen. Die Regeln aller Länder stehen unter stille Feiertage.

Totensonntag, Allerseelen und Volkstrauertag

Im November liegen drei Gedenktage dicht beieinander. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer gedenkt und an wen.

Drei Gedenktage im November im Vergleich
MerkmalAllerseelenVolkstrauertagTotensonntag
Termin2. Novemberzwei Sonntage vor dem 1. AdventSonntag vor dem 1. Advent
Prägungkatholischstaatlichevangelisch
Gedenken analle VerstorbenenOpfer von Krieg und GewaltherrschaftVerstorbene, besonders des vergangenen Kirchenjahrs
Typische FormRequiem, GräberbesuchGedenkstunde, KranzniederlegungGottesdienst mit Namensnennung, Gräberbesuch
Arbeitsfrei?nein, Werktagja, als Sonntagja, als Sonntag

Für Trauernde

Der Totensonntag ist für viele Menschen ein schwerer Tag, besonders im ersten Jahr nach einem Verlust. Kirchengemeinden, Hospizvereine und Bestattungshäuser laden rund um den Tag zu Gesprächsabenden, Trauercafés oder Gedenkfeiern ein. Viele dieser Angebote stehen allen offen, unabhängig von der Konfession.

Hilfreich kann es sein, den Tag bewusst zu planen: einen Gang zum Grab, ein Gottesdienst oder ein Treffen mit Menschen, die den Verstorbenen kannten. Wer allein ist, findet in vielen Gemeinden nach dem Gottesdienst ein offenes Ohr.

Drei verbreitete Irrtümer

  • „Der Totensonntag ist immer der letzte Sonntag im November.“ Nicht ganz. Er liegt zwischen dem 20. und dem 26. November; der letzte Novembersonntag kann auch schon der 1. Advent sein.
  • „Totensonntag und Volkstrauertag sind dasselbe.“ Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag eine Woche früher. Der Totensonntag ist ein Tag der evangelischen Kirche.
  • „Am Totensonntag ist ein zusätzlicher Feiertag.“ Er fällt immer auf einen Sonntag und ist ein stiller Tag, aber kein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag.

Quellen

Totensonntag nach Jahren

Häufige Fragen

Warum heißt der Totensonntag auch Ewigkeitssonntag?

Der kirchliche Name betont die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. „Totensonntag“ stellt dagegen das Gedenken an die Verstorbenen in den Vordergrund.

Wann ist Totensonntag?

Am letzten Sonntag vor dem 1. Advent, also zwischen dem 20. und dem 26. November. Der nächste Termin ist am Sonntag, 22. November 2026.

Gibt es den Totensonntag auch in der katholischen Kirche?

Nein. Katholiken feiern an diesem Sonntag das Hochfest Christkönig und gedenken ihrer Verstorbenen an Allerseelen am 2. November.

Warum öffnen Weihnachtsmärkte oft erst nach dem Totensonntag?

Der Totensonntag ist ein stiller Tag, an dem Unterhaltungsveranstaltungen nach Landesrecht eingeschränkt sind. Viele Städte beginnen die Marktsaison deshalb erst danach.

Wer hat den Totensonntag eingeführt?

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen im Jahr 1816. Die evangelische Kirche erhielt damit einen festen Tag zum Gedenken an die Verstorbenen.

Passt dazu

  • Anlässe 1. Advent

    Erste Kerze, Bilder und Grüße.

  • Anlässe 2. Advent

    Zweite Kerze, Bilder und Grüße.

  • Anlässe 3. Advent

    Dritte Kerze, Bilder und Grüße.

  • Schulferien Wer die Ferien festlegt

    Kultusministerkonferenz, Rotation, bewegliche Ferientage.