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Chanukka: das jüdische Lichterfest

Der erste volle Chanukka-Tag ist Samstag, 5. Dezember 2026; das erste Licht wird schon am Abend davor entzündet. Das jüdische Lichterfest dauert acht Tage und erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem. Gesetzlicher Feiertag ist es in Deutschland nicht, auch religiös ist Arbeit erlaubt.

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Chanukka

5

Dezember 2026

Samstag

bis 12. Dezember 2026 · Beginn am Vorabend

kein gesetzlicher Feiertag

in 63 Tagen

Glaskaraffe mit goldenem Olivenöl im warmen Gegenlicht auf einem Holztisch
KI-generiert

Der erste volle Chanukka-Tag ist Samstag, 5. Dezember 2026. Das erste Licht wird schon am Abend davor nach Einbruch der Dunkelheit entzündet, denn jüdische Feiertage beginnen am Vorabend. Acht Tage lang erinnert das Lichterfest an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem. An jedem Abend brennt ein Licht mehr.

Termine zwischen Ende November und Ende Dezember

Chanukka beginnt am 25. Kislew des jüdischen Kalenders. Der Kalender richtet sich nach dem Mond; damit er nicht vom Sonnenjahr wegdriftet, fügt er in 19 Jahren siebenmal einen Schaltmonat ein. Darum wandert das Fest in unserem Kalender um bis zu vier Wochen. In der Tabelle steht jeweils der erste volle Festtag:

Chanukka: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Chanukka 20265. Dezember 2026SamstagKW 49
Chanukka 202725. Dezember 2027SamstagKW 51
Chanukka 202813. Dezember 2028MittwochKW 50
Chanukka 20292. Dezember 2029SonntagKW 48
Chanukka 203021. Dezember 2030SamstagKW 51

Das erste Licht brennt am Abend vor dem genannten Datum, das achte am Abend vor dem letzten Festtag. Fällt ein Chanukka-Abend auf einen Freitag, werden die Lichter noch vor Beginn des Schabbat entzündet. Am Samstag warten Familien dagegen das Ende des Schabbat ab. Im Dezember beginnt der Schabbat in Berlin schon zwischen 15:30 und 15:45 Uhr.

Wie weit sich das Fest verschiebt, hängt vom Schaltmonat ab. Ohne ihn rückt Chanukka im nächsten Jahr um elf oder zwölf Tage nach vorn. Liegt im Frühjahr dazwischen ein zusätzlicher Monat Adar, beginnt es dagegen rund drei Wochen später als im Vorjahr.

Makkabäer und Ölwunder

Chanukka bedeutet „Einweihung“. Das Fest erinnert an den erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die hellenistische Herrschaft im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Gegner waren die Seleukiden, die den Tempel in Jerusalem entweiht hatten. Nach dem Sieg führten die Makkabäer den jüdischen Tempeldienst wieder ein.

Der Zentralrat der Juden nennt für die Wiedereinweihung das Jahr 165 vor unserer Zeitrechnung. Überliefert ist dazu ein Wunder: Im Heiligtum fand sich nur ein einziger unversehrter Krug mit Öl. Sein Inhalt hätte den siebenarmigen Tempelleuchter nur einen Tag lang gespeist, reichte aber acht Tage.

Chanukka gehört nicht zu den Feiertagen, die die Tora vorschreibt, sondern zu den freudigen Gedenktagen. Arbeit ist erlaubt. Es ist aber Brauch, nicht zu arbeiten, solange die Lichter brennen, und die Zeit mit Familie und Spielen zu verbringen.

Die Chanukkia: acht Lichter und ein Diener

Der Leuchter heißt Chanukkia. Er hat acht Plätze für die Festlichter und einen neunten, etwas abgesetzten Platz für den Schamasch, den „Diener“. Mit ihm werden die übrigen Lichter angezündet. Am ersten Abend brennt ein Festlicht, am zweiten zwei, am achten alle acht.

Die Lichter werden von rechts nach links in den Leuchter gesteckt, angezündet wird aber von links nach rechts. So brennt das neue Licht jedes Abends zuerst. Gezündet wird zu Hause und in der Synagoge.

Viele Familien nehmen Kerzen, andere Öl. Reines Olivenöl gilt dabei als besonders gute Wahl, weil sein Licht klar brennt. Entzündet wird nach Sonnenuntergang oder mit Einbruch der Dunkelheit, und die Lichter sollen danach noch mindestens eine halbe Stunde brennen. Zum Lesen oder als Beleuchtung dienen sie nicht.

Freitags brennen die Lichter deshalb länger als sonst: von der Zeit vor Schabbatbeginn bis mindestens eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit. Die genauen Zeiten für ihren Ort nennen jüdische Gemeinden und Kalender wie Hebcal.

Die Lichter sollen das Wunder öffentlich machen. Außerhalb Israels steht die Chanukkia deshalb oft im Fenster, sofern man sie von der Straße aus sieht.

Sufganiot, Latkes und Dreidel

Weil das Öl im Mittelpunkt des Wunders steht, wird an Chanukka viel in Öl gebacken. Sufganiot sind Krapfen, meist mit Marmelade gefüllt, und besonders in Israel beliebt. Latkes sind Kartoffelpuffer aus geriebenen Kartoffeln, gern mit Apfelmus oder saurer Sahne. In Deutschland kennt man sie auch als Reibekuchen oder Reiberdatschi.

Goldbraune Kartoffelpuffer mit Apfelmus auf einem hellen Teller
Latkes, in Öl gebackene Kartoffelpuffer, gehören zu den typischen Speisen an Chanukka. KI-generiert

Kinder spielen mit dem Dreidel, hebräisch Sewiwon, westjiddisch auch Trendel genannt. Der Kreisel hat vier Seiten mit den hebräischen Buchstaben Nun, Gimel, He und Schin. Sie stehen für „Nes gadol haja scham“: „Ein großes Wunder geschah dort“. In Israel trägt der Kreisel statt des Schin ein Pe für „po“, also „hier“.

Gespielt wird um Nüsse, Süßigkeiten oder Schokoladenmünzen. Der Buchstabe, der nach dem Drehen oben liegt, entscheidet: nichts, alles, die Hälfte oder einzahlen. Wer nichts mehr einzahlen kann, scheidet aus. Auch Chanukka-Geld, jiddisch Gelt, ist verbreitet; der Brauch geht wahrscheinlich auf das 17. Jahrhundert zurück.

Chanukka und Weihnachten

Chanukka und Weihnachten fallen in die dunkle Jahreszeit, und bei beiden spielt Licht eine Rolle. Inhaltlich haben die Feste nichts miteinander zu tun: Chanukka erinnert an die Tempelweihe und das Ölwunder, Weihnachten an die Geburt Jesu. Im Judentum ist Chanukka zudem kein Hochfest, denn es steht nicht in der Tora und gearbeitet werden darf.

Wie die beiden Feste zueinander liegen, ändert sich von Jahr zu Jahr. Mal ist Chanukka schon in der Adventszeit vorbei, mal beginnt es erst an Heiligabend und reicht über Neujahr hinaus. Den Ausschlag gibt allein der jüdische Kalender.

Fällt beides zusammen wie 2016, als das erste Licht an Heiligabend brannte, feiern manche Familien in Deutschland beide Feste nebeneinander. Die Jüdische Allgemeine berichtete damals von einer Familie mit Christbaum und Chanukkia im Fenster. Eine andere beschenkte die Kinder an den acht Festtagen.

In mehreren deutschen Städten zünden jüdische Gemeinden während des Festes große Leuchter auf öffentlichen Plätzen an. Zu Gast sind dabei teils Vertreter der Stadt, der Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften. Die Feiern finden an unterschiedlichen Abenden der acht Tage statt.

Arbeit, Schule und Ferien

Chanukka ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Auch die Feiertagsgesetze von Bayern, Bremen und Nordrhein-Westfalen, die jüdische Feiertage ausdrücklich schützen, nennen das Lichterfest nicht. Eine Unterrichtsbefreiung sehen sie dafür ebenfalls nicht vor. Da Arbeit religiös erlaubt ist und die Lichter abends zu Hause brennen, braucht es meist keine Freistellung.

Knapp wird es höchstens freitags, wenn die Lichter vor dem frühen Schabbatbeginn brennen sollen. Wer dann eher gehen möchte, spricht das im Betrieb ab oder beantragt Urlaub (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Oft fallen einige Festtage in die Weihnachtsferien, die in den meisten Ländern kurz vor oder an Heiligabend beginnen. Einen Überblick über alle religiösen Feste gibt die Seite Religiöse Feiertage.

Grüße zu Chanukka

Der übliche Gruß lautet „Chag Chanukka Sameach“, wörtlich „frohes Chanukka-Fest“, kürzer „Chanukka Sameach“. So schloss 2014 auch der Präsident des Zentralrats der Juden einen Festgruß in der Jüdischen Allgemeinen. Daneben stand das englische „Happy Chanukka“. Wer auf Deutsch schreibt, wünscht ein frohes Lichterfest.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Chanukka nach Jahren

Häufige Fragen

Wie viele Lichter hat ein Chanukka-Leuchter?

Neun: acht Festlichter und den Schamasch, das Dienerlicht, mit dem die anderen angezündet werden. Am ersten Abend brennt ein Festlicht, am achten Abend brennen alle acht.

Warum isst man an Chanukka in Öl Gebackenes?

Es erinnert an das Ölwunder: Ein einziger Krug Öl soll im Tempel acht Tage statt einem gereicht haben. Deshalb gibt es Sufganiot und Latkes.

Was bedeuten die Buchstaben auf dem Dreidel?

Nun, Gimel, He und Schin stehen für „Nes gadol haja scham“, „Ein großes Wunder geschah dort“. In Israel steht statt Schin ein Pe für „hier“.

Ist Chanukka das jüdische Weihnachten?

Nein. Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem und hat mit der Geburt Jesu nichts zu tun. Gemeinsam sind beiden Festen nur die Jahreszeit und die Lichter.

Darf man an Chanukka arbeiten?

Ja. Chanukka ist kein in der Tora vorgeschriebener Feiertag, Arbeit ist erlaubt. Es ist aber Brauch, nicht zu arbeiten, solange die Lichter brennen.

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