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Pessach: Termine, Seder und Regeln für Arbeit und Schule

Der erste volle Festtag von Pessach ist Donnerstag, 22. April 2027; das Fest beginnt am Abend davor mit dem ersten Sederabend. In Deutschland wird es nach dem Brauch der Diaspora acht Tage gefeiert, in Israel sieben. Ein gesetzlicher Feiertag ist Pessach nicht.

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Pessach

22

April 2027

Donnerstag

bis 29. April 2027 · Beginn am Vorabend

kein gesetzlicher Feiertag

in 202 Tagen

Ungesäuerte Mazzot auf einem weißen Tischtuch neben einem Weinglas
KI-generiert

Der erste volle Festtag von Pessach ist Donnerstag, 22. April 2027. Das Fest beginnt bereits am Abend davor mit Sonnenuntergang und dem ersten Sederabend. In Deutschland dauert es nach dem Brauch der Diaspora acht Tage, in Israel sieben. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und zählt zu den drei Wallfahrtsfesten des Judentums.

Termine

Die Tabelle nennt jeweils den ersten vollen Festtag, den 15. Nissan; der Sederabend liegt am Abend davor. Nach unserer Berechnung fällt dieser Tag nie auf einen Montag, Mittwoch oder Freitag. In diesem Jahrhundert liegt er zwischen dem 26. März und dem 25. April.

Pessach: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Pessach 202722. April 2027DonnerstagKW 16
Pessach 202811. April 2028DienstagKW 15
Pessach 202931. März 2029SamstagKW 13
Pessach 203018. April 2030DonnerstagKW 16
Pessach 20318. April 2031DienstagKW 15

Was an Pessach gefeiert wird

Pessach erinnert an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten, von der das 2. Buch Mose erzählt. Der Aufbruch kam so plötzlich, dass der Brotteig keine Zeit mehr zum Säuern hatte. Daran erinnern bis heute die Mazzot, flache Brote aus ungesäuertem Teig. Pessach heißt deshalb auch Fest der ungesäuerten Brote.

Der Name geht auf das hebräische Wort für „vorübergehen“ zurück. Nach dem biblischen Bericht ging Gott bei der zehnten Plage an den Häusern der Israeliten vorüber, deren Türpfosten mit dem Blut eines Lammes bestrichen waren. Ursprünglich markierte das Fest zugleich den Beginn der Gerstenernte.

In biblischer Zeit zogen zu Pessach, Schawuot und Sukkot Pilger nach Jerusalem. Heute wird ein großer Teil des Festes zu Hause begangen. Im Mittelpunkt stehen die Familie, ihre Gäste und der Seder an den ersten Abenden.

Der Sederabend

„Seder“ bedeutet Ordnung: Das festliche Abendessen folgt einem festen Ablauf. Die Familie versammelt sich, nach Möglichkeit mit Gästen, und liest gemeinsam aus der Haggada. Sie erzählt die Geschichte des Auszugs und enthält Segenssprüche und Lieder. In Israel gibt es einen Sederabend, in der Diaspora zwei.

Auf dem Tisch stehen Speisen mit fester Bedeutung:

  • Drei Mazzot, jeweils in ein Tuch gehüllt. Sie gelten als „Brot der Armen“.
  • Bitterkraut wie Meerrettich oder Kopfsalat. Es steht für das bittere Leben in der Sklaverei.
  • Erdfrüchte wie Petersilie, Sellerie oder Radieschen. Man taucht sie in Salzwasser, das an Tränen erinnert.
  • Fruchtmus aus Äpfeln, Mandeln und Zimt. Seine braune Farbe erinnert an den Lehm, aus dem die Israeliten Ziegel herstellen mussten.
  • Ein Knochen mit etwas gebratenem Fleisch und ein gekochtes Ei.

Im Lauf des Abends werden vier Becher Wein getrunken. Das jüngste Kind stellt die vier Fragen des „Ma Nischtana“ – warum dieser Abend anders ist als alle anderen. Ein weiterer Becher steht für den Propheten Elija bereit. Zum Schluss wird der Afikoman gegessen, ein vorher beiseitegelegtes Stück Mazza, nach dem vielerorts die Kinder suchen.

Glasschale mit Salzwasser und ein Bund frischer Petersilie auf einem weißen Tischtuch
Am Sederabend werden Erdfrüchte wie Petersilie in Salzwasser getaucht, das an Tränen erinnert. KI-generiert

Chametz und Mazzot

Während der acht Tage ist Gesäuertes verboten, hebräisch Chametz. Dazu zählen Speisen aus Weizen, Gerste, Roggen, Hafer oder Dinkel, deren Teig länger als 18 Minuten mit Wasser in Berührung war, ohne gebacken zu werden. Brot, Brötchen und Kuchen gehören dazu. Mazzot werden deshalb sehr schnell geknetet und gebacken.

Das Verbot betrifft nicht nur das Essen, sondern schon den Besitz. Vor dem Fest wird die Wohnung deshalb gründlich geputzt. Am Abend vor dem ersten Seder durchsucht die Familie bei Kerzenlicht jeden Winkel nach Resten. Was sie findet, wird am nächsten Morgen verbrannt.

Die acht Tage im Überblick

Pessach in der Diaspora
Datum im jüdischen KalenderFesttagWas gilt
14. Nissan, abendsVorabendFestbeginn mit Sonnenuntergang, erster Seder
15. und 16. Nissan1. und 2. Tagvolle Feiertage, zweiter Seder am Abend dazwischen
17. bis 20. Nissan3. bis 6. TagHalbfeiertage (Chol ha-Moed)
21. und 22. Nissan7. und 8. Tagvolle Feiertage, Ende nach Einbruch der Dunkelheit

An den vier vollen Feiertagen arbeiten religiöse Jüdinnen und Juden nicht. Vom zweiten Abend an zählen Gläubige 49 Tage bis zum Wochenfest Schawuot, das sogenannte Omerzählen.

Mondmonate und Schaltjahre

Der jüdische Kalender richtet seine Monate nach dem Mond. Damit die Feste in ihrer Jahreszeit bleiben, erhalten sieben von 19 Jahren einen zusätzlichen Monat Adar. Pessach liegt deshalb mal Ende März, mal Ende April, aber immer im Frühjahr.

Jeder jüdische Tag beginnt am Abend. Pessach fängt deshalb mit Sonnenuntergang am 14. Nissan an und endet mit Einbruch der Dunkelheit am 22. Nissan; in Israel endet es einen Tag früher. Den zusätzlichen Tag führten die Gemeinden außerhalb Israels einst ein, um Irrtümer über den Kalender auszuschließen.

Pessach und Ostern

Nach den Evangelien fielen Leiden und Tod Jesu in die Tage des Pessachfestes in Jerusalem. Darum liegen Ostern und Pessach oft nah beieinander. Berechnet werden die Termine aber unabhängig voneinander: Ostern ist der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, Pessach richtet sich nach dem jüdischen Kalender.

Nach unserer Berechnung beginnt Pessach in diesem Jahrhundert frühestens acht Tage vor und spätestens 30 Tage nach Ostersonntag. In manchen Jahren fällt der Seder in die Karwoche, in anderen liegen Wochen dazwischen. Termin und Bräuche des christlichen Festes erklärt die Seite Ostern, die Rechenregel der Osterrechner.

Arbeit: Rechte nach Landesrecht

Pessach ist in keinem Land ein gesetzlicher Feiertag. Einige Feiertagsgesetze geben jüdischen Beschäftigten aber eigene Rechte:

  • Bayern: An den ersten beiden und den letzten beiden Festtagen dürfen jüdische Beschäftigte der Arbeit fernbleiben. Ausgenommen sind Arbeiten, die auch an Feiertagen zulässig oder für den Betrieb unerlässlich sind. Nachteile über einen möglichen Lohnausfall hinaus dürfen nicht entstehen (Art. 6 BayFTG).
  • Bremen: An denselben vier Tagen erhalten Beschäftigte und Auszubildende Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch. Voraussetzung ist, dass betriebliche Notwendigkeiten nicht entgegenstehen (§§ 8 und 9 des Bremer Feiertagsgesetzes).
  • Berlin: Die Feste der Jüdischen Gemeinde zählen zu den religiösen Feiertagen. Beschäftigte können religiöse Veranstaltungen besuchen, wenn keine unabweisbaren betrieblichen Gründe dagegensprechen (§ 2 Feiertagsgesetz Berlin).

In Nordrhein-Westfalen gilt das Recht, der Arbeit fernzubleiben, nur für das Neujahrsfest und den Versöhnungstag (§ 9 FTG NW), nicht für Pessach. Wo das Landesrecht keinen Anspruch gibt, bleiben Urlaub, Überstundenabbau oder ein Tausch von Schichten. Tarif- und Arbeitsverträge können eigene Regeln enthalten; diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Schutz der Gottesdienste

Bayern schützt an den vier vollen Pessachtagen auch die Gottesdienste. In der Nähe von Synagogen sind dann vermeidbarer Lärm, öffentliche Versammlungen und Umzüge verboten (Art. 6 Abs. 2 BayFTG). Die Schutzzeit liegt in der Regel zwischen 7 und 11 Uhr. In Bremen beginnt der Schutz der genannten Feiertage bereits am Vorabend um 17 Uhr.

Schule: unterrichtsfreie Festtage

In Bayern haben jüdische Schülerinnen und Schüler an den vier geschützten Pessachtagen unterrichtsfrei, und zwar an allen Schularten (Art. 6 Abs. 4 BayFTG). Bremen gibt Schülerinnen und Schülern an den Feiertagen ihrer Religionsgemeinschaft unterrichtsfrei (§ 10). Berlin legt die unterrichtsfreien Tage per Verwaltungsvorschrift fest, auch dort die ersten und letzten beiden Pessachtage.

In den übrigen Ländern stellen Eltern in der Regel einen Antrag auf Beurlaubung bei der Schulleitung. In manchen Jahren fällt das Fest ohnehin in die Osterferien, in anderen liegt es mitten in der Schulzeit. Allgemeine Regeln zu religiösen Festen erklärt der Ratgeber Religiöse Feiertage.

Grüße zu Pessach

Zum Fest wünscht man „Chag Pessach Sameach“, ein frohes Pessachfest. Kürzer und zu allen Festen passend ist „Chag Sameach“. Auf Deutsch genügt ein „Frohes Pessachfest“, etwa unter Kolleginnen und Kollegen.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Pessach nach Jahren

Häufige Fragen

Wann beginnt Pessach 2027?

Mit Sonnenuntergang am Abend vor dem 22. April 2027. Der erste volle Festtag ist Donnerstag, 22. April 2027; in Deutschland wird das Fest acht Tage lang gefeiert.

Warum dauert Pessach außerhalb Israels acht Tage?

Der zusätzliche Tag ist ein alter Brauch der Diaspora. Er sollte verhindern, dass Gemeinden fern von Jerusalem ein Fest wegen Unsicherheiten im Kalender am falschen Tag begingen.

Was ist Chametz?

Gesäuertes aus Weizen, Gerste, Roggen, Hafer oder Dinkel, etwa Brot oder Kuchen. Während des Festes darf es weder gegessen noch im Haus aufbewahrt werden; stattdessen gibt es Mazzot.

Bekommen jüdische Arbeitnehmer an Pessach frei?

Nicht automatisch, denn Pessach ist kein gesetzlicher Feiertag. In Bayern dürfen sie an den ersten und letzten beiden Festtagen der Arbeit fernbleiben (Art. 6 BayFTG); andernorts helfen Urlaub oder Überstundenabbau.

Ist Pessach das jüdische Ostern?

Nein. Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten, Ostern an die Auferstehung Jesu. Beide Feste hängen geschichtlich zusammen, ihre Termine werden aber nach eigenen Regeln berechnet.

Passt dazu

  • Anlässe Rosch Haschana

    Jüdisches Neujahr: Termine, Schofar, Grüße.

  • Anlässe Jom Kippur

    Versöhnungstag: Termine, Fasten, Bedeutung.

  • Anlässe Chanukka

    Jüdisches Lichterfest: Termine, Bräuche, Grüße.

  • Schulferien Pfingstferien

    Termine aller Länder.