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Opferfest (Kurban Bayramı): Termine, Hadsch und Rechte

Das Opferfest beginnt voraussichtlich am Sonntag, 16. Mai 2027 und dauert vier Tage. Es ist das höchste Fest im Islam, fällt auf den Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka und erinnert an Abrahams Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern. Ein gesetzlicher Feiertag ist es in Deutschland nicht.

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Opferfest

16

Mai 2027

Sonntag

bis 19. Mai 2027 · voraussichtlich

kein gesetzlicher Feiertag

in 226 Tagen

Zwei gefaltete weiße Baumwolltücher und eine kleine Reisetasche auf einem Holzstuhl im Morgenlicht
KI-generiert

Das Opferfest beginnt voraussichtlich am Sonntag, 16. Mai 2027. Es fällt auf den zehnten Tag des Monats Dhu l-Hiddscha, dauert vier Tage und gilt als das wichtigste Fest im Islam. Arabisch heißt es Eid al-Adha, türkisch Kurban Bayramı. Ein gesetzlicher Feiertag ist es in Deutschland nicht.

Termine des Opferfests

Wie alle islamischen Feste richtet sich das Opferfest nach dem Mondkalender und rückt jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn. Die Tabelle nennt den ersten Festtag nach dem berechneten Kalender der großen Verbände. Einzelne Gemeinden können einen Tag später feiern.

Für die Planung heißt das: Die Festtage der kommenden Jahre lassen sich früh vormerken, eine Verschiebung um einen Tag bleibt aber möglich. Hamburg verweist für die Daten auf die Bekanntgabe der islamischen Gemeinschaften, Bremen auf die Veröffentlichung im Amtsblatt.

Opferfest: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Opferfest 202716. Mai 2027SonntagKW 19
Opferfest 20285. Mai 2028FreitagKW 18
Opferfest 202924. April 2029DienstagKW 17
Opferfest 203013. April 2030SamstagKW 15
Opferfest 20312. April 2031MittwochKW 14

Nach unserer Rechnung beginnt das Opferfest stets knapp zehn Wochen nach dem ersten Tag des Zuckerfests. Der Tag davor heißt Arafat-Tag, türkisch Arefe. An ihm verweilen die Pilger am Berg Arafat im Gebet.

Die Festtage im Überblick
TagDatum im islamischen KalenderWas geschieht
Arafat-Tag (Arefe)9. Dhu l-HiddschaPilger beten am Berg Arafat, Vorabend des Festes
1. Festtag10. Dhu l-HiddschaFestgebet am Morgen, Opfer, Höhepunkt der Pilgerfahrt
2. bis 4. Festtag11. bis 13. Dhu l-HiddschaVerteilen des Fleisches, Besuche bei Familie und Nachbarn

Abraham, Ismael und das Opfer

Das Fest erinnert an den Propheten Abraham, arabisch Ibrahim. Nach islamischer Überlieferung war er bereit, seinen Sohn Ismael auf Gottes Geheiß zu opfern. Gott verschonte den Sohn und ließ an seiner Stelle einen Widder opfern. Abraham gilt deshalb als Vorbild an Gottvertrauen.

Der Koran erzählt die Geschichte in Sure 37, nennt den Sohn dort aber nicht beim Namen; die islamische Überlieferung sieht in ihm Ismael. Auch die Bibel kennt diese Prüfung Abrahams, dort ist es sein Sohn Isaak. Im Islam erinnert das Tieropfer am zehnten Tag des Pilgermonats an das Geschehen. Daher kommt der Name des Festes.

Höhepunkt der Pilgerfahrt

Das Opferfest fällt in die Tage des Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Einmal im Leben soll sie jeder Muslim unternehmen, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist. Der Hadsch zählt wie das Fasten im Ramadan zu den fünf Säulen des Islam.

Mit dem Anlegen schlichter weißer Gewänder treten die Pilger in den Weihezustand ein, arabisch Ihram. In Mekka umrunden sie siebenmal die Kaaba. Vom 8. bis 10. Dhu l-Hiddscha, dem zwölften Monat des islamischen Jahres, ziehen sie nach Mina und verweilen am Berg Arafat im Gebet. Zurück in Mina werfen sie Steine als symbolische Verwünschung des Teufels.

Am 10. Tag, dem ersten Festtag, erreicht die Pilgerfahrt mit dem Opfer ihren Höhepunkt. Wer den Hadsch vollendet hat, darf den Ehrentitel Hadschi tragen. Muslime in aller Welt, die nicht pilgern, feiern zur selben Zeit das Opferfest.

Wie das Fest begangen wird

Am Morgen des ersten Festtags versammeln sich die Gläubigen in der Moschee. Wer es sich leisten kann, lässt zum Fest ein Tier schlachten, meist ein Schaf. Das Fleisch wird an arme und bedürftige Menschen verschenkt und mit Familie, Freunden und Nachbarn geteilt. Gegessen wird im Kreis der Familie, oft mit Verwandten und engen Bekannten.

Üblich ist auch, Freunden und Verwandten zum Fest gute Wünsche zu überbringen und ihnen etwas vom Fleisch abzugeben. Die Tage nach dem ersten Festtag gehören deshalb vielerorts Besuchen.

Je nach Region werden auch Ziegen, Rinder oder Kamele geopfert. Ob das Opfer für jeden Muslim Pflicht oder ein fest etablierter Brauch ist, beurteilen islamische Gelehrte unterschiedlich. Der Koordinationsrat der Muslime beschreibt das Fest als Erinnerung an Glauben, Hingabe und Vertrauen in den Schöpfer.

In der Predigt am Festmorgen deutet etwa der Verband der Islamischen Kulturzentren das Opfer als Ausdruck von Aufrichtigkeit, Großzügigkeit und Hingabe. Es soll Brüderlichkeit, Einheit und Eintracht fördern. Deshalb steht neben dem Opfer das Teilen im Mittelpunkt der vier Tage.

Schlachten in Deutschland

In Deutschland gelten dafür die Regeln des Tierschutzgesetzes. Warmblütige Tiere müssen vor dem Schlachten betäubt werden (§ 4a Abs. 1 TierSchG). Für das Schlachten ohne Betäubung braucht es eine behördliche Ausnahmegenehmigung, die aus religiösen Gründen erteilt werden kann (§ 4a Abs. 2 Nr. 2).

Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass zwingende Vorschriften einer Religionsgemeinschaft das Schlachten ohne Betäubung verlangen. Beantragt wird sie bei der zuständigen Behörde vor Ort.

Hände reichen eine mit einem Tuch abgedeckte Schüssel über einen Gartenzaun
Einen Teil des Opferfleisches teilen Familien mit Nachbarn und Bedürftigen. KI-generiert

Opferfest, Arbeit und Schule

Bundesweit ist das Opferfest ein normaler Arbeits- und Schultag. Hamburg zählt einen der ersten beiden Festtage zu den religiösen Feiertagen seines Feiertagsgesetzes. Beschäftigte erhalten dann Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, sofern keine unabweislichen betrieblichen Gründe entgegenstehen. Laut Vertrag mit den islamischen Gemeinschaften umfasst der Gottesdienst den ganzen Festtag.

Bremen schützt alle vier Festtage als religiöse Feiertage (§ 8 FeiertG). Gelegenheit zum Gottesdienst und schulfrei gibt es dort jeweils an einem dieser Tage, den Schultag bestimmt die Bildungssenatorin. In Berlin erhalten Beschäftigte und Auszubildende Gelegenheit zum Besuch religiöser Veranstaltungen (§ 2 FeiertG). Für die Schulen legt dort eine Verwaltungsvorschrift den unterrichtsfreien Tag fest.

In allen anderen Ländern hilft ein Urlaubstag. Den Wunsch muss der Arbeitgeber berücksichtigen, wenn keine dringenden betrieblichen Belange dagegen sprechen (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Tarif- und Arbeitsverträge können abweichen.

Wie viele Urlaubstage das Fest kostet

Der erste Festtag ist diesmal ein Sonntag. Wie viele Urlaubstage alle vier Festtage bei einer Fünf-Tage-Woche kosten, hängt allein vom Wochentag ab:

Urlaubstage für vier Festtage je nach erstem Festtag
Erster FesttagFesttageUrlaubstage
Montag oder DienstagMontag bis Donnerstag oder Dienstag bis Freitag4
MittwochMittwoch bis Samstag3
DonnerstagDonnerstag bis Sonntag2
FreitagFreitag bis Montag2
SamstagSamstag bis Dienstag2
SonntagSonntag bis Mittwoch3

Fällt ein gesetzlicher Feiertag in die Festtage, sinkt die Zahl weiter. Bei einer Sechs-Tage-Woche, etwa im Handel, ändert sich die Rechnung entsprechend. Weil das Fest wandert, trifft es manchmal auf Pfingsten oder liegt in der Osterzeit. Dann sind einzelne Festtage für viele ohnehin frei.

Fällt das Fest in Oster-, Pfingst- oder Sommerferien, entfällt die Frage nach der Schule. Die Termine zeigt die Übersicht Schulferien.

Nach dem Fest: neues Jahr und Aschura

Knapp drei Wochen nach dem Opferfest beginnt mit dem 1. Muharram das neue islamische Jahr. Neun Tage später folgt Aschura, für Sunniten ein freiwilliger Fastentag, für Schiiten ein Tag der Trauer. Der Festkreis des islamischen Jahres beginnt damit von vorn.

Grüße zum Opferfest

Zum Opferfest wünschen sich Musliminnen und Muslime wie zum Ramadanfest „Eid Mubarak“, gesegnetes Fest. Der Koordinationsrat der Muslime grüßte zum Opferfest im Mai 2026 mit „Îd mubarak!“ und wünschte ein gesegnetes Opferfest. Türkischsprachige sagen „Bayramınız mübarek olsun“. Auf Deutsch passt „Ein gesegnetes und friedliches Fest“, wie es der Verband der Islamischen Kulturzentren formulierte.

Weitere Feste und die Rechte an diesen Tagen fasst der Ratgeber Religiöse Feiertage zusammen. Dort steht auch, wie Sie Urlaub für religiöse Feste beantragen.

Quellen

Weitere religiöse Feste

Islam

Judentum

Orthodoxe Kirchen

Hinduismus

Buddhismus

Neujahrsfest (Kurden, Iran, Zentralasien)

Religiöse Feiertage in Deutschland: Arbeit, Schule, Rechte

Opferfest nach Jahren

Häufige Fragen

Warum heißt es Opferfest?

Weil zum Fest traditionell ein Tier geopfert wird, meist ein Schaf. Das Opfer erinnert an Abraham, der bereit war, seinen Sohn zu opfern, und an den Widder, den Gott an dessen Stelle annahm.

Was hat das Opferfest mit der Pilgerfahrt nach Mekka zu tun?

Es fällt auf den 10. Dhu l-Hiddscha, den Höhepunkt des Hadsch. Am Tag davor verweilen die Pilger am Berg Arafat im Gebet.

Welches Fest ist wichtiger, Opferfest oder Zuckerfest?

Das Opferfest gilt als höchstes Fest im Islam, das Ramadanfest als zweitwichtigstes. Das Opferfest dauert vier Tage, das Zuckerfest drei.

Muss ein Opfertier in Deutschland betäubt werden?

Grundsätzlich ja: § 4a Tierschutzgesetz verlangt die Betäubung vor dem Schlachten. Ausnahmen genehmigt die Behörde auf Antrag, unter anderem aus religiösen Gründen.

Wie lange dauert das Opferfest?

Vier Tage, voraussichtlich ab Sonntag, 16. Mai 2027. Bremen schützt alle vier Tage, in Hamburg gilt einer der ersten beiden Festtage als religiöser Feiertag.

Passt dazu

  • Anlässe Aschura

    Gedenktag im Monat Muharram: Termine und Bedeutung.

  • Anlässe Pessach

    Jüdisches Fest der Befreiung: Termine, Seder, Bräuche.

  • Anlässe Rosch Haschana

    Jüdisches Neujahr: Termine, Schofar, Grüße.

  • Planen Urlaub planen

    Ferienwelle, Reisezeiten und Brückentage.