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Weiberfastnacht: Termin, Herkunft und Bräuche

Weiberfastnacht fällt 2027 auf Donnerstag, 4. Februar 2027. Am Donnerstag vor Rosenmontag beginnt in den Hochburgen der Straßenkarneval, vielerorts um 11.11 Uhr. Ein gesetzlicher Feiertag ist er nirgends; frei gibt es nur über Arbeitgeber, Tarif oder Vertrag.

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Weiberfastnacht

4

Februar 2027

Donnerstag

kein gesetzlicher Feiertag

in 121 Tagen

Abgeschnittene bunte Krawattenenden und eine Schere auf einem dunklen Bürotisch
KI-generiert

Weiberfastnacht fällt 2027 auf Donnerstag, 4. Februar 2027. Mit diesem Donnerstag beginnt in den Hochburgen der Straßenkarneval, vielerorts pünktlich um 11.11 Uhr. Frauen übernehmen symbolisch die Rathäuser, Männer verlieren ihre Krawatten. Arbeitsfrei per Gesetz ist der Tag trotzdem in keinem Land.

Countdown: Weiberfastnacht am Donnerstag, 4. Februar 2027

121Tage
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Wann ist Weiberfastnacht? Termine und Regel

Ein festes Datum hat Weiberfastnacht nicht. Der Donnerstag liegt immer 52 Tage vor Ostersonntag und vier Tage vor Rosenmontag. Da der Ostersonntag frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert wird, wandert der Auftakt der tollen Tage mit.

Frühestens fällt Weiberfastnacht auf den 29. Januar, spätestens auf den 4. März. Ein Januartermin ist selten, zuletzt gab es ihn 2008 mit dem 31. Januar. Nach unserer Berechnung kommt das in diesem Jahrhundert nicht noch einmal vor.

Weiberfastnacht: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Weiberfastnacht 20274. Februar 2027DonnerstagKW 5
Weiberfastnacht 202824. Februar 2028DonnerstagKW 8
Weiberfastnacht 20298. Februar 2029DonnerstagKW 6
Weiberfastnacht 203028. Februar 2030DonnerstagKW 9
Weiberfastnacht 203120. Februar 2031DonnerstagKW 8

Die Jahreszeilen der Tabelle führen, soweit vorhanden, zu eigenen Seiten mit den Ferien der Länder. Alle tollen Tage bis Aschermittwoch zeigt die Seite Karneval.

Herkunft: die Waschfrauen von Beuel

Als Geburtsort der Weiberfastnacht in ihrer heutigen Form gilt Beuel, inzwischen ein Stadtbezirk von Bonn. Viele Frauen arbeiteten dort im 19. Jahrhundert als Wäscherinnen, körperlich schwer und für wenig Lohn. Während ihre Männer in Köln Karneval feierten, trafen sich die Beueler Waschfrauen 1824 zu einem eigenen Kaffeeklatsch. So schildert es das Alte Beueler Damenkomitee.

Ein Jahr zuvor hatte Köln seinen Karneval mit dem ersten Rosenmontagszug neu geordnet. Die Beuelerinnen feierten fortan jedes Jahr an diesem Donnerstag, nach dem Motto „Was die Männer können, können die Wiever auch“. Aus Anekdoten über den Ehealltag entstanden der Überlieferung nach die ersten Büttenreden.

Bald kamen Frauen hinzu, die nicht in der Wäscherei arbeiteten; Möhnen hießen dort die verheirateten Frauen. Der Tag begann mit einem Umzug und ging im Saal mit der Wieversitzung weiter. Männer durften erst abends hinein, zum Tanzen oder um die Zeche zu zahlen.

Den Rathaussturm gibt es in Beuel seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Angeführt von der Obermöhn, der Präsidentin des Damenkomitees, erobern die Frauen den Rathausschlüssel. Seit 1958 gehört die Wäscherprinzessin als weitere Symbolfigur dazu. Nach Angaben des Komitees feiern heute 19 Damenkomitees in den Beueler Ortsteilen.

Alter Waschzuber aus Holz mit Waschbrett und weißer Wäsche am Ufer eines breiten Flusses
Waschzuber und Waschbrett erinnern an die Beueler Waschfrauen, mit denen die Weiberfastnacht begann. KI-generiert

Einen Frauentag in der Fastnacht kennt auch der Südwesten. Die schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte beschreiben eine Weiberfastnacht, die mancherorts sogar am Aschermittwoch oder an der Alten Fastnacht danach stattfindet. Dann haben die Frauen das Sagen, neben einer jahrhundertelang von Männern bestimmten Fastnacht.

Altweiber, Wieverfastelovend, Schmotziger Donnerstag

Der Name des Donnerstags hängt von der Gegend ab, das zeigt eine Umfrage des Atlas zur deutschen Alltagssprache. Im Norden und Osten hat der Tag demnach meist keinen eigenen Namen, wohl weil er dort im Brauchtum kaum zählt.

Regionale Namen für den Donnerstag vor Rosenmontag
NameWo er vor allem verbreitet ist
WeiberfastnachtMitte Deutschlands bis zum Main, teils auch Franken
Altweibernördliches Rheinland und Münsterland
Altweiberfastnachtvor allem die Pfalz
Altweiberfaschingvor allem Franken
WieverfastelovendKöln und Beuel, auf Kölsch
Fetter Donnerstagmancherorts in der Eifel und im Saarland
Schwerdonnerstageinige Orte im Rhein-Mosel-Gebiet
Schmotziger oder Schmutziger Donnerstaggrößter Teil Baden-Württembergs
Gumpiger DonnerstagBayerisch-Schwaben
Unsinniger DonnerstagAltbayern und Teile Mittelfrankens

Mehrere Namen erzählen vom Essen vor der Fastenzeit. „Schmotzig“ bedeutet in alemannischen Mundarten fett oder mit Fett zubereitet, „schwer“ meint schwer verdauliche, fette Kost. Die Narrenzünfte ergänzen, dass alemannisch „Schmutz“ auch Kuss heißen kann. „Gumpig“ kommt von „gumpen“, übermütig hüpfen, und „unsinnig“ meint in Bayern ausgelassen und närrisch.

Auch das Wort „Weib“ hat sich gewandelt. Im Mittelalter bezeichnete es schlicht eine erwachsene, meist verheiratete Frau. Ab dem 17. Jahrhundert setzte sich dafür allmählich „Frau“ durch, und „Weib“ bekam einen abwertenden Klang.

Bräuche am Donnerstag vor Rosenmontag

Rathaussturm und Schlüssel

In vielen Städten und Gemeinden ziehen kostümierte Frauen am Vormittag vor das Rathaus und fordern den Schlüssel. Wer ihn hat, regiert symbolisch den Ort. Die schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte deuten die Schlüsselübergabe als Bild der „verkehrten Welt“, in der kurz die Narren herrschen.

In Köln weckt am Morgen der „Bellejeck“ mit Geigen und Trommeln das Dreigestirn in seiner Hofburg. Um 11.11 Uhr geben Stadtspitze, Festkomitee und Dreigestirn auf dem Alter Markt den Startschuss für den Straßenkarneval. Am Severinstor spielt das Reiter-Korps Jan von Werth die Sage von Jan und Griet nach, mit anschließendem Umzug.

Krawatten ab

Am bekanntesten ist der Schnitt mit der Schere: Frauen kappen den Männern die Krawatte. Sie gilt als Zeichen männlicher Macht, zum Trost gibt es meist ein Bützchen. Verbreitet hat sich der Brauch nach gängiger Darstellung erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Ein Recht zum Abschneiden gibt es nicht, auch nicht im Karneval. Wer ohne Einverständnis schneidet, beschädigt fremdes Eigentum und kann zum Schadenersatz verpflichtet sein (§ 823 Abs. 1 BGB). Die gute Krawatte bleibt an diesem Donnerstag also besser im Schrank.

Bützchen nur mit Einverständnis

Das Bützchen, kölsch Bützje, ist ein angedeuteter Kuss auf die Wange. Das Festkomitee Kölner Karneval beschreibt es als Zeichen der Wertschätzung, das mit Anmache nichts zu tun hat. Ein Nein gilt auch im Kostüm: Wer andere in sexuell bestimmter Weise berührt und dadurch belästigt, macht sich strafbar (§ 184i StGB).

Schmotziger Donnerstag im Südwesten

In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ist der Donnerstag ein Hochtag. Vielerorts wecken die Narren die Menschen am frühen Morgen mit „Katzenmusik“, also mit lautem, absichtlich schrägem Lärm. Mit ihm beginnt laut den Narrenzünften auch das Essen fetter Fastnachtsspeisen.

Ist Weiberfastnacht ein Feiertag?

Nein. Kein Feiertagsgesetz der 16 Länder nennt Weiberfastnacht, auch nicht in den Karnevalsländern. Das nordrhein-westfälische Gesetz zählt in § 2 elf Feiertage auf, ein Karnevalstag ist nicht darunter. Läden, Ämter und Schulen öffnen deshalb grundsätzlich wie an jedem Donnerstag.

In den Hochburgen ist es trotzdem vielerorts Betriebsbrauch, an diesem Donnerstag ab 11.11 Uhr oder mittags den Stift fallen zu lassen. Einen Anspruch darauf haben Beschäftigte aber nur, wenn Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung ihn vorsehen. Auch eine jahrelang vorbehaltlos gewährte Praxis kann als betriebliche Übung verbindlich werden.

Schule und Ferien

Schulfrei ist Weiberfastnacht von Gesetzes wegen nirgends. Je nach Jahr liegt der Donnerstag aber in den Winterferien einzelner Länder, etwa in Sachsen oder in den Fastnachtsferien des Saarlands. Bayern startet seine Frühjahrsferien dagegen in der Regel erst am Rosenmontag.

Hinzu kommen in vielen Ländern bewegliche Ferientage, die vor Ort festgelegt werden. Ob an Weiberfastnacht früher Schluss ist, erfahren Eltern deshalb bei der Schule. Die Ferien im Februar zeigt die Seite Winterferien.

Sicher feiern: Jugendschutz und praktische Tipps

Für Jugendliche gilt das Jugendschutzgesetz auch im Kostüm. Unter 16-Jährige dürfen ohne Eltern oder erziehungsbeauftragte Person nur von 5 bis 23 Uhr in eine Gaststätte. Erlaubt ist das dann nur für eine Mahlzeit oder ein Getränk (§ 4 JuSchG). Ab 16 Jahren ist dort ohne Begleitung um 24 Uhr Schluss.

Öffentliche Tanzveranstaltungen dürfen Jugendliche ohne Begleitung erst ab 16 besuchen, und zwar bis 24 Uhr (§ 5 JuSchG). Dient die Veranstaltung der Brauchtumspflege, dürfen Veranstalter Kinder bis 22 Uhr und unter 16-Jährige bis 24 Uhr zulassen. Erziehungsbeauftragt ist jede volljährige Person, der die Eltern die Aufsicht übertragen haben (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 JuSchG).

Für den Straßenkarneval rät das Festkomitee Kölner Karneval zu einem Kostüm in mehreren Schichten, denn draußen ist es kalt und drinnen oft sehr warm. Alles Nötige gehört in die Hosen- oder Rocktasche; Handtaschen stören im Gedränge und gehen leicht verloren.

Weiberfastnacht im Festkalender

Weiberfastnacht eröffnet die tollen Tage, die am Aschermittwoch enden. Die Session beginnt bereits am Martinstag, dem 11. November. Der Valentinstag liegt je nach Jahr bis zu knapp drei Wochen davor oder danach. Der Internationale Frauentag folgt vier Tage bis gut fünf Wochen später.

Quellen

Weiberfastnacht nach Jahren

Häufige Fragen

Ist Weiberfastnacht ein gesetzlicher Feiertag?

Nein, in keinem der 16 Länder. Frei haben Beschäftigte nur, wenn Tarifvertrag, Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder eine feste betriebliche Übung das vorsehen.

Woher kommt die Weiberfastnacht?

Aus Bonn-Beuel. Dort feierten Waschfrauen 1824 erstmals ohne ihre Männer und legten damit den Grundstein für das Alte Beueler Damenkomitee. Den Rathaussturm gibt es dort seit der Nachkriegszeit.

Warum werden an Weiberfastnacht Krawatten abgeschnitten?

Die Krawatte gilt als Zeichen männlicher Macht, der Schnitt „entmachtet“ ihren Träger für einen Tag. Ein Recht dazu gibt es nicht; wer ungefragt schneidet, kann schadenersatzpflichtig sein.

Wie heißt Weiberfastnacht in Bayern und Baden-Württemberg?

In Altbayern heißt der Tag Unsinniger Donnerstag, in Bayerisch-Schwaben Gumpiger Donnerstag. Im größten Teil Baden-Württembergs sagt man Schmotziger oder Schmutziger Donnerstag.

Bis wann dürfen Jugendliche an Weiberfastnacht feiern?

Ohne Begleitung dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bis 24 Uhr zu öffentlichen Tanzveranstaltungen, Jüngere gar nicht (§ 5 JuSchG). Dient die Feier der Brauchtumspflege, dürfen auch unter 16-Jährige bis 24 Uhr bleiben.

Passt dazu

  • Anlässe Karneval

    Weiberfastnacht, Rosenmontag, Aschermittwoch – alle Termine.

  • Anlässe Palmsonntag

    Beginn der Karwoche: Termin, Palmbuschen und Prozessionen.

  • Anlässe Gründonnerstag

    Kein Feiertag, aber oft schulfrei: Termin, Bedeutung, Ladenöffnung.

  • Schulferien Pfingstferien

    Termine aller Länder.