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Sonnenwende im Juni und Dezember: Datum, Uhrzeit und was am Himmel passiert

Sonnenwende ist zweimal im Jahr. Die Sommersonnenwende am 20. oder 21. Juni bringt den längsten Tag, die Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember den kürzesten. Mit ihnen beginnen astronomisch Sommer und Winter.

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Heller Nordhimmel über einem stillen See kurz vor Mitternacht im Juni, Schilf und Birken am Ufer als Silhouetten
KI-generiert

Sonnenwende ist zweimal im Jahr: im Juni und im Dezember. Die Sommersonnenwende fällt in Deutschland auf den 20. oder 21. Juni und bringt den längsten Tag. Die Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember bringt den kürzesten. Gemeint ist jeweils ein Zeitpunkt, den Astronomen auf die Minute genau berechnen und mit dem astronomisch der Sommer beziehungsweise der Winter beginnt.

Was bei der Sonnenwende passiert

Die Erdachse steht nicht senkrecht auf der Ebene, in der die Erde die Sonne umkreist, sondern ist um etwa 23,4 Grad geneigt. Im Juni ist die Nordhalbkugel deshalb der Sonne am stärksten zugewandt, im Dezember am stärksten abgewandt. Zusammen mit den Tagundnachtgleichen im März und im September teilen die beiden Sonnenwenden das Jahr in die vier astronomischen Jahreszeiten.

Von der Erde aus scheint die Sonne im Lauf des Jahres zwischen zwei Breitenkreisen zu pendeln, dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis. Zur Sonnenwende steht sie mittags senkrecht über einem der beiden, scheint kurz innezuhalten und kehrt dann um. Daher stammen die Wörter Sonnenwende und Wendekreis, Astronomen sprechen vom Solstitium. Auf der Südhalbkugel ist alles vertauscht, dort beginnt im Juni der Winter.

Die Wende am Horizont

Wer ein Jahr lang vom selben Ort aus beobachtet, sieht die Wende auch am Horizont. Im Juni geht die Sonne weit im Nordosten auf, im Dezember weit im Südosten. In Kiel liegt der Aufgangspunkt laut timeanddate.de zur Sommersonnenwende bei 45 Grad, zur Wintersonnenwende bei 131 Grad. Zwischen beiden Terminen wandert er dort um 86 Grad am Horizont entlang, in Konstanz um 72 Grad.

Ebenso deutlich ändert sich die Mittagshöhe. Zur Sommersonnenwende steht die Sonne mittags überall in Deutschland rund 47 Grad höher als zur Wintersonnenwende. Das ist doppelt so viel, wie die Erdachse geneigt ist. Die Werte für vier Städte stehen in der Tabelle weiter unten.

Sonnenwende: Datum und Uhrzeit

Die Zeitpunkte in den Tabellen beruhen auf unserer Berechnung nach den Formeln von Jean Meeus und sind auf die Minute gerundet. Zur Sommersonnenwende gilt in Deutschland die Sommerzeit (MESZ), zur Wintersonnenwende die Normalzeit (MEZ). Die Jahreszahlen führen zu den Jahresseiten mit Tageslängen, Ferien und Feiertagen.

Sommersonnenwende im Juni

Sommeranfang 2026 bis 2035 (astronomisch, deutsche Zeit)
JahrDatumWochentagUhrzeit
202621. Juni 2026Sonntag10:25 Uhr MESZ
202721. Juni 2027Montag16:11 Uhr MESZ
202820. Juni 2028Dienstag22:02 Uhr MESZ
202921. Juni 2029Donnerstag03:48 Uhr MESZ
203021. Juni 2030Freitag09:31 Uhr MESZ
203121. Juni 2031Samstag15:17 Uhr MESZ
203220. Juni 2032Sonntag21:09 Uhr MESZ
203321. Juni 2033Dienstag03:01 Uhr MESZ
203421. Juni 2034Mittwoch08:45 Uhr MESZ
203521. Juni 2035Donnerstag14:33 Uhr MESZ

Meist ist der 21. Juni der längste Tag, in den Schaltjahren 2028 und 2032 der 20. Juni. Das Sonnenjahr dauert knapp sechs Stunden länger als 365 Tage, der 29. Februar gleicht das alle vier Jahre aus. Weil der Ausgleich etwas zu groß ist, wandert der Zeitpunkt in vier Jahren um knapp eine Stunde nach vorn. 2026 lag die Sonnenwende um 10:25 Uhr, 2030 liegt sie um 9:31 Uhr.

Was die einzelnen Jahre ausmacht, steht auf den Seiten Sommeranfang 2027, 2028, 2029 und 2030.

Wintersonnenwende im Dezember

Winteranfang 2026 bis 2035 (astronomisch, deutsche Zeit)
JahrDatumWochentagUhrzeit
202621. Dezember 2026Montag21:50 Uhr MEZ
202722. Dezember 2027Mittwoch03:42 Uhr MEZ
202821. Dezember 2028Donnerstag09:20 Uhr MEZ
202921. Dezember 2029Freitag15:14 Uhr MEZ
203021. Dezember 2030Samstag21:10 Uhr MEZ
203122. Dezember 2031Montag02:56 Uhr MEZ
203221. Dezember 2032Dienstag08:56 Uhr MEZ
203321. Dezember 2033Mittwoch14:46 Uhr MEZ
203421. Dezember 2034Donnerstag20:34 Uhr MEZ
203522. Dezember 2035Samstag02:31 Uhr MEZ

Im Dezember ist der 21. der Regelfall. Auf den 22. Dezember fällt die Wintersonnenwende bis 2035 nur in den Jahren 2027, 2031 und 2035, jeweils im Jahr vor einem Schaltjahr. Für 2026 nennt unsere Berechnung Montag, 21. Dezember, 21:50 Uhr: Winteranfang 2026. Warum 2027 der 22. Dezember an der Reihe ist, erklärt Winteranfang 2027.

Längster und kürzester Tag im Vergleich

Wie weit längster und kürzester Tag auseinanderliegen, hängt von der geografischen Breite ab. Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto länger ist sein Junitag und desto kürzer sein Dezembertag. Die Tabelle zeigt vier Städte von Nord nach Süd mit den Werten für 2026.

Tageslänge und Mittagshöhe der Sonne an den Sonnenwenden 2026 (Werte laut timeanddate.de, Unterschied eigene Rechnung)
Ort21. Juni21. DezemberUnterschiedMittagshöhe Juni / Dezember
Kiel17 Std. 12 Min. 59 Sek.7 Std. 18 Min. 29 Sek.9 Std. 54 Min. 30 Sek.59,1° / 12,3°
Leipzig16 Std. 36 Min. 30 Sek.7 Std. 51 Min. 24 Sek.8 Std. 45 Min. 6 Sek.62,1° / 15,3°
Frankfurt am Main16 Std. 23 Min. 20 Sek.8 Std. 3 Min. 23 Sek.8 Std. 19 Min. 57 Sek.63,3° / 16,5°
Konstanz15 Std. 59 Min. 41 Sek.8 Std. 25 Min. 5 Sek.7 Std. 34 Min. 36 Sek.65,8° / 18,9°

In Kiel hat der längste Tag fast zehn Stunden mehr Licht als der kürzeste, in Konstanz gut siebeneinhalb. Dafür ist der Dezembertag am Bodensee gut eine Stunde länger als an der Kieler Förde. Umgekehrt dauert die Nacht zur Wintersonnenwende in Kiel 16 Stunden und 41 Minuten, in Konstanz 15 Stunden und 35 Minuten.

Auch die Mittagssonne steht im Süden höher. In Konstanz erreicht sie im Juni 65,8 Grad, in Kiel 59,1 Grad, im Dezember sind es 18,9 und 12,3 Grad. Der Abstand zwischen beiden Städten bleibt das ganze Jahr bei knapp 7 Grad, weil er nur vom Unterschied der geografischen Breite abhängt.

Rund um die Sonnenwenden ändert sich die Tageslänge kaum. In Frankfurt am Main ist der 21. Juni nur zwei Sekunden länger als der Vortag. Am 22. Dezember wächst der Tag dort um weniger als eine Sekunde. Erst Wochen später werden die Unterschiede von Tag zu Tag deutlich größer.

Sonnenwende, Sommeranfang und Winteranfang

Astronomisch beginnt mit der Sommersonnenwende der Sommer, mit der Wintersonnenwende der Winter. Der Deutsche Wetterdienst rechnet dagegen mit ganzen Monaten: Der meteorologische Sommer beginnt am 1. Juni, der meteorologische Winter am 1. Dezember. Die Sonnenwende liegt damit jeweils im ersten Monat der meteorologischen Jahreszeit. Termine, Tageslängen weiterer Städte und Bräuche stehen auf den Seiten Sommeranfang und Winteranfang.

Die beiden Jahreshälften zwischen den Sonnenwenden sind nicht gleich lang. Von der Sommer- bis zur Wintersonnenwende vergehen nach unserer Berechnung rund 183 Tage und 12 Stunden. Von dort bis zur nächsten Sommersonnenwende sind es nur etwa 181 Tage und 17 Stunden. Der Grund ist die elliptische Erdbahn: Im Dezember steht die Erde der Sonne näher als im Juni und läuft auf ihrer Bahn schneller.

Sonnenwenden in Vorgeschichte und Brauchtum

Menschen beobachten die Sonnenwenden seit Jahrtausenden, wie zwei Funde aus Sachsen-Anhalt zeigen. In Goseck im Burgenlandkreis wurde eine rund 7000 Jahre alte Kreisgrabenanlage mit etwa 75 Metern Durchmesser ausgegraben und an Ort und Stelle rekonstruiert. Zwei ihrer Durchgänge, im Südosten und Südwesten, sind auf Sonnenaufgang und Sonnenuntergang am 21. Dezember ausgerichtet, also auf die Wintersonnenwende.

Rekonstruierte jungsteinzeitliche Palisadenanlage aus Holzpfählen, die tief stehende Wintersonne scheint durch einen Durchgang auf ein frostiges Feld
Schon in der Jungsteinzeit richteten Menschen Bauwerke nach der Sonne aus, etwa nach ihrem Aufgang zur Wintersonnenwende. KI-generiert

Rund 3600 Jahre alt ist die Himmelsscheibe von Nebra, die 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra gefunden wurde. Ihre seitlichen Horizontbögen markieren nach Angaben der Arche Nebra die Auf- und Untergangspunkte der Sonne im Lauf eines Jahres. Vom Fundort aus ging die Sonne zur Sommersonnenwende hinter dem Brocken unter. Seit 2013 gehört die Scheibe zum UNESCO-Dokumentenerbe, zu sehen ist sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

Wie weit die Untergangspunkte auseinanderliegen, lässt sich heute nachmessen. In Leipzig geht die Sonne laut timeanddate.de zur Sommersonnenwende bei 311 Grad unter, zur Wintersonnenwende bei 232 Grad. Dazwischen liegen 79 Grad Horizont.

Auf dem Mittelberg macht heute ein 30 Meter hoher, um 10 Grad geneigter Aussichtsturm die Sichtachsen erlebbar. Ein senkrechter Schnitt durch das Bauwerk markiert nach Angaben der Arche Nebra die Richtung zum Brocken.

Johannistag und Johannisfeuer

Kurz nach der Sommersonnenwende, am 24. Juni, feiert die Kirche die Geburt Johannes des Täufers, sechs Monate vor Weihnachten. Die Tradition verbindet den Tag mit dem Wechsel der Tageslängen. Nach dem Johannesevangelium sagte Johannes über Jesus: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Joh 3,30). Um den Johannistag werden die Tage bereits kürzer, um Weihnachten wieder länger.

Als altes Symbol für die Sonnenwende nennt katholisch.de das Johannisfeuer, dazu das Kränzebinden am Johannistag. Wie Johannis- und Sonnwendfeuer heute gefeiert werden, beschreibt die Seite zum Sommeranfang. Im Dezember fällt die Wintersonnenwende in die Adventszeit; was es mit dem nordischen Mittwinterfest Jul auf sich hat, erklärt die Seite zum Winteranfang.

Quellen

Häufige Fragen

An welchen Tagen ist Sonnenwende?

Die Sommersonnenwende fällt in Deutschland auf den 20. oder 21. Juni, die Wintersonnenwende auf den 21. oder 22. Dezember. Die genaue Uhrzeit der kommenden Jahre steht in den Tabellen auf dieser Seite.

Was ist der Unterschied zwischen Sonnenwende und Tagundnachtgleiche?

Zur Sonnenwende erreicht die Sonne ihren nördlichsten oder südlichsten Stand, die Tage sind am längsten oder am kürzesten. Zur Tagundnachtgleiche im März und September steht sie über dem Äquator, Tag und Nacht sind ungefähr gleich lang.

Ist die Sonnenwende ein Feiertag?

Nein, weder die Sommer- noch die Wintersonnenwende ist ein gesetzlicher Feiertag. Auch der Johannistag am 24. Juni ist ein kirchliches Fest, aber in keinem Land arbeitsfrei.

Um wie viel Grad steht die Sonne im Juni höher als im Dezember?

Mittags um rund 47 Grad, das Doppelte der Neigung der Erdachse. In Kiel erreicht die Sonne laut timeanddate.de im Juni 59,1 Grad, im Dezember nur 12,3 Grad.

Was hat die Himmelsscheibe von Nebra mit der Sonnenwende zu tun?

Ihre Horizontbögen markieren die Auf- und Untergangspunkte der Sonne im Lauf eines Jahres. Vom Fundort auf dem Mittelberg aus ging die Sonne zur Sommersonnenwende hinter dem Brocken unter.

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