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Karfreitag: Bedeutung, Feiertagsruhe und Bräuche

Karfreitag fällt 2027 auf Freitag, 26. März 2027. Er ist in allen 16 Ländern gesetzlicher Feiertag und zugleich ein stiller Tag: Öffentliche Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen sind nach dem Recht der Länder eingeschränkt.

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Karfreitag

26

März 2027

Freitag

Feiertag in allen 16 Ländern

in 174 Tagen

Schlichtes Holzkreuz auf einem Hügel unter bewölktem Abendhimmel
KI-generiert

Karfreitag fällt 2027 auf Freitag, 26. März 2027. Er ist in allen 16 Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag und gehört zu den am stärksten geschützten Tagen des Jahres. Christen gedenken an diesem Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu. Zwei Tage später folgt Ostern.

Termine: Karfreitag in den nächsten Jahren

Karfreitag hängt am Ostertermin und liegt immer zwei Tage vor Ostersonntag. Damit fällt er frühestens auf den 20. März und spätestens auf den 23. April. Wie der Ostertermin entsteht, erklärt die Seite zu Ostern.

Karfreitag: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Karfreitag 202726. März 2027FreitagKW 12
Karfreitag 202814. April 2028FreitagKW 15
Karfreitag 202930. März 2029FreitagKW 13
Karfreitag 203019. April 2030FreitagKW 16
Karfreitag 203111. April 2031FreitagKW 15

Gesetzlicher Feiertag in allen 16 Ländern

Karfreitag gehört zu den neun Feiertagen, die in ganz Deutschland gelten. Er steht in allen 16 Feiertagsgesetzen, in Bayern etwa in Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 des Feiertagsgesetzes. Die Karte zeigt, dass es keine regionalen Unterschiede beim Feiertag selbst gibt, wohl aber beim Stilleschutz.

Was Christen am Karfreitag gedenken

Der Name kommt vom althochdeutschen „kara“: Klage, Trauer. Nach den Evangelien wurde Jesus zur Zeit des jüdischen Paschafestes in Jerusalem gekreuzigt. Er starb am Nachmittag, zur „neunten Stunde“ – nach heutiger Zählung gegen 15 Uhr. Die Evangelien überliefern sieben letzte Worte Jesu am Kreuz, über die am Karfreitag häufig gepredigt wird.

Das jüdische Pessachfest, in dessen Zeit die Evangelien die Kreuzigung legen, fällt oft in dieselbe Woche wie Karfreitag, aber nicht immer. Der jüdische Kalender richtet sich ebenfalls nach dem Mond, folgt aber eigenen Regeln. In manchen Jahren liegen deshalb mehrere Wochen zwischen beiden Festen.

Am Karfreitag feiert die katholische Kirche keine Messe. Stattdessen begeht die Gemeinde die Feier vom Leiden und Sterben Christi, meist um 15 Uhr zur Todesstunde. Dazu gehören die Lesung der Passion, die Großen Fürbitten und die Kreuzverehrung. Zu Beginn legen sich Priester und Ministranten vielerorts schweigend vor dem Altar nieder.

In der evangelischen Kirche zählt Karfreitag zu den wichtigsten Feiertagen des Kirchenjahres. Gottesdienste finden oft zur Todesstunde oder am Abend statt; Altarschmuck und Kerzen fehlen, vielfach schweigt die Orgel. Die Rede vom „höchsten evangelischen Feiertag“ ist verbreitet. Nach Darstellung der EKD trifft sie nur bedingt zu, weil sich der Sinn des Kreuzes erst von Ostern her erschließt.

Viele Gemeinden verzichten am Karfreitag auf das Glockengeläut. In katholischen Kirchen schweigen die Glocken vom Gründonnerstag bis zur Osternacht. In manchen Gegenden ziehen dann Kinder mit hölzernen Ratschen durch den Ort; im Volksmund heißt es, die Glocken seien nach Rom geflogen.

Stiller Feiertag: was erlaubt ist und was nicht

Karfreitag ist in allen Ländern nicht nur arbeitsfrei, sondern auch ein stiller Tag. Die Feiertagsgesetze der Länder schränken dann öffentliche Veranstaltungen ein, die dem ernsten Charakter des Tages widersprechen. Am bekanntesten ist das sogenannte Tanzverbot. Wie lange es gilt und was genau darunterfällt, regelt jedes Land selbst.

Ein Beispiel ist Bayern. Dort beginnt der Schutz am Karfreitag schon um 0 Uhr und endet um 24 Uhr (Art. 3 Bayerisches Feiertagsgesetz). Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen sind nur erlaubt, wenn der ernste Charakter gewahrt bleibt. Sportveranstaltungen sind an diesem Tag untersagt, ebenso Musikdarbietungen jeder Art in Gaststätten.

Baden-Württemberg zieht den Rahmen noch weiter. Öffentliche Tanzveranstaltungen sind dort von Gründonnerstag 18 Uhr bis Karsamstag 20 Uhr verboten (§ 10 Feiertagsgesetz), öffentliche Sportveranstaltungen am gesamten Karfreitag (§ 8). Erlaubt bleiben in der Regel Gottesdienste, ernste Konzerte, Museen und der normale Betrieb von Gaststätten.

Auch Filme sind betroffen. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) prüft, ob ein Film als „feiertagsfrei“ gilt. Ohne diese Freigabe darf er an stillen Feiertagen grundsätzlich nicht öffentlich gezeigt werden.

Ganz ohne Ausnahme darf ein solches Verbot nicht sein. Das Bundesverfassungsgericht entschied am 27. Oktober 2016 (1 BvR 458/10), dass der Karfreitag besonders geschützt werden darf. Der ausnahmslose Ausschluss jeder Befreiung im bayerischen Gesetz war aber mit den Grundrechten unvereinbar. Geklagt hatte eine Weltanschauungsgemeinschaft, der eine Tanzveranstaltung in München untersagt worden war.

Wer als Veranstalter eine Ausnahme braucht, wendet sich an die örtliche Ordnungsbehörde. In Bayern zählen übrigens auch Gründonnerstag und Karsamstag zu den stillen Tagen (Art. 3 Feiertagsgesetz). Am Karsamstag beginnt der Schutz dort ebenfalls schon um 0 Uhr.

Karfreitag im Alltag: Arbeit, Einkauf, Essen

Für Beschäftigte gilt wie an jedem gesetzlichen Feiertag das Beschäftigungsverbot nach § 9 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz. Ausnahmen gibt es für Bereiche, die auch an Feiertagen laufen müssen, etwa Kliniken, Pflege und Verkehr. Geschäfte bleiben geschlossen; die Ladenöffnung an Feiertagen erklärt der Ratgeber Ladenöffnung an Feiertagen.

Für den Einkauf heißt das: Auf den geschlossenen Karfreitag folgt mit dem Karsamstag ein normaler Werktag. Danach kommen mit Ostersonntag und Ostermontag zwei weitere Tage ohne geöffnete Läden. Wer über Ostern Gäste erwartet, plant den Großeinkauf am besten für Gründonnerstag oder Karsamstag.

Auch im Garten gilt Feiertagsruhe. In Wohngebieten dürfen Rasenmäher und viele andere motorbetriebene Geräte an Sonn- und Feiertagen ganztägig nicht betrieben werden (§ 7 Abs. 1 Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung). Das gilt am Karfreitag ebenso wie am Ostermontag.

Für Katholiken ist Karfreitag neben dem Aschermittwoch einer von zwei gebotenen Fast- und Abstinenztagen (can. 1251 Kirchenrecht). Daher stammt der Brauch, an diesem Tag Fisch statt Fleisch zu essen. Auch viele Familien, die sonst nicht fasten, halten daran fest; Kantinen und Gaststätten bieten am Karfreitag vielerorts Fischgerichte an. Die evangelische Kirche schreibt keinen Verzicht vor, manche evangelische Christen verzichten an diesem Tag trotzdem bewusst auf Fleisch.

Orthodoxe Christen begehen ihren Karfreitag, den „Großen Freitag“, nach dem orthodoxen Osterdatum und damit oft später. Er gilt als strengster Fasttag des Jahres. Im Mittelpunkt des Abendgottesdienstes steht ein besticktes Tuch mit dem Bild des Leichnams Christi, das wie ein Grab geschmückt wird.

Bräuche am Karfreitag

  • Gottesdienst zur Todesstunde: um 15 Uhr, katholisch mit Kreuzverehrung, evangelisch vielerorts mit Abendmahl.
  • Kreuzweg: Gläubige gehen betend die 14 Stationen des Leidenswegs Jesu ab, in der Kirche oder im Freien. Vorbild ist die Via Dolorosa in Jerusalem. Vielerorts laden katholische und evangelische Gemeinden zu einem gemeinsamen Kreuzweg ein, oft auch eigens für Kinder.
  • Passionsmusik: Konzerte mit Passionen und geistlicher Musik gehören in vielen Städten zur Karwoche.
  • Prozessionen: In einigen katholischen Orten ziehen am Karfreitag Prozessionen mit Kreuz und Figurengruppen durch die Straßen. Bekannt ist etwa die Karfreitagsprozession im unterfränkischen Lohr am Main.
  • Passionsspiele: Laien spielen die Leidensgeschichte Jesu nach. Am bekanntesten sind die Passionsspiele in Oberammergau, die seit dem 17. Jahrhundert alle zehn Jahre stattfinden, allerdings im Sommer.
  • Schlichte Küche: Fisch, Gemüse, Kartoffeln oder eine einfache Suppe statt eines Festessens.
  • Stille: Viele nutzen den Tag für einen Spaziergang, einen Friedhofsbesuch oder bewusst ruhige Stunden ohne Termine.

Bachs Passionen

Für den Karfreitag schrieb Johann Sebastian Bach in Leipzig seine großen Passionen. Die Johannes-Passion erklang erstmals am Karfreitag 1724, die Matthäus-Passion wenige Jahre später. Nach Bachs Tod geriet die Matthäus-Passion weitgehend in Vergessenheit, bis Felix Mendelssohn Bartholdy sie 1829 in Berlin wieder aufführte. Heute sind beide Werke in vielen Kirchen und Konzertsälen fester Bestandteil der Karwoche.

Leerer Altarraum einer Dorfkirche ohne Kerzen und Schmuck im Nachmittagslicht
Am Karfreitag bleiben Altäre schlicht: ohne Kerzen, ohne Blumen, oft ohne Orgelmusik. KI-generiert

Karfreitag als Anker für lange Ostertage

Karfreitag und Ostermontag rahmen das Osterwochenende: vier freie Tage am Stück, ohne einen Urlaubstag. Wer die vier Arbeitstage vor Karfreitag oder nach Ostermontag freinimmt, kommt auf zehn freie Tage. Mit acht Urlaubstagen – die Woche davor und die Woche danach – werden daraus 16 Tage.

Die beiden Feiertage kosten keinen Urlaubstag. Als Werktage gelten nach § 3 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetz nur Kalendertage, die keine Sonn- oder gesetzlichen Feiertage sind. Wer die Karwoche von Montag bis Donnerstag freinimmt, verbraucht also genau vier Tage.

Weil Ostern wandert, verschiebt sich dieses Fenster jedes Jahr. Fällt Ostern spät, liegt der 1. Mai nur wenige Tage nach Ostermontag, und weitere Brückentage lassen sich anhängen. Ihre persönliche Rechnung machen Sie im Brückentage-Planer.

In den meisten Ländern liegen die Osterferien um den Karfreitag herum; manche beginnen erst nach Ostern. Die Termine aller 16 Länder stehen bei den Osterferien. Wie die Fastenzeit beginnt, die mit der Karwoche endet, steht beim Aschermittwoch.

Quellen

Karfreitag nach Jahren

Häufige Fragen

Warum wird am Karfreitag keine Messe gefeiert?

Die katholische Kirche verzichtet am Todestag Jesu bewusst auf die Eucharistiefeier. Stattdessen feiert sie die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi mit Passion, Großen Fürbitten und Kreuzverehrung, meist um 15 Uhr.

Warum isst man am Karfreitag Fisch?

Für Katholiken ist Karfreitag ein Fast- und Abstinenztag, an dem kein Fleisch gegessen wird (can. 1251 Kirchenrecht). Fisch gilt dabei nicht als Fleisch und ist deshalb das traditionelle Gericht.

Ist Karfreitag in allen Bundesländern ein Feiertag?

Ja. Karfreitag ist in allen 16 Ländern gesetzlicher Feiertag und überall zugleich ein stiller Tag mit besonderem Schutz.

Was bedeutet das Wort Karfreitag?

Die Silbe „Kar“ kommt vom althochdeutschen „kara“ und bedeutet Klage oder Trauer. Der Karfreitag ist der Trauertag um den Tod Jesu.

Warum schweigen am Karfreitag die Kirchenglocken?

Aus Trauer über den Tod Jesu. In katholischen Kirchen verstummen die Glocken vom Gründonnerstag bis zur Osternacht, viele evangelische Gemeinden verzichten am Karfreitag ebenfalls auf das Läuten.

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