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Gründonnerstag: Abendmahl, Fußwaschung und was an diesem Tag gilt

Gründonnerstag fällt 2027 auf Donnerstag, 25. März 2027, drei Tage vor Ostersonntag. Ein gesetzlicher Feiertag ist er in keinem Land: Beschäftigte arbeiten normal, die Geschäfte öffnen. Schulfrei ist er trotzdem fast überall, wo Osterferien sind, und in Baden-Württemberg per Gesetz.

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Gründonnerstag

25

März 2027

Donnerstag

kein gesetzlicher Feiertag

in 170 Tagen

Wasserkrug aus Ton, flache Schale und gefaltetes Leinentuch auf einer Holzbank in einem schlichten Kirchenraum
KI-generiert

Gründonnerstag fällt 2027 auf Donnerstag, 25. März 2027. An diesem Donnerstag vor Ostern erinnern Christen an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Tag in keinem Bundesland. Viele Kinder haben trotzdem schulfrei, viele Beschäftigte arbeiten ein letztes Mal vor dem langen Osterwochenende.

Wann ist Gründonnerstag?

Gründonnerstag liegt immer drei Tage vor Ostersonntag und einen Tag vor Karfreitag. Frühestens fällt er auf den 19. März, spätestens auf den 22. April. Im Jahr darauf ist Gründonnerstag am Donnerstag, 13. April 2028.

Gründonnerstag: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Gründonnerstag 202725. März 2027DonnerstagKW 12
Gründonnerstag 202813. April 2028DonnerstagKW 15
Gründonnerstag 202929. März 2029DonnerstagKW 13
Gründonnerstag 203018. April 2030DonnerstagKW 16
Gründonnerstag 203110. April 2031DonnerstagKW 15

Was Christen am Gründonnerstag feiern

Nach den Evangelien aß Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung ein letztes Mal mit den zwölf Jüngern. Markus beschreibt das Mahl als Paschamahl, zu dem das Lamm gehörte (Mk 14,12–16). Jesus brach das Brot, reichte den Kelch und deutete beides auf seinen bevorstehenden Tod. Paulus überliefert den Auftrag, dies zu seinem Gedächtnis zu tun (1 Kor 11,23–25).

Nach dem Mahl ging Jesus mit den Jüngern hinaus zum Ölberg, in den Garten Gethsemane. Dort betete er und wurde in der Nacht verhaftet. Noch vor dem Morgen verleugnete Petrus ihn dreimal, ehe der Hahn krähte (Mk 14,26–72).

Die Fußwaschung

Das Johannesevangelium erzählt von diesem Abend eine andere Szene. Jesus stand vom Mahl auf, band sich einen Schurz um, goss Wasser in ein Becken und wusch seinen Jüngern die Füße (Joh 13,4–5). Damit übernahm er eine Aufgabe, die sonst Diener erledigten, und forderte die Jünger auf, einander ebenso zu dienen. Am Ende steht das „neue Gebot“, einander zu lieben (Joh 13,34).

In der katholischen Abendmahlsmesse wäscht der Priester nach der Predigt vielerorts zwölf Gläubigen die Füße. Lange waren dafür nur Männer und Jungen vorgesehen. Papst Franziskus hat den Ritus 2016 geändert, seither sind ausdrücklich auch Frauen zugelassen.

Abendmahlsmesse, Glocken und Nachtwache

Die katholische Messe vom letzten Abendmahl beginnt am Abend und eröffnet die drei österlichen Tage. Beim Gloria spielt die Orgel noch einmal laut, alle Glocken läuten. Danach schweigen Orgel, Altarschellen und Glocken bis zum Gloria der Osternacht; hölzerne Klappern übernehmen ihre Aufgabe.

Am Schluss wird das Allerheiligste an einen anderen Ort in der Kirche übertragen. Der Tabernakel bleibt offen und leer, Blumen, Kerzen und Altartuch werden entfernt. Viele Gemeinden laden anschließend zur Ölbergstunde ein, einer Gebetswache in Erinnerung an die Nacht in Gethsemane.

Am Vormittag feiern Bischöfe traditionell die Chrisammesse. Darin weihen sie die heiligen Öle für das ganze Bistum: Chrisam, Krankenöl und Katechumenenöl. Viele Bistümer legen diese Messe inzwischen auf einen früheren Tag der Karwoche.

Evangelisch: das Abendmahl im Mittelpunkt

Evangelische Kirchen nennen den Gründonnerstag auch Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Viele Gemeinden feiern am Abend Abendmahl, manche als Tischabendmahl: Die Gemeinde sitzt an Tischen, isst gemeinsam und teilt Brot und Wein. Die liturgische Farbe ist Weiß, „Gloria“ und „Halleluja“ entfallen.

Woher der Name kommt

Sicher geklärt ist die Herkunft nicht. Belegt ist der Name schon um 1200 als „gruener dunrestac“. Die verbreitetste Erklärung führt das „Grün“ auf das alte Wort „greinen“ zurück, also weinen und klagen. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland verweist auf diese Deutung.

Eine zweite Erklärung erinnert an die Büßer der frühen Kirche. Sie wurden am Donnerstag vor Ostern wieder in die Gemeinde aufgenommen und hießen lateinisch „virides“, die Grünen. Im Alpenraum heißt der Tag deshalb auch Antlasstag, nach dem mittelhochdeutschen „antlaz“ für Entlassung. Eine dritte Deutung verweist auf grüne Messgewänder im Mittelalter.

Gebräuchlich ist der Name fast nur im deutschen Sprachraum. Die lateinische Liturgie spricht vom Donnerstag „in coena Domini“, beim Abendmahl des Herrn.

Grünes auf dem Tisch

Ob der Name nun vom Weinen kommt oder nicht: Viele Menschen essen am Gründonnerstag bewusst etwas Grünes. Typisch sind Spinat, Kräutersuppen oder Gerichte mit frischen Frühlingskräutern, oft ohne Fleisch. Kirchlich vorgeschrieben ist das nicht, ein strenger Fast- und Abstinenztag ist der Gründonnerstag nach Kirchenrecht nicht.

In Hessen gehört für viele die Frankfurter Grüne Soße dazu. Sie besteht aus sieben frischen Kräutern: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Serviert wird sie kalt, klassisch mit gekochten Eiern und Kartoffeln.

Schüssel mit Grüner Soße zwischen frischen Kräutern auf einem Holztisch
Sieben Kräuter, kalt angerührt: Die Frankfurter Grüne Soße kommt am Gründonnerstag vielerorts in Hessen auf den Tisch. KI-generiert

Feiertag oder nicht? Arbeit, Schule, Läden

Gründonnerstag steht in keinem der 16 Feiertagsgesetze als gesetzlicher Feiertag. Die Karte zeigt deshalb kein Land. Arbeitsfrei ist erst der folgende Karfreitag.

Arbeit

Für Beschäftigte ist der Gründonnerstag ein normaler Werktag. Wer frei haben möchte, braucht einen Urlaubstag, denn als Werktage zählen alle Tage außer Sonn- und gesetzlichen Feiertagen (§ 3 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetz). Einen Anspruch auf einen freien Nachmittag gibt es nicht. Ein früherer Feierabend kann sich nur aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag ergeben.

In Baden-Württemberg und Sachsen gibt es Sonderrechte für den Gottesdienstbesuch. Baden-Württemberg führt den Gründonnerstag als kirchlichen Feiertag (§ 2 Feiertagsgesetz). Kirchenmitglieder dürfen dort zum Gottesdienst der Arbeit fernbleiben, wenn keine betrieblichen Notwendigkeiten entgegenstehen (§ 4 Abs. 2). Sachsen zählt den Tag zu den religiösen Feiertagen und gewährt dasselbe Recht für den Hauptgottesdienst (§ 3 Abs. 3 Sächsisches Sonn- und Feiertagsgesetz).

Schule

Schulfrei ist der Gründonnerstag in den meisten Ländern, weil er in den Osterferien liegt. In Baden-Württemberg haben Schülerinnen und Schüler an diesem Tag immer frei, auch wenn die Ferien erst nach Ostern beginnen (§ 4 Abs. 3 Feiertagsgesetz). In Sachsen dürfen sie dem Unterricht fernbleiben (§ 3 Abs. 3 SächsSFG). In Hamburg, das statt Osterferien Frühjahrsferien im März hat, ist der Tag in der Regel ein Schultag.

Wann die Osterferien in den einzelnen Ländern liegen, zeigt die Seite Osterferien.

Einkaufen

Geschäfte öffnen am Gründonnerstag wie an jedem Werktag. Eine Ausnahme macht Hessen: Dort müssen Verkaufsstellen am Gründonnerstag ab 20 Uhr geschlossen sein (§ 3 Abs. 2 Hessisches Ladenöffnungsgesetz). Danach folgen Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag als Ruhetage, unterbrochen nur vom Karsamstag. Die Regeln aller Länder erklärt der Ratgeber Ladenöffnung an Feiertagen.

Stille Stunden und Tanzverbote

Einige Länder schützen den Gründonnerstag schon als stillen Tag. In Bayern sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen von 2 bis 24 Uhr nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter wahren (Art. 3 Feiertagsgesetz). In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist öffentlicher Tanz ab 18 Uhr verboten (§ 10 FTG BW, § 7 Feiertagsgesetz NRW). Andere Länder setzen früher oder gar nicht an; der Ratgeber Stille Feiertage vergleicht alle Regeln.

Auftakt zum langen Wochenende

Mit einem einzigen Urlaubstag am Gründonnerstag entstehen fünf freie Tage bis Ostermontag. Den besten Zeitraum für Ihr Land ermittelt der Brückentage-Planer. Wie die Karwoche mit dem Palmsonntag beginnt und warum der Ostertermin jedes Jahr wandert, erklären die Seiten zu den einzelnen Tagen und zu Ostern.

Quellen

Gründonnerstag nach Jahren

Häufige Fragen

Ist Gründonnerstag ein gesetzlicher Feiertag?

Nein. Er steht in keinem Feiertagsgesetz der 16 Länder als gesetzlicher Feiertag. Baden-Württemberg und Sachsen führen ihn aber als kirchlichen beziehungsweise religiösen Feiertag mit Rechten für den Gottesdienstbesuch.

Muss ich am Gründonnerstag arbeiten?

In der Regel ja, denn der Tag ist ein Werktag. Frei gibt es nur mit einem Urlaubstag oder wenn Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag es vorsehen.

Haben die Geschäfte am Gründonnerstag geöffnet?

Ja, wie an jedem Werktag. In Hessen müssen sie allerdings spätestens um 20 Uhr schließen.

Warum isst man am Gründonnerstag etwas Grünes?

Der Brauch knüpft an den Namen des Tages an. Viele essen Spinat, Kräuter oder grünes Gemüse und verzichten auf Fleisch; eine kirchliche Pflicht ist das nicht.

Was geschieht bei der Fußwaschung am Gründonnerstag?

Der Priester wäscht in der Abendmahlsmesse ausgewählten Gläubigen die Füße. Er erinnert damit an Jesus, der nach dem Johannesevangelium seinen Jüngern die Füße wusch (Joh 13).

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