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Walpurgisnacht: Herkunft, Hexenfeste im Harz und Tanz in den Mai

Die nächste Walpurgisnacht beginnt am Abend des 30. April, das ist 2027 ein Freitag. Sie ist kein gesetzlicher Feiertag. Frei ist erst der folgende 1. Mai, der Tag der Arbeit.

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Walpurgisnacht

30

April 2027

Freitag

kein gesetzlicher Feiertag

in 204 Tagen

Lagerfeuer auf einer Bergwiese in der Abenddämmerung, dahinter bewaldete Hügel
KI-generiert

Die nächste Walpurgisnacht beginnt am Freitag, 30. April 2027 mit Einbruch der Dunkelheit und endet am Morgen des 1. Mai. Das Datum steht fest, nur der Wochentag wandert. Ein gesetzlicher Feiertag ist die Walpurgisnacht nicht. Frei ist erst der folgende Tag der Arbeit am 1. Mai.

Wann ist Walpurgisnacht?

Gefeiert wird immer in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. 2027 ist der 30. April ein Freitag. Im Jahr darauf fällt der Termin auf Sonntag, 30. April 2028. Die Tabelle zeigt die nächsten Jahre mit Wochentag und Kalenderwoche.

Walpurgisnacht: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Walpurgisnacht 202730. April 2027FreitagKW 17
Walpurgisnacht 202830. April 2028SonntagKW 17
Walpurgisnacht 202930. April 2029MontagKW 18
Walpurgisnacht 203030. April 2030DienstagKW 18
Walpurgisnacht 203130. April 2031MittwochKW 18

Für die Planung zählt vor allem der Wochentag. Liegt der 30. April auf einem Freitag oder Samstag, fällt die Feier ohnehin ins Wochenende. An den übrigen Tagen ist der Abend ein gewöhnlicher Werktagsabend – mit dem Unterschied, dass am nächsten Morgen ein Feiertag folgt.

Countdown: Walpurgisnacht am Freitag, 30. April 2027

204Tage
–Stunden
–Minuten
–Sekunden

Ist die Walpurgisnacht ein Feiertag?

Nein. Keines der Feiertagsgesetze der 16 Länder nennt den 30. April. Geschäfte, Behörden und Schulen haben an diesem Tag regulär geöffnet, sofern nicht gerade Ferien sind. Gesetzlicher Feiertag ist erst der 1. Mai, und zwar in ganz Deutschland.

Daraus ergibt sich ein praktischer Vorteil: Wer am Abend des 30. April feiert, muss am nächsten Morgen meist nicht arbeiten. Ausnahmen betreffen Branchen mit Feiertagsdienst, etwa Pflege, Gastronomie und Verkehr. Was dann gilt, erklärt der Ratgeber Arbeiten an Feiertagen.

Woher der Name kommt: die heilige Walburga

Die Walpurgisnacht trägt den Namen der heiligen Walburga. Die Benediktinerin stammte aus England und leitete im 8. Jahrhundert das Kloster Heidenheim im heutigen Mittelfranken. Sie starb um 779 an einem 25. Februar. Dieser Tag ist bis heute ihr Gedenktag.

Ihre Gebeine wurden zwischen 870 und 879 von Heidenheim nach Eichstätt übertragen. Ein Teil der Reliquien kam 893 nach Monheim, vermutlich an einem 1. Mai. Die feierliche Übertragung galt damals als eigentliche Heiligsprechung. Deshalb feiert die Abtei St. Walburg in Eichstätt den 1. Mai bis heute als Fest ihrer Heiligsprechung.

Die Walpurgisnacht ist also schlicht die Nacht vor dem Maifest der Heiligen. Im Mittelalter wurden Daten nach dem Heiligenkalender angegeben, der Name war zunächst eine reine Zeitangabe. Mit Hexen hat Walburga nichts zu tun. Die Abtei betont, dass der Hexentanz auf dem Brocken in keinem Zusammenhang mit ihrer Verehrung steht.

In Eichstätt wird Walburga bis heute verehrt. In der Abteikirche St. Walburg sammelt sich am Reliquienschrein eine Flüssigkeit, die als Walburgisöl bekannt ist. Die Benediktinerinnen der Abtei füllen sie in kleine Fläschchen ab, Pilger nehmen sie mit nach Hause.

Hexen, Feuer und Frühling: wie der Brauch entstand

Nach altem Volksglauben treffen sich in dieser Nacht die Hexen auf dem Blocksberg, um mit dem Teufel zu feiern. Als Blocksberg gilt vor allem der Brocken im Harz. Oft wird behauptet, hinter der Walpurgisnacht stünden vorchristliche Frühlingsfeste. Sicher belegt ist das nicht.

Berühmt wurde die Nacht durch die Literatur. In Goethes „Faust I“ von 1808 führt Mephisto den Doktor in der Walpurgisnacht in den Harz. Die Szene spielt in der „Gegend von Schierke und Elend“. Felix Mendelssohn Bartholdy vertonte Goethes Ballade „Die erste Walpurgisnacht“ als Kantate.

Heute verkleiden sich vor allem Kinder und Jugendliche als Hexen oder Teufel. Vielerorts brennen Walpurgis- oder Maifeuer, um die herum gefeiert wird. Dass die Feuer den Winter vertreiben sollen, ist eine verbreitete Deutung, aber keine belegte Überlieferung.

Nebliger Fichtenwald mit moosbedeckten Granitfelsen in der Morgendämmerung
Um den Brocken, den höchsten Berg des Harzes, ranken sich die Hexensagen. KI-generiert

Walpurgis im Harz: Brocken, Thale und Schierke

Am bekanntesten sind die Feiern im Harz. Nach Angaben des Harzer Tourismusverbands wird in mehr als 20 Orten der Region Walpurgis gefeiert. Zentren sind Schierke und Thale in Sachsen-Anhalt sowie Bad Grund, Braunlage, Hahnenklee und Sankt Andreasberg auf niedersächsischer Seite.

Der Sage nach versammelten sich die Hexen zuerst auf dem Hexentanzplatz bei Thale, einem Felsplateau hoch über dem Bodetal. Von dort flogen sie gemeinsam zum Brocken, mit 1.141 Metern der höchste Berg des Harzes. Thale und Schierke ziehen jedes Jahr Tausende Besucherinnen und Besucher an.

Schierke ist ein Ortsteil von Wernigerode und liegt am Fuß des Brockens. Die Walpurgis dauert hier zwei Tage, vom 30. April bis zum 1. Mai. Zum Programm gehören ein Hexenumzug, Tanz um das Feuer, Livemusik und ein mittelalterlicher Markt. Welche gesetzlichen Feiertage sonst im Land gelten, zeigt die Übersicht Feiertage in Sachsen-Anhalt.

Die Sage von der Rosstrappe

Gegenüber dem Hexentanzplatz ragt die Rosstrappe über das Bodetal, ein weiterer sagenumwobener Felsen. Der Sage nach floh dort die Königstochter Brunhilde auf ihrem Pferd vor dem Riesen Bodo und sprang über die Schlucht. Ihr Pferd hinterließ einen Hufabdruck im Fels, der noch heute gezeigt wird. Bodo stürzte in den Fluss und soll dort als schwarzer Hund Brunhildes verlorene Krone bewachen.

Tipps für den Besuch

  • Übernachtung früh planen: Der Veranstalter in Schierke empfiehlt, vor Ort zu übernachten, um die lange Nacht ohne Heimfahrt zu erleben.
  • Warm anziehen: Im Oberharz kann es Ende April nachts noch frieren, auf dem Brocken liegt mitunter Schnee.
  • Anreise prüfen: Informieren Sie sich vorab bei den Veranstaltern über Eintritt, Busse, Bahnen und Parkmöglichkeiten.
  • Wandern mit Plan: Wer tagsüber zum Brocken wandert, sollte vor der Dämmerung zurück sein; die Wege im Nationalpark sind nachts unbeleuchtet.

Tanz in den Mai

Außerhalb des Harzes ist der „Tanz in den Mai“ ein weit verbreiteter Brauch. Vereine, Feuerwehren, Dorfgemeinschaften und Clubs laden am Abend des 30. April zu Musik und Tanz ein. Um Mitternacht begrüßen die Gäste gemeinsam den Mai.

Weil der 1. Mai ein Feiertag ist, dauern diese Feste oft bis in die frühen Morgenstunden. In vielen Dörfern wird am Abend oder am nächsten Morgen der Maibaum aufgestellt. Für viele ist die Walpurgisnacht damit der Auftakt zum Maifeiertag.

Freinacht: Streiche mit Grenzen

In Bayern heißt die Nacht zum 1. Mai auch „Freinacht“. Jugendliche spielen Nachbarn Streiche, hängen etwa Gartentore aus oder verstecken Gegenstände. Was als Spaß gemeint ist, kann allerdings teuer werden.

Walpurgisfeuer im eigenen Garten

Wer selbst ein Feuer entzünden möchte, sollte vorher die Regeln seiner Gemeinde kennen. Viele Gemeinden verlangen für größere Brauchtumsfeuer eine Anmeldung oder Genehmigung. Zuständig ist meist das Ordnungsamt.

Kleine Feuer in einer Feuerschale sind vielerorts erlaubt, solange Rauch und Funken niemanden stören. Halten Sie Abstand zu Hecken, Gebäuden und trockenem Gras, und legen Sie Wasser oder Sand bereit. Bei hoher Waldbrandgefahr können Behörden offene Feuer ganz untersagen.

Walpurgisnacht mit Kindern

Für Kinder steht das Verkleiden im Mittelpunkt. Ein Hexenumhang lässt sich aus einem alten dunklen Tuch schneiden, ein Besen aus Reisig und einem Stock binden. Ein spitzer Hut aus Tonkarton macht das Kostüm komplett.

Wer nicht zu einem großen Fest fahren möchte, kann zu Hause feiern. Lesen Sie die Sagen vom Hexentanzplatz und von der Rosstrappe vor, oder machen Sie in der Dämmerung einen kurzen Spaziergang durch die Nachbarschaft. Reflektoren an Jacke und Mütze sorgen dafür, dass Kinder im Dunkeln gut gesehen werden.

Walpurgisnacht und Halloween

Hexen, Kostüme und Dunkelheit verbinden die Walpurgisnacht mit Halloween am 31. Oktober. Die Herkunft ist jedoch verschieden. Halloween kam über die USA nach Deutschland, die Walpurgisnacht ist ein heimischer Brauch mit mittelalterlichem Namen. Beide Abende sind keine gesetzlichen Feiertage.

Quellen

Walpurgisnacht nach Jahren

Häufige Fragen

Ist am 30. April schulfrei?

Nein. Der 30. April ist in allen Ländern ein regulärer Schultag, sofern er nicht in die Ferien fällt. Frei ist erst der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag.

Warum heißt die Nacht zum 1. Mai Walpurgisnacht?

Sie ist nach der heiligen Walburga benannt. Ihr Fest am 1. Mai erinnert an die Übertragung ihrer Gebeine; die Nacht davor hieß im Mittelalter schlicht Walpurgisnacht.

Wo wird die Walpurgisnacht im Harz gefeiert?

In mehr als 20 Orten. Am bekanntesten sind Schierke und Thale in Sachsen-Anhalt, dazu kommen unter anderem Braunlage, Bad Grund, Hahnenklee und Sankt Andreasberg in Niedersachsen.

Was ist die Freinacht?

So heißt die Nacht zum 1. Mai vor allem in Bayern. Jugendliche spielen Streiche – Sachbeschädigung bleibt trotzdem strafbar (§ 303 StGB).

Darf ich zur Walpurgisnacht ein Feuer im Garten machen?

Das regelt Ihre Gemeinde. Für größere Brauchtumsfeuer ist vielerorts eine Anmeldung nötig; fragen Sie im Zweifel beim Ordnungsamt nach.

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