Allerheiligen 2026

Allerheiligen, das jedes Jahr am 1. November gefeiert wird, ist ein katholischer Feiertag, der den Heiligen der Kirche gewidmet ist. An diesem Tag wird sowohl der bekannten Heiligen, die von der Kirche heiliggesprochen wurden, als auch der unzähligen unbekannten und unscheinbaren Heiligen gedacht, die ein Leben nach christlichen Werten geführt haben. Es ist ein Tag der Besinnung, des Gedenkens und der Verehrung jener Menschen, die als Vorbilder im Glauben angesehen werden.

Inhaltsverzeichnis

Allerheiligen
Allerheiligen

Wann ist Allerheiligen (Datum)?

Allerheiligen wird jedes Jahr am 1. November gefeiert und ist ein christlicher Feiertag, an dem aller Heiligen gedacht wird, insbesondere derjenigen, die keinen eigenen Gedenktag haben. In vielen katholischen Regionen ist Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag, und es ist üblich, die Gräber von Verstorbenen zu schmücken und zu besuchen.

Allerheiligen

Allerheiligen ist einer der wichtigsten Feiertage der katholischen Kirche und wird jedes Jahr am 1. November begangen. An diesem Tag gedenken Gläubige weltweit aller Heiligen, sowohl der offiziell von der Kirche heiliggesprochenen als auch der unbekannten Heiligen, die im Himmel sind. In Deutschland ist Allerheiligen in fünf Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag und wird mit besonderen Gottesdiensten, Friedhofsbesuchen und traditionellen Bräuchen gefeiert. In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles über die Geschichte, Bedeutung und Traditionen von Allerheiligen sowie praktische Informationen zu diesem besonderen Gedenktag.

Allerheiligen

1. November – Festes Datum

Gesetzlicher Feiertag in 5 Bundesländern

Was ist Allerheiligen?

Allerheiligen, auf Lateinisch „Festum Omnium Sanctorum“, ist ein bedeutendes Hochfest der katholischen Kirche, das jährlich am 1. November gefeiert wird. An diesem Tag gedenken Katholiken weltweit aller Heiligen, sowohl jener, die offiziell von der Kirche heiliggesprochen wurden, als auch der zahllosen unbekannten Heiligen, die im Verborgenen ein vorbildliches christliches Leben führten und nun bei Gott im Himmel sind.

Im Gegensatz zu anderen Heiligenfesten, die einzelnen Heiligen gewidmet sind, ehrt Allerheiligen die gesamte Gemeinschaft der Heiligen – eine unüberschaubare Schar von Menschen, die durch ihren Glauben, ihre Tugend und ihre Hingabe zu Vorbildern im christlichen Leben geworden sind. Das Fest betont die Gemeinschaft zwischen den Lebenden und den Heiligen im Himmel und vermittelt die Hoffnung, dass alle Getauften zur Heiligkeit berufen sind.

Wichtige Fakten zu Allerheiligen

Datum: 1. November (festes Datum)

Konfession: Römisch-katholisch (auch altkatholisch und anglikanisch)

Liturgische Farbe: Weiß oder Gold (Farbe der Freude und Herrlichkeit)

Rang: Hochfest (höchste liturgische Rangstufe)

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Status: Stiller Feiertag mit gesetzlichen Einschränkungen

Folgetag: Allerseelen (2. November) – Gedenken an alle Verstorbenen

Die Geschichte von Allerheiligen

Die Entwicklung des Allerheiligenfestes ist eine faszinierende Reise durch die Kirchengeschichte, die mehrere Jahrhunderte umspannt.

4. Jahrhundert – Frühe Ursprünge

Die Idee, aller Märtyrer gemeinsam zu gedenken, entstand bereits im 4. Jahrhundert in der östlichen Kirche. Der heilige Ephräm der Syrer erwähnte 373 ein Fest aller Heiligen, das am 13. Mai gefeiert wurde. In Syrien wurde dieses Fest im frühen 5. Jahrhundert etabliert.

609/610 – Weihe des Pantheons

Papst Bonifatius IV. weihte am 13. Mai 609 oder 610 das römische Pantheon, einen ehemaligen heidnischen Tempel, zur christlichen Kirche „Santa Maria ad Martyres“ um. Aus diesem Anlass führte er in Rom ein Fest aller christlichen Märtyrer ein, das zunächst am 13. Mai gefeiert wurde.

Um 731 – Ausweitung auf alle Heiligen

Papst Gregor III. weihte in der Peterskirche in Rom eine Kapelle zu Ehren aller Heiligen, nicht nur der Märtyrer. Damit erweiterte sich das Fest von einem reinen Märtyrerfest zu einem Fest aller Heiligen. Das Datum wurde noch immer am 13. Mai begangen.

835 – Verlegung auf den 1. November

Papst Gregor IV. verlegte das Fest auf den 1. November und machte es für die gesamte westliche Kirche verbindlich. Die Gründe für diese Terminwahl sind nicht vollständig geklärt. Eine Theorie besagt, dass das Datum gewählt wurde, um heidnische Herbstfeste wie Samhain zu christianisieren. Wahrscheinlicher ist, dass praktische Gründe eine Rolle spielten: Nach der Ernte hatten die Menschen mehr Zeit und Ressourcen, um ein großes Fest zu feiern, und die Pilger konnten leichter nach Rom reisen.

11. Jahrhundert – Etablierung von Allerseelen

Im Jahr 998 führte Abt Odilo von Cluny das Fest Allerseelen am 2. November ein. Während Allerheiligen den bereits vollendeten Heiligen im Himmel gewidmet ist, wurde Allerseelen als Tag des Gebets für alle verstorbenen Gläubigen etabliert. Diese beiden Tage bilden seitdem eine liturgische Einheit.

Reformation – Konfessionelle Trennung

Nach der Reformation behielten nur die katholische und die anglikanische Kirche sowie einige lutherische Kirchen das Allerheiligenfest bei. Die reformierten Kirchen lehnten die Heiligenverehrung weitgehend ab, da sie biblisch nicht ausreichend begründet sei.

Heute – Lebendige Tradition

Allerheiligen ist heute in vielen katholisch geprägten Ländern ein wichtiger Feiertag und teilweise gesetzlicher Feiertag. In Deutschland ist es in den überwiegend katholischen Bundesländern arbeitsfrei. Das Fest wird mit feierlichen Gottesdiensten, Friedhofsbesuchen und regionalen Bräuchen begangen.

Theologische Bedeutung von Allerheiligen

Die theologische Bedeutung des Allerheiligenfestes ist vielschichtig und berührt zentrale Aspekte des katholischen Glaubens.

Die Gemeinschaft der Heiligen

Im katholischen Glaubensverständnis bilden alle Getauften die „Gemeinschaft der Heiligen“ (Communio Sanctorum). Diese umfasst drei Gruppen: die Kirche der Vollendeten im Himmel (ecclesia triumphans), die Kirche der Leidenden im Fegefeuer (ecclesia patiens) und die Kirche der Pilgernden auf Erden (ecclesia militans). Allerheiligen feiert besonders die ecclesia triumphans, jene Heiligen, die bereits bei Gott sind und von dort die Gläubigen auf Erden unterstützen.

Was ist ein Heiliger?

Der Begriff „Heiliger“ hat in der katholischen Tradition mehrere Bedeutungsebenen:

  • Im weitesten Sinne: Alle getauften Christen sind durch die Taufe zur Heiligkeit berufen und werden im Neuen Testament als „Heilige“ bezeichnet
  • Im engeren Sinne: Menschen, die ein besonders vorbildliches christliches Leben führten und nach ihrem Tod bei Gott im Himmel sind
  • Im kanonischen Sinne: Personen, die offiziell durch ein päpstliches Verfahren heiliggesprochen wurden und deren Verehrung die Kirche empfiehlt

Bekannte und unbekannte Heilige

Das Besondere an Allerheiligen ist, dass es nicht nur die bekannten, offiziell heiliggesprochenen Personen ehrt, sondern auch die unzähligen unbekannten Heiligen. Die katholische Kirche geht davon aus, dass es weitaus mehr Heilige im Himmel gibt, als jemals heiliggesprochen wurden. Allerheiligen würdigt also auch:

  • Die namenlosen Märtyrer der frühen Christenheit
  • Einfache Gläubige, die unbemerkt ein heiligmäßiges Leben führten
  • Menschen, deren Heiligkeit Gott allein bekannt ist
  • Verstorbene Angehörige, von denen man annimmt, dass sie bei Gott sind

Die Vorbildfunktion der Heiligen

Heilige dienen als Vorbilder im Glauben und zeigen, dass ein Leben nach christlichen Werten möglich ist. Sie verkörpern verschiedene Aspekte der Nachfolge Christi – von der Nächstenliebe über den Mut im Glauben bis zur Hingabe an Gott. Ihre Lebensgeschichten inspirieren und ermutigen Gläubige auf ihrem eigenen geistlichen Weg.

Heiligenverehrung vs. Anbetung

Ein wichtiger theologischer Unterschied: Katholiken beten Heilige nicht an (Anbetung gebührt nur Gott), sondern verehren sie und bitten sie um Fürbitte. Die Heiligen werden als Vermittler verstanden, die bei Gott für die Menschen eintreten können. Diese Praxis beruht auf der Überzeugung, dass die Gemeinschaft der Gläubigen über den Tod hinausreicht.

Biblische Grundlage

Offenbarung 7,9-10:
„Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen. Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.“

Diese Vision des Johannes bildet die zentrale biblische Grundlage für das Allerheiligenfest und wird in der Liturgie des Tages gelesen.

Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag

In Deutschland ist die Feiertagsregelung Ländersache, was zu unterschiedlichen Regelungen führt.

Gesetzlicher Feiertag in fünf Bundesländern

Allerheiligen ist in den traditionell katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Das bedeutet: arbeitsfrei, Schulen und die meisten Geschäfte geschlossen.

Baden-Württemberg
Gesetzlicher Feiertag seit 1954
Bayern
Gesetzlicher Feiertag seit 1946
Nordrhein-Westfalen
Gesetzlicher Feiertag seit 1954
Rheinland-Pfalz
Gesetzlicher Feiertag seit 1946
Saarland
Gesetzlicher Feiertag seit 1946

In den anderen Bundesländern

In den übrigen elf Bundesländern ist Allerheiligen kein gesetzlicher Feiertag. Menschen arbeiten regulär, Schulen haben Unterricht. Katholische Gläubige können jedoch oft Sonderurlaub für den Gottesdienstbesuch beantragen.

Allerheiligen als stiller Feiertag

Einschränkungen am Feiertag

In den Bundesländern, in denen Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist, gilt er zugleich als stiller Feiertag. Das bedeutet:

  • Tanzverbot: Discotheken und Clubs müssen geschlossen bleiben oder dürfen keine Tanzveranstaltungen durchführen
  • Veranstaltungseinschränkungen: Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, die nicht dem ernsten Charakter des Tages entsprechen, sind verboten
  • Sportveranstaltungen: Große Sportevents werden vermieden oder verlegt
  • Märkte: Jahrmärkte und Volksfeste sind untersagt
  • Geschäfte: Bis auf wenige Ausnahmen (Bäckereien für einige Stunden, Tankstellen) bleiben Geschäfte geschlossen
  • Gastronomie: Restaurants und Cafés dürfen öffnen, aber die Atmosphäre soll dem Charakter des Tages angemessen sein

Die genauen Regelungen und Zeiträume variieren zwischen den Bundesländern.

Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen

Diese beiden aufeinanderfolgenden Tage werden oft verwechselt, haben aber unterschiedliche theologische Bedeutungen.

Allerheiligen (1. November)
Allerseelen (2. November)
Gedenken für: Alle Heiligen im Himmel, die Vollendeten
Gedenken für: Alle verstorbenen Gläubigen, auch die im Fegefeuer
Liturgischer Rang: Hochfest (höchste Stufe)
Liturgischer Rang: Gedenktag (niedrigere Stufe)
Liturgische Farbe: Weiß oder Gold (Freude)
Liturgische Farbe: Schwarz oder Violett (Trauer, Buße)
Charakter: Festlich, freudig, triumphierend
Charakter: Ernst, fürbittend, gedenkend
Gesetzlicher Feiertag: Ja, in 5 Bundesländern
Gesetzlicher Feiertag: Nein
Fokus: Verherrlichung der bereits bei Gott Angekommenen
Fokus: Fürbitte für die Verstorbenen, besonders jene im Fegefeuer
Praxis: Festgottesdienste, Friedhofsbesuche beginnen
Praxis: Seelenmessen, Gräbersegnung, intensive Friedhofsbesuche
Theologie: Feier der Gemeinschaft der Heiligen
Theologie: Gebet für die „armen Seelen“ im Fegefeuer

Die Verbindung der beiden Tage

Obwohl theologisch unterschieden, bilden Allerheiligen und Allerseelen in der Praxis oft eine Einheit. Viele Gläubige besuchen die Gräber ihrer Angehörigen bereits an Allerheiligen, obwohl dies liturgisch eigentlich zu Allerseelen gehört. Diese Vermischung ist praktischen Gründen geschuldet: Da Allerheiligen ein Feiertag ist, haben mehr Menschen Zeit für Friedhofsbesuche. In vielen Gemeinden findet die Gräbersegnung deshalb bereits am Nachmittag von Allerheiligen statt.

Traditionen und Bräuche zu Allerheiligen

Rund um Allerheiligen haben sich vielfältige Traditionen entwickelt, die regional unterschiedlich ausgeprägt sind.

Gottesdienste

Der Besuch eines feierlichen Gottesdienstes ist das zentrale Element des Allerheiligenfestes. Die Liturgie ist festlich gestaltet mit weißen oder goldenen Gewändern, besonderen Liedern und der Lesung aus der Offenbarung über die große Schar der Heiligen. Oft werden auch die Litanei von allen Heiligen gesungen, bei der die Namen vieler Heiliger angerufen werden.

Friedhofsbesuche und Grabpflege

Das Schmücken und Besuchen der Gräber von Angehörigen ist die sichtbarste Tradition. Bereits in den Tagen vor Allerheiligen werden Gräber gereinigt, mit Herbstblumen wie Chrysanthemen bepflanzt und mit Gestecken geschmückt. Grablichter werden entzündet, die symbolisch das ewige Licht repräsentieren, das für die Verstorbenen leuchtet.

Gräbersegnung

In vielen Gemeinden findet am Nachmittag von Allerheiligen oder am Allerseelen-Tag eine Gräbersegnung auf dem Friedhof statt. Der Priester geht mit Weihwasser durch die Gräberreihen, spricht Gebete und segnet die Gräber. Gläubige folgen in einer Prozession und beten gemeinsam für die Verstorbenen.

Grablichter und Kerzen

Das Entzünden von Grablichtern ist eine der eindrucksvollsten Traditionen. Am Abend von Allerheiligen und in der Nacht zu Allerseelen leuchten auf vielen Friedhöfen Tausende von Kerzen und Grablichtern. Dieses Lichtermeer symbolisiert die Hoffnung auf das ewige Leben und das Licht Christi, das in der Dunkelheit leuchtet.

Allerheiligenstriezel

In einigen Regionen, besonders in Österreich und Bayern, wird zu Allerheiligen der Allerheiligenstriezel gebacken – ein geflochtenes Hefegebäck. Paten schenken diesen traditionell ihren Patenkindern. Der Brauch geht auf die Armenspeisung zurück und symbolisiert die Verbundenheit zwischen Lebenden und Toten.

Seelenwecken und Seelenbrote

In Süddeutschland gibt es den Brauch der Seelenwecken oder Seelenbrote – spezielle Brote oder Gebäcke, die zu Allerheiligen gebacken werden. Ursprünglich wurden diese an Arme verteilt mit der Bitte, für die Verstorbenen zu beten. Heute werden sie oft in der Familie geteilt oder zu Gottesdiensten mitgebracht.

Regionale Besonderheiten

Bayern und Österreich

Hier ist die Tradition des Allerheiligenstriezels besonders lebendig. Der Friedhofsbesuch ist ein wichtiges Familienereignis, bei dem oft mehrere Generationen zusammenkommen. Viele Friedhöfe sind besonders prächtig geschmückt.

Rheinland

Im Rheinland verbinden sich christliche mit volkstümlichen Bräuchen. Die Gräber werden aufwendig mit Herbstgestecken geschmückt. In manchen Gegenden gibt es noch den Brauch des „Seelenläutens“, bei dem die Kirchenglocken für die Verstorbenen läuten.

Schwaben

In Schwaben sind die Seelenwecken (auch Allerseelenbrote genannt) besonders verbreitet. Diese werden in verschiedenen Formen gebacken, oft als Zöpfe oder mit eingebackenen Symbolen wie Kreuzen.

Norddeutschland

In den überwiegend protestantischen Regionen Norddeutschlands wird Allerheiligen weniger intensiv gefeiert. Katholische Gemeinden halten jedoch ihre Gottesdienste und Traditionen aufrecht.

Bekannte Heilige und ihre Bedeutung

Obwohl Allerheiligen alle Heiligen ehrt, sind einige besonders bekannt und werden von vielen Gläubigen verehrt.

Maria, Mutter Jesu

Die wichtigste Heilige der katholischen Kirche. Als Mutter Gottes nimmt sie eine Sonderstellung ein und wird besonders verehrt. Ihr sind zahlreiche Wallfahrtsorte wie Lourdes und Fatima gewidmet.

Heiliger Franziskus von Assisi

Der Gründer des Franziskanerordens (1181-1226) steht für Armut, Demut und Naturverbundenheit. Er ist einer der beliebtesten Heiligen und Patron der Tiere und der Umwelt.

Heilige Teresa von Ávila

Die spanische Mystikerin und Kirchenlehrerin (1515-1582) reformierte den Karmeliterorden und hinterließ bedeutende spirituelle Schriften. Sie ist Patronin Spaniens.

Heiliger Martin von Tours

Der römische Soldat, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte (316-397), ist Patron Frankreichs und Symbol für Nächstenliebe. Sein Gedenktag am 11. November ist mit vielen Bräuchen verbunden.

Heilige Katharina von Siena

Die italienische Mystikerin und Kirchenlehrerin (1347-1380) setzte sich für Frieden und Kirchenreform ein. Sie ist Patronin Italiens und Europas.

Heiliger Antonius von Padua

Der Franziskaner (1195-1231) ist einer der beliebtesten Heiligen und wird besonders bei verlorenen Dingen angerufen. Er gilt als großer Prediger und Patron der Armen.

Allerheiligen und Halloween

Die zeitliche Nähe von Halloween (31. Oktober) und Allerheiligen sorgt oft für Verwirrung und Diskussionen.

Der Zusammenhang zwischen Halloween und Allerheiligen

Etymologie und Geschichte

Der Name „Halloween“ leitet sich direkt von „All Hallows‘ Eve“ ab – dem Abend vor Allerheiligen (All Hallows‘ Day). Das Fest hat seinen Ursprung in Irland, wo keltische Bräuche (Samhain-Fest) mit christlichen Traditionen verschmolzen. Irische Einwanderer brachten Halloween im 19. Jahrhundert nach Amerika, wo es sich zum heutigen, stark kommerzialisierten Fest entwickelte.

Ursprünglich christlicher Bezug

Ursprünglich war Halloween also der Vorabend eines christlichen Festes. In der irischen und angelsächsischen Tradition war es üblich, am Vorabend großer Feste besondere Bräuche zu pflegen. Der Abend vor Allerheiligen wurde als Schwellenzeit verstanden – eine Zeit, in der die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten durchlässiger sei.

Die moderne Entwicklung

Das heutige Halloween hat sich weit von seinen religiösen Wurzeln entfernt. Was in den USA als harmloses Kinderfest mit Verkleidungen und Süßigkeiten begann, wurde zunehmend kommerzialisiert. Die Rückkehr nach Europa erfolgte in den 1990er Jahren, oft zum Unmut der Kirchen.

Kritik der katholischen Kirche

Die katholische Kirche steht Halloween kritisch gegenüber, da:

  • Der kommerzielle und Grusel-Aspekt den religiösen Charakter von Allerheiligen überdeckt
  • Halloween die Ernsthaftigkeit des Totengedenkens trivialisiert
  • Okkulte und dämonische Elemente dem christlichen Glauben widersprechen
  • Der Konsumaspekt im Widerspruch zu christlichen Werten steht

Alternative christliche Feiern

Viele Kirchengemeinden bieten als Alternative zu Halloween eigene Veranstaltungen an, etwa Heiligenfeste, bei denen Kinder sich als Heilige verkleiden, oder Lichterprozessionen. Diese sollen den ursprünglich christlichen Charakter des Tages bewahren.

Kulinarische Traditionen

Zu Allerheiligen gehören auch besondere Speisen und Gebäcke, die regional unterschiedlich sind.

Allerheiligenstriezel

Der geflochtene Hefezopf wird in Bayern und Österreich traditionell zu Allerheiligen gebacken. Er ist süß, mit Butter, Eiern und manchmal Rosinen verfeinert und wird oft mit Hagelzucker bestreut.

Seelenwecken

Diese speziellen Brote oder Brötchen werden in Schwaben und anderen süddeutschen Regionen gebacken. Ursprünglich wurden sie an Arme verteilt, heute sind sie Familiengebäck.

Allerseelenzöpfe

In manchen Regionen werden spezielle Zöpfe gebacken, die symbolisch für die Verbundenheit der Lebenden mit den Toten stehen. Sie werden oft mit Anis oder anderen Gewürzen verfeinert.

Hefegebäcke mit Symbolen

In verschiedenen Regionen werden Brote oder Gebäcke mit eingebackenen christlichen Symbolen wie Kreuzen, Rosenkränzen oder Heiligenfiguren hergestellt.

Moderne Backtraditionen

Heute werden diese traditionellen Gebäcke oft in Familien selbst gebacken. Viele Bäckereien bieten in der Zeit um Allerheiligen spezielle Produkte an. Das gemeinsame Backen kann zu einem Familienereignis werden, bei dem Traditionen weitergegeben werden.

Allerheiligen international

Das Fest wird in vielen katholischen Ländern weltweit begangen, oft mit ganz eigenen Traditionen.

Frankreich – La Toussaint

In Frankreich ist „La Toussaint“ ein wichtiger Feiertag und seit 1802 gesetzlicher Feiertag. Die Tradition des Friedhofsbesuchs ist besonders ausgeprägt. Viele Familien reisen extra an, um die Gräber zu besuchen. Chrysanthemen sind die typischen Allerheiligenblumen in Frankreich.

Spanien – Día de Todos los Santos

In Spanien ist der „Día de Todos los Santos“ ebenfalls ein wichtiger Feiertag. In einigen Regionen werden spezielle Süßigkeiten wie „Huesos de Santo“ (Heiligenknochen) oder „Pan de Muerto“ gegessen. Theaterstücke über Heiligenlegenden sind in manchen Gegenden Tradition.

Italien – Ognissanti

Italien feiert „Ognissanti“ mit Gottesdiensten und Friedhofsbesuchen. In manchen Regionen, besonders in Sizilien, gibt es spezielle Süßigkeiten und Gebäcke. Kinder bekommen traditionell kleine Geschenke.

Polen – Wszystkich Świętych

In Polen ist Allerheiligen einer der wichtigsten Feiertage. Die Friedhöfe sind mit Millionen von Kerzen erleuchtet – ein beeindruckendes Lichtermeer. Fast die gesamte Bevölkerung besucht die Gräber der Angehörigen.

Mexiko – Día de los Muertos

In Mexiko verschmelzen Allerheiligen und Allerseelen zum farbenfrohen „Día de los Muertos“ (Tag der Toten). Dieser wird am 1. und 2. November mit Musik, Tanz, bunten Totenköpfen und Altären gefeiert. Die Mexikaner sehen den Tod nicht nur ernst, sondern feiern das Leben der Verstorbenen.

Allerheiligen in Zahlen

~10.000 offiziell heiliggesprochene Personen
835 Jahr der Festlegung auf den 1. November
5 Bundesländer mit gesetzlichem Feiertag
~23 Mio. Katholiken in Deutschland

Praktische Tipps für Allerheiligen

Friedhofsbesuch vorbereiten

  • Planen Sie den Besuch frühzeitig, da Friedhöfe an Allerheiligen sehr gut besucht sind
  • Besorgen Sie Grabschmuck rechtzeitig – Gärtnereien und Blumengeschäfte sind vor dem Fest oft überlaufen
  • Typische Pflanzen: Chrysanthemen, Erika, Alpenveilchen, winterharte Stiefmütterchen
  • Bringen Sie Werkzeug mit: Gießkanne, Handschuhe, Gartenschere, Putzeimer
  • Planen Sie genug Zeit ein – das Grab zu pflegen sollte nicht in Hektik ausarten

Gottesdienstbesuch

  • Informieren Sie sich über die Gottesdienstzeiten in Ihrer Gemeinde
  • Planen Sie Anfahrt und Parkplatzsuche ein – Kirchen sind an Allerheiligen oft sehr voll
  • In vielen Gemeinden gibt es mehrere Messen, um allen Gläubigen Platz zu bieten
  • Die Gräbersegnung findet meist am Nachmittag von Allerheiligen statt

Grabgestaltung

  • Entfernen Sie verwelkte Sommerpflanzen bereits einige Tage vorher
  • Wählen Sie robuste Herbst- und Winterpflanzen, die Frost vertragen
  • Gestecke und Kränze sollten wetterfest befestigt werden
  • Windlichter sind praktischer als offene Kerzen
  • Achten Sie auf die Friedhofsordnung bezüglich erlaubter Dekorationen
  • Grablichter gibt es in verschiedenen Brenndauern – planen Sie entsprechend

Mit Kindern über Heilige sprechen

  • Erzählen Sie altersgerecht Geschichten von Heiligen
  • Erklären Sie, dass Heilige Menschen waren, die Gutes getan haben
  • Besuchen Sie gemeinsam Gottesdienste und Friedhöfe
  • Nutzen Sie Kinderbücher über Heiligenlegenden
  • Backen Sie zusammen traditionelles Gebäck
  • Lassen Sie Kinder überlegen, welche „Superhelden des Glaubens“ ihnen gefallen

Alternative Gestaltungsmöglichkeiten

Nicht jeder kann oder möchte Friedhöfe besuchen. Alternative Möglichkeiten, Allerheiligen zu begehen:

  • Gestalten Sie zu Hause einen kleinen Gedenktisch mit Fotos und Kerzen
  • Lesen Sie über das Leben verschiedener Heiliger
  • Besuchen Sie eine Kirche oder Kapelle für einen stillen Moment
  • Nehmen Sie an einer Online-Übertragung eines Gottesdienstes teil
  • Spenden Sie für einen guten Zweck im Namen eines Heiligen
  • Beten Sie die Litanei von allen Heiligen

Fazit: Ein Fest der Hoffnung und Gemeinschaft

Allerheiligen ist weit mehr als ein gesetzlicher Feiertag oder eine Gelegenheit für Friedhofsbesuche. Es ist ein Fest der Hoffnung, das uns daran erinnert, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Übergang zu einem neuen Leben bei Gott. Die Heiligen, derer wir an diesem Tag gedenken, sind Zeugen dieser Hoffnung – Menschen aus allen Zeiten und Kulturen, die gezeigt haben, dass ein Leben in Nachfolge Christi möglich und erfüllend ist.

Das Fest verbindet die Gläubigen mit einer langen Tradition, die bis in die Anfänge der Kirche zurückreicht. Es schafft eine Brücke zwischen Himmel und Erde, zwischen den Vollendeten bei Gott und den noch Pilgernden auf dieser Welt. Diese Gemeinschaft der Heiligen, von der wir im Glaubensbekenntnis sprechen, wird an Allerheiligen in besonderer Weise erfahrbar und gefeiert.

Die Vielfalt der Traditionen rund um Allerheiligen zeigt, wie lebendig dieser alte Brauch noch heute ist. Ob beim festlichen Gottesdienst, beim stillen Gang über den Friedhof, beim gemeinsamen Backen traditioneller Gebäcke oder beim Entzünden von Grablichtern – überall wird die Verbundenheit mit den Heiligen und Verstorbenen spürbar.

In einer Zeit, die den Tod oft verdrängt und Spiritualität privatisiert, bietet Allerheiligen einen geschützten Raum für die Auseinandersetzung mit den letzten Fragen des Lebens. Es lädt ein, über die eigene Endlichkeit nachzudenken und zugleich Hoffnung zu schöpfen aus dem Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben.

Die Heiligen, die wir an diesem Tag ehren, sind keine übermenschlichen Helden, sondern Menschen wie wir, die mit ihren Stärken und Schwächen gekämpft haben. Ihre Lebensgeschichten zeigen, dass Heiligkeit kein unerreichbares Ideal ist, sondern ein Weg, den jeder Mensch beschreiten kann. Sie ermutigen uns, in unserem eigenen Leben Zeichen der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit zu setzen.

Nutzen Sie Allerheiligen als eine Gelegenheit, innezuhalten und dankbar zurückzublicken auf die Menschen, die Ihr Leben geprägt haben – seien es berühmte Heilige oder die „kleinen Heiligen“ in Ihrem persönlichen Umfeld. Lassen Sie sich inspirieren von ihrem Beispiel und schöpfen Sie Kraft aus der Gewissheit, dass die Gemeinschaft der Gläubigen über den Tod hinausreicht und uns alle in Gott verbunden sind.

Wann ist Allerheiligen und ist es überall ein Feiertag?

Allerheiligen wird jedes Jahr am 1. November gefeiert – es ist ein festes Datum. In Deutschland ist Allerheiligen nur in fünf Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland. In diesen Ländern haben die Menschen frei, Schulen sind geschlossen und es gilt als stiller Feiertag mit besonderen Einschränkungen. In den übrigen elf Bundesländern ist es ein regulärer Arbeitstag.

Was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen?

Allerheiligen (1. November) ist ein Hochfest, an dem alle Heiligen im Himmel geehrt werden – jene, die bereits bei Gott sind. Es ist ein freudiges, festliches Fest mit weißer Liturgie. Allerseelen (2. November) ist ein Gedenktag für alle verstorbenen Gläubigen, besonders jene im Fegefeuer. Es hat einen ernsten, fürbittenden Charakter mit schwarzer oder violetter Liturgie. Allerheiligen ist in einigen Bundesländern gesetzlicher Feiertag, Allerseelen nicht.

Was macht man an Allerheiligen?

An Allerheiligen besuchen katholische Gläubige festliche Gottesdienste, in denen die Gemeinschaft der Heiligen gefeiert wird. Viele Menschen besuchen Friedhöfe, um die Gräber ihrer Angehörigen zu schmücken, zu pflegen und Grablichter anzuzünden. In manchen Gemeinden findet eine Gräbersegnung statt. Traditionell werden spezielle Gebäcke wie Allerheiligenstriezel oder Seelenwecken gebacken. Der Tag dient dem stillen Gedenken und der Familie.

Was ist ein Heiliger in der katholischen Kirche?

Ein Heiliger ist im katholischen Verständnis ein Mensch, der ein vorbildliches christliches Leben geführt hat und nach seinem Tod bei Gott im Himmel ist. Heilige können offiziell durch ein päpstliches Verfahren (Heiligsprechung) anerkannt werden, es gibt aber auch unzählige unbekannte Heilige. Heilige dienen als Vorbilder im Glauben und werden um Fürbitte gebeten – sie werden nicht angebetet (das gebührt nur Gott), sondern verehrt. Allerheiligen ehrt alle Heiligen, auch die unbekannten.

Was hat Halloween mit Allerheiligen zu tun?

Halloween leitet sich von ‚All Hallows‘ Eve‘ ab – dem Abend vor Allerheiligen (All Hallows‘ Day). Das Fest hat seinen Ursprung in Irland, wo keltische Bräuche mit christlichen Traditionen verschmolzen. Der 31. Oktober war traditionell der Vorabend des Allerheiligenfestes. Irische Einwanderer brachten Halloween im 19. Jahrhundert nach Amerika, wo es sich stark kommerzialisierte und von seinen religiösen Wurzeln entfernte, bevor es in den 1990er Jahren nach Europa zurückkehrte.

Warum wird Allerheiligen am 1. November gefeiert?

Papst Gregor IV. verlegte das Fest im Jahr 835 auf den 1. November und machte es für die gesamte westliche Kirche verbindlich. Zuvor wurde es am 13. Mai begangen. Die genauen Gründe für die Terminwahl sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielten praktische Gründe eine Rolle: Nach der Ernte hatten Menschen mehr Zeit und Ressourcen für ein großes Fest, und Pilger konnten leichter nach Rom reisen. Eine Theorie besagt auch, dass heidnische Herbstfeste christianisiert werden sollten.

Was ist am Feiertag Allerheiligen verboten?

In den Bundesländern, wo Allerheiligen gesetzlicher Feiertag ist, gilt er als stiller Feiertag. Das bedeutet: Tanzveranstaltungen in Diskotheken und Clubs sind verboten, öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen werden eingeschränkt, große Sportevents werden vermieden, Jahrmärkte und Volksfeste sind untersagt. Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen (Sonntagsruhe), Gastronomie darf öffnen, aber mit angemessener Atmosphäre. Die genauen Regelungen variieren zwischen den Bundesländern.

Letzte Bearbeitung am Montag, 20. Oktober 2025 – 10:58 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO.

Allerheiligen: Zum Datum springen, inkl 2026, 2027 und 2028

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