Anlässe

Mariä Himmelfahrt: wo der 15. August frei ist und was gefeiert wird

Mariä Himmelfahrt ist am Sonntag, 15. August 2027. Gesetzlicher Feiertag ist der 15. August im Saarland und in bayerischen Gemeinden mit mehr katholischen als evangelischen Einwohnern. Das sind nach dem Zensus 2022 1.708 von 2.056 Gemeinden.

Von Zuletzt geprüft am 5 Min. Lesezeit

Mariä Himmelfahrt

15

August 2027

Sonntag

Feiertag in Saarland

in 309 Tagen

Kräuterbuschen aus Wildkräutern mit einer Königskerze in der Mitte auf einem Holztisch
KI-generiert

Mariä Himmelfahrt ist am Sonntag, 15. August 2027. Das katholische Hochfest wird jedes Jahr am 15. August gefeiert. Gesetzlicher Feiertag ist es im Saarland und in den meisten Gemeinden Bayerns. In den übrigen Ländern ist der 15. August ein normaler Arbeitstag.

Termine von Mariä Himmelfahrt

Das Datum steht fest, der Wochentag wechselt. 2027 ist der 15. August ein Sonntag, im Jahr danach folgt der Dienstag, 15. August 2028.

Mariä Himmelfahrt: die nächsten Termine
TerminDatumWochentagKalenderwoche
Mariä Himmelfahrt 202715. August 2027SonntagKW 32
Mariä Himmelfahrt 202815. August 2028DienstagKW 33
Mariä Himmelfahrt 202915. August 2029MittwochKW 33
Mariä Himmelfahrt 203015. August 2030DonnerstagKW 33
Mariä Himmelfahrt 203115. August 2031FreitagKW 33

Für Beschäftigte in Bayern und im Saarland lohnt der Blick auf den Wochentag. Ein Feiertag am Dienstag oder Donnerstag ergibt mit einem Brückentag vier freie Tage. Am Wochenende bringt er dagegen keinen zusätzlichen freien Tag.

Wo Mariä Himmelfahrt ein Feiertag ist

Saarland

Im Saarland ist der 15. August landesweit gesetzlicher Feiertag. Das Feiertagsgesetz nennt ihn in § 2 Abs. 1 ausdrücklich. Damit ist das Saarland das einzige Land, in dem der Tag überall frei ist. Alle Feiertage des Landes zeigt die Seite Feiertage im Saarland.

Bayern: Gemeinde für Gemeinde

In Bayern hängt der Feiertag vom Ort ab. Nach Art. 1 Abs. 1 des Bayerischen Feiertagsgesetzes gilt Mariä Himmelfahrt in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Gemeint sind Gemeinden, in denen mehr katholische als evangelische Einwohner leben. Das Landesamt für Statistik stellt das nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung fest (Art. 1 Abs. 3).

Grundlage ist derzeit der Zensus 2022. Danach ist der 15. August in 1.708 der 2.056 bayerischen Gemeinden Feiertag, in 348 Gemeinden nicht. In Ober- und Niederbayern gilt er überall. In Oberfranken trifft das auf 45,8 Prozent der Gemeinden zu, in Mittelfranken nur auf 19,0 Prozent. In Schwaben, Unterfranken und der Oberpfalz ist der Tag in den meisten Gemeinden frei.

Der Zensus ist eine Volkszählung; der letzte hatte den Stichtag 15. Mai 2022. Erst ein neuer Zensus kann die Liste der Gemeinden wieder verändern.

Mit dem Wechsel auf die Zensusdaten 2022 änderte sich die Lage ab 2025 in acht Gemeinden. Neu hinzu kamen Marktrodach, Baiersdorf, Weisendorf, Schwebheim, Memmingerberg und Oettingen. In Seßlach und Marktschorgast ist der 15. August seitdem kein Feiertag mehr. Ob Ihre Gemeinde dazugehört, macht die Gemeinde öffentlich bekannt.

Was das im Alltag bedeutet

In Bayern kann der Supermarkt im Nachbarort geöffnet haben, während im eigenen Ort alles geschlossen ist. Für Beschäftigte ist in der Regel die Gemeinde des Arbeitsplatzes maßgeblich, nicht der Wohnort. Wer in einer evangelisch geprägten Gemeinde Mittelfrankens arbeitet, hat am 15. August deshalb meist einen normalen Arbeitstag. Tarif- und Arbeitsverträge können anderes vorsehen; mehr dazu unter Arbeiten an Feiertagen.

Welche Feiertage sonst im Freistaat gelten, fasst die Seite Feiertage in Bayern zusammen.

Was an Mariä Himmelfahrt gefeiert wird

Katholische Christen feiern an diesem Tag die Aufnahme Marias in den Himmel. Nach katholischer Lehre wurde die Mutter Jesu nach ihrem irdischen Leben mit Leib und Seele zu Gott aufgenommen. Papst Pius XII. erklärte diese Lehre am 1. November 1950 mit der Apostolischen Konstitution „Munificentissimus Deus“ zum Dogma. Es ist das bislang letzte Dogma der katholischen Kirche.

Das Fest selbst ist viel älter. Es hat seinen Ursprung in der Ostkirche und ist am 15. August seit dem siebten Jahrhundert bekannt. Es gilt als das älteste Marienfest, in Bayern heißt es auch „Großer Frauentag“. Der offizielle Name lautet „Hochfest der Aufnahme der seligen Jungfrau Maria in den Himmel“.

Theologisch unterscheidet sich das Fest von Christi Himmelfahrt. Christus fährt nach christlichem Verständnis aus eigener Kraft auf, Maria wird von Gott aufgenommen. Die orthodoxen Kirchen feiern zu diesem Fest die Entschlafung der Gottesmutter. Für evangelische Christen ist die leibliche Aufnahme Marias kein Glaubenssatz; der Tag ist dort kein Feiertag.

Kräuterbuschen und Frauendreißiger

Der bekannteste Brauch ist die Kräuterweihe. Gläubige binden Heil- und Wildkräuter zu einem Strauß, dem Kräuterbuschen, und lassen ihn im Gottesdienst segnen. Gottesdienste mit Kräuterweihe sind seit dem 9. Jahrhundert bekannt.

Dahinter steht eine Legende. Als die Apostel das Grab Marias öffneten, fanden sie statt des Leichnams Blumen und Kräuter, und ein Duft erfüllte den Raum. Welche und wie viele Kräuter in den Buschen gehören, ist regional verschieden. Zu Hause wird der gesegnete Strauß oft getrocknet und aufbewahrt.

Einen Kräuterbuschen selbst binden

Häufig steht eine Königskerze in der Mitte des Straußes. Dazu kommen etwa Johanniskraut, Schafgarbe, Rainfarn, Kamille, Minze und Getreideähren. Gebunden wird mit einem Naturfaden, damit der Buschen später gut trocknen kann.

Pflücken Sie nur Pflanzen, die am Standort häufig wachsen, und nur so viel, wie Sie brauchen. Geschützte Arten wie die Arnika bleiben stehen. In Naturschutzgebieten ist das Pflücken grundsätzlich tabu.

Regional hieß der Tag deshalb auch „Büschelfrauentag“ oder „Unser Frauen Würzweih“. Mit dem 15. August beginnt außerdem der Frauendreißiger, eine Zeit von 30 Marientagen. Sie galt im Volksglauben als besonders segensreich.

Mariä Himmelfahrt ist das einzige Marienfest, das in Deutschland gesetzlicher Feiertag ist. Andere Marienfeste wie Mariä Geburt am 8. September oder Mariä Empfängnis am 8. Dezember sind Arbeitstage.

Mancherorts finden am Abend Lichterprozessionen mit Kerzen statt. Sie stehen dafür, dass Maria nach christlichem Glauben Christus, das Licht der Welt, geboren hat.

Spätsommerliche Wiese im Alpenvorland mit einer kleinen weißen Kapelle in der Ferne
Mariä Himmelfahrt fällt in den Spätsommer, die Zeit der Kräuterernte. KI-generiert

Mariä Himmelfahrt und die Sommerferien

In Bayern liegt der 15. August regelmäßig mitten in den Sommerferien. Schulkinder merken vom Feiertag deshalb wenig. Für Urlauber und Pendler zählt er trotzdem, denn Geschäfte und Behörden in Gemeinden mit Feiertag bleiben geschlossen.

Im Saarland wechselt die Lage der Sommerferien von Jahr zu Jahr. Je nach Jahr fällt der 15. August noch in die Ferien oder schon in die Schulzeit. Die aktuellen Termine finden Sie unter Sommerferien.

Wer im August durch Bayern oder das Saarland reist, sollte den Feiertag einplanen, etwa beim Einkaufen. In Österreich ist der 15. August ebenfalls gesetzlicher Feiertag. Eine Woche vorher feiert Augsburg sein Hohes Friedensfest.

Quellen

Mariä Himmelfahrt nach Jahren

Häufige Fragen

Ist Mariä Himmelfahrt in ganz Bayern ein Feiertag?

Nein, nur in Gemeinden mit mehr katholischen als evangelischen Einwohnern. Nach dem Zensus 2022 sind das 1.708 von 2.056 Gemeinden.

Woher weiß ich, ob meine Gemeinde am 15. August frei hat?

Die Gemeinde macht die Geltung öffentlich bekannt. Grundlage ist die Feststellung des Bayerischen Landesamts für Statistik nach Art. 1 Abs. 3 FTG.

Was ist ein Kräuterbuschen?

Ein Strauß aus Heil- und Wildkräutern, der an Mariä Himmelfahrt im Gottesdienst gesegnet wird. Gottesdienste mit Kräuterweihe sind seit dem 9. Jahrhundert bekannt.

Seit wann ist die Himmelfahrt Marias ein Dogma?

Seit dem 1. November 1950. Papst Pius XII. verkündete es mit der Konstitution „Munificentissimus Deus“.

Haben Geschäfte in Bayern am 15. August geöffnet?

In Gemeinden mit Feiertag nicht, in den übrigen Gemeinden schon. Deshalb kann der Supermarkt im Nachbarort geöffnet haben.

Passt dazu