Pfingsten

Pfingsten ist ein bewegliches Fest, das immer 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Es fällt daher jedes Jahr auf ein anderes Datum, aber immer auf einen Sonntag und Montag. Der Pfingstsonntag markiert das Ende der Osterzeit und ist ein wichtiger christlicher Feiertag, an dem das Kommen des Heiligen Geistes und der Beginn der christlichen Kirche gefeiert werden. Der darauffolgende Pfingstmontag ist ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag in vielen Ländern.

Inhaltsverzeichnis

Pfingsten
Pfingsten

Wann ist Pfingsten (Datum)?

Pfingsten ist ein christliches Fest, das jedes Jahr 50 Tage nach Ostersonntag gefeiert wird und meist in den Mai oder Juni fällt. Es erinnert an das Kommen des Heiligen Geistes auf die Apostel und wird oft als „Geburtstag der Kirche“ angesehen, da die Jünger begannen, die Lehre Jesu zu verbreiten. Pfingsten besteht aus zwei Feiertagen: Pfingstsonntag und Pfingstmontag, die in vielen Ländern arbeitsfrei sind und häufig mit Gottesdiensten und Festen begangen werden.

Pfingsten

Pfingsten ist ein bewegliches Fest, das immer 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Es fällt daher jedes Jahr auf ein anderes Datum, aber immer auf einen Sonntag und Montag. Der Pfingstsonntag markiert das Ende der Osterzeit und ist ein wichtiger christlicher Feiertag, an dem das Kommen des Heiligen Geistes und der Beginn der christlichen Kirche gefeiert werden. Der darauffolgende Pfingstmontag ist ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag in vielen Ländern. Entdecken Sie in diesem Artikel die tiefe religiöse Bedeutung, die faszinierende biblische Geschichte und die lebendigen Traditionen, die Pfingsten zu einem der wichtigsten Feste im christlichen Kirchenjahr machen.

Die christliche Bedeutung von Pfingsten

Pfingsten ist nach Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im christlichen Kirchenjahr und wird auch als Geburtstag der Kirche bezeichnet. Der Name leitet sich vom griechischen Wort „pentēkostē hēméra“ ab, was „der fünfzigste Tag“ bedeutet. Pfingsten wird genau 50 Tage nach Ostern gefeiert und markiert den feierlichen Abschluss der österlichen Festzeit. An diesem Tag feiern Christen weltweit die Aussendung des Heiligen Geistes an die Jünger Jesu und seine bleibende Gegenwart in der Kirche.

Das Pfingstfest im christlichen Glauben

Pfingsten bildet zusammen mit Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest der Kirche. Nach Weihnachten, dem Fest der Liebe Gottes zu den Menschen, und Ostern, dem Fest Jesu Christi, feiern Christen an Pfingsten die Sendung des Heiligen Geistes. Das Fest markiert den Beginn der weltweiten christlichen Mission und die Entstehung der ersten christlichen Gemeinde.

Der Heilige Geist: Zentrum des Pfingstfestes

Im Mittelpunkt von Pfingsten steht der Heilige Geist, die dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit. Nach christlichem Verständnis ist der Heilige Geist Gottes Kraft und Gegenwart, die Menschen verwandelt, begeistert und zur Verkündigung des Evangeliums befähigt. Der Geist Gottes wirkt als Tröster, Beistand und Lehrer, der Gläubige in alle Wahrheit führt und mit geistlichen Gaben beschenkt.

Die sieben Gaben des Heiligen Geistes

  • Weisheit: Die Fähigkeit, die Dinge aus Gottes Perspektive zu sehen und weise Entscheidungen zu treffen
  • Einsicht: Tiefes Verständnis für göttliche Wahrheiten und Zusammenhänge
  • Rat: Die Gabe, guten Rat zu geben und zu empfangen in schwierigen Situationen
  • Stärke: Mut und Kraft, den Glauben auch in Herausforderungen zu leben
  • Erkenntnis: Die Fähigkeit, Gottes Willen zu erkennen und zu verstehen
  • Frömmigkeit: Eine lebendige, vertrauensvolle Beziehung zu Gott
  • Gottesfurcht: Ehrfurcht und Respekt vor Gottes Größe und Heiligkeit

Die biblische Pfingstgeschichte

Die biblische Erzählung des Pfingstereignisses findet sich im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte. Diese dramatische Schilderung beschreibt, wie der Heilige Geist auf die versammelten Jünger herabkam und die christliche Kirche ihren Anfang nahm.

Das Pfingstwunder in Jerusalem

Nach der Himmelfahrt Jesu, zehn Tage vor dem Pfingstfest, versammelten sich die Jünger in Jerusalem. Etwa 120 Gläubige, darunter Maria, die Mutter Jesu, seine Brüder und die Apostel, warteten betend in einem Haus auf die von Jesus verheißene Kraft aus der Höhe. Jerusalem war zu dieser Zeit voller Menschen, denn fromme Juden aus aller Welt waren zum jüdischen Wochenfest Schawuot gepilgert.

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“

— Apostelgeschichte 2,1-4

Die drei Zeichen des Heiligen Geistes

🌪️ Das mächtige Brausen

Ein gewaltiges Rauschen wie von einem heftigen Sturm erfüllte das Haus. Dieses Brausen symbolisiert die Kraft und Dynamik des Geistes Gottes. Der Wind steht biblisch für Gottes unsichtbare aber mächtige Gegenwart, die nicht kontrolliert werden kann, sondern frei weht.

🔥 Die Feuerzungen

Etwas wie Feuer erschien, teilte sich in Feuerzungen und ließ sich auf jeden Einzelnen nieder. Das Feuer symbolisiert Erleuchtung, Reinigung und die verwandelnde Kraft des Geistes. Die Feuerzungen erinnern auch an die Offenbarung Gottes am Berg Sinai, als er sich im Feuer zeigte und die Zehn Gebote gab.

💬 Das Sprachenwunder

Die Jünger begannen in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab. Menschen aus allen Ländern hörten sie in ihrer eigenen Muttersprache die großen Taten Gottes verkünden. Dieses Wunder hebt die babylonische Sprachverwirrung symbolisch auf und zeigt: Das Evangelium ist für alle Menschen bestimmt.

Die Pfingstpredigt des Petrus

Das Sprachenwunder zog eine große Menschenmenge an. Manche waren erstaunt und fragten sich, was dies bedeute. Andere spotteten und behaupteten, die Jünger seien betrunken. In diesem Moment trat Petrus vor die Menge und hielt die erste christliche Predigt. Er erklärte, dass sich die Prophezeiung des Propheten Joel erfüllt habe: Gott gieße seinen Geist über alle Menschen aus. Petrus verkündete, dass Jesus von Nazareth, den sie gekreuzigt hatten, von Gott auferweckt worden sei und nun zur Rechten Gottes sitze. Er habe den verheißenen Heiligen Geist vom Vater empfangen und ausgegossen.

📖 Die Wirkung der Pfingstpredigt

Die Menschen waren von Petrus‘ Worten tief getroffen und fragten: „Was sollen wir tun?“ Petrus antwortete: „Kehrt um und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ An diesem Tag ließen sich etwa 3000 Menschen taufen. Dies war die Geburtsstunde der christlichen Kirche – aus einer kleinen Gruppe von Jüngern wurde eine lebendige Gemeinde, die stetig wuchs.

Historische Entwicklung des Pfingstfestes

Die Feier von Pfingsten hat eine lange Geschichte, die bis in die Anfänge des Christentums zurückreicht. Das Fest entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte von einem jüdischen Erntefest zu einem der wichtigsten christlichen Hochfeste.

Jüdische Wurzeln: Das Schawuot-Fest

Pfingsten hat seine Wurzeln im jüdischen Wochenfest Schawuot, das 50 Tage nach dem Passafest gefeiert wird. Ursprünglich war Schawuot ein Erntedankfest, das den Abschluss der Gersten- und Weizenernte markierte. Später wurde es zu einem Fest des Gedenkens an die Gabe der Tora an Mose auf dem Berg Sinai. Diese Verbindung ist bedeutsam: Am Sinai offenbarte sich Gott im Feuer und gab seinem Volk die Zehn Gebote. An Pfingsten offenbart sich Gott erneut im Feuer der Feuerzungen und schließt einen neuen Bund durch den Heiligen Geist.

1. Jahrhundert – Das erste Pfingstfest

Das Pfingstereignis findet etwa im Jahr 30 n. Chr. in Jerusalem statt. Die Apostel beginnen ihre weltweite Mission.

2. Jahrhundert – Erste Erwähnungen

Die erste Erwähnung von Pfingsten als eigenständiges christliches Fest stammt aus dem Jahr 130 n. Chr. Eine fünfzigtägige Festzeit nach Ostern ist bereits im frühen 2. Jahrhundert überliefert.

4. Jahrhundert – Eigenständiges Hochfest

Seit Ende des 4. Jahrhunderts (seit etwa dem Jahr 380) wird Pfingsten als eigenständiges Hochfest gefeiert. Zuvor wurden Pfingsten und Christi Himmelfahrt noch als gemeinsames Fest begangen.

11. Jahrhundert – Pfingstoktav

Ab dem 11. Jahrhundert wird das Pfingstfest eine ganze Woche lang mit einer Oktav gefeiert, ähnlich wie bei Weihnachten und Ostern.

1969 – Liturgiereform

Papst Paul VI. schafft im Rahmen der Liturgiereform die Pfingstoktav ab. Der Pfingstmontag bleibt jedoch in vielen Ländern als gesetzlicher Feiertag bestehen.

Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag

Der Pfingstmontag ist heute in Deutschland, Österreich, weiten Teilen der Schweiz, Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Ungarn ein gesetzlicher Feiertag. In einigen Ländern wurde er zeitweise abgeschafft: Schweden strich den Pfingstmontag 2005 als Feiertag. Italien begeht den Tag nicht mehr als gesetzlichen Feiertag, mit Ausnahme von Südtirol. In Frankreich gab es 2005 Bemühungen zur Abschaffung, doch die Bevölkerung setzte sich zur Wehr, sodass der Pfingstmontag 2008 wieder als Feiertag eingeführt wurde.

⚠️ Aktuelle Debatte in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es seit 2005 immer wieder wirtschaftliche Forderungen, den Pfingstmontag als Feiertag abzuschaffen. Historisch wurde der Pfingstmontag bereits 1994 vorübergehend abgeschafft, später aber aufgrund massiver Proteste wieder eingeführt. Die Debatte reflektiert gesellschaftliche Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und religiösen sowie kulturellen Traditionen. Arbeitnehmer und Kirchen betonen die Bedeutung von Erholungszeiten und der christlichen Prägung deutscher Kultur.

Symbole des Pfingstfestes

Pfingsten ist reich an biblischen und liturgischen Symbolen, die die Gegenwart und das Wirken des Heiligen Geistes sichtbar machen. Diese Symbole prägen die Gestaltung von Gottesdiensten, Kirchen und häuslichen Feiern.

🕊️ Die weiße Taube

Die Taube ist das wohl bekannteste Symbol für den Heiligen Geist. Sie geht zurück auf die Taufe Jesu, bei der der Heilige Geist „in Gestalt einer Taube“ auf Jesus herabkam. Die Taube steht für Frieden, Reinheit, Versöhnung und Neubeginn. In vielen Kirchen finden sich Darstellungen der Taube, häufig umgeben von Licht oder Flammen, an Altären, Taufbecken oder in Fenstern. Die weiße Taube erinnert auch an die Geschichte von Noah, in der die Taube mit dem Ölzweig Hoffnung und die Aussicht auf eine neue Zukunft symbolisierte.

🔥 Feuer und Flammen

Die Feuerzungen aus der Apostelgeschichte sind untrennbar mit Pfingsten verbunden. Feuer steht für Erleuchtung, Begeisterung, Reinigung und die verwandelnde Kraft des Geistes. In der biblischen Pfingstgeschichte ließen sich Feuerzungen auf jeden der Jünger nieder. Von diesem Feuer entzündet, trugen sie die Botschaft Jesu in die ganze Welt. In der Liturgie werden oft Kerzen entzündet, Pfingstfeuer entfacht oder symbolische Flammenzungen in der Dekoration verwendet. Das Feuer erinnert daran, dass der Glaube Menschen „entflammen“ und inspirieren soll.

🔴 Die Farbe Rot

Rot ist die liturgische Farbe des Pfingstfestes. Sie steht für die Freude, den Eifer, die Kraft und das Feuer des Heiligen Geistes. Priester, Geistliche und Chöre tragen traditionell rote Gewänder. In der Neuzeit hat sich dieser Brauch auch auf Gemeindemitglieder ausgedehnt, die zur Feier des Tages ebenfalls rote Kleidung tragen. Rote Fahnen und Tücher werden in Kirchen an Wänden oder Decken befestigt, um das Wehen des „mächtigen Windes“ und die freie Bewegung des Geistes zu symbolisieren.

🌬️ Wind und Sturm

Das mächtige Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Sturm, gehört zur biblischen Pfingsterzählung. Wind ist unsichtbar, aber seine Kraft ist spürbar. So wirkt auch der Heilige Geist: unsichtbar, aber kraftvoll und verwandelnd. Der Wind steht für Bewegung, Dynamik und die Freiheit des Geistes, der weht, wo er will. In der hebräischen Sprache ist „ruach“ das Wort sowohl für Wind als auch für Geist – eine Verbindung, die die Kraft und Lebendigkeit des göttlichen Geistes ausdrückt.

Liturgische Praxis an Pfingsten

In der katholischen und evangelischen Liturgie werden verschiedene Bräuche praktiziert, um den Heiligen Geist zu veranschaulichen. In früheren Jahrhunderten war es in einigen Kirchen üblich, während des Pfingstgottesdienstes lebendige Tauben in den Kirchenraum fliegen zu lassen. Später ersetzte man die lebenden Vögel durch eine hölzerne Taube, die an einem Seil von der Kirchendecke herabgelassen wurde – das sogenannte „Heilig-Geist-Schwingen“. In manchen Kirchen wurden aus dem „Heiliggeistloch“ brennende Wergflocken auf die Kirchenbesucher gestreut, die von den Männern mit ihren Hüten aufgefangen wurden. Diese sollten vor Unwetter schützen. Heute werden diese Bräuche nur noch vereinzelt praktiziert.

Pfingstbräuche und Traditionen in Deutschland

Im Vergleich zu Weihnachten und Ostern hat Pfingsten weniger eigenständige Bräuche entwickelt, dennoch gibt es eine Vielfalt regionaler Traditionen. Viele Pfingstbräuche haben jahreszeitliche Bezüge und sind dem Maibrauchtum ähnlich, da beide Feste den Frühling und die erwachende Natur feiern.

Regionale Vielfalt der Pfingstbräuche

Die Pfingstbräuche in Deutschland spiegeln die einzigartigen Traditionen der verschiedenen Bundesländer wider. 2025 verspricht ein buntes Festprogramm, das süddeutsche und norddeutsche Bräuche gleichermaßen in den Vordergrund rückt. In Bayern feiern über 1700 Gemeinden traditionelle Prozessionen, während süddeutsche Traditionen auch in Baden-Württemberg lebendig erhalten bleiben. Das Bergische Land pflegt das Pfingstsingen, das Mansfelder Land das Dreckschweinfest.

Süddeutsche Pfingstbräuche

Pfingstritte und Prozessionen

In Bayern, besonders im katholisch geprägten Raum, finden traditionelle Pfingstritte statt. Der berühmteste ist der Kötztinger Pfingstritt, bei dem hunderte Reiter in einer festlichen Prozession durch die Stadt ziehen und Teile der Bibel verkünden. Diese Ritte erinnern an frühere Heerschauen und haben teilweise Jahrhunderte alte Tradition. Auch Flurumritte zur Segnung der Felder sind verbreitet.

Pfingstfeuer

Besonders in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich werden Pfingstfeuer entzündet. Sie gelten als Zeichen der Erleuchtung und als Symbol für den Heiligen Geist. Die Feuer erinnern an die Feuerzungen des biblischen Pfingstberichts und werden oft auf Anhöhen angezündet, sodass sie weithin sichtbar sind. Im Allgäu ist diese Tradition besonders lebendig.

Pfingstochse

In ländlichen Gebieten Süddeutschlands, der Schweiz und Österreichs wird der kräftigste Ochse der Herde an Pfingsten feierlich mit Kränzen, Blumen und Bändern geschmückt, bevor das Vieh auf die Weide kommt. Dieser Brauch verbindet Landwirtschaft und Tradition. Der Pfingstochse führte früher den feierlichen Zug zum ersten Almauftrieb nach dem Winter an.

Norddeutsche Traditionen

Pfingstsingen im Bergischen Land

Das Pfingstsingen, auch Eiersingen genannt, ist ein traditioneller Heischebrauch im Bergischen Land, der erstmals 1574 erwähnt wurde. Junge Männer ziehen singend von Haus zu Haus und erbitten Gaben wie Eier und Speck. Traditionell ging es auch darum, ledige Frauen im heiratsfähigen Alter zu besingen. Dieser Brauch hat sich trotz mehrerer Verbote bis heute erhalten und wird von der UNESCO als schützenswertes Kulturerbe betrachtet.

Pfingstbaumpflanzen

In Niedersachsen, besonders in der Lüneburger Heide, hat das Pfingstbaumpflanzen oder „Birkenstecken“ eine lange Tradition. Junge Männer stellen am Abend vor Pfingstsonntag frisch geschlagene junge Birken vor die Häuser, in denen unverheiratete Mädchen wohnen. Der Brauch geht vermutlich auf germanische Wurzeln zurück und symbolisiert Zuneigung und Fruchtbarkeit. In einigen Gegenden werden die Birken an alle Bewohner eines Dorfes verteilt.

Wasservogelsingen

In einigen Regionen Deutschlands gibt es das traditionelle Wasservogelsingen, bei dem Lieder über die Kraft des Wassers und den Frühling gesungen werden. Dieser Brauch verbindet sich oft mit dem Schmücken von Brunnen und Quellen.

Weitere verbreitete Pfingsttraditionen

  • Brunnenschmücken: Besonders in Franken und im Odenwald werden Dorfbrunnen aufwendig mit Birkengrün, bunten Bändern, Blumen und Eierketten geschmückt. In Erbach im Odenwald pflegen die Bewohner seit langer Zeit diesen Brauch als Hommage an die lebensspendende Kraft des Wassers. Das Wasser aus Bächen und Brunnen soll zu Pfingsten nach traditioneller Annahme besondere Segenskraft besitzen
  • Pfingstbaum aufstellen: Ähnlich dem Maibaum wird in vielen Gegenden ein hoher, geschmückter Baumstamm im Dorf aufgestellt. Bänder, Fahnen und ein Pfingstkranz gehören zum Baumschmuck. Der Pfingstbaum bildet den Mittelpunkt ausgelassener Feiern. Teilweise messen sich junge Männer im Wettklettern, und der Sieger darf eine Pfingstkönigin auswählen
  • Pfingstbraut und Pfingstbräutigam: Bei Festen und Feiern werden vielerorts durch Spiele oder Bräuche scherzhaft „Pfingstbraut“ und „Pfingstbräutigam“ ermittelt. Viele Pfingstbräuche drehen sich traditionell darum, einen Partner zum Heiraten zu finden – heute meist eher scherzhaft gemeint
  • Pfingststehlen: In der Nacht von Pfingstsonntag auf Montag gibt es in Österreich und Teilen Deutschlands (besonders Steiermark) eine „Unfugs- oder Bosheitsnacht“. Bewegliche Gegenstände werden aus Hof und Garten entwendet und an öffentlichen Plätzen wieder aufgestellt. Nach altem Brauch darf alles mitgenommen werden, was nicht durch ein Dach geschützt ist. Dies ist vermutlich Rest eines alten Abwehrzaubers
  • Großer Wettersegen: In katholischen Regionen sprachen Priester früher den „Großen Wettersegen“, mit dem sie um günstiges Wetter und eine reiche Ernte baten. Diese Tradition zeigt die Herkunft des Pfingstfestes als Erntefest und wird heute kaum noch gepflegt
  • Gottesdienste unter freiem Himmel: Ein klassischer Pfingstbrauch sind Gottesdienste in der Natur. Sie bringen Menschen zusammen und stärken das Bewusstsein für den Heiligen Geist als Gemeinschaft stiftende Kraft

UNESCO-Würdigung deutscher Pfingstbräuche

🏛️ Immaterielles Kulturerbe

Das Pfingstbrauchtum in den Grunddörfern der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra sowie das Pfingstsingen im Bergischen Land haben sich seit 2014 um die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe der UNESCO beworben. Diese Initiativen zeigen, wie wertvoll die Bewahrung lebendiger Traditionen ist. Deutschland ist 2013 dem UNESCO-Vertrag zum Erhalt von Bräuchen und Traditionen beigetreten und beteiligt sich aktiv am Schutz dieser kulturellen Schätze.

Kulinarische Traditionen zu Pfingsten

Auch kulinarisch hat Pfingsten seine Besonderheiten. Regionale Spezialitäten und traditionelle Gerichte machen das Fest zu einem genussvollen Erlebnis.

🥩 Pfingstochsenbraten

In Anlehnung an die Tradition des geschmückten Pfingstochsen ist Ochsenbraten ein klassisches Festtagsessen. Der saftige Braten mit kräftiger Sauce, Knödeln und saisonalem Gemüse steht für die Fülle des Frühlings. In norddeutschen Regionen gibt es heute noch Feste, bei denen das Grillen eines ganzen Ochsen im Mittelpunkt steht.

🐑 Lammgerichte

Lamm mit frischem Spargel auf Pilzragout ist eine beliebte saisonale Kombination. Das Lamm symbolisiert in der christlichen Tradition Unschuld und Reinheit und erinnert an Jesus als das „Lamm Gottes“. Die Verbindung mit Pfingsten liegt in der Osterzeit, die mit Pfingsten abgeschlossen wird.

🥧 Rhabarberkuchen

Zum Nachtisch passt hervorragend ein frisch gebackener Rhabarberkuchen mit Sahne und Kaffee. Rhabarber hat im Mai und Juni Hochsaison und bringt fruchtig-säuerliche Frische auf den Pfingsttisch. Obstkuchen mit saisonalen Früchten wie Erdbeeren oder Kirschen sind ebenfalls beliebt.

🍞 Allgäuer Brotvögel

In Bayern war es lange Tradition, Allgäuer Brotvögel zu backen – Gebäck in Anlehnung an die Taube des Heiligen Geistes. Diese süßen Hefegebäcke in Vogelform wurden an Pfingsten verschenkt und gegessen. Ähnlich sind die Heiligengeistkrapfen, die in manchen Regionen gebacken werden.

🥛 Pfingstmilch

Im alten Brauchtum bekamen die Bauernmägde zu Pfingsten die gesamte gemolkene Milch zugesprochen. Diese sogenannte Pfingstmilch wurde mit Mandeln und Eiern als Suppe gegessen. Dieser Brauch ist heute weitgehend verschwunden, zeigt aber die besondere Wertschätzung der Pfingstzeit in der landwirtschaftlichen Tradition.

Pfingsten weltweit: Internationale Traditionen

Pfingsten wird nicht nur in Deutschland, sondern weltweit von Christen gefeiert. Jede Kultur hat dabei eigene Traditionen und Bräuche entwickelt.

🇮🇹 Italien

In Italien werfen Gläubige während des Pfingstgottesdienstes Rosenblätter von den Kirchendecken, um die Feuerzungen des Heiligen Geistes zu symbolisieren. In Rom findet in der Peterskirche eine besonders prachtvolle Zeremonie statt.

🇫🇷 Frankreich

In Frankreich blasen die Gläubigen Trompeten während des Pfingstgottesdienstes, um das Brausen des Heiligen Geistes nachzuahmen. Nach der Messe werden oft gemeinsame Festessen organisiert. Der Pfingstmontag (Lundi de Pentecôte) ist ein wichtiger freier Tag.

🇬🇷 Griechenland

In der griechisch-orthodoxen Kirche wird Pfingsten mit prächtigen Liturgien gefeiert. Die Gläubigen tragen grüne Kleidung, die das Leben und die Erneuerung durch den Heiligen Geist symbolisiert. Häuser und Kirchen werden mit frischem Grün geschmückt.

🇳🇱 Niederlande

In den Niederlanden finden an Pfingsten zahlreiche Open-Air-Festivals und Konzerte statt. Das verlängerte Wochenende wird für Ausflüge in die Natur genutzt. Traditionelle Kirmes-Veranstaltungen (Pfingstkermes) sind in vielen Orten üblich.

🇺🇦 Ukraine

In der Ukraine schmücken Gläubige ihre Häuser mit Birkenlaub und Blumen. Das Grün symbolisiert die Erneuerung durch den Heiligen Geist. Nach dem Gottesdienst werden die Wohnungen mit geweihtem Wasser besprengt.

🇪🇸 Spanien

In Spanien, besonders in Katalonien, feiert man Pfingsten mit großen Volksfesten. Die Menschen tragen rote Kleidung und schmücken ihre Häuser mit roten Blumen und Fahnen. Tänze und Musik gehören zu den Feierlichkeiten.

Moderne Pfingstfeierlichkeiten

Neben den traditionellen kirchlichen und volkstümlichen Bräuchen hat Pfingsten auch moderne Ausdrucksformen gefunden, die das Fest für neue Generationen zugänglich machen.

Kirchliche Veranstaltungen

Gottesdienste und Liturgie

In katholischen Bistümern finden zu Pfingsten traditionell Priesterweihen statt, da die Aussendung des Heiligen Geistes besonders mit dem priesterlichen Dienst verbunden wird. Firmungen werden ebenfalls häufig zur Pfingstzeit gespendet. Die Renovabis-Pfingstaktion sammelt Spenden für das katholische Osteuropa-Hilfswerk. Viele Gemeinden organisieren besondere Pfingstgottesdienste mit festlicher Musik, Chören und kreativen Elementen für Kinder und Jugendliche.

Pfingstnovene: Vorbereitung auf das Fest

In den neun Tagen vor Pfingsten, beginnend an Christi Himmelfahrt, wird die Pfingstnovene gebetet. Diese besondere Gebetsform geht auf den Pfingstbericht der Apostelgeschichte zurück, nachdem sich die Jünger vor Pfingsten im Gebet zurückgezogen hatten. In der Pfingstnovene wird um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet. Viele Gemeinden bieten gemeinsame Gebetsabende an, und auch zuhause können Familien diese Tradition pflegen.

Kulturelle Veranstaltungen

Wave-Gothik-Treffen Leipzig

Seit 1992 findet am Pfingstwochenende in Leipzig eines der größten Szene-Festivals in Deutschland statt: das Wave-Gothik-Treffen. Zehntausende Besucher aus der schwarzen Szene kommen zusammen für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Gottesdienste. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ein christlicher Feiertag kulturell neu interpretiert wird.

Pfingstfestivals und Open-Air-Konzerte

Viele Regionen nutzen das verlängerte Pfingstwochenende für Musik- und Kulturfestivals. Pfingstmärkte, Kunsthandwerkermärkte und regionale Volksfeste ziehen Besucher an. Die Verbindung von Tradition und moderner Festkultur macht Pfingsten zu einem lebendigen Event.

Ökumenische Veranstaltungen

Immer mehr christliche Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen feiern Pfingsten gemeinsam. Ökumenische Gottesdienste, Friedensgebete und interreligiöse Dialoge betonen die einende Kraft des Heiligen Geistes über Grenzen hinweg.

Pfingsten in der Familie feiern

Ideen für ein festliches Pfingsten zuhause

  • Gemeinsames Festessen mit traditionellen Gerichten wie Ochsenbraten oder Lammgerichten
  • Haus und Tisch mit Birkengrün, roten Blumen und Kerzen schmücken
  • Basteln einer Papier- oder Holztaube als Symbol für den Heiligen Geist
  • Pfingstkerze anzünden und gemeinsam ein Gebet oder Lied singen
  • Geschichten über Pfingsten kindgerecht erzählen oder vorlesen
  • Ausflug in die erwachte Natur: Wanderung, Picknick, Radtour
  • Besuch eines Pfingstfeuers oder einer Prozession in der Region
  • Gartenparty mit Grillen und geselligem Beisammensein

Pfingsten heute: Bedeutung in einer säkularen Gesellschaft

Während Weihnachten und Ostern tief im kollektiven Bewusstsein verankert sind, ist die Bedeutung von Pfingsten vielen Menschen heute nicht mehr bekannt. Umfragen zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung nicht erklären kann, was an Pfingsten gefeiert wird. Dies wirft Fragen auf über die Relevanz religiöser Feste in einer zunehmend säkularen Gesellschaft.

Die Aktualität der Pfingstbotschaft

Trotz schwindender religiöser Bindung hat die Pfingstbotschaft eine zeitlose Relevanz. Die Themen, die Pfingsten anspricht, sind hochaktuell: Kommunikation über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, Gemeinschaftsbildung, Mut zur Veränderung, Inspiration und die Suche nach Sinn und Orientierung. Der Heilige Geist als Symbol für Kreativität, Erneuerung und Transformation spricht auch Menschen an, die sich nicht als religiös verstehen.

Pfingsten als Fest der Vielfalt in Einheit

Das Pfingstwunder, bei dem Menschen verschiedener Sprachen einander verstanden, ist ein kraftvolles Symbol für Verständigung in einer globalisierten Welt. Die Pfingstgeschichte zeigt: Unterschiede müssen nicht trennen, sondern können in einer höheren Einheit zusammenfinden. Diese Botschaft ist in Zeiten von Polarisierung und Spaltung aktueller denn je. Pfingsten lädt ein, Brücken zu bauen, aufeinander zuzugehen und Gemeinschaft zu leben – über alle Grenzen hinweg.

Pfingsten und soziales Engagement

Viele christliche Gemeinden verstehen Pfingsten als Auftrag zu sozialem Engagement. Die Kraft des Heiligen Geistes soll nicht nur innerlich wirken, sondern sich in konkreter Nächstenliebe zeigen. Pfingsten wird daher oft mit Aktionen für Bedürftige, ökologischem Engagement und Projekten für mehr Gerechtigkeit verbunden. Die Renovabis-Pfingstaktion unterstützt seit Jahren Menschen in Osteuropa und ist ein Beispiel für gelebte Solidarität.

Fazit: Pfingsten als lebendiges Fest

Pfingsten ist weit mehr als nur ein verlängertes Wochenende im Frühsommer. Es ist ein Fest mit tiefer religiöser Bedeutung, reicher Geschichte und lebendigen Traditionen, die regional unterschiedlich ausgeprägt sind. Die biblische Pfingstgeschichte von der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu markiert die Geburtsstunde der christlichen Kirche und den Beginn der weltweiten Mission. Die Symbole des Pfingstfestes – Taube, Feuer, Wind und die Farbe Rot – machen die unsichtbare Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes sichtbar und erfahrbar.

Die Vielfalt der Pfingstbräuche von den bayerischen Pfingstritten über das bergische Pfingstsingen bis zum Brunnenschmücken in Franken zeigt, wie lebendig lokale Traditionen gepflegt werden. Diese Bräuche verbinden christliche Spiritualität mit jahreszeitlichen Bezügen, landwirtschaftlichen Traditionen und geselligem Miteinander. Auch kulinarisch hat Pfingsten seinen festen Platz mit traditionellen Gerichten wie Pfingstochsenbraten, Lammgerichten und saisonalen Köstlichkeiten.

In einer zunehmend säkularen Gesellschaft stellt sich die Frage nach der Relevanz religiöser Feste neu. Doch die Kernbotschaft von Pfingsten – Kommunikation über Grenzen hinweg, Gemeinschaftsbildung, Erneuerung und die inspirierende Kraft des Geistes – bleibt zeitlos aktuell. Pfingsten lädt ein, innezuhalten, Gemeinschaft zu feiern und sich von der verwandelnden Kraft inspirieren zu lassen, die Menschen über alle Unterschiede hinweg verbindet. Ob in der Kirche, in der Familie oder in der Natur – Pfingsten bietet vielfältige Möglichkeiten, dieses besondere Fest zu erleben und seine Bedeutung für das eigene Leben zu entdecken.

Was wird an Pfingsten gefeiert und welche Bedeutung hat das Fest?

An Pfingsten feiern Christen die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu, wie in der Apostelgeschichte beschrieben. Das Fest markiert das Ende der Osterzeit und gilt als Geburtstag der christlichen Kirche. Nach dem Tod und der Auferstehung Jesu kamen seine Jünger in Jerusalem zusammen, als plötzlich ein gewaltiges Brausen wie von einem Sturm das Haus erfüllte. Feuerzungen ließen sich auf jeden nieder, und sie wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Von diesem Moment an konnten sie in allen Sprachen sprechen und begannen, das Evangelium zu verkünden. Pfingsten ist nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest im christlichen Kirchenjahr.

Woher kommt der Name Pfingsten und warum fällt es jedes Jahr auf ein anderes Datum?

Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort pentēkostē hēméra ab, was der fünfzigste Tag bedeutet. Das Fest wird immer genau 50 Tage nach Ostern gefeiert, also 49 Tage nach Ostersonntag. Da Ostern ein bewegliches Fest ist, dessen Datum sich nach dem Mondkalender richtet, ändert sich auch der Pfingsttermin jedes Jahr. Pfingsten kann frühestens am 10. Mai und spätestens am 13. Juni stattfinden. Das Fest hat seine Wurzeln im jüdischen Wochenfest Schawuot, das ebenfalls 50 Tage nach Pessach gefeiert wird.

Welche Symbole sind mit Pfingsten verbunden und was bedeuten sie?

Die wichtigsten Pfingstsymbole sind die weiße Taube, Feuer und Flammen, die Farbe Rot sowie Wind und Sturm. Die Taube steht für den Heiligen Geist und geht auf die Taufe Jesu zurück, bei der der Geist in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkam. Sie symbolisiert Frieden, Reinheit und Neubeginn. Die Feuerzungen aus der Apostelgeschichte stehen für Erleuchtung, Begeisterung und die verwandelnde Kraft des Geistes. Rot ist die liturgische Farbe des Pfingstfestes und symbolisiert die Freude, den Eifer und das Feuer des Heiligen Geistes. Das mächtige Brausen vom Himmel steht für die Kraft und Dynamik des unsichtbaren Gottesgeistes.

Welche traditionellen Pfingstbräuche gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es vielfältige regionale Pfingstbräuche. In Bayern finden Pfingstritte statt, bei denen hunderte Reiter in Prozessionen durch Städte ziehen. Der Pfingstochse wurde früher feierlich geschmückt, wenn das Vieh zum ersten Mal nach dem Winter auf die Weide getrieben wurde. Im Bergischen Land pflegt man das Pfingstsingen, bei dem junge Männer singend von Haus zu Haus ziehen. Das Pfingstbaumpflanzen in Niedersachsen, bei dem Birken vor Häuser gestellt werden, und das Brunnenschmücken in Franken mit Birkengrün und bunten Bändern sind weitere verbreitete Traditionen. Pfingstfeuer werden besonders in Süddeutschland entzündet. In der Nacht von Pfingstsonntag auf Montag gibt es in manchen Regionen das Pfingststehlen, eine Unfugsnacht mit harmlosen Streichen.

Was erzählt die Bibel über das Pfingstereignis?

Die biblische Pfingstgeschichte steht in der Apostelgeschichte Kapitel 2. Nach der Himmelfahrt Jesu waren etwa 120 Jünger in Jerusalem versammelt, darunter Maria und die Apostel. Sie beteten gemeinsam, als plötzlich ein gewaltiges Brausen wie von einem Sturm das Haus erfüllte. Es erschienen Zungen wie von Feuer, die sich auf jeden niederließen. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden. Menschen aus vielen Ländern, die zum jüdischen Wochenfest nach Jerusalem gekommen waren, hörten sie jeweils in ihrer eigenen Muttersprache. Petrus hielt daraufhin die erste christliche Predigt, in der er erklärte, dass Jesus auferstanden sei und den verheißenen Heiligen Geist gesandt habe. An diesem Tag ließen sich etwa 3000 Menschen taufen.

Welche Rolle spielt der Heilige Geist im christlichen Glauben?

Der Heilige Geist ist im christlichen Glauben die dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit neben Gott Vater und Jesus Christus. Er ist Gottes Kraft und Gegenwart, die Menschen verwandelt, tröstet und zur Verkündigung befähigt. Der Heilige Geist wirkt als Beistand und Lehrer, der Gläubige in die Wahrheit führt und mit geistlichen Gaben beschenkt. Die sieben klassischen Gaben des Heiligen Geistes sind Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht. In der Taufe empfangen Christen den Heiligen Geist, der sie versiegelt und als Zugehörige zu Gott kennzeichnet. Der Geist befähigt Menschen, den Glauben zu leben, weiterzugeben und mutig für ihre Überzeugungen einzutreten.

Ist der Pfingstmontag überall in Deutschland ein Feiertag?

Ja, der Pfingstmontag ist in allen 16 Bundesländern Deutschlands ein gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag sind Geschäfte geschlossen, und die meisten Arbeitnehmer haben frei. Ausnahmen gelten für bestimmte Bereiche wie Krankenhäuser, Feuerwehr oder Tankstellen. Der Pfingstsonntag ist nur in Brandenburg offiziell ein gesetzlicher Feiertag, da er aber ohnehin auf einen Sonntag fällt, hat dies keine praktischen Auswirkungen. Seit 2005 gibt es immer wieder Debatten über eine mögliche Abschaffung des Pfingstmontags aus wirtschaftlichen Gründen, doch bisher bleibt er bundesweit ein freier Tag. In anderen europäischen Ländern wie Österreich, Teilen der Schweiz, Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Ungarn ist der Pfingstmontag ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag.

Welche kulinarischen Traditionen gibt es zu Pfingsten?

Zu Pfingsten gibt es verschiedene kulinarische Traditionen. In Anlehnung an den Pfingstochsen ist Ochsenbraten ein klassisches Festtagsessen mit kräftiger Sauce und Knödeln. Lammgerichte mit frischem Spargel sind beliebt, da Lamm in der christlichen Tradition Reinheit symbolisiert. Als Nachtisch wird traditionell Rhabarberkuchen serviert, da Rhabarber im Mai und Juni Hochsaison hat. In Bayern wurden früher Allgäuer Brotvögel gebacken – Hefegebäck in Vogelform als Symbol für die Taube des Heiligen Geistes. Die sogenannte Pfingstmilch, bei der Bauernmägde die gesamte gemolkene Milch erhielten und diese mit Mandeln und Eiern als Suppe aßen, ist heute weitgehend verschwunden. Regionale Spezialitäten und saisonale Gerichte machen Pfingsten zu einem kulinarischen Fest.

Letzte Bearbeitung am Dienstag, 21. Oktober 2025 – 17:39 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO.

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