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Wintersonnenwende 2019

 Sommerwende Bild

Die Bedeutung der Wintersonnenwende

Normalerweise fällt die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember, in Schaltjahren kann es aber auch der 20. oder 22. Dezember sein. Am Tag der Wintersonnenwende bleibt die Sonne dem Horizont so nahe wie an keinem anderen Tag des Jahres. Sie markiert also den kürzesten Tag des Jahres, der begleitet wird von der längsten Nacht – eine Vorstellung, die wohl die meisten Kulturen als deprimierend oder unheimlich empfinden. Dennoch wird die Wintersonnenwende bei vielen Völkern besonders gefeiert, markiert sie doch zugleich den Punkt im Jahresverlauf, nach welchem die Tage endlich wieder länger und die langen, dunklen Nächte wieder kürzer werden.

Genau wie im Fall der Sommersonnenwende, waren die Menschen spätestens seit der Jungsteinzeit in der Lage, das Datum der Wintersonnenwende exakt zu bestimmen. Einer von vielen Belegen dafür ist die Kultstätte Stonehenge im Süden von England, deren Megalithen (riesenhafte Steinblöcke) mit großer Genauigkeit auf die beiden Sonnenwenden ausgerichtet sind. Während die Wintersonnenwende für den modernen, technisierten Menschen meist nur noch eine emotionale Bedeutung hat und zumindest in den christlich geprägten Kulturen durch das wenige Tage später stattfindende Weihnachtsfest überschattet wird, hatte sie für die Menschen des Altertums ganz praktische Bedeutung: Das Phänomen markierte das Herannahen des Frühlings und diente der Berechnung des optimalen Zeitpunkts zur Aussaat der Feldfrüchte. Daneben war die Wintersonnenwende aber auch von großer spiritueller und religiöser Bedeutung.

Sonnenwend-Bräuche: Licht und Feuer gegen die Dunkelheit

Leider lässt sich heute nur noch schwer rekonstruieren, welche heidnischen Feste tatsächlich zur Wintersonnenwende gefeiert wurden oder wie die Feierlichkeiten abliefen. Häufig wird in diesem Zusammenhang das Julfest genannt, das noch heute in den Ländern Skandinaviens weit verbreitet ist. In vielen Regionen wird es allerdings nicht zwingend am Tag der Wintersonnenwende gefeiert, sondern meistens etwas später, teilweise sogar erst Anfang Februar.

Forscher nehmen dennoch an, dass die Germanen und die Völker Skandinaviens das Julfest ursprünglich am Tag der Wintersonnenwende feierten oder aber, dass es an diesem Tag seinen Höhepunkt erreichte, tatsächlich aber eine etwa zwei Monate umfassende Festzeit darstellte. Vermutlich bediente sich das Julfest einer Feuer- und Lichtsymbolik. Ganz ähnlich der des christlichen Weihnachtsfestes also, wobei unbestritten ist, dass das Julfest schon vor der Ausbreitung des Christentums in Nordeuropa existierte.

Die Wintersonnenwende und Weihnachten

In der Tat bemühte sich die katholische Kirche lange Zeit, das Julfest und seine heidnischen Bräuche zu beseitigen, umzubenennen oder umzudeuten. Das es am Ende doch fast völlig verschwand, ist dem aus christlicher Sicht genialen Kniff zu verdanken, das Julfest mit dem Weihnachtsfest sozusagen zu vermählen. In der Vorstellung der Christen gilt Jesus als das Leben und das Licht Gottes, und so war es durchaus naheliegend, seinen (eigentlich unbekannten) Geburtstag auf den Tag zu legen, den die Heiden ohnehin schon feierten und an dem sie sich am stärksten nach Licht und Wärme sehnten. Die uns heute bekannten Weihnachtstraditionen gehen somit auf die vorchristliche Zeit zurück, als die Völker des nördlichen Europas sich des Feuers bedienten, um die Dämonen des Winters zu vertreiben und den nahenden Sommer willkommen zu heißen.

So legte die christliche Kirche ihr Fest zur Feier der Geburt Jesu ganz bewusst auf das Datum der Wintersonnenwende – oder besser gesagt: auf den Tag der Wintersonnenwende vor rund 1500 Jahren. Anders als heute war das damals nämlich erst am 25. Dezember der Fall. Dass Wintersonnenwende und Weihnachten heute an unterschiedlichen Tagen gefeiert werden, hat seine Ursache in der Kalenderreform Papst Gregors des XIII. Der bis 1582 gültige julianische Kalender hatte sich im Laufe der Jahrhunderte als zu ungenau erwiesen: Längst fiel der kürzeste Tag des Jahres nicht mehr tatsächlich auf den 25. Dezember. Die Reform Papst Gregors des XIII legte diesen Tag nun wieder akkurat auf den 21. Dezember, behielt für Weihnachten allerdings den 25. Dezember bei. Um den 21. Dezember nicht ganz ohne christliche Legitimation zu belassen, wurde ihm der Thomastag zugeordnet – der Gedenktag des Apostels also, der an der Wiederauferstehung Jesu zweifelte und sozusagen am längsten brauchte, ob das göttliche Licht zu erkennen.

Doch egal welche Vorstellung der Einzelne mit dem Tag der Wintersonnenwende auch verbindet, ob er darin das Wirken antiker oder heidnischer Götter sieht, ein Symbol für die Güte des christlichen Gottes, oder schlicht ein astronomisches Ereignis: Für die meisten Menschen ist es beruhigende Vorstellung zu wissen, dass die Tage von nun an wieder länger werden.

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