Pfingsten: zwei freie Tage vor dem Sommer

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Pfingsten ist ein christliches Fest, dass terminlich abhängig vom Osterfest und deshalb ein beweglicher Feiertag ist. So findet Pfingsten immer in einem Abstand von 49 Tagen zum Ostersonntag statt, also zumeist im Juni, in der Hochphase des Frühlings. Gefeiert wird die Entsendung des Heiligen Geistes, denn laut dem Neuen Testament kam der Heilige Geist auf die Apostel (Jünger von Jesus Christi) nieder, die an diesem Tag in Jerusalem versammelt waren. Die Pfingstfeiertage werden im Christentum auch mit der Gründung der christlichen Kirche verbunden, weshalb das Pfingstfest auch ein sehr wichtiges kirchliches Ereignis ist, dass im Rahmen entsprechender Messen und Gottesdienste zelebriert wird.

Die Pfingstfeiertage: Pfingstsonntag und Pfingstmontag

Für viele Menschen besteht Pfingsten bzw. das Pfingstfest aus den beiden Feiertagen Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Nur die wenigsten wissen, dass der Pfingstsonntag eigentlich gar kein gesetzlicher Feiertag ist, sondern dieser Tag lediglich als kirchlichem Feiertag hohe Bedeutung zukommt. Da der Sonntag für die meisten Menschen jedoch ohnehin arbeitsfrei ist, spielt es kaum eine Rolle, dass der Pfingstsonntag lediglich im Bundesland Brandenburg auch ein gesetzlicher Feiertag ist, schließlich bietet das Pfingstfest für fast alle Bundesbürger ein verlängertes Wochenende. Der Pfingstmontag gilt, anders als der Pfingstsonntag, in allen Bundesländern als gesetzlicher Feiertag und ist als solcher der Letzte vor dem Weihnachtsfest, der bundesweit gültig ist.

Interessante Bräuche zu Pfingsten

Zu Pfingsten haben sich im Laufe der Zeit einige recht interessante Traditionen bzw. Bräuche entwickelt, von denen Ihnen im Folgenden einige kurz dargestellt werden:

Pfingstbaumpflanzen

Der Brauch des Pfingstbaumpflanzens geht ursprünglich auf die Germanen zurück, die im Frühling junge Birken schlugen und vor die Haustüren stellten, um böse Geister zu vertreiben. Heute gibt es diesen Pfingstbrauch noch in Teilen Niedersachsen und einigen angrenzenden Kreisen in Sachsen-Anhalt. Hier geht es jedoch nicht mehr um das Vertreiben böser Geister, sondern ist schlicht ein geselliger Brauch, der nicht selten von Vereinen und anderen Gruppierungen praktiziert wird. Grundsätzlich werden die geschlagenen Birken mit geflochtenen Girlanden, Laubkronen und auch farbigen Bändern verziert, um entweder an zentralen Plätzen im Ort oder, zumeist in kleinerer Form, vor Haustüren aufgestellt zu werden. Letzteres gilt in einigen Orten auch als eine Art Brautwerbung, da die Pfingstbäume durch junge unverheiratete Männer vor Häusern aufgestellt werden, in denen unverheiratete Frauen leben.

Pfingstfeuer

In einigen Regionen Deutschlands wird analog zum Osterfeuer am Samstag vor Pfingsten in geselliger Runde ein Pfingstfeuer entzündet. Hierbei sollen die Flammen den Heiligen Geist symbolisieren. Zur Tradition des Pfingstfeuers gehört prinzipiell auch gemeinsamer Besuch des Gottesdienstes vor dem Entzünden des Feuers, diesen Teil der Feierlichkeiten lassen jedoch immer mehr Menschen entfallen. In einigen Ortschaften, wo Pfingstfeuer üblich sind, gehört noch die abschließende Pfingstwache (Pfingstvigil) zum Brauch, die selbstredend am Feuer stattfindet.

Pfingstsingen

Das Pfingstsingen ist ein Brauch, der hauptsächlich im Bergischen Land zelebriert wird. Dort zogen in früheren Zeiten am Samstag vor Pfingsten Gruppen junger Männer von Haus zu Haus, um den Bewohnern mit ihrem Gesang einen musikalischen Pfingstgruß darzubieten. Die Darbietungen wurden seiner Zeit von den Hausbewohnern in der Regel mittel Gaben wie Speck, Eier, Tabak und Schnaps entlohnt. Da das Pfingstsingen für die Männer somit lukrativ war und die Gaben traditionell am zweiten Pfingstfeiertag gemeinsam verzehrt wurden, gab es große Konkurrenz unter verschiedenen Männergruppen und es kam nicht selten zu handfesten Streitigkeiten. Heute gibt es diese Tradition im Bergischen Land zwar immer noch, diese verläuft jedoch deutlich friedlicher. Außerdem bestehen die Männergruppen heute nicht mehr vorwiegend aus jungen Männern, sondern es handelt sich zumeist um Männergesangsvereine mit höherem Durchschnittsalter.

Pfingstkirmes

In der Frühlings- und Sommerzeit finden stets viele Kirmesveranstaltungen statt. Eine sehr große Häufung dieser Veranstaltungen gibt es allerdings in der Pfingstzeit. So gibt es entsprechende Pfingstmärkte (Pfingstkirmes) in sehr vielen Ortschaften in Deutschland und eine entsprechende Suche im Internet ergibt sehr viele Treffer. Grund für diese Häufung von Kirmesveranstaltungen ist sicherlich zum einen die Jahreszeit, in die das Pfingstfest fällt, und zum anderen die Tatsache, dass die Menschen zu Pfingsten über die Zeit verfügen solche Märkte aufzusuchen. Letzteres trägt natürlich zu guten Umsätzen für die verschiedenen Marktbeschicker bei. Recht bekannte Pfingstmärkte (Pfingstkirmes) gibt es beispielsweise im niederrheinischen Geldern, in Menden oder in der ostfriesischen Stadt Norden.

Schmücken des Pfingstochsen

Das Schmücken von Pfingstochsen ist ein sehr interessanter Pfingstbrauch, der heute allerdings nur noch selten, zumeist in Mecklenburg-Vorpommern, gepflegt wird. Durchgeführt wird dieser Brauch, bei dem das Vieh durch ein Dorf auf die Weide getrieben wird, am Pfingstsonntag. Vor dem Viehtrieb wird der schönste und stärkste Ochse mit Stroh, Bändern und Blumen geschmückt. Dieser geschmückte Ochse darf dann die Vieherde anführen und wird im Dorfkern in der Regel bejubelt. Zumindest in früheren Zeiten hätte der Ochse auf diesen Jubel allerdings lieber verzichtet, da er anschließend geschlachtet und verzehrt wurde. Auf diesen interessanten, aber vielleicht im Aussterben begriffenen Pfingstbrauch ist im Übrigen die Redensart „jemand sei geschmückt wie ein Pfingstochse“ zurückzuführen.

Gruppentreffen am Pfingstwochenende

Kein Pfingstbrauch, aber für viele Menschen eine lieb gewordene Tradition, sind verschiedene Gruppentreffen, die bevorzugt am Pfingstwochenende stattfinden. Da zu Pfingsten oft auf gutes Wetter spekuliert wird, organisieren viele Vereine, Klubs und andere Gemeinschaften just am Pfingstwochenende oft Treffen, die nicht selten in der freien Natur stattfinden. Hierbei übernachten die geladenen Teilnehmer meistens entweder in Zelten, Wohnwagen oder alternativ in günstigen Gruppenunterkünften. Eine lange Tradition haben diesbezüglich zum Beispiel Pfingstfreizeiten für Kinder und Jugendliche, die von verschiedenen Institutionen organisiert werden.

Sehr oft finden zu Pfingsten jedoch auch mehrtägige Veranstaltungen statt, an denen prinzipiell jeder teilnehmen kann. Neben Open-Air-Konzerten und Musikfestivals sind dies beispielsweise Veranstaltungen wie Automobiltreffen oder interessante Events aus dem Bereich des Sports.

Pfingsten und die Urlaubssaison

Frohe Pfingsten BildAuch wenn es rund um das Pfingstwochenende keinen Brückentag gibt, mit dem Menschen einen Kurzurlaub konstruieren könnten, sind viele Menschen rund um Pfingsten im Urlaub. In Abhängigkeit von den Pfingstferien starten Menschen entweder am Pfingstwochenende in den Urlaub oder dieses endet an diesem Wochenende. Unabhängig davon, ob es sich um Hin- oder Rückreiseverkehr handelt, sind die Autobahnen zu Pfingsten oft sehr voll und es kommt zu vielen Staus.

Rund um Pfingsten sind allerdings nicht nur Kurzurlaube interessant, sondern, vor allem wenn die Schulferien bei der Reiseplanung keine Rolle spielen, bieten sich auch etwas längere Urlaubsreisen an. Wer beispielsweise am Vatertag, der stets zehn Tage vor Pfingsten stattfindet, in den Urlaub startet, benötigt lediglich sechs Urlaubstage um zwölf freie Tage am Stück für einen Urlaub nutzen zu können.

Weitere Informationen

Wann genau ist das Pfingsten Datum?

2020

  • Sonntag, 31. Mai 2020 - Montag, 1. Juni 2020
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