Weiberfastnacht

Als Weiberfastnacht wird der letzte Donnerstag vor der Fastenzeit bezeichnet. Gefeiert wird Weiberfastnacht nur im Westen und Südwesten Deutschlands. Weiberfastnacht ist kein gesetzlicher Feiertag. Allerdings schließen in den Karnevalshochburgen die Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen um  11.11 Uhr. In Köln, Mainz und Düsseldorf wird um 11.11 Uhr an Weiberfastnacht der Karneval eröffnet. Die Herrschaft in den Städten wird dann symbolisch an die Frauen übergeben.  Die Damen ziehen verkleidet zum Rathaus und übernehmen vom örtlichen Bürgermeister ein Zepter oder den Schlüssel zum Rathaus. In der Gegend um Köln und Aachen schneiden Frauen traditionell die Krawatten der Männer ab. Verkleidete Frauen bezeichnet man als „Möhnen“.

Karneval Bild

Rheinischer Karneval

Gerade in den Hochburgen des rheinischen Karnevals hat sich Weiberfastnacht zu einem Event entwickelt, das Narren aus der ganzen Welt anlockt. Auf dem Alter Markt in Köln feiern jedes Jahr tausende Menschen um 11.11 Uhr die Eröffnung der tollen Tage. Mit den tollen Tagen wird die Zeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch bezeichnet. Bands und Sänger aus Köln geben sich dann auf den Bühnen ein Stelldichein. Sie werden von nationalen Stars begleitet. So trat beispielsweise die Kölner Band „Brings“ im Jahre 2015 gemeinsam mit Florian Silbereisen auf. 

Andere Bezeichnungen

Weiberfastnacht hat unterschiedliche Bezeichnungen. Im Rheinland und um Köln herum spricht man vom „Wieverfastelovend“. Der Südwesten feiert an Weiberfastnacht den schmutzigen Donnerstag. Das Wort schmutzig steht hier aber nicht im Sinne von dreckig, sondern leitet sich von dem schwäbisch-alemannischen Wort schmotzig ab. Mit Schmotz wird im Süden der Republik das Fett bezeichnet. Man spricht daher auch vom fetten Donnerstag. Zurückzuführen ist der Ausdruck auf das ursprüngliche Brauchtum der Fastnacht. Am Donnerstag vor Aschermittwoch wurden früher im Südwesten Tiere geschlachtet. Anlässlich dieser Schlachtung backten die Dorffrauen fette Krapfen und sogenannte Fastnachtskuchen. In verschiedenen Regionen im Südwesten werden bis heute an Weiberfastnacht Schlachtfeste gefeiert.  In vielen Orten werden zu diesem Anlass bunte Stofffetzen aneinandergebunden und als Girlande über die Straßen gespannt. 

Im badisch-schwäbischen Bereich hat sich das Fastnachtsbrauchtum im Laufe der Jahre sehr verändert. Am Bodensee erinnert Weiberfastnacht eher an den 1. Mai. In der Dorfmitte wird ein Baum aufgesetzt. Das sogenannte Narrenbaumsetzen wird lautstark mit Musik und Gesang begleitet. Dazu gibt es viele kulinarische Leckereien. In einigen Dörfern wird Weiberfastnacht bereits vor Sonnenaufgang gefeiert. Dann tragen die Bürger weiße Nachthemden und ziehen als Geister durch die Straßen. Begleitet werden sie dabei von Musikkapellen und den traditionellen Fanfarenzügen. Diese Art des Brauchtums erinnert eher an die Baseler Fassnacht. Bürger, die sich nicht an den Umzügen beteiligen, werden lautstark geweckt. 

Im südwestdeutschen Raum gibt es noch eine ganze Reihe anderer Bezeichnungen für Weiberfastnacht. So gibt es zum Beispiel den „gumpigen Donnerstag“. Das Wort „gumpig“ steht in Süddeutschland für unsinnig. Eigentlich leitet sich das Wort „gumpig“ vom mittelhochdeutschen Wort „Gumpen“ ab. Mit Gumpen ist das Hüpfen oder Possenreißen gemeint. 

Es gibt noch einige wenigen Regionen, die Weiberfastnacht als Schwerdonnerstag bezeichnen. Ob damit der schwere Donnerstag gemeint ist, konnte nie eindeutig geklärt werden. Vom Wort schwer leiten sich in Schwaben und Baden mehrere Begriffe ab. 

Wann ist Weiberfastnacht 2018 - Datum?

Am 08. Februar 2018