Totensonntag

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag steht als evangelischer „Gedenktag der Entschlafenen“ im Zeichen der Erinnerung an alle Verstorbenen. Damit verfolgt er die gleiche Zielsetzung wie Allerseelen, welches die römisch-katholische Kirche am 2.November begeht.

Totensonntag Bild

Unterschiede

Im Gegensatz zum katholischen Allerseelentag kommt dem evangelischen Ewigkeitssonntag kein fixes Kalenderdatum zu. Der Totensonntag wird vielmehr am letzten Sonntag vor dem ersten Advent abgehalten, welcher gleichzeitig als letzter Sonntag des Kirchenjahres gilt. Da er sich nach der Lage des Advents richtet, kann er je nach Kalenderjahr auf Daten zwischen dem 20.November und dem 26.November fallen. Als letzter Sonntag des Kirchenjahres symbolisiert der Totensonntag zugleich Ende und Neubeginn, ist aber auch Sinnbild für das ewige Leben. Daher kommt die Bezeichnung „Ewigkeitssonntag“. Aufgrund seiner Verbindung zum „Jüngsten Gericht“ wird er auch als „Tag des Jüngsten Gerichts“ bezeichnet.

Feiertag?

Der Totensonntag ist in Deutschland kein gesetzlicher, sondern ein stiller Feiertag. Dem Charakter dieses Gedenktages entsprechend sind jedoch in allen deutschen Bundesländen tagsüber Tanz-, Musik- und Sportveranstaltungen gesetzlich untersagt. 

Die Ursprünge des Totensonntages

Der Totensonntag hat im Vergleich zu anderen kirchlichen Feiertagen eine kurze geschichtliche Tradition. Im Gegensatz zur römisch-katholischen Kirche lehnte die evangelische Glaubensgemeinschaft die Einführung eines Gedenktages zu Ehren der Verstorbenen lange Zeit ab. In der gläubigen Bevölkerung regte sich jedoch der Wunsch nach einem speziellen Feiertag, welcher im Zeichen der Erinnerung an die Toten stand. Tatsächlich vergingen einige Jahrhunderte, ehe sich die protestantische Kirche diesem Wunsch beugte. In einem ersten Schritt wurde im Jahr 1540 der letzte Sonntag vor dem ersten Advent in der Brandenburger Kirchenordnung dem Gedenken der Verstorbenen gewidmet. Im Jahr 1816 erklärte der preußische König Friedrich Wilhelm III den letzten Sonntag des Kirchenjahres für die evangelischen Gemeinden in Preußen zum offiziellen Feiertag. Als mögliche Anlässe galten das Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon und der Tod seiner Gattin Luise im Jahr 1810. Das Fehlen eines evangelischen Totengedenktages soll somit nicht der einzige Beweggrund für die Einführung dieses „allgemeinen Kirchenfestes zur Erinnerung an die Verstorbenen“ gewesen sein. In der Folge wurde der Totensonntag in den anderen evangelischen Landesteilen übernommen und als offizieller Feiertag zum Gedenken an alle Verstorbenen zelebriert. 

Die heutige Bedeutung des Totensonntages

In der heutigen evangelischen Glaubensgemeinschaft wird der Totensonntag durch das Abhalten spezieller Gottesdienste begangen. In vielen Kirchen werden die Namen der im vergangenen Kirchenjahr verstorbenen Mitglieder der Gemeinde verlesen, um ihrer in Fürbitten zu gedenken. Traditionell wird die Namensverlesung vom Klang der Kirchenglocken begleitet. Es ist üblich, für jeden dieser Verstorbenen eine Kerze zu entzünden. Mancherorts gibt es auf den Friedhöfen eigene Gottesdienste, zu welchen die Hinterbliebenen eingeladen werden. Neben der Trauer bildet der Glaube an das ewige Leben und an ein Wiedersehen nach dem Tod einen zentralen Bestandteil dieser Gedenkgottesdienste. 

Viele Gläubige besuchen am Totensonntag die Gräber ihrer Verwandten und schmücken sie mit Blumen und Gestecken. Unzählige Grablichter und Kerzen verleihen den Friedhöfen eine besondere Stimmung. Die Hinterbliebenen trauern in persönlichen Gebeten an den letzten Ruhestätten ihrer verstorbenen Angehörigen. 

Wann ist Totensonntag 2018 - das Datum?