Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag war bis im Jahr 1994 ein gesetzlicher Feiertag. Ab 1995 wurde er als arbeitsfreier Tag im Kalender gestrichen. Begründet wurde die Maßnahme der Regierung mit der Einführung der Pflegeversicherung. Durch den zusätzlichen Arbeitstag sollte von den Arbeitnehmern die Mehrbelastung der Arbeitgeber ausgeglichen werden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der erhoffte Effekt mit der Abschaffung des gesetzlichen Feiertags nicht eingetreten ist. Es mussten in der Folge dennoch Beitragserhöhungen in der Pflegeversicherung vorgenommen werden. Heute ist der Buß- und Bettag nur noch im Bundesland Sachsen ein arbeitsfreier Tag. Als Ausgleich müssen die Arbeitnehmer einen höheren Beitrag für die Pflegeversicherung entrichten. Die Arbeitgeber sind dagegen  von einer höheren Beitragszahlung befreit. Nicht nur deshalb ist der freie Tag ein Nachteil für die sächsischen Arbeitnehmer. Die zusätzliche Summe, die in die Pflegeversicherung fließt, beträgt 0,5 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts und übersteigt somit die Kosten eines Arbeitstags. In den anderen Bundesländern ist es jedem Arbeitnehmer gestattet, sich an diesem Tag freizunehmen, wenn er sich auf seine religiösen Pflichten beruft. Es muss keine Urlaub genommen, aber auf den Lohn für diesen Tag verzichtet werden.

Buss und Bettag Bild

Am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag

Im Jahr 1878 existierten in den deutschen Ländern 47 Bußtage an 24 verschiedenen Tagen. Zuvor war bereits 1852 von der Eisenacher Konferenz ein einheitlicher Termin für den Buß- und Bettag vorgeschlagen worden. Erst 1934 führte die Evangelische Kirche in Deutschland einen festen Tag ein, der allerdings 1939 von Mittwoch auf Sonntag verlegt  und somit faktisch als Feiertag abgeschafft wurde. Er ab dem Jahr 1981 wurde der Buß- und Bettag in der ganzen Bundesrepublik wieder gesetzlicher Feiertag. Der Tag wird am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag begangen. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Das entspricht elf Tage vor dem ersten Sonntag im Advent beziehungsweise dem  Mittwoch vor dem 23. November. Demnach ist der frühestmögliche Termin für den Feiertag der 16. November und der späteste Zeitpunkt der 22. November.

Buße tun, aber nicht büßen

Wer bei dem Wort Buße an büßen denkt, der irrt. Es geht im christlichen Sinne nicht um die Wiedergutmachung eines Unrechts. Für die Christen bedeutet Buße, innerlich bereit zu sein, seine Haltung zu ändern und eventuell von einem falschen Weg umzukehren. Buße steht im christlichen Verständnis im Zusammenhang mit dem Buß- und Bettag für Hoffnung und Vergebung. Der Tag ist inhaltlich vergleichbar mit dem Versöhnungstag (Jom Kippur) des Judentums. Der urprotestantische Feiertag geht auf Notzeiten zurück. Erstmals wurde der Buß- und Bettag 1532 in Straßburg begangen. Der Kaiser hat in dem Zusammenhang seine Untertanen aufgefordert, gegen die Türken zu beten. Der Reformator Martin Luther schrieb in der ersten seiner 95 Thesen: „Das ganze Leben der Gläubigen soll Buße sein.“ Er protestierte damit gegen Bußübungen, wie sie den Menschen zum Beispiel nach der Beichte auferlegt wurden. Auch wenn der Buß- und Bettag als staatlicher Feiertag abgeschafft wurde, ist er doch bis heute ein bedeutender kirchlicher Feiertag geblieben.  

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