Reformationstag

Der Reformationstag wird in Deutschland und Österreich am 31. Oktober, in der Schweiz am ersten Sonntag im November begangen. In fünf ostdeutschen Bundesländern ist es ein gesetzlicher Feiertag, nämlich dort, wo die Reformation der christlichen Kirche vor 500 Jahren zuerst Fuß fasste. In weiteren Ländern haben die Kinder generell oder auf Antrag schulfrei (siehe unten). 

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Was ist der Reformationstag?

Es wird an diesem Tag mit dem Reformationsfest der Reformation der christlichen Kirche durch Martin Luther gedacht. Daher feiern diesen Tag die evangelischen Christen, während die Katholiken die Reformation als spalterischen Vorgang in der Kirche betrachten. Historisch hat der Wittenberger Theologieprofessor und Mönch Martin Luther im Jahr 1517 - also vor glatt einem halben Jahrtausend - an diesem Tag 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geheftet. Die Kirche gibt es noch, sie gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Die Thesen waren auf Latein abgefasst, damals die übliche Sprache innerhalb der Kirche. Später überwand Martin Luther auch diese Gepflogenheit, er übersetzte die Bibel ins Deutsche. Seine Thesen wandten sich im Kern gegen den damals vorherrschenden Ablasshandel: Menschen konnten sich nach einer vorherrschenden Sitte seit etwa dem 13. Jahrhundert durch Geldzahlungen an die Kirche von ihren Sünden mehr oder weniger freikaufen. Das wurde von verschiedenen Seiten als Missbrauch der allgemeinen Ablassvorschriften betrachtet, denn es begünstigte die Kirche finanziell, die daher diesen Ablasshandel beförderte. Darüber hinaus gewährte der Ablasshandel naturgemäß eher begüterten Menschen den Sündenerlass, die sich das leisten konnten. Martin Luther wollte darüber einen akademischen Disput führen, er wollte mit verantwortlichen Bischöfen und weiteren Würdenträgern eine rein geistige Diskussion über den Ablasshandel beginnen. Seiner Meinung nach konnte kein Ablass durch Geld erreicht werden: Die Vergebung unserer Sünden hatte schließlich schon Jesus Christus durch sein Opfer am Kreuz erreicht. Martin Luther griff damit die Kirche nicht direkt an, das wäre gefährlich gewesen. Er schickte seine Thesen an verschiedene Geistliche in Deutschland. Als diese nicht darauf reagierten, nagelte er der Überlieferung zufolge (die nicht genau belegt ist), die 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg.

Der Reformationstag als Feiertag

Den Reformationstag beging man schon vereinzelt im 16. Jahrhundert, ab 1667 wurde er per Erlass des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. auf den 31. Oktober festgesetzt. Heute feiern evangelische Christen am Abend dieses Tages einen Gottesdienst, dessen Inhalt der Sündenerlass nur durch den Glauben ist. Der Thesenanschlag Luthers ist nicht das vorherrschende Thema. Dieser Gottesdienst wird durch bestimmte Kirchenlieder und eine vorherrschend rote liturgische Farbe geprägt. Seit der deutschen Einheit ist der Reformationstag zudem gesetzlicher Feiertag in Sachsen (wo Wittenberg liegt), außerdem in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dort hatte sich nach der Reformation die evangelische Kirche zuerst ausgedehnt, auch heute sind dort die meisten Christen evangelischen Glaubens. In Baden-Württemberg erhalten die Kinder am Reformationstag schulfrei. Auch in Niedersachsen können evangelische Schüler - allerdings nur auf Antrag - für den Reformationsgottesdienst vom Unterricht freigestellt werden. Im Jahr 2017 ist der Reformationstag ein bundesweiter Feiertag, weil sich dann die Reformation zum 500. Mal jährt.

Wann ist der Reformationstag 2017 - das Datum?

Am 31. Oktober 2017