Walpurgisnacht

 Jedes Jahr am 30. April seit Ende des 19. Jahrhunderts feiern die Menschen in Nord- und Mittelauropa das Fest der Walpurgisnacht. Für viele ist dieses Ereignis auch bekannt durch den Tanz in den Mai, der in der Nacht auf den 1. Mai in vielen Städten und Gemeinden mit zahlreichen Events oder Tanzveranstaltungen begangen wird. Die Walpurgisnacht ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein modernes Fest mit traditionellen Wurzeln, das immer stärker Einzug in die kommerzielle und private Veranstaltungswelt gefunden hat.

Walpurgisnacht Hexe Bild

Hexen feiern die Walpurgisnacht auf dem Brocken

Die Walpurgisnacht ist wohl das bekannteste Hexenfest, dessen größter Veranstaltungsort traditionell der Brocken im Harz ist. Hier treffen sich Hexen- und Hexenfreunde jeden Alters und feiern gemeinsam dieses spektakuläre Event. Noch immer werden Freudenfeuer entzündet, um die die Menschen tanzen und Lieder singen. Nicht nur im Harz, sondern auch in anderen Orten wird das schöne Fest begangen, in der Regel mit aufsehenerregenden Verkleidungen vieler Hexen und Hexer.

Der Name Walpurgisnacht leitet sich von der heiligen Walburga ab, die am 1. Mai heilig gesprochen wurde. Walburga war eine englische Benediktinerin und Äbtissin des Klosters Heidenheim und gilt als die Tochter des westsächsischen christlichen Königs im angelsächsischen Reich Richard von Wessex. In der Walpurgisnacht fand die Virgilfeier anlässlich ihrer Heiligsprechung statt.

Früher wurde bei dem Fest der Frühling begrüßt

Ursprünglich war dieses Fest jedoch nicht kirchlichen Ursprungs, sondern geht auf einen heidnischen Feiertag zurück. Der Frühling wurde in der Nacht mit Feuern und Gesängen begrüßt. Dieses Ereignis hat die Kirche, wie andere auch, für ihre eigenen Zwecke übernommen. Die alten Feste wurden mit Beginn der Christianisierung verboten. Wer sie trotzdem feierte, musste mit heftigen Strafen rechnen. Er wurde als dem Teufel hörig oder als Hexe bezeichnet. Die Kirche verbannte diese Menschen und streute das Gerücht, dass in der Walpurgisnacht die Hexen ausflogen, um sich auf dem Blocksberg zu versammeln und dort auf die Ankunft des Teufels zu warten. So wurde die Walpurgisnacht geboren. Ursprünglich geht die Walpurgisnacht also auf ein heidnisches Fest und nicht auf ein kirchliches Ereignis zurück.

Nicht nur Feste, sondern auch Musik, Lyrik und Prosa finden sich anlässlich der Walpurgisnacht. So zum Beispiel bei Theodor Storm oder Gustav Meyring oder bei Felix Mendelssohn Bartholdy in seinem Opus 60 „Die erste Walpurgisnacht“. Auch Goethe erwähnt sie in seinem Hauptwerk „Faust“. Dieses Meisterwerk der Literatur war dafür verantwortlich, dass sich regelmäßige Treffen mit Hexen und Hexern auf dem Brocken im Harz als Walpurgisnacht etablierten. 

Aberglauben wird hier groß geschrieben

Zahlreiche Rituale und Aberglauben ranken sich um die Walpurgisnacht. So solle in der Nacht mit geweihten Glocken geläutet werden, dann sei man vor Hexen geschützt. Geweihtes Salz auf der Türschwelle und das Aufhängen von Baldrian- und Dostzweigen an den Stallungen verfolgte den gleichen Zweck. Eine sichere Abwehr vor Hexen war auch, den Besen mit dem reisig nach oben vor die Tür zu stellen oder zwei Reisigbesen überkreuz aufzustellen. Mancherorts wurde auch ein Messer ins Schlüsselloch gesteckt, um die Hexen abzuwehren.

Wann ist Walpurgisnacht 2018 - das Datum?

Am 30. April 2018