Karsamstag

Der Karsamstag fällt nicht unter die gesetzlichen Feiertage, die Geschäfte haben geöffnet, der Tag wird für Christen und Nichtchristen wie ein normaler Samstag gehandhabt. Er geht dem Ostersonntag voraus und stellt im kirchlichen Glauben den ersten Tag nach dem Tod Christi dar, wird als Tag der Grabesruhe angesehen. 

Karsamstag Bild

Gottesdienst?

Auch findet am Karsamstag kein Gottesdienst statt, da der Trauer gedacht wird, die der Tod Jesu ausgelöst hatte, jene Totenstille, die mit dem Grab entstanden war. Die Altäre in den Kirchen werden nicht geschmückt, weder Kerzen noch Blumen sind zu finden. Er gilt als stiller Tag ohne liturgische Feier. Alleine zu den üblichen Tageszeiten wird gebetet.

Für die Juden war der Karsamstag ein jüdischer Ruhetag, der so bezeichnete Sabbat. An diesem Tag durften sie nicht arbeiten, weshalb Jesus in der biblischen Geschichte auch nicht am Samstag, sondern einen Tag zuvor, am Freitag, beerdigt wurde. 

Am Samstag wurden um sein Grab Wachen postiert, die darauf zu achten hatten, dass der Leichnam von Jesus’ Jüngern nicht entwendet werden konnte. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass sich die Ankündigung Jesu bewahrheitete, der vorhergesagt hatte, er würde in drei Tagen auferstehen. 

Geschichtliches

Nach biblischem Hintergrund wurde am Karsamstag nicht nur Jesus endgültig für tot erklärt, sondern auch die Hoffnung begraben, dass die Menschheit gerettet werden würde. In der Kirche stellt der Karsamstag somit einen Tag dar, der sich zwischen verlorener Hoffnung und neuem Anfang befindet, da er gleichzeitig der Tag vor dem Tag der Auferstehung war. 

Hier gilt das Klagelied des Propheten Jeremia, das davon spricht, dass jeder Morgen neu Gottes Treue galt, die Hoffnung wieder die Hoffnung stände, während am Ende ein neues Licht aus der Dunkelheit aufschimmere. So ist der Karsamstag ein beinahe geheimnisvoll zwischen den Feiertagen schwebender Tag, der gleichzeitig eine Barriere zwischen Tod und Leben, Grab und Auferstehung, Dunkelheit und Licht verkörpert.

Im kirchlichen Glauben ist der Karsamstag auch der Tag der Finsternis, eine Art Tod Gottes, der all das zugelassen hatte, zu dem die vorherige Verbindung abgerissen schien. Die Grabensruhe stellt das Schweigen dar, die Leere, die zurückgeblieben war, ebenso jene Hoffnung, die mit dem Verstorbenen begraben zu sein schien. 

Hintergrund

Der Karsamstag, der genau zwischen dem bedeutsamen Karfreitag der Kreuzigung und dem Ostersonntag der Auferstehung liegt, ist nicht gleichbedeutend mit dem Begriff „Ostersamstag“. Die Vorsilbe „Kar“ bezeichnet das althochdeutsche Wort „cara“, steht für Klage. Beide Tage, sowohl der Karfreitag und Karsamstag, wenn auch unterschiedlich bedacht und gefeiert, hängen dennoch unmittelbar zusammen. Im Gegensatz zu heutigen kirchlichen Traditionen wurde in frühen christlichen Jahrhunderten an beiden Tagen gefastet. Der Karsamstag ist für Christen der siebte Tag der Kar- und Passionswoche. Er soll besinnlich und nachdenklich verbracht werden, bevor in der Nacht auf den Sonntag dann das große Fest beginnt. 

Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag stehen für die drei Stationen der Kreuzigung, des Grabes und der Auferstehung. Es heißt, wer diese Tage bewusst auf sich wirken lässt, würde eine ähnliche innere Wandlung vollziehen. Durch das Tal des Todes und der Traurigkeit steigt man auf an das Licht des Lebens.

Schlusswort

Eine interessante Tradition ist die Nacht auf den Sonntag, die als Osternacht gefeiert wird und den Sonntag einleitet. Der Gottesdienst wird im Dunkeln abgehalten, in der Kirche brennt häufig nur eine einzige Kerze, Orgel und Glocken schweigen. Mit der Osterbotschaft der Auferstehung werden dann die Kerzen angezündet und die Gemeinde ist bereit, das Osterfest mit dem Ruf „Christ ist auferstanden“ zu beginnen.

Wann ist Karsamstag 2018 - das Datum?

Am 31.März 2018